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Bund Deutscher Zupfmusiker · Landesverband Bayern e.V.

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Weihnachtsbrief des Präsidenten

Liebe Zupfmusikerinnen und Zupfmusiker in Bayern,

auch zum Ende dieses Jahres möchte ich Ihnen herzlich danken für Ihr Engagement für die Ausübung, Unterstützung und Verbreitung der bayerischen Zupfmusik. Das verbinde ich gerne damit, Sie über Ereignisse des abgelaufenen Jahres zu informieren bzw. auf noch kommende hinzuweisen.

Als ein für fast 2000 Besucher und Interpreten besonderes Ereignis im bald endenden Jahr möchte ich das »eurofestival zupfmusik 2014« erwähnen, das vom 29. Mai bis zum 1. Juni bereits zum zweiten Mal in Bruchsal stattfand. Dabei hatte ich wieder die Gelegenheit, mich von der hohen Leistungsfähigkeit unserer bayerischen Zupfensembles im Reigen vieler anderer nationaler und internationaler Gruppierungen zu überzeugen.

Als ein sehr schönes Beispiel für erfolgreiche Projekte, die auch im ablaufenden Jahr und darüber hinaus wirken und gewirkt haben, weise ich auf die beispielgebende klassenmusikalische Arbeit von Markus Kugler in Geretsried hin, von der man sich inspirieren und ein sehr schönes Bild machen kann durch den Artikel in der Auftakt!-Ausgabe 4-2014 ab Seite 10. Das ist eine ausgesprochen nachahmenswerte Initiative für unsere zupfmusikalische Jugendarbeit, für die Werbung neuer Zupfmusiker und für die Förderung moderner Unterrichtsformen.

Die Tage der Chor- und Orchestermusik werden im nächsten Jahr vom 13. bis zum 15. März in Celle stattfinden und durch die Verleihung u. a. der pro-musica-Plaketten durch den Bundespräsidenten gekrönt werden.

Am Sonntag, dem 15. März 2015 um 13 Uhr ist in der Stützelvilla, dem Tagungshaus in Windischeschenbach, die Landesdelegiertenversammlung, also das Treffen aller BDZ-Mitglieder im Landesverband Bayern. Es wäre sehr schön, wenn eine große Zahl von Mitgliedern die Gelegenheit wahrnehmen würde, durch ihre Anwesenheit bei diesem höchsten Landesgremium die Geschicke des BDZ-Bayern für die nächsten zwei Jahre mit zu entscheiden.

Erfreulicherweise findet der 9. Bayerische Orchesterwettbewerb vom 6. bis zum 8. November zum zweiten Mal wieder im Bayerischen Rundfunk in München statt. Die dortigen Studios werden also auch 2015 das optimale Ambiente für die besten bayerischen Laienmusikensembles bieten. Die Ausschreibung zum Download.

Aufgrund der Regelung des Staatsministeriums, fast ausschließlich aufgrund der Zahl der Verbandsmitglieder über die Mittelverteilung zu entscheiden, ist es weiterhin im Interesse aller jetzigen Mitglieder äußerst wichtig, neue und vor allem jugendliche BDZ-Mitglieder zu werben. Hier muss auch noch weiter versucht werden, unseren Verband und die Mitgliedschaft für mögliche Interessenten attraktiv darzustellen. Bitte engagieren Sie sich deshalb weiterhin intensiv, um neue Mitglieder zu werben.

Die Aufforderung zur Abgabe Ihrer Mitgliedermeldung ist bereits von der Bundesgeschäftsstelle versandt worden. Bitte nutzen Sie die Möglichkeit der online Erfassung Ihrer Mitgliederdaten. Denken Sie bitte ebenso an die rechtzeitige und ordnungsgemäße Meldung Ihrer Konzerte an: gema@bdz-online.de. Vielen Dank!

Ich bitte auch wie bereits in den Vorjahren darum, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o.ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Auch in diesem Jahr ist außerdem wieder Ihr »Rechenschaftsbericht« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) für den Erwerb von Zuschüssen von großer Bedeutung. Vielen Dank schon jetzt für Ihre Bemühungen!

Ich wünsche Ihnen allen auch im Namen des gesamten Vorstands neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familien, einen hoffentlich weiterhin schönen Advent, friedliche Feiertage, einen fröhlichen Jahresbeschluss und einen unfallfreien Rutsch in ein gutes und erfolgreiches Jahr 2015.

Ihr
Joachim Kaiser
Präsident
Hammelburg, im Dezember 2014

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Stellenausschreibung

[08.12.2014]  Die Bayerische Musikakademie Hammelburg, eine seit 34 Jahren anerkannte Tagungs- und Fortbildungsstätte für den gesamten Musikbereich in Bayern, sucht zum 01.04.2015 (Basis: 32 Wochenstunden) eine qualifizierte Persönlichkeit als Mitarbeiter/in im Projektbereich. Das Aufgabengebiet umfasst

  • Projektbetreuung hauseigener Kurse mit Vorbereitung, organisatorischer Durchführung und Nachbereitung
  • Festival-Koordination des »SaaleMusicum«, eines rund 7-wöchigen Sommer-Kulturprojektes mit 50 Einzelveranstaltungen in der gesamten Saale-Region
  • Internet-Betreuung für eigene Kurse und Projekte sowie Darstellung und Kommunikation in »Neuen Medien«
  • Grafische Gestaltungsarbeiten z.B. für unsere Homepage und eigene Kurse
  • Öffentlichkeitsarbeit (insbes. Durchführung von PR-Maßnahmen)

Wir erwarten von Ihnen

  • sicheren Umgang mit Kulturschaffenden, Sponsoren und Dozenten
  • Kreativität und ausgeprägtes organisatorisches Vermögen
  • Teamfähigkeit, Flexibilität und Kommunikationsbereitschaft
  • Bereitschaft zur Arbeit auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten, an Wochenenden und nach Projektschwerpunkten
  • gute PC-Kenntnisse und sicheren Umgang mit den Standard-Anwendungen (v.a. MS-Office)

Nähere Informationen zum Kursangebot und den Projekten finden Sie unter www.bmhab.de. Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen mit Gehaltsvorstellungen erbitten wir bis 31.12.2014 an die Bayerische Musikakademie Projekt GmbH, Frau Geschäftsführerin Dr. Keck, Am Schlossberg, 97762 Hammelburg.

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Wochenendlehrgang »Spaß an Zupfmusik mit 50+«
des BDZ LV Bayern in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg

[25.11.2014]  Bereits zum dritten Mal trafen sich Zupfmusiker der Altersgruppe um 50+ (Spitzname: die »uHus« – unter Hundert) im November in der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg. Aus Aschaffenburg, Lohr, Gerolzhofen, Würzburg, Schweinfurt, aber auch aus Nürnberg, Augsburg und München reisten sie an, um frei von Leistungsdruck und anderen Zwängen (aber nicht ohne Ehrgeiz) Spaß beim gemeinsamen Musizieren zu haben. In Form von Ensembles, Liedbegleitungsgruppen und einem Kursorchester konnten sich die Teilnehmer ihre Lieblings-Betätigungsfelder mit ihrem Instrument auswählen und praktizieren.

Spaß an Zupfmusik mit 50+

Begleitet wurden die Teilnehmer von den drei Dozenten Petra Breitenbach (Lohr), Michael Diedrich (Mosbach) und Johannes Tappert (Bad Königshofen), die sich ganz auf die Altersgruppe eingestellt hatten. Auflockernde Spiele bauten zuerst innere Blockaden ab und übten ganz nebenbei die Koordination der Hände. In kleinen und anschaulichen Schritten wurden verschiedene Techniken vermittelt. Wertvolle Tipps hatte Johannes Tappert parat, wie man zu Hause effektiv üben kann und sich auch im fortgeschrittenen Alter noch spieltechnisch verbessern kann (mentales Training!). Zum Ausklang der täglichen Arbeit trafen sich alle auf ein Glas Wein und zum Plaudern und Lachen im Felsenkeller. Hier wurden neue Bekanntschaften geknüpft und alte vertieft. Alle Beteiligten erlebten das Motto »Spaß an …« und »Schön, wieder hier zu sein« sehr intensiv und empfanden das Wochenende als viel zu kurz.

Auch das aus dem ersten Kurs 2012 gegründete überregionale Zupforchester (die »uHus«) wird sich bis zum nächsten Wochenendkurs im November 2015 wieder drei Mal zu Probentagen treffen, an den Stücken weiterüben und diese dann in einem gemeinsamen Konzert mit dem Bayerischen Landeszupforchester am 22. November im großen Saal der Bayerischen Musikakademie Hammelburg aufführen. Neue Spieler sind jederzeit herzlich willkommen und können sich gern bei Petra Breitenbach (petrabreitenbach@t-online.de oder tel. 09352 6949) melden. Die Samstagsprobentermine sind (jeweils von 10–15 Uhr) am 07.02.2015, 18.04.2015 und 19.09.2015, die entsprechenden Orte (Lohr, Schweinfurt, Würzburg) werden noch bekannt gegeben.

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Brillantes Finale mit »Brisbane Suite«

Jahreskonzert: Lohrer Zupf-Ensemble und »Australis Ensemble« begeistern 200 Zuhörer in der Aula der Realschule

[01.06.2014 • Gisela Büdel]  »Zupf-Ensemble Lohr (ZEL) meets Down Under«: In den Genuss eines Gipfeltreffens der Saitenmusik mit Werken aus Böhmen, Deutschland, Spanien, Norwegen und Australien kamen am Samstagabend 200 Zuhörer in der Aula der Lohrer Realschule. Zu Gast im Jahreskonzert des ZEL um Petra Breitenbach war das Australis Ensemble unter Leitung von Stephen Lalor.

Die gelungene Premiere ihrer Deutschlandtour feierten Stephen Lalor und »Australis Ensemble«. »Nahezu 50 Stunden unterwegs und frisch aus dem Flieger sind die Musiker hoffentlich noch so wach, dass sie im zweiten Programmteil musizieren können«, hoffte Petra Breitenbach im Willkommensgruß. »Bei der ersten gemeinsamen Probe am Nachmittag waren sie jedenfalls sehr munter.« Lohrs Dritte Bürgermeisterin Ruth Steger dankte Breitenbach für das »ganz besondere Programm« mit australischen Gastmusikern. Persönlich freue sie sich auf den »Atherton Tableland Waltz«. Dessen Ursprung liege in der außergewöhnlichen Landschaft der australischen Ostküste, die sie mit der historischen Kuranda-Bahn kennenlernen durfte. »Endlich Wochenende, endlich Zeit«, freute sich Moderator und Gitarrist Sébastien Schmitt auf das Jahreskonzert. »Ich darf Musik machen. Sie dürfen zuhören und Kraft aus der Musik schöpfen«, startete er den zweistündigen Abend. Für das Gastensemble übersetzte Tessa Feller.

Auf der Bühne versammelt hatte sich ein Orchester, das höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht wurde. Spannungsgeladen, intensiv und spielfreudig kam die klangliche und instrumentale Vielfalt aus Klassik, Folklore und Moderne voll zur Geltung. Zum Auftakt erklang die »Sinfonia G-Dur« des Bach-Sohnes Johann Christoph Friedrich, der als Brückenbauer zwischen Barock und Klassik gilt. Dem »Concertino Nr. 3 für Saxophon und Zupforchester« von Gustav Gunsenheimer verlieh Philipp Braun am Solo-Saxophon die besondere Note. Inspirieren von der Musik und den Tanzformen Böhmens ließen sich sowohl Komponist Roland Leistner-Mayer als auch das ZEL. Im ersten Satz des »Danze di Boemia« folgte einer ruhigen Einleitung das stark akzentuierte Energico. Der zweite Satz erinnerte im Drei- und Vierachteltakt an die feierliche Tanzform der Renaissance. Satz drei geriet zum grandiosen Furiant. Der »Folklore Andalusia« von Karl Haus gab Daniela Bauer, Lehrerin an der Sing- und Musikschule Lohr, ihre Stimme. Im spanischen Kostüm kostete die Sopranistin jede Emotion voll aus und verzauberte ihr Publikum mit dem Lebensgefühl überschäumender Freude oder Melancholie. Rhythmisch verstärkten Maximilian Beck und Sonja Dietrich an den Percussions. Vor dem Auftritt des »Australis Ensemble« erfrischte sich das Publikum an der Getränketheke der Vorstandschaftsmitglieder des Realschul-Fördervereins.

»Mein Kopf ist wie gemischter Salat, noch im Flugzeug zwischen Saigon und Frankfurt«, stellte sich Gastdirigent Stephen Lalor vor. Im Namen »Australiens bester und schönster Musiker« gratulierte er Petra Breitenbach zum Konzerterfolg und hob den Taktstock zur Eigenkomposition »Australis Suite« in den Sätzen »Ab Ovo« (Vom Ei), romantischer Ballade und dynamischer Idee. Solist Joel Woods glänzte mit dem Gitarrensolo »Black Opal« von Richard Charlton. Romantik pur dann die Variation der russischen Folklore »Lyuba Fantasia« aus der Feder des Dirigenten. Mit Bravorufen aus dem Saal gefeiert wurde die »World Music Suite« (East-West).

Bewegung auf der Bühne ließ Großes erahnen: Gemeinsam ließen die 50 Musiker von ZEL und »Australis Ensemble« den Atherton Tableland Waltz »Brisbane Suite« zum brillanten Finale werden. Der herzliche Schlussapplaus verlangte nach einer Zugabe, die mit Fred Witts »Studie Nummer 1« (Solist: Philipp Braun) gerne gewährt wurde.

Zupf-Ensemble Lohr
Das Zupf-Ensemble Lohr mit Saxophonist Philipp Braun

Zupf-Ensemble Lohr
Das Zupf-Ensemble Lohr mit Sängerin Daniela Bauer

Zupf-Ensemble Lohr & Australis Ensemble
Das Zupf-Ensemble Lohr und das »Australis Ensemble«

Mitwirkende:
ZEL: Petra Breitenbach (Leitung); 1. Mandoline: Babette Bechold, Karin Heilgenthal, Christina Hübner, Karla Jenuwein, Mariam Tarkian; 2. Mandoline: Elena Anetzberger, Katrin Rauch, Bettina Schneider, Sophia Schneider, Sigrid Wetzel; Mandola: Elke Breitenbach; Gitarre: Andrea Amend, Pauline Bechold, Alexander Esgen, Sonja Dietrich, Ashwini Holbach, Simone Riedmann, Sébastien Schmitt; Kontrabassgitarre: Lisa Eingärtner. Solisten: Daniela Bauer (Sopran); Philipp Braun (Saxophon); Maximilian Beck, Sonja Dietrich (Percussion).
Australis Ensemble: Stephen Lalor (Leitung); 21 Profi- und Laienmusiker im Alter von 27 bis 70 Jahren verschiedener Zupforchester aus Australien und zwei Gäste aus Kanada. WAMO (West Australian Mandolin Orchestra), SMO (Sydney Mandolin Orchestra), MIB (Mandolins in Brisbane), MMO (Melbourne Mandolin Orchestra), COZMO (Capital of Australia Mandolinata), CMO (Canberra Mandolin Orchestra) und Plektra; aus Kanada: The Melodious Mandolins Vancouver, BC. Solisten: Joel Woods (Gitarre); Alex Burger (Didgeridoo).

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Musikwochenende im Schullandheim Schaippach

[18.02.2014]  »Ohren auf! Manege frei – im Zirkus tönt so allerlei« – Geschichten und Musik aus dem Zirkus. Unter diesem Motto lud der BDZ-Bayern am vergangenen Wochenende 38 Gitarren-, Mandolinen-, Violin- und Violoncelloschüler aus Lohr, Veitshöchheim und Würzburg ins Schullandheim nach Schaippach (Gemünden). Die Kombination mit den Streichinstrumenten fand erstmals statt und war eine tolle Erfahrung für beide Instrumentengruppen – vor allem das große Orchester mit 12 Streichern und 24 Zupfern bot ein rauschendes Klangerlebnis!

Die sieben- bis elfjährigen Musikschüler erhielten Einzelunterricht auf ihrem Instrument, machten aber auch die ersten Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble. Viel Spaß hatten sie auch am Liedbegleiten, mit artistischem Gitarrenspiel und sensationellen Rhythmicals. Zwischendurch wurden Zaubertricks geübt, jongliert sowie Plakate und Masken gebastelt, die beim Abschlusskonzert für Farbtupfer sorgten.

Am Sonntag im gut einstündigen Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten Petra Breitenbach, Andreas Franzky, Petra Fröhlen, John Walkowiak und Tobias Zerlang-Rösch in eineinhalb Tagen erarbeitet hatten. Der Verbindung von John Walkowiak (Sing- und Musikschule Lohr) zur Dorfgemeinschaft Hohenroth ist es zu verdanken, dass das interne Abschlussvorspiel wieder im Festsaal der Dorfgemeinschaft stattfinden konnte. Alle Teilnehmer waren begeistert von der großen Bühne und der Atmosphäre des Saales und bemühten sich besonders um eine gute Vorstellung: das Publikum nahm es begeistert auf und applaudierte eifrig!

Schaippach 2014
Die diesjährigen Teilnehmer bei der Probe des Kursorchesters mit Tobias Zerlang-Rösch

Schaippach 2014
Die »fantastische, artistische Gitarrengruppe« von Petra Fröhlen beim Konzert

Die Kinder sind schon neugierig auf das Motto im nächsten Jahr, wenn sie wieder am 14./15.03.2015 zu »Musik, Spiel und Spaß für Kinder« nach Schaippach kommen werden.

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Weihnachtsbrief des Präsidenten

Liebe Zupfmusikerinnen und Zupfmusiker in Bayern,

zum Jahresabschluss möchte ich Sie über einige Ereignisse des abgelaufenen Jahres informieren und auf noch Kommendes hinweisen. Vor allem aber danke ich Ihnen zuvor ganz herzlich für Ihr Engagement innerhalb der Zupfmusik in Bayern. Mit Ihrem Willen zur Weiterbildung an Ihrem Instrument und in der Theorie sowie Ihrem Einsatz in der Vorbereitung und Durchführung musikalischer Darbietungen gelingt die positive Weiterentwicklung der Zupfmusik in Bayern und darüber hinaus.

Leider wurden unserem Landesverband die für die Durchführung der entsprechenden Seminare und Schulungen notwendigen Förderungsmittel in diesem Jahr um ca. 5.000 Euro gekürzt. Da die Förderung vor allem abhängig ist von der Zahl und dem Alter unserer Mitglieder ist es im Interesse aller äußerst wichtig, neue und vor allem jugendliche MandolinistInnen und GitarristInnen zum Beitritt in den BDZ zu werben. Und dass dies auch in deren Interesse ist, zeigen die Vorteile einer solchen Mitgliedschaft, die kostenfreie Fachzeitschrift »Auftakt!«, Unfall- und Haftpflicht-Versicherungsschutz sowie Gebührenermäßigungen bei der Teilnahme an Fortbildungsangeboten des BDZ und vieles andere mehr. Bitte engagieren Sie sich deshalb intensiv, um neue Mitglieder zu werben.

Um unsere intensive Seminararbeit und das reichhaltige Kursangebot weiterhin realisieren zu können und in den Genuss von Zuschüssen zu kommen, ist neben der massiven Mitgliederwerbung auch in diesem Jahr wieder Ihr »Rechenschaftsbericht« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) von großer Bedeutung. Auch möchte ich wieder darum bitten, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o.ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des bayerischen Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Vielen Dank! Über Beiträge von herausragenden Ereignissen, die auch für eine gesamtdeutsche Leserschaft interessant sind, freuen sich die Redaktionen von »Auftakt!« und »Concertino« immer.

Im März fanden in Ulm und Neu-Ulm die »Tage der Chor- und Orchestermusik« statt. Höhepunkt war dabei die bundesweite Verleihung der Zelter- und Pro-Musica-Plaketten des Bundespräsidenten. Bei der musikalischen Ausgestaltung dieser dreitägigen Veranstaltung wurden die bayerischen Zupfmusiker durch das Ensemble Roggenstein unter der Leitung von Oliver Kälberer mehrfach eindrucksvoll und würdig vertreten.

In Bad Kissingen wurde an vier Tagen im September zum ersten aber sicherlich nicht zum letzten Mal das Deutsche Orchestertreffen 60+ durchgeführt. Weit über 1.000 Musikerinnen und Musiker machten diese Veranstaltung zu einem riesigen Erfolg. Daran beteiligt waren auch fünf BDZ-Ensembles, allerdings diesmal noch kein bayerisches Seniorenorchester, aber der Weg dazu ist mit dem neugegründeten, überregionalen »uHu«-Orchester (»uHu« steht für »unter Hundert«, weil sich die Mitvierziger vom ursprünglichen Titel »50+« ausgeschlossen fühlten …) bereits gebahnt.

Der Höhepunkt des bayerischen Zupfmusikerjahres war natürlich unser Landesmusikfest im Oktober in der Musikakademie Schloss Alteglofsheim mit einer Vielzahl von Konzerten, Ausstellungen und Workshops. Dafür bedanken möchte ich mich bei den vielen beteiligten Ensembles, den Referenten und Ausstellern sowie bei den Organisatoren Petra Breitenbach, Bianca Brand und Peter Kroiß. Besonderes Gewicht erhielt dieses Fest durch das Konzert und den Festakt zum 30sten Geburtstag unseres Landesjugendzupforchesters.

Im Rahmen dieses Jubiläums durfte ich zusammen mit Dr. Thomas Goppel, dem Schirmherrn des Musikfestes, dem langjährigen Präsidenten und Vizepräsidenten unseres Landesverbandes, Michael Nitzl, dem scheidenden Dozenten des Jugendorchesters, Dr. Silvan Wagner und dem ebenfalls scheidenden Dirigenten des BLJZO, Oliver Strömsdörfer, die Ehrenmedaille in Bronze des BDZ überreichen. An dieser Stelle gratuliere ich den drei Herren nochmals ganz herzlich zu dieser hohen Ehrung.

Im nächsten Jahr findet am 9. März in Frankfurt/Main die Mitglieder-/Delegiertenversammlung auf Bundesebene statt. Jedes Mitglied ist eingeladen, daran teilzunehmen, um die Geschicke des BDZ mit zu lenken.

Das Eurofestival Zupfmusik findet wie bereits 2010 in Bruchsal statt und zwar vom 29. Mai bis 1. Juni 2014. Verbunden mit dem Festival ist ein großes Geburtstagskonzert aus Anlass des 50sten Geburtstags des BDZ am Freitag, dem 30. Mai 2014.

Weitere interessante Veranstaltungen im kommenden Jahr entnehmen Sie bitte unserer Homepage.

Nun noch eine Bitte: Wenn die Mitgliedsorchester spätestens bis Ende Januar die Mitgliedermeldung an die Bundesgeschäftsstelle senden, schicken Sie doch bitte gleich auch eine Kopie an unsere Geschäftsstelle in Lohr/Main (s.u.).

Ich wünsche Ihnen allen auch im Namen des gesamten Vorstands neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihren Angehörigen, noch einen schönen Advent, friedliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und hoffentlich mitgliederreicheres neues Jahr 2014.

Joachim Kaiser
Landesverbandspräsident
Hammelburg, im Dezember 2013

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uHu Wochenende

[18.12.2013 • Petra Breitenbach]  Der Versuch ist mehr als geglückt: Zum zweiten Wochenendlehrgang »Spaß an Zupfmusik mit uHu« kamen 20 TeilnehmerInnen im Alter von Mitte vierzig bis Ende siebzig und »saugten« die Dozenten Michael Diedrich, Petra Breitenbach und Hannes Wagner quasi aus. Sowohl im Zupforchester (mit Hannes Wagner), als auch in den kleinen Ensembles und Liedbegleitungsgruppen wurde Musik am laufenden Band ausprobiert und geübt. Kleines Beispiel: Fis-Dur und h-Moll Akkordgriffe – vor dem Wochenende nur theoretisch bekannt – sind jetzt auf jeder anwesenden Gitarre, Mandoline oder Mandola (!) warmgespielt und abrufbar …

Die diesjährigen Dozenten

Die diesjährigen Dozenten
Sowohl Teilnehmer als auch Dozenten werden individuell betreut :-)

Abschlusskonzert
Im Keller vertieften alle (!) Teilnehmer das Gelernte und waren guter Dinge
(Teilnehmer aus Lohr, Nürnberg, Mosbach und Schweinfurt)

Es gab so viele Ergebnisse, dass der Ablauf am Sonntag verändert werden musste, um ein kleines internes Vorspiel in den Zeitplan einzufügen, das sowohl Akteure als auch Zuhörer tief beeindruckte. Das ZO, das seinen ersten Auftritt im Oktober beim Landesmusikfest in Alteglofsheim bravurös ablegte, ist als Gruppe gut zusammengewachsen und integrierte neu hinzugekommene Kursteilnehmer so schnell, dass diese jetzt überlegen, womit sich die drei Samstagsproben (in 2014) im unterfränkischen Raum kombinieren lassen, um die dreistündige Anreise zu rechtfertigen …

Infos zum »uHu«-ZO bei petrabreitenbach@t-online.de

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Landesmusikfest »30 Jahre BLJZO«

[10.12.2013 • Thomas Hammer]  Jubiläen sind ein guter Anlass, aus einem Landesmusikfest mehr zu machen als die Aneinanderreihung von Konzerten, die einen musikalischen Austausch zwischen den Orchestern eines BDZ-Landesverbandes und vielleicht auch noch die Möglichkeit zur »Begegnung« vermitteln sollen. So war das mit dem 25-jährigen Jubiläum des bayerischen Landeszupforchesters (BLZO) verbundene Landesmusikfest im November 2006 an der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg vielen Teilnehmern als »rauschendes Fest« in bester Erinnerung geblieben. Mit dem 30-jährigen Jubiläum des Bayerischen Landesjugendzupforchesters (BLJZO) gab es nach sieben Jahren Pause 2013 wieder so einen hervorragenden Anlass, in Bayern ein Landesmusikfest zu feiern.

Die vom Platzangebot her eher kleine bayerische Musikakademie Alteglofsheim stellte das Organisationsteam vor eine Reihe von Herausforderungen wie z.B. der, von den rund 170 teilnehmenden Musikern nach unterschiedlichsten Kriterien (spielt mit im BLJZO oder BLZO, Alter oder Mobilität) diejenigen auszusuchen, die in der Musikakademie übernachten konnten. Besonders gefordert war hier Petra Breitenbach – zum geflügelten Satz wurde »Es gibt ein Leben nach dem Landesmusikfest«. Alle die Herausforderungen wurden vom Organisationsteam (Bianca Brand, Petra Breitenbach, Peter Kroiß), einer Reihe unermüdlich arbeitender Helfer und dem Personal sowie der Leitung des Hauses bravourös bewältigt.

Am Freitag, den 18. Oktober trafen bereits viele der Teilnehmer bei strahlendem Sonnenschein an der Musikakademie ein und nahmen im Festival-Büro die bestens vorbereiteten Unterlagen in Empfang – Festivalkarte, ein hervorragend gestaltetes Programm mit kompakten Portraits der teilnehmenden zehn Ensemble und vier Duos sowie einer ausführlichen, bildreichen Würdigung des BLJZO und seiner Dirigenten und sonstige Informationen. Für Ortsunkundige war der Raumplan der Musikakademie, die im ehemaligen Schloss der Reichsgrafen von Königsfeld, Nebengebäuden, sowie stilistisch hervorragend angepassten neuen Anbauten untergebracht ist, sicherlich eine der wichtigsten Informationen.

Eröffnet wurde das Landesmusikfest mit einem Wandelkonzert, bei dem die Besucher nicht nur hervorragende Musik sondern auch die prächtige barocke Architektur und Ausstattung des Schlösschens genießen konnten: Da das Duo Iris Hammer, Mandoline und Heiko Holzknecht, Gitarre, wegen Krankheit leider ausfiel, kam dem jugendlichen Mandolinenduo Julia Schöneseiffen & Giannina Linseisen die anspruchsvolle Aufgabe zu, nach der Begrüßung durch den Präsidenten Joachim Kaiser das Festival auf dem oberen Absatz der barocken Prachttreppe des Schlosses musikalisch zu eröffnen. Diese Herausforderung haben sie vor den laufenden Kameras eines in Regensburg beheimateten Fernsehsenders bestens gemeistert, und so ging es fachkundig geführt (Adrian Ebert, Verwaltungsleiter der Musikakademie) durch die wunderschön restaurierten Räume des Schlosses in das »Rote Zimmer«, in dem das Gitarrenduo Tom Hofmann & Florian Brettschneider, erste Preisträger u.a. beim Bundeswettbewerb »Jugend musiziert«, die Zuhörer mit »Jongo« von Paulo Bellinati und »La fille aux cheveux de lin« von Claude Debussy in den Bann zog. Das Gitarrenensemble Bayreuth unter Leitung von Daniel Ambarjan setzte den musikalischen Reigen dann im Kaisersaal mit der abwechslungsreich interpretierten Sonate C-Dur von Georg Philipp Telemann und einer packend gespielten »Rumba Catalán« von Hansjoachim Kaps fort. Den Schlusspunkt setzte das Duo Samantha Geis, Mandoline und Florian Brettschneider, Gitarre vor dem großen Konzertsaal mit einem sehr gefühlvoll und spannungsreich interpretierten Tango von Jaime M. Zenamon und dem mit ebensoviel Witz wie Zusatzinstrumenten gespielten »Tico Tico« von Zequinha de Abreu.

Direkt daran anschließend begeisterte dann das Bayerische Landeszupforchester unter der Leitung von Oliver Kälberer im Eröffnungskonzert das Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm aus Barock, Frühklassik, und aktuellen Zupforchesterkompositionen. In J. S. Bachs Konzert e-Moll, BWV 1062 (Bearbeitung für 2 Mandolinen, 2 Gitarren und Zupforchester von Oliver Kälberer) erzeugten die Solisten (Antje Strömsdörfer und Sabine Spath, Mandoline, Jürgen Thiergärtner und Daniel Ambarjan, Gitarre) in dem durch zwei schwungvolle Sätze eingerahmten Andante durch ihr gefühlvoll abgestimmtes, filigranes Wechselspiel eine traumhafte Stimmung. Zwei brandneue (Uraufführung durch das BLZO 2013), vom Latin Jazz und der Tanzmusik der wilden 20er Jahre inspirierte Kompositionen des Gitarristen Jürgen Thiergärtner (Latin Dance, Crazy Dance) versetzten das Publikum wirkungsvoll in eine komplett andere Stimmung. Nicht ganz unschuldig daran waren die beiden Percussionisten Alexander Gregarek und Philipp Senft, die sofort für den passenden Groove sorgten. Das folgende galante, frühklassische Werk der Mannheimer Schule (Quartetto Concertante G-Dur op. 14/2 von Carl Stamitz, Bearbeitung für Zupforchester und Soloquartett Oliver Kälberer) bildete dazu dank seiner dynamisch ausgefeilten Interpretation einen erfrischenden Kontrast. Das offizielle Programm schloss mit der effektvollen Tanzsuite Nr. 2 op. 21 von Takashi Kubota. Musikalisch war das keineswegs das Ende des Abends. Nach einer Zugabe des BLZO gaben Marijke und Michiel Wiesenekker bei einer spontanen Jam Session im Speisesaal des Schlosses ihren musikalischen Einstand. Mit dabei – als Überraschungsgast – Brian Oberlin aus Portland, Oregon.

Auch am Samstag gab es wieder einige besondere Veranstaltungen, die dieses Landesmusikfest vom traditionellen Durchschnitt abhoben:

Am Vormittag unterhielten Eva und Dr. Silvan Wagner das Publikum mit einem ebenso kurzweilig wie kompetent vorgetragenen Gesprächskonzert zur höfischen Musik des Mittelalters. Dr. Wagner, der am Lehrstuhl für Ältere Deutsche Philologie an der Universität Bayreuth habilitiert (Thema ist hier die höfische Literatur des Hochmittelalters), vermittelte sehr anschaulich, wie die heute noch durch Quellen überlieferte höfische Musik zustande kam, welchen Stellenwert Musik und Dichtung damals hatten, wie sie notiert wurde (eine Reihe von Faksimile-Drucken lag zur Ansicht aus) und wie sie vorgetragen wurde. Dank der zahlreichen, mühelos auf verschiedenen Zupfinstrumenten begleiteten Gesangeinlagen, die teils solistisch, teils im Duett gegeben wurden, kam der Eindruck einer Lehrveranstaltung hoffentlich bei keinem der Besucher auf – und wenn doch, so ist es sicherlich kein Schaden zu wissen, dass es sich bei der Minne nicht um romantische Liebeslieder unter dem Balkon der Angebeteten sondern um das »Jammern erfolgloser Männer« handelt. Erfolglos wobei? Bei dem damals anscheinend in der »high society« mit sportlichem Ehrgeiz betriebenen Ehebruch, womit wir ja fast schon in Dallas angekommen wären, nur mit dem Unterschied, dass Ehebruch heutzutage kein Anlass für öffentlich vorgetragene Dichtung und Musik ist.

Nach trotz der großen Teilnehmerzahl entspannt verlaufenen Mittagspause – großes Kompliment an die Organisatoren und das Haus, die das bei einer bekanntermaßen knappen Anzahl von Plätzen ermöglicht haben – hatte das Publikum die Qual der Wahl zwischen Maren Trekels1 Vortrag »Siegfried Behrend – Leben und Wirken« und dem Rock/Pop-Workshop, anders als im Programm angekündigt nicht nur mit Marijke und Michiel Wiesenekker aus den Niederlanden sondern auch mit Brian Oberlin. Ich hatte mich für den Besuch des Workshops entschieden und – wie viele andere auch – viel Spaß daran. Für einen musikalischen Laien wie mich ist es schon erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit man sich bei ein klein wenig systematischem Vorgehen der Begleitung von Rock- und Pop-Musik sowie dem Bluegrass in 90 Minuten nähern kann.

Das folgende Orchesterkonzert bot eine schöne Mischung verschiedener Ensembles und Stilrichtungen der Zupfmusik:

Das gerade einmal im Januar 2013 aus der Taufe gehobene Ensemble Ecclesia Petri Geretsried (15 Damen in Alter zwischen 21 und 80) präsentierte sich hier erstmalig einer breiten Öffentlichkeit. Unter der Leitung von Dorothee von Heydebrand konnten wir fein ausgearbeitete, musikalisch gefühlvolle Interpretationen von vier Tänzen des Renaissance-Komponisten Tilman Susato und »Irish Dreams« von Bruno Szordikowski hören. Mit einem jungen Werk des australischen Komponisten Richard Charlton, das unter dem Titel »The Adventures of the Duyfken« die Entdeckung Australiens in Musik setzt, beeindruckte das Zupf-Ensemble Lohr geleitet von Petra Breitenbach. Auch das Zupforchester Bayreuth unter der Leitung von Daniel Ambarjan hatte mit Katsumi Nagaokas »Yume« eine jüngere Originalkomposition für Zupforchester im Programm, die einen musikalisch aufschlussreichen Einblick in das vielschichtige Phänomen »Traum« vermittelte. Oliver Kälberer, Komponist und Leiter des Ensemble Roggenstein, bearbeitet immer wieder bekannte Werke der »klassischen« Musik für Zupforchester. Mit dem spannungsreichen Vortrag des kürzlich bearbeiteten langsamen Satzes (Andante un poco mosso) aus Franz Schuberts Klaviertrio Nr. 1 op. 99 zog das seit Jahren auf diversen Wettbewerben erfolgreiche Ensemble (mit Oliver Kälberer am Kontrabass) das Publikum in Alteglofsheim in seinen Bann. »Zong« war dann der von den Programmgestaltern treffend gewählte Schlusspunkt dieses Konzertes: Die geradezu atemberaubende Interpretation dieser rhythmisch außerordentlich vielschichtigen Komposition von Oliver Kälberer durch die »Roggensteiner« wurde vom Publikum mit heftigstem Applaus bedacht.

Samstag Abend war dem Festkonzert des Bayerischen Landesjugendzupforchesters und den Ehrungen gewidmet, zu denen zu kommen sich der Schirmherr der Veranstaltung und Präsident des Bayerischen Musikrates Dr. Thomas Goppel, MdL, trotz gerade laufender Koalitionsverhandlungen im fernen Berlin nicht nehmen ließ. Ein ausführlicher Bericht über das Jubiläum des BLJZO wird an anderer Stelle gebracht.

In der Abschlussmatinee am Sonntag Vormittag präsentierten sich mit dem Ensemble »musica a corda« aus Hemhofen, dem Zupforchester Gerolzhofen und dem Münchener Mandolinenzirkel zwei »volljährige« und ein wirklich traditionsreiches Orchester, das auf eine über 80-jährige Geschichte zurückblicken kann. Eröffnet wurde die Matinee allerdings von dem »uHu«-Zupforchester, das 2012 auf einem Wochenendlehrgang mit dem Titel »Spaß an Zupfmusik mit 50+« entstand2. Aufgrund einer Erkrankung des ursprünglich im Programm vorgesehenen Leiters Johannes Tappert hatte der neue Leiter des BLJZO Julian Habryka die Gelegenheit, sich hier erst einmal der älteren Generation und dann dem Publikum zu präsentieren. Probenarbeit und Auftritt unter diesem jungen Dirigenten haben den Spielern (hoffentlich allen, mir auf jeden Fall) viel Spaß gemacht und die Gelegenheit, »O sole mio« zu dirigieren, wird er beim BLJZO so schnell sicherlich nicht bekommen! Gut gefallen hat mir die eher leise, dynamisch fein ausdifferenzierte Interpretation der Originalkomposition »Herbst« von Arne Beck-Larsen. Das Ensemble musica a corda hatte mit der Sonate C-Dur für Leuto, Violino e basso in der Bearbeitung für Barockmandoline und Zupforchester und der »Pariser Komödie« von Herbert Baumann zwei Werke im Programm, die aufgrund der Soloinstrumente nicht so häufig zu hören sind. Ein wunderbar romantisches Werk der japanischen Zupforchesterliteratur trug der Münchner Mandolinenzirkel unter der Leitung von Egbert Nöbel vor: Haseo Sugiyamas »A Farewell to the Outgoing Boat« verdankt seinen Platz im Repertoire dieses Orchesters der spontanen Gastfreundschaft gegenüber einem japanischen Mandolinenorchester. Bei seiner Komposition »Kalimba« ließ sich der Schweizer Gitarrist und Komponist Jürg Kindle durch afrikanische und afro-kubanische Klänge und Rhythmen inspirieren, die das Zupforchester Gerolzhofen unter der Leitung von Johannes Wagner effektvoll auf die Bühne brachte. Filmmusik ist nicht nur bei klassischen Sinfonie-Orchestern voll im Trend, sie ist seit Jahren auch in der Zupfmusikszene angekommen: Mit der Zither-Ballade von Anton Karas (»Der Dritte Mann«) entführten die Gerolzhofener das Publikum in das Wien der Nachkriegszeit, bevor sie es mit den »Pirates of the Carribean« (Hans Zimmer, Klaus Badelt) musikalisch verabschiedeten.

Zusammenfassung: Eine gelungene Veranstaltung mit einem tollen Konzept, einer abwechslungsreichen, zeitgemäßen Programmgestaltung, musikalisch hochwertigen Darbietungen und Platz für Begegnung. Ein Lob auch den Ausstellern, die immer wieder Gelegenheit boten, neue Instrumente auszuprobieren oder in Noten zu stöbern.

1 Siehe auch Maren Trekel: »Siegfried Behrend: ein Leben für die Gitarre, die Zupforchester und deren Musik«, Joachim Trekel Musikverlag, Hamburg, 2000, 82 Seiten

2 Der Name »uHu« (unter Hundert) kam übrigens auf ausdrücklichen Wunsch der Teilnehmer Zustande – Mitvierziger wollten sichergehen, dass ihr Alter kein Ausschlussgrund wäre. Ich hoffe nur, dass die zunehmende Anzahl der über 100-jährigen Mitglieder unserer Gesellschaft nicht irgendwann Probleme macht …

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Ehrungen im Rahmen des Landesmusikfest Bayern

[10.12.2013 • Petra Breitenbach]  Mit seinen interessanten Informationsangeboten, zahlreichen Konzerten sowie vielen teilnehmenden Zupforchestern und Besuchern bot das Landesmusikfest einen würdigen Rahmen für den 30sten Geburtstag des Bayerischen Landesjugendzupforchesters. Der Präsident Joachim Kaiser nutzte das Festkonzert zum einen, diesem Orchester, seinen Mitgliedern, den Dozenten und den Dirigenten zu gratulieren: ausdrücklich mit dem Wunsch, dass noch viele erfolgreiche Dekaden im musikalischen Leben dieses junggebliebenen Ensembles seine Kompetenz unterstreichen.

Zum anderen bot sich ihm hier die ideale Gelegenheit, drei Personen des LV Bayern mit der Verdienstmedaille in Bronze auszuzeichnen, die ihre Verdienste sowohl im verbandsorganisatorischen, kulturpolitischen oder musikerzieherischen Bereich als auch im jugendpflegerischen oder künstlerischen Bereich erworben hatten. Die Überreichung der Verdienstmedaillen übernahm Kaiser gemeinsam mit dem Schirmherrn des Landesmusikfestes, dem Präsidenten des Bayerischen Musikrates, Dr. Thomas Goppel, MdL.

Michael Nitzl war sechs Jahre Präsident des Landesverbands Bayern von 1998 bis 2004, anschließend bis 2012 dessen Vizepräsident (von 2006 bis 2008 kommissarischer Vorsitzender). Seine Aufgaben sah Michael Nitzl nach eigenen Worten vor allem darin, »den Landesverband zusammenzuhalten, zu delegieren, die Richtung zu bestimmen, sich um die Fördermittel zu kümmern und den Kontakt mit der Bundesleitung zu suchen und zu pflegen.« Außerdem war es ihm wichtig, den Verband nach außen hin zu repräsentieren und sich zusammen mit der Landesmusikleitung mit den musikalischen Themen zu befassen. Als großes Ziel verstand er auch die Zusammenarbeit und das Miteinander mit anderen Landesverbänden und die Förderung der Jugendarbeit. Seine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen waren eine willkommene und große Unterstützung im organisatorischen Bereich (struktureller Umbau) des Landesverband Bayern.

Dr. Silvan Wagner (Kronach) ist seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ältere Deutsche Philologie der Universität Bayreuth, seit Oktober habilitiert und auf dem Wege der Ernennung zum Professor. Silvan Wagner ist parallel zur wissenschaftlichen Arbeit u.a. Komponist, Autor, Gründer und Herausgeber des Periodikums Phoibos – Zeitschrift für Zupfmusik sowie Webmaster der zugehörigen Gesamtbibliographie Zupfmusik im Internet. Phoibos ist die erste wissenschaftlich fundierte Zeitschrift für Zupfmusik, sie wird von Experten des jeweiligen Fachgebietes lektoriert und erfüllt damit gängige Standards. Durch die Öffnung für Harfe und Zither wird der Rahmen für Verbindungen und Netzwerke erweitert. Gerade im wenig professionalisierten Bereich ist es wichtig, dass ein kritisch-wissenschaftlicher Diskurs mit echten Fachartikeln stattfindet. Der Hauptschwerpunkt der Arbeit von Dr. Wagner liegt somit in der Vernetzung von wissenschaftlichen und musikalischen Interessen. Unter seinen Kompositionen sind viele Werke für Zupfmusik und die Bearbeitungen mittelalterlicher Stücke weisen einen musikalischen Pfad zur Wissenschaft vom europäischen Mittelalter. Daneben ist Silvan Wagner seit 1999 Dozent für Mandoline und Mandola im Bayerischen Landesjugendzupforchester. Er setzt in den Stimmproben der Mandolinen und Mandolen des Jugendorchesters Methoden ein, die in der Zupfmusik noch als unkonventionell gelten, bei Streichorchestern aber schon lange zum Standardrepertoire gehören. Silvan Wagner hat vielfach mit Eigenkompositionen die musikalische Palette des Orchesters bereichert und seine äußerst engagierte Dozententätigkeit wirkt sich deutlich und erfreulich auf die künstlerische Ausrichtung und Entwicklung des Orchesters aus.

Oliver Strömsdörfer ist in Bayreuth geboren und war mehrfach 1. Bundespreisträger des Wettbewerbs »Jugend musiziert«. Sein solistisches Wirken mit Mandoline, Banjo, Konzert- oder E-Gitarre brachte ihm eine Vielzahl von Preisen und Ehrungen sowie Konzerttätigkeiten u.a. in Asien und Amerika und Engagements in sehr vielen nationalen und internationalen Orchestern ein. Mit 15 Jahren trat er ins Bayerische Landesjugendzupforchester ein, war bis 1998 Dozent für Gitarre und Mandoline unter der Leitung von Elke Tober-Vogt. Nach der Beendigung deren Dirigententätigkeit übernahm er bis Oktober 2013 die Leitung und Organisation des Orchesters. In diesen 15 Jahren hat er in weit über 50 Arbeitsphasen einen Klangkörper geformt, der herausragende Leistungen erbracht und sich immer wieder gesteigert hat. Die Ergebnisse und das Niveau seiner Arbeit drücken sich auch in der Zahl der Preisträger beim Wettbewerb »Jugend musiziert« aus. Einige der Gründe für seine erfolgreiche Arbeit liegen in der hohen Motivationsleistung, die er hierbei erbracht hat, aber auch in seinen neuen Wegen der Probenarbeit und der modernen Aufbereitung der zu spielenden Werke. Damit leistet das Orchester einen Beitrag zur Steigerung der Bekanntheit und Popularität der klassischen Zupfmusik in ganz Bayern und auch darüber hinaus (s. auch Bericht in Auftakt 3-2013). Besondere Projekte für diese Ziele und Aufgaben waren in den letzten Jahren u.a. die Teilnahme am Eurofestival und am Wettbewerb für Auswahlorchester, diverse Aufnahmen mit dem BR sowie die gemeinsame Probenphase mit dem Jugendzupforchester des Landes Hessen und die Aufnahmen zur CD, die beim Landesmusikfest präsentiert wurde. Zum Jahresbeginn 2014 wird er den Taktstock an Julian Habryka weiterreichen und diesem dabei ein sehr gut geführtes und leistungsstarkes Ensemble übergeben.

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Phoibos 2013/2

[10.10.2013 • Silvan Wagner]  Die neue Ausgabe von Phoibos – Zeitschrift für Zupfmusik ist gedruckt und wird in den nächsten Tagen ausgeliefert. Das Thema der aktuellen Ausgabe ist »Zupforchester«. Zum Inhalt im Einzelnen:

  • Silvan Wagner: Schildpatt-Tremolo und Roland-Abschlag: Die beiden klangästhetischen Paradigmenwechsel im Zupforchester des 20. Jahrhunderts
  • Stefanie Rauch: Kanonbildung, Musikgeschichtsschreibung und Klangästhetik fernab des mainstream – oder: von der ,Befreiung‘ der Mandoline …
  • Stefan Prophet: Professionalisierungsbestrebungen im Zupforchesterwesen. Motive und Maßnahmen
  • Detlef Tewes: Programmgestaltung von Zupforchestern
  • Keith David Harris: Das heutige Zupforchester in Deutschland – eine kritische Bestandsaufnahme
  • Mailwechsel 22 Jahre Zupforchester (Wagner/Johnen)
  • Michael Reichenbach: Zupforchester im Internet
  • Mirjam Schröder: Die Harfe in der Kammer- und Orchestermusik von Wolfgang Rihm
  • Christoph Dalitz/Tim Crawford: From Facsimile to Content Based Retrieval: the ‘Electronic Corpus of Lute Music’
  • Miszellen und Besprechungen

Selbstverständlich können auch andere Ausgaben der Zeitschrift nachbestellt werden, solange der Vorrat reicht. Bitte benutzen Sie dafür das Bestellformular auf www.phoibos-zfz.de.

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Die Rosen in meinem Garten

Festkonzert zum 80. Geburtstag von Fritz Pisl

[24.09.2013 • Margarete Hosp]  Wie kann man einen erfolgreichen und verdienten Musiker, Komponisten, Pädagogen und unglaublich netten Menschen würdiger ehren als mit einem Konzert?

Am 20. Juli 2013 hat sich das Zupforchester Krefeld 1988 e.V. (Ltg. Margarete Hosp) dieser würdevollen Aufgabe angenommen. Die St. Franziskuskirche in Krefeld bot in ihrer schlichten aber ausdrucksstarken Raumwirkung den geeigneten Veranstaltungsort.

Foto: Matthias Hölderle

Mit Prof. Marga Wilden-Hüsgen, Margarete Hosp (Mandoline), Marlo Strauß (Gitarre), Rafaele Francchini (Cello), dem Zupfkreis Monheim (Ltg. Marlo Strauß), dem Trossinger-Mandolinen-Ensemble (Ltg. Marga Wilden-Hüsgen) und dem Kirchenchor St. Stephan und seine Freunde (Ltg. Ulrich Stuers) stand ein hervorragendes Aufgebot an Mitwirkenden bereit, um den Menschen und Musiker Fritz Pilsl mit einem eindrucksvollen Konzert zu würdigen.

Fritz Pilsl, eigens aus dem über 500 km entfernten Neu-Ulm angereist, erlebte einen abwechslungsreichen Konzertabend. Im Mittelpunkt stand natürlich eine Auswahl seines Schaffens für Mandoline, Gitarre und Zupforchester:

  • Toccata für Zupforchester
  • Sonatine für Mandoline und Gitarre (nach Gedichten von Dietmar von Aist)
  • Legende und Carneval der Harlekine
  • Die Rosen in meinem Garten (Uraufführung)
  • Tine spielt wunderschön Mandoline für Sprecher und Zupforchester (nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Irena Racek)
  • Kirchenmusik für Zupforchester (Uraufführung)
  • Hammelburger Spielmusik
  • Konzert für Cello und Zupforchester

Die ausgewählten Werke veranschaulichten, wie Fritz Pilsl mit seinen klangvollen Kompositionen die Entwicklung der Zupfmusik vorangetrieben hat und wie er mit seinen vorwiegend pädagogisch motivierten Kompositionen der Zupfmusik wichtige interessante Impulse vermittelte. Vor allem im Bereich der Mandoline war es Fritz Pilsl, der als erster Komponist die alten klassischen Spieltechniken der Mandolinenmeister des 17. und 18. Jahrhunderts mit zeitgenössischen Klängen verbunden hat.

Höhepunkt des Konzertes war das Konzert für Cello und Zupforchester. Der Cellist Rafaele Francchini, Solocellist der Niederrheinsymphoniker, der erst zwei Tage zuvor für die plötzlich schwer erkrankte Cellistin Julia Polziehn eingesprungen war, überzeugte durch seine absolute Virtuosität, seinen strahlenden Ton und sein gefühlvolles Spiel. Ein wunderschönes Werk, für das sich das Publikum bei den Musikern mit langanhaltendem Applaus bedankte.

Für seine Verdienste um die Zupfmusik und seinen unermüdlichen persönlichen Einsatz wurde Fritz Pilsl im Rahmen dieses Konzertes mit der BDZ-Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet.

Foto: Matthias Hölderle

In seiner Laudatio erläuterte Marlo Strauß als Musikleiter des BDZ-NRW die Verdienste des Musikers Fritz Pilsl. Seine Werke, so Strauß, die er für Mandoline, Gitarre und Zupforchester schrieb, sprechen eine moderne und sehr charakteristische Tonsprache, die bei Laienmusikern sehr gut ankommt. Seine unverwechselbare Tonsprache, der melodische Ideenreichtum und die phantasievolle Satzarbeit entwickelten sich über viele Jahre hinweg unabhängig von melodischen Trends. Klangliche Feinsinnigkeit und das Gefühl für die große musikalische Geste verbinden sich mit profundem handwerklichem Können. Marlo Strauß ehrte aber auch den Pädagogen Fritz Pilsl und hob dessen Eigenschaft, die Fähigkeiten anderer Menschen zu sehen, sie zu motivieren und zu inspirieren sowie schlummernde Talente zu erkennen und zu fördern hervor.

Der Kirchenchor St. Stephan und seine Freunde rundete das Festkonzert mit Werken von Beethoven, Fauré und Bach festlich ab.

Den Abschluss des Abends bildete das Lied »Der Mond ist aufgegangen«, zu dem Fritz Pilsl einen Zupforchestersatz beigesteuert hatte und das alle Mitwirkende und Konzertbesucher zu einer großen Chor- und Musikergemeinde vereinte.

Im Anschluss an das Konzert wurde auf dem Kirchenvorplatz bei herrlichem Sommerwetter bis in die Nacht hinein kräftig gefeiert. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

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Einladung

zur kombinierten Mitgliederversammlung und Landeshauptausschusssitzung
am Sonntag, dem 6. Oktober 2013 um 13 Uhr
in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Referat zur Fördermaßnahme »Kultur macht stark« durch Lorenz Overbeck, GF der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände
  3. Bundesangelegenheiten
  4. Feststellen von Anwesenheit und Stimmkraft
  5. Genehmigung der Protokolle
  6. Tätigkeitsberichte der Präsidenten
  7. Kassenbericht des Schatzmeisters
  8. Bericht der Musikleiterin
  9. Vorliegende Anträge
  10. Wahl von Beisitzern im LHA
  11. Vorschau auf 2014
  12. Rechnungsprüfungsbericht
  13. Entlastung des Präsidiums
  14. Sonstiges

Diese Einladung zur Mitgliederversammlung entspricht § 12 unserer Satzung und ist somit rechtsgültig. Anträge zur Mitgliederversammlung sind spätestens zwei Wochen vor der Versammlung schriftlich beim Präsidenten einzureichen. Bitte informieren Sie die Geschäftsstelle per Post oder E-Mail in jedem Fall, ob Sie an der Versammlung teilnehmen oder nicht! Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und wünsche schon jetzt eine gute Anreise.

Mit freundlichem Gruß von
Joachim Kaiser, Landesverbandspräsident
Hammelburg, den 28. August 2013

Einladung mit Rückmeldung als pdf-Datei

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Ehrenamtsnachweis Bayern für Petra Breitenbach

Die Überreichung fand beim Festakt im Bayerischen Sozialministerium auf Initiative des Bayerischen Musikrates statt

[26.07.2013]  Der Bund Deutscher Zupfmusiker (Landesverband Bayern) nahm die Anfrage des Musikrates gerne auf, die langjährigen herausragenden Verdienste von Petra Breitenbach um die bayerische Zupfmusik zu würdigen.

Ehrenamtsnachweis Petra Breitenbach
v. l. n. r.: Heiko Holzknecht (Vizepräsident des BDZ LV Bayern),
Petra Breitenbach, Staatssekretär Markus Sackmann

Sie ist seit 33 Jahren ständiges Mitglied im Landeszupforchester und Dozentin bei zahlreichen Kinder-und Jugendkursen. In Lohr a. Main leitet seit 1982 das Zupf-Ensemble Lohr (29 Jahre ausschließlich ehrenamtlich). Seit Jahren ist sie als Jurorin auf Regional- und Landesebene bei den Wettbewerben »Jugend musiziert« im Einsatz und betreute selbst erfolgreich zahlreiche Ensembles.

Daneben ist sie Leiterin (und Dozentin) verschiedener Lehrgänge mit D- und C-Prüfungen und arbeitet als Musikleiterin des Landesverbandes seit 2004 im Vorstand mit. Das neueste Projekt ist die Arbeit mit älteren Zupfmusikern bei »Spaß an Zupfmusik mit 50+« und einem überregionalen »Jungseniorenzupforchester« (die »uHus« – unter Hundert … Schmunzeln erlaubt!).

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Landesmusikfest in Alteglofsheim

[13.06.2013]  Der Landesverband Bayern veranstaltet vom 18. bis zum 20. Oktober 2013 in der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim ein Landesmusikfest.

Von Freitagabend bis Sonntagnachmittag wird in vier verschiedenen Konzerten, Ausstellungen und Workshops die ganze Akademie zum Klingen gebracht. Anlass für dieses Fest ist das dreißigjährige Jubiläum des Bayerischen Landesjugendzupforchesters, das mit einem Festkonzert am Samstag, dem 19. Oktober 2013 um 19:30 Uhr im Konzertsaal der Akademie seinen Höhepunkt erleben wird.

BLJZO

Für das Landesmusikfest kommen weit über hundert Musiker aus allen Teilen Bayerns zusammen, um zu musizieren, alte Kontakte zu pflegen oder neue Bekanntschaften zu schließen, ein Wochenende rund um die Zupfmusik zu erleben und dem Bayerischen Landesjugendzupforchester zum dreißigsten Geburtstag zu gratulieren. Das Fest steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas Goppel (Präsident des Bayerischen Musikrates).

Die bisherige Planung sieht folgendes Programm vor:

  • Freitag, 18.10.2013
    19 Uhr: Wandelkonzert verschiedener »Jugend musiziert«- Preisträger und Zupfensembles in den »schönen Zimmern« im Schloss, anschließend ein Konzert des Bayerischen Landeszupforchesters im Konzertsaal (ca. 20:15 Uhr)
  • Samstag, 19.10.2013
    Workshops: 9:30 Uhr »Musik im Mittelalter« / 13:30 Uhr »Rock/Pop« bzw. »Siegfried Behrend«)
    ganztägig: Instrumentenbauer - und Notenausstellung
    16 Uhr: Orchesterkonzert mit Zupforchestern aus Geretsried, Lohr a. Main, Bayreuth und Fürstenfeldbruck
    19:30 Uhr: Festkonzert »30 Jahre Bayerisches Landesjugendzupforchester«
  • Sonntag, 20.10.2013
    10:30 Uhr: Abschlussmatinee mit Orchestern aus: Gerolzhofen, Hemhofen, München und dem neuen überregionalen Zupforchester »die uHus« (unter Hundert …)

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Bayern beim Bundeswettbewerb

[08.06.2013 • Peter Kroiß]  Zum bereits fünfzigsten Mal jährte sich der Bundeswettbewerb Jugend musiziert in diesem Jahr. Bei den Wertungsspielen in Nürnberg, Fürth und Erlangen im Mai 2013 trafen sich rund 2500 junge Musiker aus ganz Deutschland, um ihre musikalische Arbeit einem Fachpublikum zu präsentieren, neue Impulse aus anderen Interpretationsansätzen zu erhalten und neue Kontakte zu knüpfen.

Erfreulicherweise wurde die Gitarre durch acht bayerische Duos und Ensembles repräsentiert, welche einen ersten Preis, drei zweite Preise, drei dritte Preise und einmal das Prädikat »mit sehr gutem Erfolg teilgenommen« erspielten. Der BDZ Bayern gratuliert den Teilnehmern sehr herzlich zu diesem Erfolg!

Die Teilnehmer im Einzelnen:

  • Nepomuk Bense/Daniel Schreivogel (Gitarrenduo)
  • Florian Brettschneider/Tom Hofmann (Gitarrenduo)
  • Charlotte Endres/Dylan Fonseca (Gitarrenduo)
  • Robert Kotschenreuther/Lina Prell (Gitarrenduo)
  • Paul Schynoll/Felix Spindler (Gitarrenduo)
  • Nepomuk Bense/Dilan Canbay/Daniel Schreivogel (Gitarrentrio)
  • Florian Brettschneider/Sarah Ciurus/Raphael Fritz/Samantha Geis (Gitarrenquartett)
  • Martin Nowack/Matthias Vogg/Sebastian Vogg (Gitarrentrio)

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Bayerns beste Mandolinen- und Gitarrenspieler

Das Bayerische Landesjugend-Zupforchester konzertierte im Naturfreundehaus

[27.05.2013 • Lorenz Schmidt, Main-Post]  Mit schönen Kontrasten zwischen frei schwebenden modalen Linien und archaischen Percussion-Elementen eröffnete das Bayerische LandesJugendZupfOrchester mit den »Cantigas de Santa Maria« sein Konzert im Naturfreundehaus. Mit diesen Arrangements offerierten die Musiker, die sich aus den besten Mandolinen- und Gitarrenspielern in Bayern rekrutieren, tolle Möglichkeiten von Klangfarbengestaltung, dynamischer Feinjustierung und präzisem Zusammenspiel.

Ottorino Respighi bearbeitete in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts alte Lautentänze für großes Orchester. Mit dem Klangspektrum von Mandolinen, Mandolen und Gitarren führten diese Versionen wieder ein wenig zurück in den Charakter der Originalsätze, wohl versehen mit einigen impressionistischen Tupfern in der Instrumentation.

Ein ganzes Leben lang hat sich der Norweger Edward Grieg mit lyrischen Miniaturen beschäftigt. Mit sparsamen, aber feinen Gesten animierte der Dirigent Oliver Strömsdörfer seine Musiker bei den drei Stücken dieses Genres, die kleinen wie auf einem Diamant- Collier platzierten Motive aufblitzen zu lassen und alle Bewegungsenergie der Steigerungen am Ende sanft nach oben in ein zartes pianissimo entschweben zu lassen.

In der Mitte des Konzerts waren die Gitarristen des Orchesters von ihrer normalen Begleitfunktion im Orchester entbunden. Ganz ohne Dirigent (Einstudierung Peter Kroiß) entführten 15 Gitarren in die verträumten Sphären der Komposition »Tepuyes« von Alfonso Montes. Die Abstimmung und die dynamischen Finessen waren beeindruckend. Die Reise nach Südamerika wurde mit Ernesto Nazareths »Flora« beschwingt brasilianisch abgerundet.

Bei der nett verpackten Spielmusik des Concertos Nr. 3 von Olof Näslund konnte sich der Gitarrist Florian Brettschneider als Solist auszeichnen. Mit warmer Tongebung und präzis artikulierten Arpeggien versilberte er die einfachen Wohlklänge, aufmerksam unterstützt vom Orchester.

Eine dunkel eingefärbte Melodie der Mandola skizzierte zunächst ganz schlicht die von mongolischen Einflüssen geprägte Komposition »Ayan Zamdaan« von Robert Zollitsch. Das steigerte sich dann zu großen, bewegenden Klängen. Im weiteren Verlauf konnte das Orchester überzeugend darstellen, warum dieses Werk am Schluss des Konzerts stand. Mit E-Gitarre, kleinem Schlagzeug und überraschenden Vokalisen aus den Reihen der Zupfinstrumente war dieses Stück ungeheuer farbig, komplex und eingängig zugleich.

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Von Renaissance bis zur Rockmusik

Pfingstkurs in Hammelburg

[27.05.2013 • in Anlehnung an einen Artikel von Gerd Schaar, Saale-Zeitung]  Alljährlich treffen sich Mandolinen- und Gitarrenspieler zum Pfingstkurs an der Musikakademie Hammelburg. Sie kommen gerne und sie kommen immer wieder. Bereits im 38. Jahr treffen sich die Mandolinen- und Gitarrenspieler zum Pfingstkurs. So auch heuer wieder mit Leiterin Petra Breitenbach. 

Der Anteil der jüngeren Spieler in dem 41-köpfigen Kurs ist mit mehr als zwei Drittel erfreulich hoch. Der Pfingstkurs zugleich das Forum für die freiwilligen Leistungsprüfungen D1 bis D3 (mit Musiktheorie, Musikgeschichte und praktischem Teil am Instrument), die auch heuer wieder von knapp 20 Teilnehmern abgelegt und bestanden wurde.

Der Kurs bietet Gelegenheit, dazu zu lernen, sich von verschiedenen Dozenten Tipps, Technik und Theorie für die musikalische Interpretation der vorbereiteten oder auch neuen Stücken zu bekommen. Einzelunterricht und Ensemblespiel stehen im Vordergrund und das musikalische Miteinander wird durch genügend Freizeit- oder Spielangebote abgerundet.

Manche Teilnehmer kommen sogar schon seit Jahren immer wieder, ihre Begeisterung ist ungebrochen. Die Zupfmusik aufzufrischen und das Zusammenspiel sowohl mit den jungen und sehr viel älteren Leuten zu genießen, mache ganz einfach Spaß, reicht doch die Altersspanne von 11 bis 75 Jahre! Viele Kursfreundschaften werden hier intensiv gepflegt.

Nicht nur Mandolinen- und Gitarrenunterricht wird geboten, bei allen Gruppen (power chords, Liedbegleitung und div. Ensembles) hört man auch Kontrabassklänge, die im Abschlusskonzert den Sound immens bereichern. Voller Elan spielt auch der 14-jährige Gitarrist Lukas aus Estenfeld mit. Bei »Smoke on the Water« von Deep Purple oder Stücken von Michael Jackson ist er Feuer und Flamme, wenn die E-Gitarre zum Einsatz kommt. »Freilich akzeptiere ich auch die klassischen Stücke älterer Musikstile«, erfreut sich Lukas der tollen Orchestergemeinschaft. Die Bandbreite der Musiktitel reicht von Pop und Filmmusik bis hin zu Werken aus der Renaissance. Er gehört bereits zum festen Teilnehmerstamm, hat er doch bereits alle D-Prüfungen abgelegt und nun Zeit, sich allen Spezialangeboten zu widmen.

Ganz und gar nicht als Stress empfinden die Teilnehmer des Pfingstkurses den Stundenplan, der sie ab 9 bis 21 Uhr jeden Tag in die Pflicht nimmt. Die speziellen Instrumentalkurse tagsüber werden nach dem Abendessen von der gemeinsamen Orchesterarbeit im Kursorchester gekrönt.

Die diesjährigen Dozenten des Kurses waren: Petra Breitenbach (Leitung, Liedbegleitung und Schnupperkurs Mandoline, Mandoline, Gitarre), Daniela Bauer (Ensemble, Gitarre), Bianca Brand (Theorie, Mandoline), Michael Diedrich (body percussion, Liedbegleitung, Gitarre), Oliver Kälberer (Theorie, ZO, Gitarre), Hannes Tappert (Vorträge, Ensemble, Gitarre) und Hannes Wagner (power chords, Kursorchester, Gitarre, E-Gitarre).

Die diesjährigen Dozenten
Die Dozenten Hannes Wagner, Michael Diedrich, Oliver Kälberer und Hannes Tappert spielen beim abendlichen
»Schwitzkasten« vom Blatt, was ein Teilnehmer (der vorher selbst mutig war und vorspielte) ausgewählt hat.

Abschlusskonzert
Das Zupforchester unter der Leitung von Oliver Kälberer im Abschlusskonzert

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Willi Wiedemann

Willi Wiedemann ist verstorben

[16.04.2013 • Petra Wiedemann]  Am 8. April 2013 ist der Ehrenvorstand des MGV Noris Süd Willi Wiedemann verstorben. Nach 25 Jahren als 1. Vorstand und über sechs Jahrzehnten musikalischer Aktivität mit dem Zupfinstrument »hat er seine Mandoline endgültig aus der Hand gelegt …«

»Als gelernter Geigenspieler bekam er als fast 15-jähriger eine Mandoline in die Hand gedrückt …« und obwohl er die Spieltechnik nicht fachmännisch vermittelt bekam, war er so eifrig und ehrgeizig, dass er binnen kurzer Zeit als Konzertmeister und Solist fungierte. Zum Teil sprang er sogar als Aushilfsdirigent ein.

Spieler und Publikum »sind sehr traurig und werden ihm ein ehrendes Gedenken im MGV Noris Süd bewahren.«

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Bündnisse für Bildung – Jetzt um Fördermittel bewerben

[22.03.2013]  Im Rahmen des Förderprogramms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist ab sofort ist eine Bewerbung um Fördermittel möglich. Der Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände e.V. (BDO), der Dachorganisation des instrumentalen Laienmusizierens in Deutschland, stehen für das Jahr 2013 insgesamt € 539.000,– zur Verfügung.

Bewerben können sich sogenannte Bündnisse für Bildung, die sich aus einem Musikverein und mindestens zwei weiteren lokalen Partnern zusammensetzen. Dabei soll insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen der Bildungsarmut von Kindern und Jugendlichen aktiv und nachhaltig entgegengewirkt werden.

Die entsprechenden Ausschreibungsunterlagen sind online einzusehen.

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42. Schweinfurter Seminar für Mandoline, Gitarre und Didaktik

11.–18. August 2013

[10.03.2013]  Zum 42. Mal lädt der Bund Deutscher Zupfmusiker, LV Bayern zum Internationalen Seminar für Mandoline und Gitarre ein und möchte den Teilnehmern dabei ein breites Spektrum der Zupfmusik bieten.

Kursinhalte sind neben dem täglichen Einzelunterricht auch Technikstunden, Forumsunterricht, Komponistenportraits (z.B. Mauro Giuliani), Kammermusik, Ensemble, Auftrittstraining, Tai-Chi Chuan & Qigong, u.a.

Schwerpunkt des Seminars liegt in diesem Jahr auf der Didaktik des Klassenmusizierens und des Großgruppenunterrichts mit Zupfinstrumenten.

Die Veränderung ihrer Angebotsstruktur ist in den Musikschulen noch nie so groß wie heute. Politik, Gesellschaft und Institutionen erwarten von einer zukunftsfähigen Musikschule, sich mit aller Kraft an einer besseren Bildung und Entwicklung der Kinder zu beteiligen. Die Instrumentallehrkraft sieht sich plötzlich vor einer großen Herausforderung: Sie soll im Rahmen von Kooperationen zwischen Schule und Musikschule Großgruppen und Klassen unterrichten und mit ihnen musizieren. Hier werden an die Lehrkräfte neue Aufgaben gestellt, auf die man sich durch qualifizierte Fortbildung vorbereiten kann.

Thematisiert werden Möglichkeiten und Grenzen des Großgruppen- und Klassenunterrichts, organisatorische Rahmenbedingungen, Verzahnung mit Aktivitäten der Schule, Reflektion zum Thema: Wie geht die Lehrkraft mit sich selber um / Gesund durch ein langes Berufsleben / Umgang mit Eltern und Öffentlichkeit. Beispiele aus der Praxis werden von den TeilnehmerInnen erprobt.

Außerdem Unterrichtseinheiten mit folgenden Inhalten:

  • Gruppendynamische Lernprozesse, Spiele und Improvisationen, um die Kraft der Gruppe zu nutzen (Unterrichtsmethodik)
  • Umgang mit den vielfältigen Störungen und Hilfestellungen, um ein fruchtbares Unterrichtsklima herzustellen
  • Begleitung & Improvisationen mit den Tönen der leeren Saiten, Gitarrenpercussion, Powerchords und erste Akkorde zu gesungenen Liedern, Playbacks und Arrangements, Loops-Songs, Baukastensongs, Musizieren ohne Notentext
  • Ganzkörperliche Bewegungen bei Einführung musikalischer und instrumentalspezifischer Lernschritte
  • Differenzierung und Reduktion der Lernschritte bei komplexen, feinmotorischen Bewegungen erleichtert die Konzentration auf die Ausführung, die mit musikalischer Aktion verbunden wird.

Desweiteren werden die Dozenten über ihre Erfahrungen im Großgruppenunterricht berichten, eine Werbestunde für die Mandoline vorstellen, das »Instrumentenkarusell« einer Grundschule erklären und die »JeKi-Schule« für Mandoline und Gitarre erläutern.

Konzerte:

  • Sonntag, 11.08.2013, 20 Uhr: Eröffnungskonzert durch das Duo Steffen Trekel (Mandoline) und Michael Tröster (Gitarre) mit Werken von K. Wüsthoff, M. Kubik, C. Munier u.a.
  • Dienstag, 13.08.2013, 20 Uhr: Dozentenkonzert durch das Duo Consensus: Christian Laier (Mandoline) und Karoline Laier (Gitarre) mit Werken von R. Calace, A. Vivaldi, G. Leone, J. Zenamon, u.a.
  • Samstag, 17.08.2013, 19:30 Uhr: Abschlusskonzert des Seminars durch die Kursteilnehmer

Zielgruppe: Mandolinen- und GitarrenspielerInnen jeder Leistungsstufe, Studenten, angehende Studenten, Ensembles, Musiklehrer und Instrumentalausbilder.

DozentInnen: Michael Tröster (Gitarre), Karoline Laier (Gitarre), Clemer Andreotti (Gitarre), Bianca Brand (Gitarre/Mandoline), Steffen Trekel (Mandoline), Christian Laier (Mandoline), Michael Diedrich (Didaktik).

Teilnahmegebühr: 130 € für Mitglieder des BDZ-Bayern, 170 € für außerbay. BDZ-Mitglieder, 195 € für Nichtmitglieder; zusätzlich Unterkunft/Verpflegung in der Musikakademie 240 € für alle.

Anmeldeschluss: 03.06.2013

Leitung und Anmeldung: BDZ LV Bayern, Bianca Brand, Rhönstraße 25, 97453 Schonungen, Telefon 09727 907571, eMail biancabrand@gmx.de

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Musikwochenende im Schullandheim Schaippach

[10.03.2013]  »Wir heben ab, eine musikalische Reise ins Weltall« – Geschichten und Musik aus dem Weltraum. Unter diesem Motto lud der BDZ, Landesverband Bayern am ersten Märzwochenende 26 Gitarren- und Mandolinenschüler aus Lohr, Veitshöchheim und Würzburg ins Schullandheim nach Schaippach (Gemünden) ein.

Die sieben- bis elfjährigen Musikschüler erhielten Einzelunterricht auf ihrem Instrument, machten aber auch die ersten Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble. Viel Spaß hatten sie auch am Liedbegleiten und mit galaktischen Rhythmicals. Zwischendurch wurden T-Shirts und Taschen bemalt, die beim Abschlusskonzert für Farbtupfer sorgten.

Am Sonntag im knapp einstündigen Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten Petra Breitenbach, Petra Fröhlen und Tobias Zerlang-Rösch in eineinhalb Tagen erarbeitet hatten. Das interne Abschlussvorspiel konnte wieder im Festsaal der Dorfgemeinschaft Hohenroth stattfinden. Alle Teilnehmer waren begeistert von der großen Bühne und der Atmosphäre des Saales und bemühten sich besonders um eine gute Vorstellung: Das Publikum nahm es begeistert auf und applaudierte eifrig!

Probe des Kursorchesters mit Tobias Zerlang-Rösch

Die Kinder sind schon neugierig auf das Motto im nächsten Jahr (15./16.02.2014), wenn sie wieder zu »Musik, Spiel und Spaß für Kinder« nach Schaippach kommen werden.

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Wir trauern um Joachim Trekel

† 26.02.2013

aus Hamburg, der immer weiterhelfen konnte, gute Ratschläge hatte und einfach immer für uns Zupfmusiker da war.

Wir denken an seine Familie, Freunde und Mitarbeiter der Firma Trekel, die mit uns einen lieben Menschen verloren haben.

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Gitarre und Bağlama – Instrumente des Jahres 2013

[11.02.2013]  In Schleswig-Holstein wurde für 2013 die Gitarre als Instrument des Jahres gekürt und es wird dementsprechend ein vielseitiges und hochwertiges Programm dazu geben. Ob in Folkore, Rock und Pop, bei Liedermachern oder klassisch, die Varianz dieses Zupfinstruments lässt in diversen Ensembleformationen fast keine Grenzen spüren.

Der Schirmherr Dieter Kreidler stellt auf der Website www.instrument-des-jahres.de mit Begeisterung und Vorfreude alle Termine der Konzertveranstaltungen und des passenden Rahmenprogramms rund um die Gitarre vor und lädt zu reger Teilnahme und Genuss auf hohem Niveau ein.

Zeitgleich hat sich der Landesmusikrat Berlin in einer vergleichbaren Aktion ebenfalls ein Zupfinstrument für 2013 erwählt, die Bağlama. Mit der türkischen Langhalslaute im Mittelpunkt werden Symposien und Konzerte unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der UdK Berlin Prof. Martin Rennert organisiert. Das traditionelle Instrument der türkischen Musik wird somit auch renommierte internationale Künstler nach Berlin bringen. Mehr Infos zum spannenden Programm im Internet.

Zupfmusik ist somit dieses Jahr noch aktueller und in aller Ohr!

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Wochenendlehrgang Spaß an Zupfmusik mit 50+

des BDZ LV Bayern in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg

[26.01.2013]  Erstmals wurde in Bayern ein Lehrgang speziell für die Altersgruppe um 50+ angeboten: frei von Leistungsdruck und anderen Zwängen stand der Spaß an Zupfmusik im Vordergrund. In Form von Ensembles, Liedbegleitungs- und anderen Kleingruppen konnten sich die Teilnehmer ihre Lieblings-Betätigungsfelder mit ihrem Instrument auswählen und praktizieren.

Kursorchester 50+

Der Versuch ist gelungen und machte allen Beteiligten (Teilnehmern und Dozenten) großen Spaß, so dass es in jedem Fall eine Wiederholung des Kurses vom 29.11.–01.12.2013 in der bayerischen Musikakademie Hammelburg gibt und zusätzlich noch der Versuch eines überregionalen Zupforchesters in dieser Altersgruppe gestartet wird. Und weil sich die »Mittvierziger« vom Kurstitel auch angesprochen fühlen wollen, bestand die Kursrunde auf einem neuen Namen: »Spaß an Zupfmusik mit uHus« (unter Hundert …). Neue Spieler sind jederzeit herzlich willkommen und können sich gern bei Petra Breitenbach (petrabreitenbach@t-online.de oder Tel. 09352 6949) melden.

Die Probentermine sind jeweils von 10–14 Uhr:

  • Samstag, 23.02.2013 im Rathaussaal Lohr (Marktplatz 1, 97816 Lohr am Main)
  • Samstag, 20.04.2013 im Vereinszimmer der Naturfreunde Schweinfurt (Fr.-Ebert-Str. 2, 97421 SW)
  • Samstag, 26.10.2013 im Gruppenraum 1 im Matthias-Ehrenfried-Haus Würzburg (Bahnhofstr. 4–6, 97070 Wü)

Kosten ab 15 Teilnehmer: 16 € je Probe (Bei 10–15 TN 20 €/Probe).
Aussagekräftig sind neben vielen begeisterten Reaktionen sicher die Erfahrungsberichte, die zwei Teilnehmerinnen verfasst haben:

DozentenDer Dezember hat begonnen. Normalerweise bin ich jetzt damit beschäftigt, das Haus zu dekorieren und am späten Nachmittag das erste Adventskonzert zu besuchen. Doch dieses Jahr hat der BDZ in die Musikakademie Hammelburg eingeladen. Dort wird den etwa 30 neugierigen Zupfern vermittelt, dass »50+« Schwung bedeutet, wie Petra Breitenbach, die stets gut gelaunte Organisatorin, ihn täglich lebt. Sind erst Finger und Geist gelockert (»gestrecht«), folgen wir ihr – nicht ganz mühelos, aber engagiert – im Zupforchester bei Wölkis »Suite«. Hannes Tappert zieht für uns Purcells Notenwelt von hinten auf (»damit ihr sicher und ohne zu bibbern bis ans Ende kommt«) und führt uns ins »alters«-gerechte Üben ein (neue Tipps fürs alte Hirn?). Und täglich hält Michael Diedrich bei der Liedbegleitung für jede Fingerfertigkeit ein Angebot bereit. Das Singen dazu ist zwar noch ausbaufähig, aber am Ende treffen wir uns begeistert beim »Hallelujah« (Leonhard Cohen) – … und nächstes Jahr wieder als »uHus«? Es war ein herrliches Wochenende! Danke!
Bruni Bayer

Ein Wochenende voller Musik ist zu Ende gegangen. Erstmalig fand in Hammelburg ein Wochenendlehrgang für Hobbymusiker um die 50 statt. Ca. 30 Teilnehmer haben sich eingefunden, um miteinander im Ensemble zu musizieren und in unterschiedlichen Gruppen zu erfahren, was sie alles aus sich und ihrem Instrument herausholen können. Begleitet wurden wir von drei Lehrern, die sich ganz auf die Altersgruppe eingestellt hatten. Durch auflockernde Spiele wurde zuerst einmal die innere Blockade abgebaut und ganz nebenbei die Koordination der Hände geübt. In kleinen und anschaulichen Schritten wurden verschiedene Techniken vermittelt. Wertvolle Tipps wurden gegeben, wie man zu Hause effektiv üben und sich auch im fortgeschrittenen Alter noch spieltechnisch verbessern kann. Solche Wochenendlehrgänge werden normalerweise nur jungen Musikern angeboten, die sich auf eine Prüfung vorbereiten. Umso erfreulicher ist es, dass auch Menschen, die keine »Musikerkarriere« anstreben, ohne Leistungsdruck und mit viel Freude diesen Lehrgang erleben durften. Man bekam einen Anstoß, sein Hobby auszubauen und zu Hause motiviert weiter zu üben. Zum Ausklang der Abende haben wir uns auf ein Glas Wein und zum Plaudern und Lachen im Felsenkeller getroffen. Neue Bekanntschaften wurden geknüpft und alte vertieft. Es hat sehr viel Spaß gemacht und das Wochenende ging viel zu schnell vorbei. Ich würde mich freuen, wenn es eine Wiederholung gäbe.
Reinhild Becker

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Zuschuss für Auslandskonzertreisen – jetzt beantragen!

[06.03.2012 • Bayerischer Musikrat]  Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie darauf hinweisen, dass am 31. März 2012 die Antragsfrist für die Zuschussvergabe zur Förderung internationaler musikalischer Begegnung 2012 endet.

Seit vielen Jahren stellt das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst jedes Jahr Laienensembles aus Bayern Geldmittel zur Durchführung von Konzertreisen mit Begegnungscharakter zur Verfügung. Ziel ist es, die musikkulturelle Repräsentation Bayerns im Ausland im Interesse der Völkerverständigung zu fördern und zu pflegen. Besonders Ziele in Osteuropa und in westliche Länder, mit denen noch kein hinreichender musikkultureller Austausch besteht, werden unterstützt.

Informationen und Antragsformulare (pdf, 170 KB)

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Mitgliederversammlung des BDZ LV Bayern mit Vorstandswahl

[25.11.2012 Violau]  Der neue Vorstand des Landesverbandes Bayern setzt sich aus bereits erfahrenen Amtsinhabern und einem neuen Vizepräsidenten wie folgt zusammen:

VorstandJoachim Kaiser, Michael Nitzl

  • 1. Vorsitzender: Joachim Kaiser (rechts außen)
  • 2. Vorsitzender: Heiko Holzknecht (2. von rechts)
  • Geschäftsführerin: Karla Jenuwein (leider nicht auf dem Bild)
  • Schatzmeister: Thomas Zapf (links außen)
  • Musikleiterin: Petra Breitenbach (2. von links)
  • Jugendleiter: Peter Kroiß (Mitte hinten)

Dem neu gewählten Gremium gratulieren wir und wünschen Tatendrang, Schaffensgeist und ein erfolgreiches Arbeiten für den BDZ LV Bayern!!

Der bisherige Vizepräsident Michael Nitzl wurde mit großem Dank für sein langjähriges Engagement seit 1998 verabschiedet (im Bild J. Kaiser links, M. Nitzl rechts). Beide »Abschiedsreden«, sowohl von Joachim Kaiser als auch von Michael Nitzl selbst, hoben gegenseitig die positiven Aspekte der gemeinsamen Arbeit hervor und mündeten in Dank und besten Wünschen für die weitere Zukunft.

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Protokoll

Das Protokoll der diesjährigen Delegiertenversammlung ist für Mitglieder des LV Bayern bei der Geschäftsstelle erhältlich. Interessenten bitte per eMail melden.

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Weihnachtsbrief des Präsidenten

Liebe Zupfmusikerinnen und Zupfmusiker in Bayern,

auch zum Ende dieses Jahres möchte ich Ihnen herzlich danken für Ihr Engagement für die Ausübung, Unterstützung und Verbreitung der bayerischen Zupfmusik. Das verbinde ich gerne damit, Sie über einige Ereignisse des abgelaufenen Jahres zu informieren und auf noch Kommendes hinzuweisen.

Michael Nitzl musste zum Ende dieses Jahres aus zeitlichen Gründen sein Amt als Vizepräsident zur Verfügung stellen. Für seine intensive, engagierte und erfolgreiche Arbeit seit 14 Jahren im Präsidium danke ich ihm im Namen aller bayerischen Zupfmusiker ganz herzlich. In der Delegiertenversammlung im November 2012 in Violau wurde Heiko Holzknecht aus München als sein Nachfolger gewählt. Ich danke ihm für seine Kandidatur für ein nicht leichtes Amt und wünsche ihm viel Erfolg in seiner neuen Aufgabe.

Sehr Erfreuliches gibt es vom Deutschen Orchesterwettbewerb des Deutschen Musikrats vom 13. bis zum 19. Mai 2012 in Hildesheim zu berichten: Das Ensemble Roggenstein (Kreismusikschule Fürstenfeldbruck e.V.) unter der Leitung von Oliver Kälberer wurde mit 24,0 Punkten und somit mit hervorragendem Erfolg zum wiederholten Male 1. Preisträger im Bereich »Zupforchester«. Im Bereich »Jugendzupforchester« haben die Vivaldi-Tiger Karlsfeld unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold mit 21,4 Punkten und sehr gutem Erfolg teilgenommen und waren damit in diesem Bereich an der Spitze. Ich denke, dies ist Grund zur Freude und zum Ansporn für alle Ensembles unseres Verbandes, z.B. auch zur Teilnahme beim nächsten Orchesterwettbewerb auf bayerischer Ebene in drei Jahren. Herzliche Glückwünsche nach Fürstenfeldbruck und nach Karlsfeld!

Die Tournee des Bayerischen Landeszupforchesters vom 3. bis 10. Juni 2012 mit drei Konzerten in Italien war ein großer Erfolg und eine sehr schöne Reise, an der auch ich teilnehmen durfte. Auch im nächsten Jahr sind wieder mehrere Arbeitsphasen des BLZO geplant, zu denen ich gerade auch neue Teilnehmer einladen möchte.

Gefeiert wurde u.a. am 12. August 2012 in Hammelburg ein ganz besonderer Geburtstag, und zwar das 40-jährige Jubiläum des Internationalen Schweinfurter Seminars für Mandoline, Gitarre und Kammermusik. Als besondere Gäste des politischen Lebens betonten dabei die Vizepräsidentin des Bezirkstags von Unterfranken, der Präsident des Bayerischen Musikrats, der Vizepräsident unseres Bundesverbandes und der 1. Bürgermeister der Stadt Hammelburg die Bedeutung dieser langjährigen Bildungseinrichtung für die Zupfmusik.

Im kommenden Jahr gibt es eine Änderung bei der Zeitschrift »concertino«, denn deren Verlag hat uns mitgeteilt, dass wir die Zeitschrift nicht mehr als unser Publikationsorgan auf Bundesebene nutzen dürfen und die kostenfreie Verteilung an die Vollmitglieder unterbleiben muss. Es wird von Seiten des Bundesverbandes z. Z. an einer neuen Lösung gearbeitet.

Die Tage der Chor- und Orchestermusik werden im nächsten Jahr vom 8. bis zum 10. März in Neu-Ulm und in Ulm stattfinden und durch die Verleihung der »pro-musica«-Plaketten durch den Bundespräsidenten gekrönt werden. Mitwirken und damit die bayerische Zupfmusik würdig vertreten wird dabei das Ensemble Roggenstein.

In Bad Kissingen findet vom 12. bis zum 15. September 2013 das »Deutsche Orchestertreffen 60+« statt, eingeladen zur Teilnahme sind nicht nur komplette Orchester mit Musikern 60+, sondern auch kleine Gruppen aus altersübergreifenden Orchestern. Es wäre sehr erfreulich, wenn aus unserem Landesverband einige Ensembles an dieser Veranstaltung teilnehmen würden. Die Anmeldung geht über die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände. Es gibt einen umfangreichen Rahmenplan und eine Vielzahl von Seminaren mit Themen zum Musizieren im fortgeschrittenen Lebensalter, z.B. für Neueinsteiger, Umsteiger oder Wiedereinsteiger. Nähere Infos dazu sind zu finden unter www.orchesterverbaende.de oder anzufordern über info@orchesterverbaende.de.

Das bayerische Landesmusikfest der Zupfmusik findet vom 18. bis zum 20. Oktober 2013 in Alteglofsheim statt. Die entsprechenden Einladungen werden zusammen mit diesem Schreiben verschickt. Ich hoffe auf und bitte um eine äußerst rege Teilnahme.

Erinnern möchte ich daran, dass von der Geschäftsstelle Ausweise für das Jugendherbergswerk ausgeliehen werden können.

Aufgrund der Regelung des Staatsministeriums, fast ausschließlich aufgrund der Zahl der Verbandsmitglieder über die Mittelverteilung zu entscheiden, ist es weiterhin im Interesse aller jetzigen Mitglieder äußerst wichtig, neue und vor allem jugendliche BDZ-Mitglieder zu werben. Hier muss auch noch weiter versucht werden, unseren Verband und die Mitgliedschaft für mögliche Interessenten attraktiv darzustellen. Bitte engagieren Sie sich deshalb weiterhin intensiv, um neue Mitglieder zu werben. Im Wettbewerb der Mitgliederwerbung im abgelaufenen Jahr gibt es ein Ergebnis: Das Zupforchester Bayreuth kann sich über einen Satz Noten als »Dankeschön« freuen.

Ich bitte wie bereits in den Vorjahren darum, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o.ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Auch in diesem Jahr ist außerdem wieder Ihr »Rechenschaftsbericht« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) für den Erwerb von Zuschüssen von großer Bedeutung. Vielen Dank schon jetzt für Ihre Bemühungen!

Ich wünsche Ihnen allen auch im Namen des gesamten Vorstands neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familien, einen schönen Advent, friedliche Feiertage, einen fröhlichen Jahresbeschluss und einen unfallfreien Rutsch in ein gutes und hoffentlich erfolgreiches Jahr 2013.

Ihr
Joachim Kaiser
Landesverbandspräsident
Hammelburg, im Dezember 2012

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BDZ Verbandsmagazin

[04.12.2012]  Seit vielen Jahren besteht die Zupferzeitschrift CONCERTINO, die den Verbandsorchestern mehrmals im Jahr zugeschickt wurde und über Veranstaltungen, Festivals, Künstler des In- und Auslands und viele Termine oder Neuerungen im Zupfalltag berichtet hat. Hier wird es eine Veränderung geben, da der Initiator der Zeitschrift Rüdiger Grambow in Zukunft unabhängig vom BDZ seine Artikel in einer Neuauflage verfassen möchte und somit die automatische Zustellung an die Orchester auf individuelle Nachfrage umgestellt werden muss. Im Jahresabonnement kann das »neue« CONCERTINO dann für 24 € unter www.infocenter-zupfmusik.de oder direkt bei infocenter zupfmusik, Huulkamp 26, 22397 Hamburg bestellt werden.

Gleichzeitig hat sich der BDZ »nun mit einem neuen Verbandsorgan beschäftigt und wird dieses Magazin in Eigenregie rausbringen. Die Ausrichtung des Verbandsmagazins wird seinen Schwerpunkt auf die Mitgliedsvereine und ihre Landesverbände legen. Ebenso werden Nachrichten und Infos von der Bundesebene Inhalt des Magazins sein« (Thomas Kronenberger, stellvertretender Präsident des BDZ im November 12). Bereits Anfang 2013 soll die erste Ausgabe erscheinen. Aktuelle Informationen dazu können dann auf www.bdz-online.de eingeholt werden.

Insgesamt gilt es an dieser Stelle, die bisherige Arbeit und den Erfolg des CONCERTINO zu würdigen und einen Dank an Rüdiger Grambow für das langjährige Engagement anzuschließen.

Der Neuauflage des CONCERTINO und dem neuen Verbandsorgan des BDZ wünschen wir viel Erfolg und inspirierenden musikalischen Inhalt.

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Musiknutzung im Internet

[28.11.2012 • Bayerischer Musikrat, Referat Laienmusik]  Wer GEMA-pflichtige musikalische Werke (ganz oder in Ausschnitten) online stellt, muss hierfür bei der GEMA eine Lizenz einholen. Dazu zählen z.B. Konzertmitschnitte (Audio und/oder Video) oder auch Ausschnitte der eigenen CD, sofern dort GEMA-pflichtige Stücke vorkommen.

Dies gilt auch, wenn Musik auf Youtube hochgeladen wird (sofern es nicht ausnahmsweise durch das Recht auf Kurzberichterstattung nach § 50 UrhG gedeckt ist) und dann mit der eigenen Homepage verlinkt wird. Auch das ist zivilrechtlich rechtswidrig, d.h. man kann abgemahnt und im schlimmsten Fall auf Schadensersatz verklagt werden.

Deshalb bietet die GEMA für die Online-Nutzung spezielle Tarife an. In der Regel ist für Musikvereine der Tarif VR-W I maßgeblich. In Abstimmung mit der GEMA muss geklärt werden, ob das Internet-Angebot der Kategorie 2 (Produktpräsentation und Information, Verkaufsförderung, Angebots- oder Leistungspräsentation; der Kauf von Waren und Dienstleistungen über diese Internetseite ist nicht möglich / Kosten: 368,30 € zzgl. USt.) oder der Kategorie 3 (Darstellung jedweder Art, die weder der Kategorie 1 oder 2 entsprechen und bei denen die Musik integraler Bestandteil der Darstellung ist / Kosten: 153,50 € zzgl. USt.) entspricht. Die Kosten beziehen sich auf max. 120.000 Zugriffe pro Jahr.

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Italienischer Abend in Germering

Das Vivaldi Orchester Karlsfeld mit ilcoro und Giuseppe del Duca

[19.11.2012 • Angelika Tausch]  Das Vivaldi Orchester Karlsfeld gestaltete am vergangenen Sonntag gemeinsam mit ilcoro, dem Chor des italienischen Kulturinstituts München und dem Startenor Giuseppe del Duca einen unvergesslichen Abend. Bruno Diazzi, der Vorsitzende der deutsch-italienischen Gesellschaft Germering, hatte die unterschiedlichen Musiker an diesem Abend zu einem Benefizkonzert vereint, um einerseits Spenden für die schwer gebeutelte Erdbebenregion Emilia Romagna zu sammeln und andererseits um den zahlreichen Zuhörern im vollbesetzten Orlandosaal der Stadthalle Germering ein Feuerwerk der neapolitanischen Canzoni zu bieten.

Vivaldi Orchester & ilcoro

Zunächst eröffnete das Vivaldi Orchester Karlsfeld unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold das Programm und stimmte das Publikum mit einem Concerto von Evaristo dall’Abaco auf den italienischen Abend ein. Nach diesem beschwingten Einstieg der Karlsfelder betraten die Sängerinnen und Sänger von ilcoro die Bühne und mit ihnen der Star des Abends, der Tenor Giuseppe del Duca. Mit Temperament und Melancholie präsentierte er die Melodien aus seiner Heimatstadt Neapel und wurde gefühlvoll unterstützt von den Mandolinenklängen der Vivaldis und den Stimmen des Chores, der von Cornelia Utz geleitet wird. Mit Liedern wie »Maria Mari« und »Santa Lucía« entführten die Musiker ins paese d’ ‘o sole – ins Land der Sonne. Die wunderschönen warmen Klänge ließen das kalte Wetter draußen schnell vergessen. Die lang gehaltenen Töne des Tenors berührten die Herzen dabei genauso wie das einfühlsame Gitarren-Solo in »Torna a surriento«.

Vivaldi Orchester & Giuseppe del Duca

Durch den Abend führte Bruno Diazzi in seiner lockeren und humorvollen Art. Amüsiert lauschte das Publikum der Geschichte seiner jugendlichen Liebe mit der er das Liebeslied »Dicitencelle vuje« einleitete. Neben Humor fand Diazzi aber auch ernste Töne und erinnerte an die Not, die die Menschen in seiner Heimat, der Erdbebenregion Emilia Romagna, leiden. Seine unermüdlichen Aufrufe zum Spenden waren von Erfolg gekrönt. Neben vielen großzügigen Gebern aus dem Publikum überreichte Volker Wettmann, ein Freund Diazzis und Vorsitzender des Vereins Kultur in Hadern einen Scheck über 4000 € und erinnerte an die vielen gemeinsamen Reisen seines und Diazzis Vereins nach Italien.

Das Publikum erklatschte sich gleich vier Zugaben. Auch hier begleitete das Vivaldi Orchester den Tenor hervorragend und »atmete« förmlich mit ihm mit. Krönender Abschluss war Verdis Gefangenchor aus der Oper Nabucco, bei die Musiker wirklich auch den Letzten im Saal in ihren Bann rissen. So stand am Ende der ganze Saal und del Duca – angesteckt von den vielen Emotionen – hielt es nicht mehr auf der Bühne. Er ging mitten unter die Zuschauer, um mit Ihnen gemeinsam die weltbekannte, bewegende Melodie zu singen.

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Probenwochenende der Vivaldi-Tiger in neuer Besetzung

[28.10.2012 • Angelika Tausch]  Endlich war es wieder soweit! Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr fuhren die Vivaldi Tiger – der jugendliche Nachwuchs des Vivaldi Orchesters Karlsfeld – vom 12. bis 14.Oktober auf ein Probenwochenende ins Jugendhaus Josefstal. Die Zusammensetzung war nun jedoch eine etwas andere: Einige Spieler der Vivaldi Mäuse – den jüngsten Spielern des Orchesters – waren mit dabei, um bei den Größeren zu schnuppern. Motiviert und engagiert beteiligten sie sich an der Erarbeitung von sechs neuen Stücken. Von Folklore aus Südamerika über zeitgenössische Musik bis zu Pop Songs war alles vertreten. Es wurde zudem nicht nur für das Orchester geprobt, sondern auch für den im Januar bevorstehenden Wettbewerb »Jugend musiziert« fleißig geübt, an dem einzelne Spieler der Mäuse und Tiger beteiligt sein werden.

Nach den vielen Proben am Samstag kam eine große Open-Air-Show der Crow Over Stiftung mit Feuer-Speiern und Hip-Hop-Tanz direkt neben dem Jugendhaus gerade richtig.

Am Samstagabend war dann nicht nur die Musikalität gefragt, sondern auch Erfindungsgeist, Kreativität und Teamgeist, denn es gab wieder die beliebten Gruppenwettbewerbe mit Preisverteilung. Das Orchester sollte, aufgeteilt in drei Gruppen, verschiedene Aufgaben lösen und dann der Jury, bestehend aus den Betreuern, die Ergebnisse vortragen. So mussten die einzelnen Gruppen z.B. aus Papier und Klebeband das Modell einer Kugelbahn bauen, die im neuen Karlsfelder Zentrum stehen soll. Es war verblüffend, welche Ideen hier entwickelt und mit Witz vorgetragen wurden. Sehr lustig waren auch die Darbietungen der Formationstänze, die die drei Gruppen zu einem Stück aus dem diesjährigen Programm entwerfen und einstudieren sollten. Ganz nebenbei konnten so die »neuen Tiger« in die Gruppe integriert werden.

Am Sonntag holten die Eltern und Geschwister die Spieler ab, und hörten sich bei einem traditionellem Abschlusskonzert Stücke wie »Round«, Gotye’s »Somebody that I used to know« oder das von Artem Bliznyuk dirigierte »El Humahuacheno« an. Auch die beiden Jugend-musiziert-Gruppen, die fleißig an ihrem Wettbewerbsprogramm gefeilt hatten, durften einen Teil davon vortragen.

Vivaldi-Tiger

»Erstaunlich, unglaublich, was ihr alles geschafft habt! Super!« meinte eine Mutter und auch die Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold lobte ihre Schützlinge: »Es war mal wieder ein gelungenes Wochenende, ich bin sehr stolz auf euch.« So konnten alle 17 Spielerinnen und Spieler müde und zufrieden wieder nach Hause fahren.

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Vorsicht bei Vereinsreisen mit touristischen Reiseabschnitten!

[02.10.2012]  Der Bundesfinanzhof hat mit Beschluss vom 12. Juni 2012 eine Revision in einem Fall nicht zugelassen, in dem Finanzamt und -gericht einem Musikverein die Gemeinnützigkeit aberkannt haben, weil der Verein aus seinen Finanzmitteln Kosten für touristische Reiseabschnitte übernommen hat.

Musikvereine sollten deshalb bei der Planung von Vereinsreisen/-ausflügen besonders darauf achten, welcher Anteil der Reise nicht durch satzungsgemäße Zwecke (die auch über musikalische Aktivitäten hinausgehen können) gedeckt ist und ob dieser Anteil 10% des Gesamtaufwands übersteigt. In solchen Fällen ist von den Mitgliedern eine entsprechende Eigenbeteiligung einzufordern. Die Kosten für mitreisende Partner oder externe Personen sind zu einhundert Prozent von diesen zu begleichen!

Tipp: Die Eigenbeteiligung von Vereinsmitgliedern kann evtl. durch den Einsatz der Ehrenamtspauschale relativiert bzw. kompensiert werden.

Den kompletten Beschluss des Bundesfinanzhofes finden Sie im Internet.

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Einladung

zur Mitgliederversammlung des BDZ LV Bayern e.V.
am Sonntag, dem 25. November 2012 um 13 Uhr
im Bruder-Klaus-Heim, 86450 Violau, St. Michael Straße 15

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Feststellen von Anwesenheit und Stimmkraft
  3. Tätigkeitsbericht des Präsidiums mit Kassenbericht
  4. Bericht der Landesmusikleiterin
  5. Vorliegende Anträge
  6. Anpassung der Kursgebühren
  7. Vorschau auf 2013
  8. Satzungsänderung
  9. Rechnungsprüfungsbericht
  10. Entlastung des Präsidiums
  11. Neuwahl des Präsidiums
  12. Sonstiges

Diese Einladung zur Mitgliederversammlung entspricht Art. 8 der Satzung des Landesverbands Bayern und ist somit rechtsgültig. Anträge zur Landesmitgliederversammlung sind schriftlich spätestens 3 Wochen vor der Versammlung beim Präsidenten einzureichen.

Bitte informieren Sie die Geschäftsstelle per Fax, Post oder eMail in jedem Fall, ob Sie an der Versammlung teilnehmen oder nicht! Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und wünsche schon jetzt eine gute Anreise.

Mit freundlichem Gruß von
Joachim Kaiser
Landesverbandspräsident

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Inge Kälberer – Ein Leben für die Zupfmusik
7. April 1939 – 19. März 2012

Erinnerungen von Dorothee v. Heydebrand

[22.06.2012]  Inge KälbererSommer 1972. Einsam schob ich den Kinderwagen mit meiner kleinen Tochter durch Eichenau. Erst vor wenigen Wochen waren wir in diesen kleinen Ort gezogen. Kurz vorher hatte ich mein Gitarrenstudium bei Heinz Teuchert in Frankfurt abgeschlossen, unsere Wohnung war endlich bezugsfertig, aber ich kannte keine Menschenseele. Da näherte sich ein Junge auf dem Fahrrad. Er hatte eine Gitarre dabei! Kurzentschlossen stellte ich mich ihm in den Weg: »Bei wem lernst Du Gitarre?« »Bei der Frau Kälberer!« Nachdem ich die Adresse erfahren hatte, machte ich mich zu Fuß auf den langen Weg. Eine nette dunkelhaarige junge Frau mit Brille öffnete und lud mich gleich zu einem Kaffee ein. Die Begeisterung war auf beiden Seiten groß! Frau Kälberer unterrichtete Gitarre an der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck, Zweigstelle Eichenau. Sie habe zwei Söhne, von denen der ältere auch Gitarre lerne, und zwar bei ihr. Ob ich ihn nicht übernehmen könne, denn mit Mutter und Sohn sei das so eine Sache … Und so kam es, dass Oliver Kälberer mein erster Schüler in Bayern wurde und einige Jahre bei mir blieb.

Zwischen Inge und mir entwickelte sich eine herzliche Freundschaft. Wir spielten zusammen Duo und traten hier und da auf. Während ich beim Musizieren immer etwas großzügiger war und auf mein »Bauchgefühl« vertraute, musizierte Inge Kälberer immer sehr überlegt, konzipierte die Lautstärken und achtete auf den präzisen Metronomschlag; auch eine perfekte Technik war ihr sehr wichtig. Sie erzählte mir, dass sie schon als Kind in Ulm mit ihrem Vater in einem Zupforchester gespielt habe. Darunter konnte ich mir nichts vorstellen und auch die Mandoline war mir völlig fremd. So kam es, dass ich – auf ihre Empfehlung hin – 1975 mit ihr zusammen am »Schweinfurter Seminar für Gitarre und Mandoline« teilnahm. Mir eröffnete sich die Welt der Zupfmusik! Inge Kälberer besorgte mir eine Mandoline und begleitete meine Anfänge.

Ich erlebte Inge immer als unglaublich wissbegierig und tatkräftig. Sie bestellte die allerneuesten Noten, scheute nicht vor zeitgenössischen Klängen zurück und bearbeitete Werke für Blockflöten oder Streicher für das von ihr gegründete Eichenauer Zupforchester, das später ihr Sohn Oliver übernahm und das heute »Ensemble Roggenstein« heißt. Sie war von einem kompromisslosen Perfektionismus, der einerseits bei manchen Schülern ein Murren auslöste, der diese aber auch zu Höchstleistungen anspornte, was die unzählige Preise bei dem damals sich erst im Entstehen befindenden Wettbewerb »Jugend musiziert« beweisen. Gegen die Schüler von Frau Kälberer hatten viele andere oft keine Chance!

Ensemble Roggenstein

Die Ausbildung und Förderung des Nachwuchses lag Inge sehr am Herzen. 1976 wurde unter ihrer Leitung der erste bayerische Osterlehrgang in Eichenau durchgeführt. Das Konzept, Anfänger von Meistern unterrichten zu lassen, ging auf! Junge Gitarristen übten sich die Finger wund, nur weil der berühmte Michael Tröster hatte durchblicken lassen, dass er ihre Fortschritte bei seinem Wiederkommen überprüfen wolle. Alle wollten so spielen wie er! Inzwischen gibt es zahlreiche Lehrgänge für Jugendliche, die auf dieser Idee basieren.

1979 zog ich nach Geretsried und Inge Kälberer nach Olching. In Geretsried gründete auch ich ein Zupforchester, welches es ohne ihre Einflüsse nie gegeben hätte. Auch in Olching entstand nach kurzer Zeit (1981) ein Zupforchester, zusätzlich zu dem in Eichenau. Zahlreiche Konzerte mit hohem Niveau wurden veranstaltet. Die Bearbeitung von Konzertstücken reichte Inge jedoch nicht. Sie wollte Eigenes entwerfen. Eine wunderbare Aufführung ihres Stückes »Nang Yai« in Zusammenarbeit mit einer Kinderballettschule, bei der über 100 Kinder gemeinsam musizierten und tanzten, ist mir in eindrucksvoller Erinnerung geblieben.

Nie vergaß Inge Kälberer die Basisarbeit. Es entstanden eine liebevoll gestaltete Mandolinenschule und zahlreiche Stücke, die der Verbesserung der Technik und des Rhythmusgefühles dienen. Ihr fabelhaftes Stück »Geordnetes Chaos« ermöglicht es totalen Anfängern und fortgeschrittenen Schülern, in einer großen Gemeinschaft zu musizieren und wesentliche Gesichtspunkte der Musik – wie das aufeinander Hören und das Befolgen einer gemeinsamen Dynamik – zu lernen.

Ab 2001 ging es Inge Kälberer gesundheitlich immer schlechter. Dies hinderte sie oft daran, spontanen Unternehmungen zu folgen und sie begann, sich immer mehr zurückzuziehen. Auch den Unterricht musste sie reduzieren. Sie nutzte diese Zeit für weitere Bearbeitungen und Kompositionen. Denn die Freude an der Musik blieb und sie gab diese Freude weiter, indem sie z.B. in einem benachbarten Altersheim mit den Bewohnern sang und Musikspiele durchführte.

Aufgrund ihrer schnell fortschreitenden Erkrankung musste sie ihre letzten Jahre in einem Pflegeheim in Grafrath verbringen. Dort ist sie am 19. März 2012 – kurz vor ihrem 73. Geburtstag – gestorben. Mit ihr ging eine Persönlichkeit, die das Niveau der Zupfmusik in Bayern entscheidend geprägt hat. Viele ihrer Schüler haben das Gitarren- und Mandolinenspiel zu ihrem Beruf gemacht und geben ihr Wissen nun an die nächste Generation weiter. Darin wird Inge Kälberer weiterleben.

Lebenslauf & Werkauswahl

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3. European Mandolin & Guitar Academy

EUMAG-Academy 2012 in der Bundesakademie Trossingen 4.–8. Oktober 2012

EGMA-Logo[20.06.2012 • Rüdiger Grambow]  Die 3. EUMAG-Academy 2012 bietet ein Forum für die Begegnung von Musikern der Profi- und Amateurszene verschiedenster Stilrichtungen der so genannten E- und U-Musik. Fünf Hochkarätige Künstler vermitteln ihr Wissen und Können in Workshops, im Forumsunterricht und im partnerschaftlichen Zusammenspiel:

  • Caterina Lichtenberg (Mandoline / künstlerische Leitung) aus Wuppertal, Professorin für Mandoline an der Hochschule für Musik Köln
  • Mike Marshall (Mandoline) aus San Francisco (USA)
  • Don Stiernberg (Mandoline) aus Chicago (USA)
  • Thomas Fellow (Gitarre) aus Dresden, Professor für akustische Gitarre an der Hochschule für Musik Dresden (Konzertmusik, Worldmusic, Jazz, Pop)
  • Mirko Schrader (Gitarre/Orchesterleitung) aus Neuwied

Kooperationspartner dieser Fortbildung sind die European Guitar and Mandolin Association (EGMA) und die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen.

DozentenDie EUMAG-Academy 2012 vermittelt den Reiz des Crossover-Musizierens und bietet die Chance, zusammen mit 5 internationalen Größen ihres Faches sowie Teilnehmern aus vielen Ländern Europas zu musizieren und sich mit verschiedenen Stilistiken, spieltechnischen Tricks und Interpretationsaspekten vertraut zu machen. Die Themenpalette, die teils in Gruppenarbeit und teils im Plenum angeboten wird, ist breit angelegt:

  • Ausgewählte »klassische Literatur«, zeitgenössische Kammermusikwerke
  • Basics und Spieltechniken, Stil- und Interpretationskriterien zum Vertiefen von Stilistiken wie Blues & Bluegrass, Jazz, Swing, Bebop und Chôro
  • Theoretical studies and practical exercises of improvisation or chord changes
  • Songwriting und Arrangement
  • Liedbegleitung und Begleittechniken
  • Perkussion auf Gitarre und Mandoline
  • Chord Theory, Akkordsymbolik
  • Workshops, Vorträge mit Bild- und Tonpräsentationen, Gesprächsforen mit den Dozenten
  • Gruppen- und Forumsunterricht mit klassischen und nichtklassischen Werken
  • Zusammenspiel in Ensembles, Kammermusikformationen und im Zupforchester
  • Instrumentaltechnik, Literaturüberblick, Noten- und Instrumentenausstellung
  • Konzerte mit den Dozenten, mit Teilnehmern und jungen Talenten
  • Abendliche Jam-Sessions

Die EUMAG-Academy 2012 steht allen Mandolinen-, Mandola- und Gitarrenfans aus der Profi- und fortgeschrittenen Amateurszene einschließlich Kontrabaßspielern offen, die ihren Horizont instrumentalpraktisch und fachdidaktisch erweitern oder ihre stilistischen Kenntnisse und Fertigkeiten vertiefen möchten. Schwellenängste sind unbegründet, weil auf jedes Leistungsniveau individuell eingegangen wird und auch elementare Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt werden. Für Studierende an Musikhochschulen oder Konservatorien der Hauptfächer Mandoline und Gitarre sowie für im Beruf stehende Instrumentallehrer bietet diese Fortbildungsveranstaltung neue berufliche Perspektiven für ihre Musikpraxis, wo stilistische Vielseitigkeit und Versiertheit aktueller denn je gefordert sind. Aber auch ehrenamtlich tätige Ausbilder in Vereinen erhalten wertvolle Anregungen für ihre musikalische Arbeit mit dem Orchesternachwuchs.

Für Non Readers, also Teilnehmer ohne Notenkenntnisse, werden spezielle Workshops angeboten, so dass diese voll in das Geschehen integriert werden können.

Im Forumsunterricht erhalten die Teilnehmer zu den von Ihnen vorgetragenen Stücken unter Anwesenheit anderer interessierter Kursteilnehmer individuelle Hinweise zur Verbesserung ihres Spiels. Einzelunterricht ohne Zuhörer wird nicht angeboten.

Thomas FellowThomas Fellow, klassisch ausgebildeter Gitarrist und Leiter des Seminars Worldmusic/Improvisation an der MHS Weimar, gibt Einblicke in die Gitarre als Begleitinstrument und wie man sich von der »klassischen« Seite der populären Musik nähert. An ausgewählten Beispielen erhalten die Kurs-teilnehmer eine Vorstellung von den Möglichkeiten, die sich auf der Gitarre im Hinblick auf Anschlags- und Perkussionstechniken, Klänge, Harmonien, Rhythmen, Grooves und Aufbau bieten.

  • Teilnehmerbeitrag:
    € 400 einschließlich Konzertbesuche, Unterkunft (2-Bett Zimmer) und Verpflegung;
    € 300 für Studierende, Schüler, Auszubildende und passive Teilnehmer einschließlich Konzertbesuche, Unterkunft (2-Bett Zimmer) und Verpflegung;
    Einzelzimmerzuschlag: € 40
  • Beginn: 4. Oktober 2012, 15:00 Uhr
  • Ende: 8. Oktober 2012, 12:00 Uhr
  • Anmeldeschluss: 30. Juli 2012
  • Infos und Anmeldung: EGMA-Office, Rüdiger Grambow, Huulkamp 26, D-22397 Hamburg, Germany, eMail: ruediger@grambow-hh.de, Tel. +49 (0)40 60889013, Fax +49 (0)40 60889014

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Pfingstkurs in Hammelburg

[05.06.2012 • Petra Breitenbach]  Der Bund Deutscher Zupfmusiker Landesverband Bayern veranstaltete bereits zum 37. Mal in den Pfingstferien seinen traditionellen Pfingstkurs für Mandoline und Gitarre in der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg, bei dem sowohl Einzel- als auch Gruppenunterricht angeboten wurde.

Ensemblespiel, ein großes Kursorchester, Theorie, Liedbegleitung, Intervalle und Improvisation, powerchords, ein Flamencoabend zu Beginn und Flamencotanz während der Woche rundeten das Programm ab.

Pfingstkurs 2012

Daneben hatten die Kursteilnehmer die Möglichkeit, die Laienmusikprüfung (D-Kurs) abzulegen. Einige Gitarristen versuchten sich beim Schnupperkurs Mandoline auf dem »vierchörigen Eierschneider« und präsentierten eine flotte Rock-Nummer von Valerij Kisseljow beim Schlusskonzert.

In diesem Jahr legten von den insgesamt 36 Teilnehmern (Jugendliche und Erwachsene im Alter von 12 bis 72 Jahren) 17 erfolgreich die D-Prüfung ab. Erfreulich war, dass die Anforderungen trotz vieler sehr junger Kursteilnehmer im praktischen Teil fast immer überschritten wurden, die Prüfungen also auf hohem Niveau stattfanden.

Sieben Dozenten betreuten heuer die 36 jugendlichen Zupfmusiker während der intensiven Musikwoche: Barbara Hennerfeind (Würzburg), Petra Breitenbach (Lohr), Michael Diedrich (Mosbach), André Herteux (Fürth), Oliver Kälberer (Wessobrunn), Elena Olenchyk (Offenbach) und Hannes Wagner (Schweinfurt).

Pfingstkurs 2012

Die Stimmung war prima, die Leistungsbereitschaft enorm, was sich in einem sehr abwechslungsreichen Abschlusskonzert mit Klassik, zeitgenössischer Musik, Pop, Oldies, aktuellen Charts mit akustischen und E-Gitarren ausdrückte. Der Funke sprang auf das Publikum über, das frenetisch applaudierte und eine Zugabe forderte. Diese bekam es von den wackeren Teilnehmerinnen des Flamencotanz-Workshops getanzt. Ohne Vorkenntnis hatten die Teilnehmer eine Rumba-Choreografie einstudiert und sich zur Aufführung überreden lassen, was ihnen besonderen Applaus einbrachte.

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Professioneller Zupfmusiker gesucht

[31.05.2012]  Unser neu gegründetes Würzburger Ensemble (Gesang, Blockflöten und Perkussion) sucht noch einen professionellen Zupfmusiker (z.B. Laute, Oud, Mandola). Das Programm setzt sich zusammen aus mittelalterlichen Tänzen und Balladen von François Villon. Arabische Einflüsse und Perkussion bilden den Schwerpunkt, so dass es sich nicht um eine authentische Interpretation im Sinne »Alter Musik« handelt. Eine Künstleragentur wird die Vermarktung durchführen. Wenn Sie Erfahrung im polyrhythmischen Zusammenspiel und Zeit für viele Auftritte mitbringen, freuen wir uns darauf, Sie kennen zu lernen.

Ihre Ansprechpartnerin Ellen Svoboda erreichen Sie unter mail@vielfalt.biz oder telefonisch: 0931 9916269.

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Jetzt bewerben: Bayerischer Musikpreis 2013

[31.05.2012]  Auf Anregung des ehemaligen BMR-Präsidiumsmitglieds Peter Jacobi, eine öffentliche Anerkennung für Leistungen im Laienmusizieren in Bayern zu schaffen, hat der Bayerische Musikrat in enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Kriterien für einen neuen Preis entwickelt, der am 1. Mai 2012 von Staatsminister Wolfgang Heubisch erstmals öffentlich ausgeschrieben wurde.

Mit dem »Bayerischen Musikpreis« wird damit eine umfassend auf den Musikbereich ausgerichtete, eigenständige, undotierte Auszeichnung geschaffen, die jährlich sowohl in der Kategorie Laienmusizieren als auch in der Kategorie professionelles Musizieren sowie als Sonderpreis verliehen wird.

Vorschlagsberechtigt sind alle im Bayerischen Musikrat vertretenen Verbände. Die Anträge mit Begründung sind jeweils bis zum 30.09. zu richten an den

Bayerischen Musikrat e.V.
Sollner Straße 42
81479 München

Die erste Verleihung ist für Frühjahr 2013 geplant.

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Ensemble Roggenstein gewinnt Deutschen Orchesterwettbewerb

[18.05.2012 • Claudia Mangels]  Zum sechsten Mal in Folge ist das Ensemble Roggenstein – Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck – Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs. Mit 24 von 25 möglichen Punkten hat das Ensemble unter der Leitung von Oliver Kälberer am vergangenen Dienstag in Hildesheim den ersten Platz in der Kategorie Zupforchester belegt.

Die 18 Spielerinnen und Spieler präsentierten in Konkurrenz zu elf weiteren Orchestern aus ganz Deutschland ein abwechslungsreiches Wettbewerbsprogramm und überzeugten damit nicht nur das Publikum, sondern auch die hochkarätig besetzte Fachjury.

Mit der Abendmusik von Kurt Schwaen hatte sich das Ensemble Roggenstein ein sehr stimmungsvolles Werk aus dem Wahlpflichtprogramm ausgesucht. Hoch gelobt wurde auch die Bearbeitung und Interpretation von drei Bagatellen aus op. 126 von Ludwig van Beethoven, die im Original für Klavier geschrieben sind. Hier war es gelungen, die ganze klangliche und dynamische Bandbreite der Stücke auf die Zupfinstrumente zu übertragen und deren Charakter mit viel musikalischem Gespür heraus zu arbeiten.

Höhepunkt des Programms war die neueste Komposition von Oliver Kälberer: Zong. Das den Kecak-Gesängen aus Bali nachempfundene Werk beeindruckte durch seine anspruchsvollen unterschiedlichen Rhythmen die sich durch die einzelnen Stimmen ziehen. Die offensichtliche Spielfreude der Musikerinnen und Musiker übertrug sich auf den ganzen Saal und führte zusätzlich zu einer Jury-Empfehlung in die Sonderwertung für hervorragend interpretierte zeitgenössische Musik.

Ensemble Roggenstein

Das Ensemble Roggenstein wurde im Herbst 1979 von Inge Kälberer gegründet und besteht zur Zeit aus 20 Spielern im Alter ab 13 Jahren. Seit 1984 wird es von dem Komponisten und Gitarristen Oliver Kälberer geleitet, der das Repertoire durch Bearbeitungen von Klavierwerken bekannter Meister und eigene Kompositionen erweitert und dem Ensemble damit ein unverwechselbares Profil innerhalb der Zupfmusikszene gibt. 2010 wurde das Ensemble Roggenstein mit dem Kulturförderpreis des Kulturvereins Fürstenfeld ausgezeichnet.

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Steuertipps für Vereine 2012

[02.05.2012]  Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen hat eine Neuauflage der Broschüre »Steuertipps für Vereine« herausgebracht.

Gedruckte Exemplare können über direkt@bayern.de bestellt werden.

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Verlängerung der Abgabefrist zur Begabtenförderung

[02.05.2012]  Ein gute musikalische Ausbildung kostet Geld … die Familien junger Musikerinnen und Musiker wissen das nur zu gut! Um diese Familien zu unterstützen, wurden im Rahmen des Bayerischen Musikplans Gelder zur individuellen Förderung musikalisch besonders begabter Jugendlicher aus Landesmitteln bestimmt. Der Bayerische Musikrat verlängert die Bewerbungsfrist bis zum 11. Mai 2012 (Posteingang).

Bewerben können sich Musiker aller Art, die seit mindestens einem Jahr in Bayern wohnen. Die Altershöchstgrenze liegt bei 20 Jahren. Fördermittel sind sowohl Unterrichts- und Fahrtkostenbeihilfen, Fortbildungs- und Studienmaterialzuschüsse, als auch Instrumentenzuschüsse. Über die Vergabe der Mittel entscheidet ein Ausschuss, der jeden eingegangenen Antrag gewissenhaft überprüft. Anträge können auf www.musikinbayern.de unter Projekte heruntergeladen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie im Projektbüro des Bayerischen Musikrats, Kurfürstenstraße 19 in 87616 Marktoberdorf, Telefon 08342 9618-60 oder per Mail: begabtenfoerderung@bayerischer-musikrat.de

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Liebe Zupfmusiker/innen in Bayern,

nachdem der neue Bundesvorstand in Fulda gewählt wurde sind einige Änderungen bekannt zu geben:

  • Neue Adressen und Ansprechpartner sind in der Anlage aufgelistet.
  • Bitte nur noch die angegebenen Emailadressen nutzen, alle übrigen BDZ-Emailadressen (name@bdz-online.de) werden in den nächsten Wochen abgeschaltet.
  • Besuchen Sie die Homepage www.bdz-online.de mit der neuen Rubrik »Aktuelles«.
  • Melden Sie dem Webmaster des Bundesverbandes bitte Ihre Anregungen für die Gestaltung der Website. Sie wird in Zukunft die Kommunikationsplattform auf Bundesebene sein.
  • Bitte melden Sie dem Bundes- und natürlich auch dem Landesverband rechtzeitig (gleich bei der Terminfestlegung) die Termine von Festkonzerten, wenn der BDZ-Mitgliedsverein einen »runden« Geburtstag feiert (ab 50 Jahre), und den von Festkonzerten zum 100-jährigen Bestehen des Vereins, gerne auch zwei bis drei Jahre vor diesem Jubiläum, damit dem Verein z.B. Hilfestellungen zur Beantragung der »Pro Musica Plakette« des Bundespräsidenten über die Seite www.orchesterverbaende.de gegeben werden können.
  • Der Bundesverband sucht dringend Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die Interesse daran haben, zusammen mit dem Bundesjugendleiter Marcel Wirtz den Bundesjugendbeirat wieder zum Leben zu erwecken. Ideen sind vorhanden.

Mit zupfmusikalischen Grüßen von
Joachim Kaiser
19.04.2012

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Wochenendlehrgang

a) Spaß an Zupfmusik mit 50+ und
b) Vorbereitungskurs für Jugend-musiziert-Ensemblewertung

vom 30.11. bis 02.12.2012 in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg

  1. Erstmals in Bayern wird ein Lehrgang speziell für die Altersgruppe um 50+ angeboten: frei von Leistungsdruck und anderen Zwängen steht der Spaß an Zupfmusik im Vordergrund. In Form von Ensembles, Liedbegleitungs- und anderen Kleingruppen können sich die Teilnehmer ihre Lieblings-Betätigungsfelder mit ihrem Instrument auswählen und praktizieren.
    Zielgruppe: Hobbymusiker, die nach längerer Pause wieder angefangen habe, zu musizieren, bzw. erwachsene ZO-Spieler, die gerne mal nur mit Gleichaltrigen oder Älteren zusammen musizieren wollen (ohne untere/obere Altersgrenze)
  2. Nach längerer Pause bietet sich Teilnehmern des Wettbewerbes Jugend musiziert oder anderen Besetzungen die Gelegenheit für ein intensives Kammermusikwochenende z.B. als Vorbereitung auf den Regionalwettbewerb 2013.
    Zielgruppe: Ensembles, die sich zum Wettbewerb "Jugend musiziert" 2013 anmelden möchten, oder andere Kammermusikbesetzungen

Leitung: Petra Breitenbach
Dozenten: Michael Diedrich, Johannes Tappert

Teilnahmegebühr:
jugendl. BDZ-Mitglieder 65 €, Nichtmitglieder 95 €
erwachsene BDZ-Mitglieder 90 €, Nichtmitglieder 120 €
Wegen Bettenkapazität: Anmeldung bis 30. Juli 2012

Infos und Anmeldung:
Petra Breitenbach, Schleusenstraße 3, 97816 Lohr a. Main, Tel.: 09352/6949, Fax: 09352/600375, eMail

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Phoibos

Phoibos[18.03.2012 • Silvan Wagner]  Die neue Ausgabe von Phoibos – Zeitschrift für Zupfmusik befindet sich im Druck und wird innerhalb der nächsten Tage ausgeliefert werden können.

Das Thema der Ausgabe ist Gender, die vier thematischen Artikel beschäftigen sich mit der Bedeutung des sozialen Geschlechts für Aspekte der (Zupf-)Musik.

Der Inhalt im Einzelnen:

  • Silvan Wagner: Corellis Mandoline, oder: Die Bändigung der modernen Frau als Musik
  • Elisabeth Böhm: Kunst-Körper. Zur Funktion von Mignons Androgynie
  • Christine Siegert: Das Ständchen – Überlegungen zu einem Szenentypus in der Opera buffa
  • Joan Marie Bloderer: Genderaspekte im Zitherspiel – Die Frau und die Zither im 19. Jahrhundert
  • Gertrud Maria Huber: Ist die Zither weiblich? Gendervergleich akademisch ausgebildeter Zitherspieler und Zitherlehrer mit Zitherspielerinnen und Zitherlehrerinnen
  • Magali Saikin: Argentinischer Tango und Gender: Die Rolle der Frau bei der musikalischen und literarischen Komposition
  • Panagiotis Poulopoulos: »A complete Accompanyment to the Female Voice«: The Guittar and its Role in the Culture of Georgian England
  • Matthias Henke: »Ein bisschen toll, wie Du bist!« Unveröffentlichte Dokumente zu Mario Castelnuovo-Tedesco und Siegfried Behrend
  • Miszellen, Besprechungen

Bestellt werden kann die Ausgabe unter www.phoibos-zfz.de. Selbstverständlich können auch frühere Ausgaben der Zeitschrift Phoibos bestellt werden, solange die Auflage nicht vergriffen ist.

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Musikwochenende im Schullandheim Schaippach

[18.03.2012 • Petra Breitenbach]  »Ein Fest im Schloss mit viel Musik« – Geschichten und Musik von Burgfräulein und tapferen Rittern. Unter diesem Motto lud der Landesverband Bayern des BDZ am vergangenen Wochenende 34 Gitarren- und Mandolinenschüler aus Lohr, Veitshöchheim, Würzburg, Schweinfurt und Gerolzhofen ins Schullandheim nach Schaippach (Gemünden) ein.

Die sieben- bis elfjährigen Musikschüler erhielten Einzelunterricht auf ihrem Instrument, machten aber auch die ersten Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble. Viel Spaß hatten sie auch am Liedbegleiten und mit höfischen Rhythmicals. Zwischendurch wurden T-Shirts und Taschen (als Fahnen) bemalt, die beim Abschlusskonzert für Farbtupfer sorgten.

Probe des Kursorchesters mit Bianca Brand

Am Sonntag im knapp einstündigen Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten Bianca Brand, Petra Breitenbach, Rosa Faerber und Johannes Wagner in eineinhalb Tagen erarbeitet hatten. Der Verbindung von John Walkowiak (Sing- und Musikschule Lohr) zur Dorfgemeinschaft Hohenroth ist es zu verdanken, dass das interne Abschlussvorspiel wieder im Festsaal der Dorfgemeinschaft stattfinden konnte. Alle Teilnehmer waren begeistert von der großen Bühne und der Atmosphäre des Saales und bemühten sich besonders um eine gute Vorstellung: das Publikum nahm es begeistert auf und applaudiert eifrig!

Die Kinder sind schon neugierig auf das Motto im nächsten Jahr (2./3.März 2013), wenn sie wieder zu »Musik, Spiel und Spaß für Kinder« nach Schaippach kommen werden.

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»It doesn’t feel like work«

Eindrücke von der 2. European Guitar and Mandolin Academy von 7.–11. November in der Bundesakademie Trossingen

[14.02.2012 • Petra Breitenbach]  Neugierig und gespannt, was die Woche an Infos und neuen Erkenntnissen über den »American way of playing the mandolin« bringen würde, saß ich wie alle anderen Teilnehmer (u.a. aus Schottland, Italien, Schweiz, Österreich, Spanien, Griechenland, Israel, Finnland, Russland …) in der Begrüßungsrunde.

Als erfahrene Kursleiterin hörte ich zugegebenermaßen kritisch zu, welche Angebote vorgestellt wurden und versuchte sofort ein Konzept zu erkennen, das »richtige« Angebot für mich zu finden. Ich war auch skeptisch, ob das Kursorchester so eine gute Idee ist, weil sich die Zusammensetzung der Teilnehmer nicht nur von der Herkunft als sehr heterogen herausstellte. Wie wollten die vier Dozenten Caterina Lichtenberg, Mike Marshall, Don Stienberg und Mirko Schrader dieses breite Feld bearbeiten? »Non reader players« (ohne Notenkenntnisse), Anfänger, Laien, Studenten, erfahrene Musiklehrer sollten alle unter einen Hut gebracht werden – kann das funktionieren?

Doch sobald alle Teilnehmer mit ihren Eigenheiten erkannt waren, reagierte das Dozententeam schnell und stellte sich hervorragend auf die Bedürfnisse ein: Don z.B. gründete ein »Non Readers Ensemble«, in dem auch unerfahrene »Readers« und solche mitmachten, die noch nie improvisiert oder Akkorde gespielte hatten und sich am Ende doch trauten, im Abschlusskonzert ein kleines Solo zu präsentieren – Kompliment Don!

Ich persönlich wollte mein Akkordspiel auffrischen und etwas über den »american style« lernen, in der Hoffnung, meinen Mandolinenunterricht damit aufzupeppen und evtl. die Mandoline auch für Jungs attraktiver zu machen …? Bei den verschiedenen Akkordpatterns – 2. Umkehrung (»fifth in the bottom«) und D-Dur im VII. Bund – wurde jedoch auch mir schwindelig, der Anfänger neben mir hatte schon vorher kapituliert, aber trotzdem mitgesungen und die Akkorde einfach in der Grundstellung gespielt, wenn wir wieder einen Liedabschnitt zusammensetzten. Beide hatten wir etwas profitiert: auch auf der Mandoline lohnt es sich, bei der Liedbegleitung Akkorde umzukehren und in die Lagen zu gehen (Gitarristenvorurteil ade!) und mit entsprechenden Schiebegriffen sind viele Lagenwechsel auch ohne Noten machbar.

Die Arbeitsatmosphäre war sehr offen, freundlich und locker, so dass alle mit Spaß auch an die eigenen Grenzen gingen oder sogar darüber hinaus. Aus meiner anfänglichen Skepsis wurde Anerkennung und Bewunderung darüber, wie gut die Dozenten auf die Gruppen reagierten und vorbereitete Konzepte auch wieder verwerfen konnten. Respekt! Es wurde kein Teilnehmer »unversorgt« gelassen: ein lockerer Wechsel von Teacher interviews, div. Workshops, Einzelunterricht, Kleingruppen bei »Tipps zum Arrangieren«, dem großen Zupforchester und »Mirkos Beatles-experience Band« füllten den Tag reichlich. Die abendlichen Konzerte rundeten das bunte, vielfältige Bild der Mandolinenmusik ab und bei den anschließenden jam-sessions (Teilnehmer und Dozenten) kamen auch die Nachteulen voll auf ihre Kosten. Mit dem fürsorglichen Rundumservice von Simone und Rüdiger Grambow ergab sich so eine perfekt organisierte, sehr angenehme und inspirierende Woche, sicher nicht nur für die Teilnehmer. Ich vermute, die Dozenten konnten auch angesichts der Unterschiedlichkeit der Herkunftsländer und Spielweisen ihre Erfahrungen bereichern. Stolz sein auf ihre geleistete Arbeit können sie allemal!

2. European Guitar and Mandolin Academy

Als die eingangs erwähnte »erfahrene Kursleiterin« (und Musikleiterin des LV Bayern) bin ich froh, diese lebendige, erfrischende Mandolinenwoche erlebt zu haben und kann sie nur weiter empfehlen. Als Mandolinenlehrerin fühle ich mich jetzt als Teil des »international mandolin promotion teams« (Mike Marshall) und kümmere mich um peppige Wechsel zu D-Dur im VII. Bund …

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Motivationsflash für das Jubiläumsjahr

[22.01.2012]  Am ersten Adventswochenende startete das Zupf Ensemble Lohr in sein langersehntes Probenwochenende in der Musikakademie Hammelburg. Trotz vieler Terminüberschneidungen mit Ballettauftritt, diversen Geburtstagen oder sonstigen familiären Ereignissen kam eine spielfähige, schaffenslustige Mannschaft zusammen. Allen voran unsere Petra Breitenbach, die unermüdlich, leidenschaftlich und mitreißend als Chefin vor uns steht. So gestalteten sich die drei Tage zusammen mit unseren Gastdozenten Monika Appel (Mandolinen) und Andreas Kantenwein (Gitarre und Ensemble) als intensiv, sehr erheiternd und richtig motivierend!!!

Classical Gas erwachte z.B. trotz anfänglicher rhythmischer Unstimmigkeiten voll zum Leben. Ganz konträr dazu im Stil der alte Schlager von Valentin Roeser, aber auch hier kam Schwung und neue Interpretation mit Elan und Eifer zur gelungenen Umsetzung. In den Stimmproben passierten musikalisch, technisch aber auch interdisziplinär (quasi stimmübergreifend) lauter kleine Dinge, die dann im Ensemblespiel ein sehr beeindruckendes Gesamtergebnis ermöglichten.

Um die heißgeglühten Finger und Gemüter zu kühlen, gabs zum Ausklang auch was Prickelndes zu trinken. Wobei dem ein oder anderen eher nach Wärme und Whirlpool zu Mute war, und so packten manche ihre Handtücher, um in Bad Kissingen in der Kissalis Therme zu wellnessen. Gut erholt und eingespielt konnten wir dann am Sonntag mit Florian Salzmann schon fast konzertreif das Konzert von Hasse für Solomandoline und Zupforchester proben. Macht schon echt Laune und Lust auf mehr mit diesen Zupfern!!!

Zupf Ensemble Lohr

Das Wochenende war ein richtiger Motivationsflash, der als Auftakt zu unserem 30-jährigen Jubiläum mehr als gelungen ist. Jetzt fiebern wir schon auf das große Event unseres besonderen Konzerts im Mai hin, mit diversen Ideen, unterstützt von einigen Ehemaligen :-) und mit legendären Schmankerln (musikalisch wie kulinarisch) gespickt.

Wer mit uns feiern und Lohrer Zupfgeschichte genießen möchte, ist jetzt schon herzlich eingeladen, am 05.05.2012 um 20 Uhr in die Aula der Realschule Lohr zu kommen. Wir sind da und freuen uns!!!

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Empfehlenswert: »Mein Verein« von Haufe jetzt in erweiterter Neuauflage

[07.01.2012 • Newsletter Referat Laienmusik]  »Mein Verein« ist ein verlässlicher und kompakter Leitfaden für interessierte Vereinsverantwortliche, mit dem sie sich schnell und präzise über die wichtigsten Fragen rund um den Verein informieren können. Darüber hinaus liefert »Mein Verein« mit der beiliegenden CD zahlreiche rechtssichere Verträge, Mustersatzungen, Spendenvordrucke, Musterbriefe u.v.m. gleich mit.

Von der Vereinsgründung über die Ausstellung von Spendenquittungen bis hin zur Satzungsänderung oder gar bezahlten Mitarbeitern (Minijobbern) im Verein reicht das Aufgabenspektrum von Vereinsverantwortlichen.

Dieser Vereins-Berater ist ein absolut lohnenswertes Nachschlagewerk, weil es – zwar immer noch stark durch den Sport geprägt – auch auf den Musik- und Kulturbereich eingeht. Bedauerlich ist allerdings, dass auf der beigefügten CD fünf Mustersatzungen enthalten sind, aber keine, die für Musikvereine verwendbar wäre. »Ich kann jedem engagierten Vereinsvorstand dieses Werk aus der Feder von Prof. Geckle nur wärmstens ans Herz legen«, so Andreas Horber, Leiter des Referates Laienmusik im Bayerischen Musikrat.

Erhältlich ist »Mein Verein« im Haufe-Shop zum Preis von € 16,80.

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Weihnachtsbrief des Präsidenten

[17.12.2011]  Liebe Zupfmusikerinnen und Zupfmusiker in Bayern,

zum Jahresabschluss möchte ich Sie über einige Ereignisse des abgelaufenen Jahres informieren und auf noch Kommendes hinweisen.

Bezüglich der Betreuung unseres Newsletter bzw. der Homepage hat es einen Wechsel ab dem November 2011 gegeben: Claudia Mangels, die seit vielen Jahren den Newsletter bestens betreut und Artikel für die Homepage redaktionell bearbeitet hat, war durch ihre begrenzte Zeit gezwungen, den Posten abzugeben. In Karin Heilgenthal haben wir eine Nachfolgerin gefunden, die mit der Zupfmusik auch schon lange verbunden ist und diese Aufgabe gerne übernommen hat. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Claudia Mangels für die hervorragende Arbeit über viele lange Jahre hinweg.

Im Wettbewerb der Mitgliederwerbung gibt es ein Ergebnis: Mit einem Plus von 16 neuen Mitgliedern können sich »die Vivaldis« aus Karlsfeld über Noten als Dankeschön freuen. Wir werden diesen Wettbewerb auch im nächsten Jahr durchführen und hoffen auf viele neue Mitspieler in den Heimatorchestern.

Bei der Mitgliederversammlung auf Bundesebene am 3. und 4. September 2011 in Kassel konnte aufgrund der fehlenden Übersicht über den Stand der nichtgemeldeten bzw. nichtzahlenden Mitglieder kein neuer Bundesvorstand gewählt werden. Der nächste Versuch wird am 5. Februar 2012 in Fulda stattfinden. Die einzige Form der Einladung dazu finden Sie in unserer Fachzeitschrift concertino 4/2011 auf Seite 221.

Bei der Musikbeiratssitzung des Staatsministeriums am 23. September 2011 in München wurde darüber informiert, dass der Gesamtzuschuss 2011 für den BDZ um ca. 10.000 € reduziert wird und dass die finanzielle Situation ab 2013 insgesamt voraussichtlich schlechter wird. Ich habe in diesem Zusammenhang wiederholt dem Ministerium gegenüber meine Bedenken angemeldet, dass so die Qualität unserer Fort- und Weiterbildung gefährdet ist. Die einzige Möglichkeit dagegen ist momentan die weitere Erhöhung unserer Mitgliederzahl.

Das Orchestertreffen des Bayerischen Landesjugendzupforchesters BLJZO mit dem Jugendzupforchester Hessen im November war sehr erfolgreich und eine rundum gelungene Veranstaltung mit einem beeindruckenden gemeinsamen Abschlusskonzert in Sulzbach am Main. Bei dieser überregionalen Zusammenarbeit haben sich in harmonischer und freundlicher Atmosphäre neue Kontakte und Impulse ergeben. Gerne wird das BLJZO 2012 oder 2013 das JZOH nach Bayern einladen, um die erfolgreiche Kooperation fortzusetzen.

Beim Bayerischen Orchesterwettbewerb vom 18. bis zum 20. November 2011, erstmals in den Studios des Bayerischen Rundfunks in München, hat das Ensemble Roggenstein unter der Leitung von Oliver Kälberer mit hervorragenden 24,0 Punkten die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb im Mai in Hildesheim erreicht. Als ein weiteres tolles Ergebnis erspielte das Jugendzupforchester Vivaldi Tigers aus Karlsfeld unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold mit 21,7 Punkten die Option und damit die inzwischen vom Projektbeirat in Berlin beschlossene Weiterleitung in der Kategorie Zupforchester. Im Bereich Gitarrenensembles hat El Polifemo aus Augsburg, geleitet von Johannes Stickroth, die Weiterleitung mit 23,3 Punkten erreicht. Allen drei Ensembles gratuliere ich ganz, ganz herzlich zu ihren Erfolgen und wünsche ihnen ähnlich herausragende Ergebnisse in Hildesheim!

Im Bereich Seniorenarbeit/Musikgeragogik möchten wir mehr Kurse durchführen als bisher, deshalb werden wir u.a. im Herbst unter der Leitung von Petra Breitenbach einen Kurs 50+ (Ausnahmen möglich) in der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg anbieten, voraussichtlich unter dem Titel »Entfalten statt liften« oder »Oldies AND Goldies« – gemütlich entspannt. In diesem Kurs können völlig stressfrei und ohne Leistungsdruck in kleinen Ensembles/Liedbegleitungsgruppen neue unterhaltsame Werke kennengelernt bzw. alte Volkslieder/Schlager gesungen werden, die zu Hause dann hoffentlich weiterklingen. Um besser planen zu können, melden sich Interessierte bitte unverbindlich bis 29. Februar 2012 bei der Musikleiterin Petra Breitenbach. Ausschreibungen zum Kurs erscheinen dann in der zweiten Jahreshälfte 2012. Im Parallelkurs können jugendliche Ensembles, die sich zum Wettbewerb »Jugend musiziert« anmelden, intensiv und ausführlich mit einem Dozenten an ihren Stücken und ihrem Zusammenspiel feilen.

Das Bayerische Landeszupforchester BLZO wird im Juni 2012 eine einwöchige Konzertreise nach Italien unternehmen. In diesem Zusammenhang weise ich auf die Förderung der internationalen Begegnungen (Konzertreisen) hin, für die die Anträge bis 31. März jeden Jahres beim Bayerischen Musikrat zu stellen sind.

Nun noch eine Bitte: Wenn die Mitgliedsorchester spätestens bis Ende Januar die Mitgliedermeldung an die Bundesgeschäftsstelle senden, schicken Sie doch gleich auch eine Kopie an unsere Geschäftsstelle, denn die Meldungen vom Bund erreichen uns oft zu spät im Jahr.

Zum Ende des Jahres 2011 danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihr Engagement für die Zupfmusik in Bayern. Mit Ihrem Willen zur Weiterbildung an Ihrem Instrument und in der Theorie, sowie Ihrem Einsatz im Bereich musikalischer Darbietungen, gelang auch im ablaufenden Jahr die positive Weiterentwicklung der Zupfmusik in Bayern und darüber hinaus.

Für den Dezember und den Jahreswechsel wünsche ich Ihnen allen, im Namen des gesamten Vorstands, zwischen der alljährlichen Adventshektik auch einige besinnliche Stunden, ein schönes Weihnachtsfest, möglichst im Kreise Ihrer Familie, und einen sicheren »Rutsch« in ein gutes, erfolgreiches und hoffentlich friedliches neues Jahr 2012.

Ihr Joachim Kaiser
Landesverbandspräsident

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Starke Musiker gehen 2012 zum 8. Deutschen Orchesterwettbewerb nach Hildesheim

[20.11.2011 • Bayerischer Musikrat – Pressemeldung]  Durchweg sehr hohe Leistungen boten die Teilnehmer am 8. Bayerischen Orchesterwettbewerb vom 18.–20. November im Funkhaus in München. Ein wahrer Musikgenuss für die Wettbewerbsbesucher. Für die Juroren oft eine Gratwanderung. Denn bei fast gleich starken Ensembles galt es abzuwägen zwischen Jugend und Senioren, technischem Können und musikalischem Ausdruck. Wer weitergekommen ist, hat beim 8. Deutschen Orchesterwettbewerb im Mai 2012 in Hildesheim beste Chancen. BMR-Präsident Dr. Thomas Goppel betonte bei der Preisverleihung: »Aber auch jene ohne Weiterleitung dürfen sich als Gewinner fühlen. Dabei sein setzt enorme Vorbereitung voraus. Anderen zuhören, unterstreicht die Fähigkeit, sich selbst in Frage zu stellen und sich auf Neues einzulassen. Das kann nicht jeder Musiker. Davor habe ich größten Respekt!«

Großes Lob sprach Thomas Goppel auch dem Organisations-Team mit Andreas Horber (Bayerischer Musikrat – Referat Laienmusik) aus. Goppel: »Wenn alles reibungslos läuft wie hier geschehen, dann sind wir sicher, dass wir auch hier unsere Besten platziert haben.«

Von den insgesamt 31 Ensembles, die zum Wettbewerb antraten, erhalten folgende 11 Ensembles die Weiterleitung zum 8. Deutschen Orchesterwettbewerb vom 12. bis 20. Mai 2012 in Hildesheim:

  • Sinfonieorchester Ostallgäu (Kategorie A1)
  • ODEON-Jugendsinfonieorchester München (Kategorie A2)
  • Jugendkammerorchester VIOLINISSIMO (Kategorie A3)
  • Puchheimer Jugendkammerorchester (Kategorie A4)
  • Stadtkapelle Memmingen (Kategorie B1)
  • Jugendblasorchester der Stadtkapelle Wertingen (Kategorie B2)
  • Brass Band A7 und Brass Band München (Kategorie B3)
  • Ensemble Roggenstein (Kategorie C1)
  • El Polifemo (Kategorie C3)
  • Jugendakkordeonorchester der Musikschule der Hofer Symphoniker (Kategorie D2)

Eine Optionen zur Teilnahme erhielten: Brass Band München (Kategorie B3), Posaunenchor der Reformations-Gedächtnis-Kirche (Kategorie B3), Vivaldi Tigers Karlsfeld (Kategorie C1).

Die Ergebnisse zum Download

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Siegfried-Behrend-Zupforchesterwettbewerb in Zeil am Main

Sieg für das Mülheimer Zupforchester

[16.11.2011 • Anna Ulrike Kurtz]  Eineinhalb Jahre lang hatten viele dem »Siegfried-Behrend-Zupforchesterwettbewerb« entgegen gefiebert – jetzt ist er Geschichte: Der 1. Preis ging an das Mülheimer Zupforchester unter der Leitung von Dominik Hackner. Den 2. Preis gewann das Mandoline-Ensemble The Strings, Stein, Niederlande (Ltg. Annemie Hermans), den 3. Preis nahm das Mandolinenorchester Edelweiß Dudenhofen (Ltg. Birgit Pezza) mit nach Hause. Sonderpreise gingen an das Orchester Il Plettro aus Gardone Val Trompia, Italien (Ltg. Alberto Bugatti) für die beste Interpretation des Werkes Polyeder von Herbert Baumann und noch einmal an das Dudenhöfener Orchester für die beste Interpretation der Suite macabre von Elke Tober-Vogt.

Ausrichter des Wettbewerbs war Musikforum Schweinfurt e.V., örtlicher Gastgeber das Zeiler Zupforchester. Musikforums-Vorsitzender und Organisator Gerhard Vogt konnte zur Preisverleihung neben Bürgermeister Thomas Stadelmann zahlreiche Ehrengäste begrüßen, so den Executive President der EGMA Rüdiger Grambow, das Präsidiumsmitglied des Bayerischen Musikrates Ernst Oestreicher, die BDZ-Landesverbandspräsidenten Gisela Schmidt (Hessen) und Dr. Steffen Wolf (Sachsen) sowie einige Delegationen aus weiteren Landesverbänden.

Viel Freude an den guten Leistungen hatten auch die Juroren. Elke Tober-Vogt stand der Jury vor und moderierte den Wettbewerb. Weiter dabei: Benny Ludemann als »Grandseigneur« der europäischen Zupfmusik, Paul Esslinger, Komponist, Maler, Textdichter und Arrangeur aus Berlin und der gebürtige Russe Valerij Kisseljow, Musiker, Dirigent und wie Paul Esslinger ein ehemaliger Preisträger eines Musikforum-Wettbewerbs.

Der Wettbewerb fand unter besten Bedingungen statt, hatte man doch von der Stadt Zeil sowohl einen großen Konzertsaal wie auch direkt damit verbundene Einspielräume zur Verfügung gestellt bekommen. Das Zeiler Zupforchester sorgte für die Verpflegung – vor allem die riesige Kuchenbar und die Sekttheke fanden regen Zuspruch. Schönstes Wetter ermöglichte quasi ein riesiges Zupfer-Familienfest im Hof der Anlage – die Stimmung war einfach prächtig.

2014 findet der nächste Siegfried-Behrend-Zupforchesterwettbewerb in Zeil statt – einige Orchester haben bereits angekündigt wiederzukommen.

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Liebe Zupfer, Zupferinnen und Freunde des BDZ Bayern!

[01.11.2011 • Karin Heilgenthal]  Ab dem 1.11. wird unter dem Zupfboten-online ein neuer Name stehen: Karin Heilgenthal. Ich darf Claudia Mangels nach ihrem langjährigen Engagement ins Ehrenamt folgen. Beim Lohrer Zupfensemble spiele ich schon seit zwei Jahrzehnten Mandoline und kenne den Verband von Kindesbeinen an. Kurse, Jugend musiziert und BLJZO waren heißgeliebte Ferienbeschäftigungen, so dass eben außerhalb des Orchesterspiels die Musik auch ja nicht zu kurz kam. Durch die Berufsausbildung zur Ergotherapeutin und meine Arbeitsstellen konnte ich dann auch in Bayreuth und München Orchester des BDZ kennenlernen und durfte andere Musik und Leute musikalisch erleben.

Aktuell freue ich mich nun jedesmal auf die Freitagsproben, da das neben meinem Alltag mit zwei Kindern eine perfekte Möglichkeit ist, mal wieder was für Herz und Seele zu tun.

Ich freue mich auf die neue Aufgabe und wünsche mir viele spannende Artikel, Infos, Kontakte und gerne auch Resonanz, wenn es neue Ideen und Veränderungsvorschläge zum Zupfboten-online gibt.

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Zeitgemäße Antwort auf die Entwicklung im Musikleben

Wolfgang Heubisch und Thomas Goppel stellen den 3. Musikplan vor

[24.09.2011 • Bayerischer Musikrat]  Vielfalt bestimmt die Musiklandschaft im Flächenstaat Bayern. Damit dies auch in Zukunft dezentral und regionaltypisch ausgebaut werden kann, wurde der 3. Bayerische Musikplan erstellt. Gestern präsentierten Kunstminister Dr. Wolfgang Heubisch und Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats, das druckfrische Werk der Öffentlichkeit.

»Der 3. Bayerische Musikplan macht konkrete Vorschläge für die Entwicklung des Musiklebens in Bayern«, unterstrich Heubisch. »Die neuen Herausforderungen beispielsweise durch die Ganztagsschule, den steigenden Altersdurchschnitt in der Bevölkerung, die hohe Zahl von Mitbürgern mit Migrationshintergrund sowie die Veränderungen im Bildungs- und Freizeitverhalten der Bürgerinnen und Bürger werden dabei erstmals berücksichtigt.«

Das spiegelt sich in neuen Stichworten wie etwa »Freie Musikensembles«, »Weltmusik«, »Musik und Migration« oder »Musik und Umwelt« wider. Thomas Goppel: »Ein besonderer Schwerpunkt gilt der musikalischen Bildung, die schon in Kindertageseinrichtungen und sonstigen vorschulischen Angeboten einsetzen muss.«

Mit dem 1. Bayerischen Musikplan legte die Bayerische Staatsregierung 1978 erstmals ein zusammenhängendes Entwicklungsprogramm für Musikerziehung, Musikausbildung und Musikpflege in Bayern vor. Der 2. Bayerische Musikplan wurde auf der Grundlage eines Vorschlags des Bayerischen Musikrats und zahlreicher Anregungen von Institutionen, Verbänden und Einzelpersonen im Jahr 1989 neu erarbeitet. Der 3. Bayerische Musikplan ist eine Fortschreibung des 2. Bayerischen Musikplans. Er wurde im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung vom Bayerischen Musikrat und einer Expertenkommission mit Vertretern der verschiedenen Musikinstitutionen und Musikbereiche in Bayern erstellt.

Download Bayerischer Musikplan

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Zwischen Klassik, Jazz und Weltmusik – Walter Abt & Munich Guitars in München

[21.09.2011]  Was sich alles an vielsaitigen Klängen abspielen kann, zeigt das Gitarrenensemble MUNICH GUITARS des Münchner Gitarristen und Komponisten Walter Abt in einem Konzert am 30. Oktober in der Black Box des Gasteig in München.

Vorgestellt werden ganz unterschiedliche Stilrichtungen, vom Flamenco bis zur südamerikanischen und afrikanischen Musik, von der Klassik bis zur zeitgenössischen Moderne. Das experimentelle Ensemble MUNICH GUITARS ist ein Spiegel für Weltoffenheit und Interkulturalität der zeitgenössischen Musik. Explosiv-rhythmische Formen der musikalischen Improvisation erzeugen interaktive Beziehungen zwischen den einzelnen Instrumentalisten. Wesentlich ist das Schaffen einer eigenen Klangidentität, die in Zeiten von veränderten gesellschaftlichen und globalen Verhältnissen in einem subjektiven musikalischen Weltbild möglich ist.

Zur Uraufführung von Manuel Negwers afrikanischem Werk MARIMBA, das WALTER ABT & MUNICH GUITARS gewidmet ist, bieten die Solisten des Ensembles ein weiträumiges, auch tonales Panorama der vielseitigen Anwendung des unplugged acoustic sounds mit Stücken der südamerikaischen Moderne, des Nuevo Flamenco und dem Canción latina. Weiterer Schwerpunkt sind eigene Werke von Walter Abt, der bereits mit seinem Munich Guitar Orchestra Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs und Sonderpreisträger für zeitgenössische Musik war. Daneben werden Komposititonen u.a. von Mozart, Paganini, Brouwer, Barrios sowie von Al de Meola und Paco de Lucia zu hören sein.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Karten zum Preis von € 20 (erm. 13) sind an allen München-Ticket Verkaufsstellen erhältlich.

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Einmalig in Deutschland und erstmalig in Bayern:
Ressortübergreifende Initiative der Ministerien zur Stärkung der musikalischen Bildung

Bayerische Landeskoordinierungsstelle für Musik sammelt, vernetzt und vermittelt zukünftig Projekte der Musikbildung in Bayern und fördert musikalische Initiativen

[19.09.2011]  Der Freistaat Bayern will die musikalische Bildung stärken. Damit dies vom Kleinkind bis zum Senior gelingt, gründen das Bayerische Kultusministerium, das Bayerische Kunstministerium und das Bayerische Familienministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Musikrat eine Bayerische Landeskoordinierungsstelle für Musik (BLKM). Diese wird zukünftig die zahlreichen Musikbildungsprojekte im Flächenstaat Bayern sammeln, vernetzen und vermitteln, damit Interessierte aller Altersklassen davon profitieren können. Darüber hinaus sollen neue Konzepte und Projekte der musikalischen Breitenbildung durch die ressortübergreifende Stelle unterstützt und verbreitet werden.

»An Schulen, in Kindertageseinrichtungen und in Vereinen ist Musik bereits in erfreulich vielen Bereichen fester Bestandteil des Alltags. Die zukünftig ressortübergreifende Zusammenarbeit macht es möglich, von der Erfahrung bereits bestehender Projekte zu profitieren und bietet den Akteuren vor Ort effektive Hilfestellung. Gleichzeitig werden der Austausch und die Koordination wertvolle Impulse für neue Projekte geben«, beschrieb Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle seine Erwartungen an die Bayerische Landeskoordinierungsstelle für Musik.

»Die neue Koordinierungsstelle für Musik wird dazu beitragen, die starken bayerischen Potentiale aus Laienmusik, professioneller Musik und außerschulischer Musikpädagogik besser mit den Ansprüchen von Kindertageseinrichtungen und Schulen zu verzahnen, und damit die musikalische Grundbildung unserer Kinder und Jugendlichen weiter verbessern. Ich danke dem Bayerischen Musikrat für seine Initiative«, führte Kunstminister Dr. Wolfgang Heubisch aus.

Die Anregung zur Gründung kam von Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats. Er empfiehlt, sich in der Anfangsphase auf Musikprojekte in Bayern zu konzentrieren, die die musikalische Bildung in Kindertagesstätten und Schulen fördern. »Denn unsere Kinder sind die Kulturträger der Zukunft. Doch das gelingt nur, wenn sie so früh wie möglich mit Kultur in Berührung kommen und zwar vor allem von der praktischen Seite her: sie sollen wieder singen und musizieren und über das aktive Musizieren sich, den Nächsten und ihre Umwelt erfahren«, so Dr. Thomas Goppel zur Wichtigkeit frühkindlicher musikalischer Erziehung.

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Vivaldi-Orchester wärmt den Sommer auf

Auftritte in Amerang und Altomünster begeistern die Zuschauer

[14.09.2011 • Angelika Tausch]  »Von Venedig nach Hollywood« hieß es im Juli gleich zweimal für die zahlreichen Konzertbesucher des Vivaldi-Orchesters Karlsfeld. Denn das Orchester konzertierte zunächst im wunderschönen Innenhof des Ameranger Schlosses, einen Tag später gestalteten die Laienmusiker ein OpenAir-Konzert – in nicht minder schöner Kulisse – im Klosterhof von Altomünster.

Die Vivaldis sind seit nunmehr 13 Jahren ein fester Bestandteil des Ameranger Konzertsommers. Trotz kaltem Wetter erstrahlte der Schlosshof in seiner einzigartigen Atmosphäre und so boten vor fast ausverkauftem Haus die Laienmusiker auch dieses Jahr wieder Kostproben aus dem aktuellen Programm. Ralf Hanrieder und Angelika Tausch nahmen mit einer spritzigen, lockeren Moderation das Publikum mit auf eine Reise von Venedig nach Hollywood.

Der Abend bot gleich mehrere Höhepunkte. Dem Oboenkonzert von Konrad Wölki, bei dem Inga Däubner als Solistin auf der Oboe überzeugte, folgte das Konzert G-Dur für zwei Solomandolinen und Zupforchester von Antonio Vivaldi. Die Solistinnen Brigitte Rost und Regina Maier harmonierten perfekt und erntenten von den Zuhörern tosenden Applaus.

Nach der Pause ging es nach »Hollywood«. Denn nun stand Filmmusik auf dem Programm. Bei den Melodien aus dem »Paten«, dem »Fluch der Karibik« oder »Mission Impossible« liefen bei den Zuschauern viele Bilder durch den Kopf. Mit einem grandiosen Finale verabschiedeten die Musiker ihre Besucher. Denn Jürgen Schieber schneiderte Ennio Morricones Titelmelodie des Westerns »Zwei glorreiche Halunken« den Karlsfelder Zupfmusikern auf den Leib. Die Stimmung einer Geisterstadt mit bewaffneten Cowboys und dem Geheul eines Kojoten setzte das Orchester musikalisch perfekt um.

Eingeladen vom Kulturförderkreis Altomünster konnte das Orchester am Tag darauf bei weiß-blauem Himmel und etwas wärmeren Temperaturen die XVIII. Klosterhofserenade unter freiem Himmel eröffnen und auch hier das Publikum für sich gewinnen, das die Musiker erst nach vielen Zugabe-Forderungen nach Hause gehen ließ. Und das, obwohl die Temperaturen inzwischen eher herbstlich geworden waren. Die Musik des Vivaldi-Orchesters hatte den kalten Sommer ein wenig wärmer gemacht.

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Dirigieren mit den Profis

Fortbildung für Ensembleleiter instrumental und vokal

[06.04.2011]  Der nächste Kurs Orchesterleitung des Bayerischen Musikrats startet im September 2011. Geleitet wird er von Karl Heinz Bloemeke – langjähriger Chefdirigent des Folkwang Kammerorchesters in Essen und ständiger Dirigent des Sinfonieorchesters Berlin. Regelmäßig arbeitet er mit der Nordwestdeutschen Philharmonie und dem Orchester des Nationaltheaters Mannheim und hat eine Professur im Fach Dirigieren an der Hochschule für Musik Detmold inne. Trotz dieser vielfältigen Beschäftigungen widmet er sich regelmäßig der Ausbildung von Laiendirigenten. Im Auftrag des Bayerischen Musikrats gelingt dies schon seit mehreren Jahren und immer wieder ist es für Karl Heinz Bloemeke spannend, weil laut seiner Erfahrung »die Menschen immer total anders sind«.

Interessenten können sich noch bis zum 1. August 2011 zur Teilnahme bewerben.
Mehr Informationen und ein ausführliches Interview mit Prof. Bloemeke

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Musikberufe im Wandel – Der Verein in der Schule

Arbeitstagung des Bayerischen Musikrats am 13.–14. Mai 2011

[06.04.2011]  Präsident Dr. Thomas Goppel lädt alle Vertreter und Mitglieder der Verbände unter dem Dach des Bayerischen Musikrats zu einer Arbeitstagung in die Bayerische Musikakademie Marktoberdorf ein.

Jugend macht gerne Musik, doch sie will begeistert werden. Am ehesten gelingt das in der Schule. Gerade der Ganztagsbereich bietet sich hierzu an. Doch welche Möglichkeiten hat überhaupt ein Verein, im Rahmen des Ganztagsangebotes Jugend zu erreichen? Mögliche Wege diskutieren Experten auf der Arbeitstagung des Bayerischen Musikrats. Unter dem Titel »Musikberufe und -ausbildung im Wandel« werden neben Ausbildungswegen und beruflichen Zielen in den Sparten Musikwirtschaft, Musikpädagogik und Konzertwesen auch Einsatzbereiche vorgestellt und diskutiert, die auf der Basis von Kooperationen zwischen Verein und Schule funktionieren.

Details zum Programm und Anmeldeformular

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60 Jahre im MGV »Noris Süd«

[16.02.2011 • Hella & Petra Wiedemann]  Am 01.03.1951 kam Willi Wiedemann durch seinen Freund Heinz Winter zum MGV Noris Süd. Willi bekommt als gelernter Geigenspieler eine Mandoline in die Hand gedrückt. Niemand zeigt ihm, wie man das »Ding« fachgerecht hält oder wie das Tremolo funktioniert!

Als ehrgeiziger fast 15-Jähriger schafft er es, in kurzer Zeit von der 2. Stimme in die 1. Stimme versetzt zu werden. Das Notenlesen und das Greifen auf dem Griffbrett ist er ja von der Geige her bereits gewohnt und bereitet keine Schwierigkeiten.

Am 15.03.1969 wählt man Willi Wiedemann sogar zum 2. Vorstand, den er 19 Jahre lang innehatte. In der Zeit von 1971 bis 1983 dirigierte das Orchester Herr Albert Günther. Mit Herrn Günther wuchs unser Orchester auf ein hohes Niveau – und Willi Wiedemann immer am 1. Pult und Solist! Er wird zum »Konzertmeister« ernannt. Höhepunkte seiner Solistenkarriere waren die Stücke Sonatine in C-Dur von Beethoven und die Berceuse de Jocelin – immer in Begleitung des Orchesters. Auch als Aushilfsdirigent muss er zeitweise fungieren.

Seit 1983 schwingt (mit kurzer Unterbrechung) Horst Schiller den Dirigentenstab. Im Jahr 2001 gibt Willi Wiedemann sein 1. Pult an Petra Wiedemann, die Schwiegertochter, weiter – sie ist eine würdige Nachfolgerin. In dringenden Fällen (sollte Petra auf Konzerten nicht zur Verfügung stehen) ist Willi aber immer noch zur Stelle und spielt so sicher und wie früher.

Seit 1988 ist Willi Wiedemann nun schon 1. Vorstand des MGV »Noris Süd« – das sind bis heute schon 23 Jahre. Er leitet den Verein mit Erfolg. Höhe und Tiefen hat er schon gemeistert in seiner Amtszeit. Wir wünschen ihm noch langes erfolgreiches Wirken in »seinem« Verein.

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Protokoll

[28.12.2010]  Das Protokoll der Mitglieder- und Landeshauptausschusssitzung vom 01.11.2010 liegt vor und kann bei Interesse von Einzelmitgliedern bei der Geschäftsstelle des BDZ LV Bayern e.V. (bdz-bayern@web.de) angefordert werden.

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Der Weihnachtsbrief des Präsidenten

Liebe Mitglieder,

auch zum Ende dieses Jahres möchte ich Ihnen herzlich danken für Ihr Engagement für die Ausübung, Unterstützung und Verbreitung der bayerischen Zupfmusik. Im letzten Jahr gab es massive Bestrebungen des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Zuschüsse für den BDZ deutlich zu kürzen. Hintergrund hierfür war die Regelung, fast ausschließlich aufgrund der Zahl der Verbandsmitglieder über die Mittelverteilung zu entscheiden. Aus diesem Grunde war es im Interesse aller jetzigen Mitglieder äußerst wichtig, neue und vor allem jugendliche BDZ-Mitglieder zu werben. Hier muss auch noch weiter versucht werden, unseren Verband und die Mitgliedschaft für mögliche Interessenten attraktiv darzustellen. Bitte engagieren Sie sich deshalb weiterhin intensiv, um neue Mitglieder zu werben. Ein entsprechendes Formular und die ausführlichen Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie über unsere Homepage. Da erst zum Ende des Februars 2011 die Ergebnisse der Mitgliederwerbung genau beziffert und zugeordnet werden können, haben Sie noch bis dahin die Gelegenheit, für Ihre Musikschule oder Ihr Orchester als der Einrichtung mit den meisten Neumitgliedern einen Satz Noten als Dankeschön zu »erwerben«. Meine Bitte, uns die Zahl der kooperativen Mitglieder und deren Altersstruktur detailliert mitzuteilen, wurde im überwiegenden Maße bereits erfüllt. Dies war für die genaue und möglichst hohe Zahl der an das Ministerium zu meldenden BDZ-Mitglieder sehr wichtig. Leider müssen wir die Orchester und Musikschulen mit der entsprechenden Fragestellung im Frühjahr bereits wieder um ihre Zahlen bitten.

Von Seiten des Vorstands waren wir massiv darum bemüht, die Zuschussminderung zu verhindern. Es waren dafür mehrere Konferenzen, Treffen und Einbeziehung von Politikern und Dachverbandsverantwortlichen notwendig. Doch der Zeitaufwand und die Hilfestellung unserer Mitglieder haben gefruchtet: Für das laufende Jahr hat sich der Gesamtbetrag der Mittel zur Förderung der Laienmusik für den BDZ sogar etwas erhöht! Ganz herzlichen Dank dafür an alle daran Beteiligten, in der Hoffnung, dass es sich auch für die Folgejahre ähnlich ergibt! Sowohl bei der Verleihung der Zelter- und Pro Musica-Plaketten im März in Schweinfurt als auch beim 30-jährigen Jubiläum der Bayerischen Musikakademie im November in Hammelburg war Herr Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, zugegen. Ausgestaltet wurden diese publikumswirksamen Veranstaltungen von einem spontan gegründeten Fränkischen Zupforchester und einem Ensemble, ebenfalls aus den Reihen des BDZ LV Bayern, zur Freude der Zuhörer und damit auch der des Ministers. Dass auch dies die o. a. Entwicklung beeinflusst hat, kann nicht völlig ausgeschlossen werden ;-)

Ich bitte wie bereits in den Vorjahren darum, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o. ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Auch in diesem Jahr ist außerdem wieder Ihr »Rechenschaftsbericht« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) für den Erwerb von Zuschüssen von großer Bedeutung. Vielen Dank schon jetzt für Ihre Bemühungen!

Im Juni dieses Jahres feierte musica a corda mit einem Festkonzert sein 20-jähriges Jubiläum. Damit sind für zwanzig Jahre unermüdlichen Wirkens für die Förderung der Zupfmusik z.B. durch herausragende Orchesterkonzerte mit Aufführungen von Originalkompositionen und instrumentengerechten Bearbeitungen zu danken. Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag!

Als ein für fast 3000 Besucher und Interpreten besonderes Ereignis im vergangenen Jahr möchte ich das eurofestival der Zupfmusik in Bruchsal erwähnen, bei welchem ich die Gelegenheit hatte, mich von der hohen Leistungsfähigkeit unserer bayerischen Zupfensembles im Reigen vieler anderer nationaler und internationaler Gruppierungen zu überzeugen.

Nach neun Jahren hat es an der Spitze des Bayerischen Landeszupforchesters einen Wandel gegeben: Dominik Hackner hat aus verständlichen Gründen, die nicht in der Zusammenarbeit mit dem BLZO lagen, das Dirigat abgegeben an Oliver Kälberer. Ich möchte Dominik Hackner ganz herzlich danken für die engagierte und entsprechend erfolgreiche Arbeit mit dem Orchester. Ich freue mich sehr darüber, dass es uns gelungen ist, mit Oliver Kälberer einen äußerst kompetenten Dirigenten aus den eigenen Reihen zu finden, der diese verantwortungsvolle Aufgabe sicherlich bravourös meistern wird. Herzlich willkommen in der Leitung eines unserer »Aushängeschilder«!

Ich wünsche Ihnen allen auch im Namen des gesamten Vorstands neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familien, einen schönen Advent, friedliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein gutes und hoffentlich erfolgreiches Jahr 2011.

Ihr
Joachim Kaiser
Dez. 2010

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PhoibosPhoibos

[13.12.2010]  Phoibos – Zeitschrift für Zupfmusik ist eine Schriftenreihe für Interpreten, Wissenschaftler und Pädagogen, für Laien und Profis gleichermaßen. Jeder der sich ernsthaft mit den Instrumenten Gitarre, Harfe, Mandoline und Zither beschäftigt, wird hier ein vielseitiges Spektrum von wissenschaftlichen Artikeln, aktuellen Essays, Berichten über Kongresse und Festivals, CD- und Buchkritiken bis hin zu launigen »Mailwechseln« und Comics finden.

Dabei versteht sich die Zeitschrift als musik- und kulturwissenschaftliches Organ der Gruppe der Zupfinstrumente, die ihre Gruppenidentität über die gemeinsame Art der Tonerzeugung, ihre Klanglichkeit und ihre über weite Strecken gemeinsame Vergangenheit erhalten. Da Phoibos einen breiten, kulturwissenschaftlichen Focus ansetzt, sind interdisziplinäre Artikel vieler Fachrichtungen willkommen, um das Phänomen Zupfmusik von möglichst vielen Seiten zu beleuchten.

Jede Ausgabe setzt ein Thema dominant und beinhaltet neben einem Leitartikel der Herausgeber vier Fachartikel, die dem jeweiligen Thema gewidmet sind. Um eine thematische Vielfalt zu garantieren, enthält jede Ausgabe darüber hinaus auch drei thematisch freie Fachartikel. Regelmäßig aktualisierte und weiterführende Informationen bietet die Website www.phoibos-zfz.de.

Zum Kennenlernen kann Phoibos bei der Geschäftsstelle des BDZ LV Bayern (Sterngasse 8, 97816 Lohr a. Main) für drei Wochen ausgeliehen werden. Nach Zusendung von 2,20 € Porto (in Briefmarken) wird das Heft zugesandt, mit der Bitte um sehr gute Behandlung und termingerechte Rückgabe. Versand in der Reihenfolge der Anfrage, die bitte vorher unter bdz-bayern@web.de gestellt werden sollte. Abonniert werden kann das Heft über www.phoibos-zfz.de.

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»Spielt einer von Euch Gitarre??«

Sommerprobenphase des BLJZO mit viel Lust und Laune

[16.11.2010]  Die diesjährige Sommerprobenphase des BLJZO fand im Bruder-Klaus-Heim in Violau statt. Mit dabei waren 7 Mandolinen, 3 Mandolen, 16 Gitarren und 1 Bass. Nach der ersten Einspielprobe gab es am Abend den BLJZO-typischen Spieleabend, der durch neue Spiele wie das »Zugspiel« ergänzt wurde. Der zweite Tag war mit intensiven Proben ausgefüllt, dabei gab es sowohl getrennte Stimmproben als auch Orchesterproben. Als sportlichen Ausgleich konnte man dafür am Abend sein Geschick im überfüllten Kleinfeldfußball beweisen. Einige Mutige wollten sich danach im Pool erfrischen, was allerdings recht schnell vom Hausvater unterbunden wurde.

Am Mittwoch wurde ebenfalls fleißig für das Konzert geübt, wobei der Fokus auch auf den zwei Ensembles lag: Zum einen wurden zwei italienische Tremolostücke von einem Mandolinenensemble einstudiert, das dann auch selbstständig im Konzert auftrat. Der Rest beschäftigte sich als reines Gitarrenensemble mit der Suite G-Dur von Christian Friedrich Witt. Der Abend konnte frei gestaltet werden, wobei u.a. der Spieleraum zur Verfügung stand. Für eine für Donnerstag geplante Aufführung wurden von einzelnen Gruppen Beiträge vorbereitet, die folgende Reizwörter beinhalten sollten: Oli, Trivialität, Vorhalt, Pool, blümerant und »Oh Mann sind wir glücklich«.

Der Donnerstag selbst stand ganz im Zeichen der Generalprobe für das Konzert am Freitag, bevor am Abend die Präsentation der Gruppenarbeit anstand. Die erste Gruppe ließ die Zuhörer die Reizwörter durch musikalische Themen erraten. Darauf folgten Schneewittchen und die drei Zwerge, die kleine Theaterpassagen aufführten. »Holzhacken macht Spaß« war Daniels Motto. Trotzdem war er über die Ablösung von Benni dann doch sehr froh: »Ach bin ich glücklich.« Den Begriff »Vorhalt« verarbeiteten die Gruppen unterschiedlich. »Da hätten wir bei Vorhalt besser aufpassen müssen!« Auch ein Gedicht und ein Wörterbuch mit den gegebenen Reizwörtern wurden geschaffen. Die Gruppe Hering ließ das Familie-Meier-Spiel mit anderen Protagonisten aufleben. Zum Schluss folgte noch eine Vorstellung von »Frei Schnauze«. Dieser Abend war ein einziger Ohren- und Augenschmaus.

Freitag – das groß angekündigte Konzert stand an. Nach den leckeren Käsespätzle zu Mittag gingen fast alle Spieler und Dozenten an die frische Luft um in Badeklamotten Fußball zu spielen. Anschließend wurde das immer noch kalte Nass von vielen schönen oder schon etwas ausgebleichten Badehosen sowie Bikinis aufgewühlt. Nach der wunderbaren Erfrischung ging es mitsamt vieler gelber Picknickkisten per Bus nach Olching. Vor Ort wurde dann das komplette Konzert mit Einmarsch und Übergängen geprobt. Anschließend gab es eine liebevoll hergerichtete Brotzeit, bevor das Konzert begann, welches wirklich gut lief. Peter hatte Julian schon prophezeit, dass seine ziemlich abgespielte D-Saite das Konzert mit achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde. Doch auf wundersame Weise lebte sie sogar noch einige Tage weiter. Nach der Rückfahrt gab es wie immer Pizza. Plötzlich sprang Domi auf und setzte sich an den Nebentisch. Dort waren drei Teile eines Chor-Quartetts versammelt. Mit der Zeit kamen immer mehr dazu, am Schluss saßen fast alle Mitspieler des BLJZO an diesem kleinen Tisch und sangen gemeinsam mit Stimmeinteilung Lieder verschiedenster Art. Der Brüller schlechthin war, als einer der Sänger fragte, ob einer von uns Gitarre spiele. Gefeiert wurde im Raum »Eichholz«, natürlich sehr lang. Ziemlich verschlafen bzw. übermüdet machten wir uns schließlich auf den Heimweg.

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Fachtagung »Ehrenamtliches Engagement im Kulturbereich« mit großer Nachfrage

[19.10.2010 • Bayerischer Musikrat, Referat Laienmusik]  Einer großen Nachfrage erfreut sich die Fachtagung »Ehrenamtliches Engagement im Kulturbereich« mit den vier Referaten zu den Themen

  • Künstlersozialversicherungsrecht
  • Urheberrecht – Notenkopieren
  • Aktives Musizieren – Eine Schutzimpfung gegen Medienverwahrlosung
  • Verwaltungsvereinfachung und Vereinssteuerrecht

am Samstag, 6. November 2011 von 10:00 bis 16:00 Uhr im Bayerischen Landtag. Von den maximal 200 Plätzen sind nur noch 45 Plätze frei. Interessenten an der Fachtagung, die sich bislang noch nicht angemeldet haben, empfehlen wir, dies eilig nachzuholen. Da fast alle Themen alle Sparten der Laienmusik betreffen, würden wir uns sehr freuen, wenn unsere Fachtagung nicht nur in den Chor- und Blasmusikverbänden beworben würde.

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»Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!« (Friedrich Nietzsche)

Das Schweinfurter Seminar 2010

[23.09.2010 • Christl Lobe]  »Ich habe nur einmal gefehlt!« verkündet Michael Tröster stolz bei der Eröffnung des 39sten Schweinfurter Seminars für Mandoline, Gitarre und Kammermusik im August. Damit hält er den Rekord, aber in der Vorstellungsrunde zeigt sich schnell, dass es nur so von »Wiederholungstätern« unter den 40 Teilnehmern wimmelt, die sich auf Altbewährtes freuen und Neuem gespannt entgegensehen. Wie jedes Jahr im August veranstaltete der BDZ LV Bayern das Sommerseminar in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg, um interessierten Zupfmusikern unter der Anleitung von sieben Dozenten die Gelegenheit zu geben, sich fort- und weiterzubilden. Laien und Profis sind gleichermaßen angesprochen.

Das Interesse an diesem Kurs wird in der Ausschreibung geweckt mit Kursinhalten wie Technik, Didaktik, Forums- und Einzelunterricht, Kammermusik, Zupforchester, Gitarrenensemble, Konzerte, Auftrittstraining, t'ai chi ch'üan & Qigong und einer Notenausstellung von Jürgen Thiergärtner. So kommt jeder mit bestimmten Erwartungen und sieht sie individuell erfüllt.

Die Dozenten beim Eröffnungskonzert (von links nach rechts): Martine Sikkenk, Steffen Trekel, Bianca Brand, Michael Tröster, Thomas Müller-Pering, Johannes Tappert

Diese in vielfacher Weise intensive Woche wird mit einem Konzert unter Mitwirkung aller Dozenten eröffnet und stimmt uns wunderbar auf eine Woche ganz im Zeichen der Musik ein. Einfühlsam zarte Klänge auf der Barockmandoline (Bianca Brand und Martine Sikkenk), Diabelli auf Originalgitarren aus dem frühen 19. Jhdt. (Johannes Tappert und Thomas Müller-Pering), furiose Klänge auf dem Klavier (Iwan Urwalow), virtuoses Miteinander im Duo für Mandoline und Gitarre (Steffen Trekel und Michael Tröster), zauberhafte Musik auf der Liuto Forte (Johannes Tappert) und zum Abschluss eine launige Jazz-Pop-Rock-Suite unter Mitwirkung aller Dozenten. Am Dienstag Abend wird gleich ein weiteres Highlight folgen, wenn Michael und Steffen im Dozentenkonzert Stücke aus ihrer neuen CD spielen.

Jeden Abend werden wir uns dann im Felsenkeller der Akademie treffen, wo man sich je nach Bedarf bei einem Gläschen Akademiewein kennenlernen, unterhalten und entspannen kann (wer hat denn schon wieder diese Cashew-Nüsschen hergestellt?!). Dort werden wir auch in den Genuss von Iwan Urwalows unglaublicher Fingerfertigkeit auf dem Klavier kommen, wenn er nach einem vollen Unterrichtstag als Korrepetitor immer noch voller Energie ist. Wer mehr den Drang nach Bewegung verspürt, der kann sich auch beim Kickern oder Tischtennisspielen austoben, um besonders angespannte Muskelgruppen wieder zu lockern.

Dieses Jahr erwartet die »Oldies« eine kleine Überraschung bezüglich des Wochenkonzeptes. Neben festen Zeiten für t'ai chi und Zupforchester und des Einzelunterrichts bei einem (Wunsch-)Lehrer sind die Teilnehmer aufgefordert – anders als in den vergangenen Jahren – sich täglich einen neuen Stundenplan anhand der Angebote zu erstellen. Ein Vorteil dabei ist sicher, dass man durch die Teilnahme an verschiedenen Technik- und Didaktikstunden möglichst viele Eindrücke und Anregungen sammeln kann, wobei andererseits auch dem Dozenten die Möglichkeit genommen ist, kontinuierlich ein Programm über die ganze Woche zu entwickeln.

Jeden Morgen um 9 Uhr nach dem Frühstück bietet Michael Tröster Übungen aus dem t'ai chi bzw. Qigong an. Er ist Kursleiter für »t'ai chi ch'üan und Körperarbeit« und so stehen wir noch vor dem ersten Ton im wunderschönen Innenhof der Akademie und bewegen und lockern uns unter seiner kundigen Anleitung mit viel Spaß, um fit in den Tag zu starten. Sein Schwerpunkt liegt u.a. auf der Arbeit mit Energiepunkten, Mentalkonnektoren und Chi-Tests und es gelingt ihm, uns Laien mit Geduld (so mancher verwechselt schon mal sein Ming Men und Zong Ding!) und anschaulichen Beispielen an die Materie heranzuführen. Dabei gilt immer das Motto: »Lächeln!«, wenn dieses auch spätestens beim Armkreisen etwas angestrengt wirkt. In seiner Didaktikstunde »Bewegungsprinzipien und Haltung für die Gitarre« zeigt er dann auf, dass die zehn grundlegenden Punkte des t'ai chi für das Gitarrespiel hinsichtlich richtiger Haltung, Spannung und Entspannung erstaunlich weitgehend adaptiert werden können. Praktisch angewendet werden die Erkenntnisse in den Technikstunden zum Barré und zur (leidigen) Frage, wie man seine Geschwindigkeit steigern kann.

Dozent Steffen Trekel mit Teilnehmerin Achsa Ofer aus IsraelVor diesem Hintergrund ist es auch Steffen Trekel wichtig, den Mandolinenspielern zu zeigen, wie man unter Nutzung der Energieflüsse Blockaden abbauen und damit zu einem entspannteren Spiel finden kann.

Dank der ausgezeichneten didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten aller Dozenten können Spieler jeglicher Leistungsstufe etwas lernen. Wie etwa bei Bianca Brand über Regeln für das Akkordspiel, deren Umsetzung auf der Mandoline zur ganz praktischen Begleitung einfacher Lieder. Wer Verzierungen liebt und sie auf der Mandoline auch schön spielen will, geht in ihre Technikstunde. Fortgeschrittene, die keine Angst mehr vor Calace haben, tremolieren mit Steffen in höheren Sphären.

Thomas Müller-Pering widmet sich in der Technik ganz den basics, die es aber in sich haben, wenn man sie genau betrachtet, denn der Teufel sitzt ja bekanntlich im Detail. Eine ganze Stunde wird der rechten Hand gewidmet: richtiger Druck auf die Saiten für einen guten Klang, Druckausübung der Finger beim Akkordanschlag, rechtzeitige Kontaktaufnahme der Finger zur nächsten Saite. Sind die Nägel richtig gefeilt? Thomas gibt präzise Anweisungen – und schon klingt’s besser! Nicht weniger aufschlussreich die Technikstunde, die der linken Hand gilt: effektive Übungen für die Beweglichkeit der Finger bei Bindungen und Barré, bis hin zur Stellung des Daumens, der »im Verborgenen« eine nicht unwichtige Rolle spielt. Und – so sein Rat – über allem walte die Ökonomie!

In der Mandolinendidaktik erzählt Martine Sikkenk über die unterschiedlichen Ansätze in der Handhaltung und Anschlagstechnik bei Mandolinenlehrern des 18. Jhdt.s, und jeder darf einmal mit einem Federkiel spielen. Wie wunderbar weit der musikalische Rahmen sich spannt, zeigt sich einmal mehr, wenn die Dozentin Einblicke in perkussive Techniken und andere Techniken aus der Neuen Musik gibt.

Staunen bei Hannes Tappert: »Viel ist nicht viel!« Er vermittelt uns Einblicke in den neuesten Stand der Hirnforschung hinsichtlich konzentrierten und effektiven Übens. So erfährt der staunende Spieler, dass ein Großteil des Lernvorgangs nicht beim Üben, sondern danach, sogar im Schlaf (!) stattfindet. Leider muss er auch zur Kenntnis nehmen, dass Alkohol weder vor noch nach dem Üben dem Wachsen der Nervenverbindungen zuträglich ist. Dass das Verbalisieren (also wirklich laut Aussprechen), das bildhaft-farbliche Visualisieren oder sogar die olfaktorische Vorstellung einer Musikstelle hilft, »Problemzonen« oft leichter zu überwinden, demonstriert Hannes in den »Üben üben« Stunden an etlichen Beispielen. Mut zu kurzen, aber konzentrierten Übesequenzen und auch mal Geduld, auf den richtigen Moment zu warten. Dies betont auch Steffen in seiner Übung für effizientes Üben mithilfe kurzer Sequenzen. Und – des Gitarristen Fingernägel sind des Mandolinenspielers Plättchen. Richtig eingesetzt winkt als Lohn der gute Ton!

Der besondere Charme des Lehrgangs besteht auch in der Möglichkeit, in diversen, oft spontan gebildeten kammermusikalischen Formationen Stücke miteinander einzustudieren und sie dann (freiwillig) beim internen Vorspiel oder gar beim Abschlusskonzert zum Besten zu geben. Hier sei den Dozenten für ihre schier grenzenlose Geduld gedankt, mit der sie auch Laien auf die Bühne bringen! Nicht alle Teilnehmer haben das Glück, regelmäßig in einem Heimatorchester oder Ensemble spielen zu können und freuen sich ganz besonders auf das Angebot hier in Hammelburg. Diesmal bilden sich u.a. zwei Orchester unter der Leitung von Martine und Bianca. Für mich ist dieses entspannte und heitere miteinander Musizieren (warum spielt die Mandola plötzlich so laut und die Gitarren veranstalten ein Wettrennen?) die schönste Stunde am Tag. In kürzester Zeit entsteht wunderschöne Musik und ich weiß, dass ich im Abschlusskonzert eine Gänsehaut bekommen werde, wenn Eberhard im Scherzo von Ingo Brzoska mit dem Schlagzeug einsetzt.

Das unter Leitung von Bianca Brand formierte Zupforchester spielt beim Abschlusskonzert

Klingt das manchem zu sehr nach Arbeit? Ja, ist es auch, aber mit unglaublich viel Freude verbunden. Aus der Fülle von Angeboten kann ja jeder individuell das für ihn Passende auswählen, und gerade dies weiß hier jeder zu schätzen. Das gilt auch für Steffens Angebot für ein Quiz zur Geschichte des Zupforchesters, das mit fröhlichem Eifer durchgeführt wird, denn das Wichtigste ist doch, Neues kennenzulernen (doch nicht Vivaldi?), sich darauf einzulassen (höre ich da eine Oboe oder eine Klarinette?), sich über richtige Antworten zu freuen (wer schon einmal Vishnu gespielt hat, vergisst es nie wieder), oder auch mal munter draufloszuraten (schon nach einer Stunde Mandolinenunterricht ist so mancher hochmotiviert, über die Plättchenstellung zu meditieren). Am Schönsten ist es natürlich, wenn man über das Wissen verfügt und der erste Platz geht souverän an Iris Hammer.

Wie beim Skifahren (auch bei uns werden bestimmte Muskeln und Sehnen besonders strapaziert), so legen auch die Musiker einen (halben) Ruhetag ein. Am Mittwoch werden die Dozenten für den Unterricht getauscht, neue Erfahrungen gesammelt und nach dem Mittagessen ist erst mal frei. Man kann in dieser Zeit üben, schlafen, lesen, in die Stadt gehen zum Eisessen und Kaffeetrinken, man kann wandern, Kanufahren oder mit dem GPS in der Hand Schätze suchen (und sie meistens auch finden).

Ob Laie oder Profi – jeder geht voller Anregungen und Neuerkenntnissen wieder in den Alltag. Dort merkt er dann auch, wie herrlich es doch eine Woche lang war, sich in der Akademie von den Kochkünsten des stets um unser Wohl besorgten Küchenchefs verwöhnen zu lassen, ganz nach dem Motto mens sana in corpore sano. Wie schön es war, aus jeder Ecke Musikklänge zu hören, miteinander zu spielen, zu reden und sich auszutauschen, alte Freundschaften zu vertiefen und neue zu schließen, wunderbare Konzerte zu hören, in den Noten zu stöbern und neue zu erwerben, im Einzelunterricht individuell betreut zu werden und sich insgesamt dank des wunderbaren Dozententeams und der hervorragenden Leitung (danke Bianca!) rundum wohlzufühlen. »Auf Wiedersehen!« heißt es am Ende des Schweinfurter Seminars – und so ist es auch gemeint.

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Junior-Assistent Ensemble-Leitung

[12.10.2010]  Die Ausbildung zum »Junior-Assistent Ensemble-Leitung« ist ein neu entwickeltes Angebot für Jugendliche ab 15 Jahren, die Freude an der Musik und deren Vermittlung haben. Ziel des Kurses ist es, die musikpädagogischen Begabungen der Jugendlichen zu fördern und dadurch Impulse für die Wahl eines musikpädagogischen Berufs oder für das ehrenamtliche Engagement in der musikalischen Jugendarbeit in Vereinen und Schulen zu geben.

Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die Qualifikation, in Schulorchestern, Chören, Big Bands oder Blasmusikorchestern bei Proben und in Konzerten als Chor- oder Orchesterassistenten mitzuwirken. Auch im Rahmen von Ganztagsangeboten können die ausgebildeten Jugendlichen tätig werden und das Angebot zum Singen und Musizieren mit ihren musikalischen Fähigkeiten bereichern.

Neben der fachlichen Qualifikation sollen das musikalische und das soziale Engagement gefördert und Selbständigkeit und Mitverantwortung gestärkt werden.

Details und Downloads auf der Website des Bayerischen Musikrates.

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Neuigkeiten von André Herteux

[11.10.2010]  Im Juni veröffentlichte der Grenzland-Verlag mit Sitz in Aachen die »Fantasie für Mandoline und Gitarre« von André Herteux in einer Notenausgabe mit Partitur und beiliegenden Einzelstimmen. Das Heft kann direkt beim Verlag oder im Notenfachhandel (z.B. beim Trekel-Verlag) zum Preis von 12,80 € bestellt werden.

Das Gitarrentrio »Herr Dö & Co.« wird im November 2010 »Gruppe des Monats« in der Bayern 1 Volksmusik. Am Freitag, den 05.11. sind wir live zu Gast im Studio. Zu hören ist die Sendung ab 19:05 im Hörfunk-Programm Bayern 1 (Nord) des Bayerischen Rundfunks.

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Neu bei »Jugend musiziert« – Gitarre Pop

[08.10.2010]  Der Wettbewerb Jugend musiziert hat in diesem Jahr eine neue Wertung für Gitarristinnen und Gitarristen eingeführt: Gitarre Pop.

Hier die wesentlichen Voraussetzungen:

  • 1. Instrumentarium:
    Bei der Wertung Gitarre (Pop) gibt es keinerlei Einschränkung, was die Wahl des Instruments betrifft. Es sind sowohl akustische wie elektronisch verstärkte Gitarren erlaubt.
  • 2. Literatur:
    Es sind Titel aus unterschiedlichen Stilen erforderlich, z.B. Funk, Blues, Metal, Pop, Rock, Latin usw. In der Altersgruppe IV bis VI sind mindestens drei stilistisch unterschiedliche Titel erforderlich.
  • 3. Begleitung:
    Es besteht keine Einschränkung bei der Wahl der Begleitung. Die Begleitung kann elektronisch als Playback oder akustisch durch einen anderen Spieler erfolgen.
  • 4. Solo:
    Ab der Altersgruppe IV muss in mindestens einem begleiteten Titel ein Solo enthalten sein.

Die ausführliche Orientierungshilfe zu Anforderungen und Bedingungen (pdf, 25 KB).

Die Ausschreibung zum Wettbewerb mit allen Informationen und Daten (pdf, 356 KB).

Anmeldeschluss für den 48. Wettbewerb ist der 15. November 2010.

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»VIELSAITIG« und »INSAITER« Gerolzhofen unter neuer Leitung

Rainer Vollmann übergibt Dirigentenstab nach 30 Jahren

[21.09.2010]  Genau im September 1980 wurde auf Initiative eines jungen begeisterten Musikstudenten – Rainer Vollmann – der Grundstein für das in weitem Umkreis bekannte Zupforchester VIELSAITIG der Musikschule Schweinfurt gelegt. Der Name des Orchesters VIELSAITIG weist auf ein breites musikalisches Spektrum hin. Bereits ein Jahr später 1981 formierte sich aus Spielern des neugegründeten Zupforchesters ein weiteres Ensemble (ca. 14 Mitspieler), das Zupfensemble INSAITER der Musikschule Schweinfurt.

Seit diesem Zeitpunkt geben die Schüler der Klasse Rainer Vollmann – oft unter Mitwirkung renommierter Solisten – Konzerte auch im Rahmen kleinerer Tourneen. Bei zahlreichen Musikwettbewerben wurden Mitglieder von INSAITER und VIELSAITIG mit Preisen ausgezeichnet (u.a. erste Preise beim Landes- und Bundeswettbewerb »Jugend musiziert«).

Das umfangreiche Repertoire umfasst Werke aller Stilrichtungen sowie Blues und Folklore. Rundfunk und Fernsehaufnahmen, Konzerte von Bayreuth bis München, von Salzburg, Schloss Mattsee bis Jena und Gera folgten, und aus den anfangs noch sehr jungen Ensemble- und Orchesterspielern entschlossen sich später nicht wenige, selbst ein Musikstudium aufzunehmen oder einen artverwandten Beruf zu ergreifen.

Rainer Vollmann & Hannes WagnerINSAITER und VIELSAITIG treten jeweils eigenständig, aber auch als große musikalische Gemeinschaft mit über 40 Mitspielern auf. Aus Anlass eines Engagements im Stadttheater Schweinfurt wurde VIELSAITIG auf ca. 150 Mitspieler zum wohl größten Zupforchester Bayerns kurzzeitig erweitert! Auch ein Auftritt in der vollbesetzten Olympiahalle München vor dem damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ist eines der unvergessenen Highlights der Musiker. Aktuell wurden fünf Mitglieder des Zupforchesters als Gitarrenquintett beim diesjährigen Landes- und Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« ausgezeichnet – übrigens mit einer Komposition (»Traumbilder«) des Dirigenten Rainer Vollmann für Gitarrenensemble/Zupforchester.

Rainer Vollmann, der mit seinen Publikationen – u.a. seiner didaktischen Songbuchreihe »Songtime« für Gitarre – im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt wurde, war jahrzehntelang erfolgreich im Dienste des BDZ tätig. Hier wirkte er als Dozent des jährlichen Pfingstkurses für Mandoline und Gitarre in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg, bei Workshops, BDZ-Veranstaltungen, Konzerten, als Dozent bei div. Kinderkursen, Freizeitaktivitäten und als Initiator und langjähriger Leiter des BDZ-Unterfrankenkurses.

»Alles hat seine Zeit«. Dies gilt auch für Musiker. Und wenn man sich am wohlsten fühlt und es am besten läuft, sollte man daran denken, den Fortbestand und das hohe Niveau dieser 30-jährigen Arbeit zu sichern, so Vollmann. Wie auch schon vorher bei den BDZ-Seminaren hat Rainer Vollmann (für seine Verdienste mit der BDZ-Medaille in Bronze geehrt) in Hannes Wagner (im Bild rechts) einen hervorragenden und äußerst kompetenten Wunsch-Nachfolger gefunden. Die beiden schätzen sich nicht nur auf musikalischer Ebene, sondern sind bereits seit langer Zeit freundschaftlich verbunden.

Allen Musikern des Zupforchesters VIELSAITIG und des Ensembles INSAITER, sowie dessen neuem Leiter Hannes Wagner wünscht Rainer Vollmann von ganzem Herzen weiterhin viel Freude und Erfolg – mindestens für die nächsten 30 Jahre.

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60-jähriges Jubiläum beim MGV »Noris Süd«

Helene Wiedemann[19.09.2010]  Der MGV Noris Süd kann heuer eine Ehrung der ganz besonderen Art vornehmen. Frau Helene (genannt Hella) Wiedemann kann auf 60 Jahre Mitgliedschaft zurück blicken.

Bereits vor ihrer Aufnahme beim MGV Noris Süd im Jahre 1950 war Hella Wiedemann in der Jugendgruppe tätig. Seit dieser Zeit hat sie dem Verein unermüdlich die Treue gehalten.

Anfangs spielte sie in der 1. Stimme und später dann in der 2. Mandoline als Führungsstimme. Über 50 Jahre lang war sie als Schriftführerin im Verein tätig, bis sie eine Augenerkrankung dazu zwang, diesen Posten mehr oder weniger aufzugeben. Mit vergrößerten Noten spielt sie nach wie vor noch in der 2. Mandoline. Sie ist sehr in der Vereinsarbeit engagiert – schreibt Geburtstagskarten für die Mitglieder, arrangiert Geschenkkörbe für Jubilare, Päckchen und Geschenke für Feiern, usw. Um es auf einen Nenner zu bringen: Sie ist die »gute Seele des Vereins«.

Der MGV Noris Süd gratuliert Frau Hella Wiedemann ganz herzlich zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum und wünscht ihr noch viele schöne und musikalische Jahre mit »ihrem Verein«.

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Nutzung von Bildmaterial im Internet und aus dem Internet

[14.09.2010 • Bayerischer Musikrat, Referat Laienmusik]  Bilder sind im Internet problemlos herunter und herauf zu laden und bereichern jede Vereins-/Verbands-Homepage. Dabei kann es in zwei Bereichen zu juristischen Problemen kommen.
a) Beim Einstellen von selbst geschossenen oder durch Fotografen zur Verfügung gestellten Personenfotos in Homepages.
b) Bei der Nutzung von Fotos/Bildern aus dem Internet.

Personenfotos in Presse und Internet

Fotos erfreuen sich auf Vereins-Homepages und in der Pressearbeit einer wachsenden Beliebtheit, sei es in Gestalt von Konzert- oder Veranstaltungsfotos oder auch als Musiker-/ Vorstandsportraits. Während die Einbindung von Fotos in technischer Hinsicht aufgrund immer schnellerer Internetverbindungen keine Probleme bereitet, sind in rechtlicher Hinsicht einige Besonderheiten zu berücksichtigen. Bei der Veröffentlichung von Fotos, die Personen abbilden, muss das sogenannte »Recht am eigenen Bild« beachtet werden – egal ob es sich um Vereins-Homepages oder private Websites handelt. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob vor der Veröffentlichung der Bilder die Einwilligung der Abgebildeten einzuholen ist.

Da im Internet veröffentlichte Homepages weltweit zugänglich sind, ist die Beachtung des »Rechts am eigenen Bild« von großer Bedeutung. In der Regel ist eine Veröffentlichung von Personenfotos ohne Einwilligung der Abgebildeten nur in Ausnahmefällen erlaubt. Ist eine Person auf dem Foto zu sehen, die ganz offensichtlich das Haupt-Motiv der Fotografie darstellt, muss diese Person der Veröffentlichung ausdrücklich zustimmen. Die Zustimmung des Fotografierten kann schriftlich oder mündlich erfolgen, wobei in der Praxis eine mündliche Genehmigung allerdings nur sehr schlecht nachgewiesen werden kann. Daher ist es empfehlenswert, eine schriftliche »Genehmigung/Abtretungserklärung« unterzeichnen zu lassen. Diese muss von der Person unterzeichnet werden, die auf dem Foto abgebildet ist bzw. bei Minderjährigen von deren gesetzlichem Vertreter. Sind auf einem Foto mehrere Personen zu sehen, verhält es sich etwas komplizierter:

Eine Einwilligung ist nicht erforderlich, wenn die abgebildeten Personen nicht den Motivschwerpunkt bilden oder Teil einer Versammlung sind. Ist auf einem Foto eine Person im Vordergrund, allerdings mehrere Personen im Hintergrund, braucht man vom deutlich erkennbaren Menschen auf dem Foto eine Genehmigung. Insbesondere dann, wenn diese Personen in Zusammenhang mit der Berichterstattung dem Thema zugeordnet werden können oder sogar namentlich genannt werden (z.B. Solisten vor dem Orchester/Chor).

Wiederum anders verhält es sich, wenn die fotografierte Person damit rechnen muss, dass sie im Zusammenhang mit einer aktuellen Veranstaltung bzw. in Zusammenhang mit ihrem Handeln in einer gewissen Öffentlichkeit steht (Polizisten im Rahmen eines Fußballspiels / Teilnehmer von Festzügen). Hier muss keine Genehmigung eingeholt werden.

Grundsätzlich gilt:
Sind Personen auf einem Foto klar erkennbar und machen Sie mehr als 50% des Bildes aus, sollte eine Genehmigung eingeholt werden.
Umso größer die Gruppe, um so öffentlicher der Anlass zur Fotografie – desto weniger ist dem Fotografen zuzumuten, eine ausdrückliche Genehmigung für die Veröffentlichung des Fotos im Rahmen einer Berichterstattung einzuholen. Allerdings ist das meist Auslegungssache und es gibt hierzu unterschiedlichste Urteile, wann eine Genehmigung erforderlich sein müsste und wann nicht. D.h. wer »auf Nummer sicher« gehen will, sollte sich im Zweifelsfall lieber eine Genehmigung einholen. Praktische Beispiele aus dem Schulleben finden Sie im Internet.

Fotos aus dem Internet

Bei der Gestaltung von Homepages stellt sich für viele Vereine/Verbände die Frage, woher die passenden Fotos zu bestimmten Themenbereichen nehmen. Der Blick auf andere Homepages oder die Suche bei Google bringt oft schnell ein Ergebnis. Das gefundene Bild wird abgespeichert, zugeschnitten, gespiegelt oder mit einem Bildbearbeitungsprogramm verfremdet. Aber Vorsicht, auch Bilder und Fotos genießen in der Regel Schutz durch das Urheberrecht, egal ob es objektiv hochwertige (professionelle) Fotos oder nur Schnappschüsse sind. Deswegen dürfen die meisten im Internet verfügbaren Fotos nicht ohne weiteres verwendet werden. Es bedarf hier einer Einwilligung des Urhebers/Fotografen oder der Agentur, die die Rechte am Bild hat. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Verwendung lizenzierter Bilder und Fotos ohne Einwilligung für Nutzer schnell zum teuren Problem werden kann und sich der Verein plötzlich mit hohen Schadensersatzforderungen und einem Unterlassungsanspruch konfrontiert sieht. Gerichte sind bei verschiedenen Urteilen von einem Lizenzschaden von 450 Euro bis 6.000 Euro je Bild ausgegangen. Gerade im Internet ist es den Urhebern der Fotos/Bilder ein Leichtes, über Codierungen ihre Bilder wiederzufinden und die unrechtmäßige Nutzung anzumahnen bzw. dafür ein entsprechendes Nutzungshonorar zu verlangen. Deswegen sollten Vereinsverantwortliche sehr genau die Herkunft der Bilder auf ihren Homepages prüfen. Die größte Rechtssicherheit bieten selbst geschossene Fotos (Achtung: »Recht am eigenen Bild« beachten). Jedoch stehen im Internet auch zahlreiche kostenlose Bilddatenbanken für lizenzfreie Fotos (z.B. www.pixelio.de / www.piqs.de / www.bilderkiste.de) und kostenpflichtige Bilddatenbanken (z.B. de.fotolia.com) zur Verfügung. Bitte jedoch hier die entsprechenden Lizenzbedingungen lesen, da die kostenlose Nutzung oft nur für private Zwecke erlaubt ist, der Vereinsbereich jedoch juristisch nicht als privater Bereich gewertet wird. In jedem Fall ist bei der Verwendung solcher Bilder immer das Copyright mit anzugeben.

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Vivaldi Orchester zu Gast auf internationalem Festival in Spanien

[13.09.2010 • Dr. Andrea Deininger]  Einen Höhepunkt seiner Konzerttätigkeit erlebte das Vivaldi Orchester Karlsfeld im August beim Festival Plectro 42 in Logroño, dem bekannten Zupfmusik-Ereignis in Nordspanien. Neben Ensembles aus Spanien, Venezuela, Kolumbien und Frankreich waren die Karlsfelder Musiker eingeladen, drei Konzerte zu geben. Das Eröffnungskonzert fand in der Stadthalle von Logroño vor 100 Zuhörern statt. Eine weitere Aufführung gab es im Teatro Ideal in Calahorra. Beim Abschlusskonzert im Kulturhaus konnte sich das Vivaldi Orchester über stehende Ovationen freuen.

Vivaldi Orchester

Die Verständigung mit den zum Teil nur spanisch sprechenden Musikerkollegen klappte gut. Regina Maier und Elisabeth Mayr, zwei Spielerinnen des Orchesters übersetzten. Ansonsten sprach man mit Händen und Füßen und schließlich gab es ja noch die Musik, eine Sprache die jeder versteht.

Angereist war das Orchester mit dem Bus mit Zwischenstopp in Südfrankreich. In Spanien angekommen wurden den Spielerinnen und Spielern vom Veranstalter freie Unterkunft und Verpflegung sowie eine Stadtführung und eine ganztägige Besichtigungstour in die Umgebung mit Weinprobe geboten. Sogar der Bürgermeister von Logroño empfing die bayerischen Zupfmusiker und ihre Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold. Abends saßen Jung und Alt in der Parkanlage bei der Unterkunft zusammen und ließen sich den guten Rioja-Wein schmecken. Auch ein Ausflug zum berühmten Elefantenpfad, dem »Senda de los Elefantes«, einer Kneipenstraße in Logroño durfte nicht fehlen. Ein Stück dieses Namens hat das VOK derzeit im Programm. Am letzten Abend wurden alle Musiker von den Organisatoren zu einer privaten Party eingeladen. Und natürlich wurde auch gemeinsam musiziert, getanzt und gesungen.

Auf der einwöchigen Konzertreise ist das Orchester nicht nur musikalisch ein weiteres Stück zusammengewachsen. Auch Freundschaften wurden intensiviert und der junge, neu hinzugekommene Nachwuchs hat sich hervorragend integriert. Selbst das Steckenbleiben im Aufzug, ein Krankheitsfall sowie die lange Busfahrt konnten die gute Stimmung der Karlsfelder nicht verderben. Laut Monika Fuchs-Warmhold war die Konzertreise in jeder Hinsicht gelungen und alle Mitfahrer werden noch lange von diesem besonderen Ereignis zehren.

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Einladung

zur Mitgliederversammlung und zur Landeshauptausschusssitzung des BDZ LV Bayern e.V. am Montag, den 1. November 2010 (Allerheiligen) um 13:30 Uhr in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf

Tagesordnung:

  1. Begrüßung
  2. Feststellen von Anwesenheit und Stimmkraft
  3. Tätigkeitsbericht des Präsidiums mit Kassenbericht
  4. Bericht über die geänderten Zuschussrichtlinien durch das Ministerium und die bisherigen Reaktionen zur Verhinderung der Staatszuschusskürzungen für den BDZ
  5. Bericht der Landesmusikleiterin
  6. Vorschau auf 2011
  7. Sonstiges

Diese Einladung zur Mitgliederversammlung entspricht Art. 8 der Satzung des Landesverbands Bayern und ist somit rechtsgültig. Anträge zur Landesmitgliederversammlung sind schriftlich spätestens 3 Wochen vor der Versammlung beim Präsidenten einzureichen.

Die Versammlung findet im Anschluss an die Arbeitstagung des BLZO statt. Wer zusätzliche Verpflegung oder/und Übernachtung in Marktoberdorf benötigt, informiere mich oder die Geschäftsstelle davon bitte umgehend.

Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und wünsche schon jetzt eine gute Anreise.

Mit freundlichem Gruß von

Joachim Kaiser
Landesverbandspräsident
[Hammelburg, 17.08.2010]

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Kulturförderpreis für Ensemble Roggenstein

[19.05.2010]  Das Ensemble Roggenstein, Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck, hat den Förderpreis 2009 des Kulturvereins Fürstenfeld erhalten. Am 12. Mai 2010 wurde der Preis im Rahmen des Konzertabends »Junge Stars« im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck feierlich überreicht.

Mit dem Förderpreis ehrt der Kulturverein in jedem Jahr Personen oder Institutionen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, die sich durch herausragende kulturelle Leistungen aus dem Bereich der bildenden und darstellenden Künste, der Literatur oder der Musik verdient gemacht haben.

In ihrer Laudatio hob die Vorsitzende des Kulturvereins Barbara Stammberger hervor, dass der Name Ensemble Roggenstein bundesweit zum Inbegriff hoher musikalischer Qualität geworden sei. Fünf Mal in Folge sei das Orchester unter der Leitung von Oliver Kälberer Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerb geworden, regelmäßig sei es Gast auf Veranstaltungen der Bayerischen Musikschulen und des Bayerischen Rundfunks sowie auf internationalen Musikfestivals im In- und Ausland.

Über 100 Spielerinnen und Spieler hätten im Laufe der letzten 30 Jahre einen Beitrag zu den Erfolgen des Ensemble Roggenstein geleistet und dabei auch für sich persönlich viel gewonnen. Vor allem Jugendliche würden seit Beginn der Ensemblearbeit besonders gefördert. Viele der Nachwuchsmusikerinnen und -musiker seien Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert und Mitglieder des Bayerischen Landesjugendzupforchesters.

Stammberger würdigte dies als herausragende Leistungen im Bereich der Förderung junger Musiker und der hohen künstlerischen Qualität und überreichte Oliver Kälberer den Preis über 1.500 Euro.

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Vivaldi Tiger mit Gastorchester im MAN Forum

[17.05.2010 • Dr. Andrea Deininger]  Das neue MAN Forum an der Dachauerstraße war Spielort eines gemeinsamen Konzerts der Vivaldi Tiger mit einem Gastensemble vom Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz.

Die Tiger begeisterten unter ihrer Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold die zahlreichen Zuhörer mit altdeutschen Hoftänzen sowie Musik aus Irland. Einen Ausflug in die Romantik gab es ebenso wie ein wunderbar lebhaft vorgetragenes Stück aus Venezuela. Ein Zupfquartett präsentierte ein Werk des italienischen Benediktinermönches Adriano Banchieri. Wie immer zeigten die jungen Musiker ein schönes musikalisches Zusammenspiel und große Harmonie.

Cantomano, so hießen die Gäste, begannen mit Musik aus Italien. Ein Hüpftanz, genannt Saltarello, sowie ein Totentanz von Angelo Branduardi wiesen gleich zu Beginn auf die Vielfältigkeit des Ensembles hin. Prim-, Kontrabass-, und Oktavgitarre sowie die verschiedensten Percussionsinstrumente wurden stets in das Spiel mit einbezogen. Bei Gentle Rain, einem brasilianischen Stück wurde das Ensemble wunderbar von Susanne Schiffels auf der Trompete verstärkt. Beim Jazzstück Birdland von Joe Zawinul überzeugte Sebastian Gerhartz auf dem Saxophon. Die Gäste zeigten mit ihrem musikalischen Leiter Volker Höh ein breites Repertoire von Barock bis lateinamerikanischer Musik und eine ganz unterschiedliche Interpretation von Gitarrenmusik.

Vivaldi Tiger & Cantomano im MAN ForumZum Schluss musizierten die beiden Orchester gemeinsam. Chilenische Folklore, ein Schreittanz von John Dowland sowie eine Rumba von Dieter Kreidler bildeten den imposanten Höhepunkt des Konzerts. Mehr als 40 Kinder und Jugendliche von 10 bis 18 Jahren spielten wunderbar zusammen und das Publikum konnte die Freude am gemeinsamen Musizieren hören und sehen.

In der neuen modernen Kulisse des MAN-Forums gab es anschließend ein Abendessen für alle Mitwirkende. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen für die jungen Musiker und die mitgereisten Eltern, mit dem Bus ging es zurück nach Rheinland-Pfalz. Alle waren voll des Lobs für die bayrische Gastfreundschaft und man versprach sich, dieses gemeinsame Musikerlebnis irgendwann zu wiederholen.

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Große Gruppe – große Wirkung

Fortbildung im Klassenmusizieren trifft auf reges Interesse

[14.05.2010]  Der Bund Deutscher Zupfmusiker Landesverband Bayern veranstaltete zum dritten Mal in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg eine Fortbildung für Instrumentalpädagogen mit dem Thema »Klassenmusizieren für Zupfinstrumente«.

Erneut konnten die bewährten Dozenten Michael Diedrich (Mosbach) und Ingo Brzoska (Bottrop) mit ihrem fundierten Fachwissen und ihren Erfahrungen im Großgruppenunterricht die hoch motivierte Teilnehmerschar beeindrucken. Einen Tag verstärkte Ariane Zernecke-Lorch (Großalmerode) das Team mit Berichten ihrer Erfahrung an Zusammenarbeit von Musikverein und Grundschule. Praktische Unterrichtssequenzen in zügiger Abfolge sorgten für eine lebendige Arbeitssituation, die die Teilnehmer aufsogen und sogar lieber auf die geplanten Pausen verzichteten, nur um möglichst viele Informationen zu erhalten.

Die Mandolinen- und GitarrenlehrerInnen aus dem gesamten Bundesgebiet, die den Weg nach Hammelburg gefunden hatten, waren begeistert von der Vielzahl an Tipps und den umsetzbaren Konzepten, die in den drei unterschiedlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen erprobt und bewährt sind.

Fortbildung KlassenmusizierenDie weiteren Kursinhalte waren:

  • die Vorstellung funktionierender Konzepte und deren praktische Umsetzung
  • Methodenvielfalt und Spielideen aus der Elementaren Musik, die sich auf die Gitarrenklassen im Grundschulbereich übertragen lassen
  • die Vermittlung der Freude an der Musik und gemeinsames Erleben im Orchesterspiel von Anfang an
  • grundlegende Spieltechniken der Gitarre sowie eine musiktheoretische Basis
  • Möglichkeiten und Grenzen des Klassenmusizierens/Großgruppenunterrichts
  • verwirklichbare Zielvorstellungen in großen Gruppen
  • praktische Beispiele in Unterrichtssequenzen
  • Unterrichtsstart und Lektionenplanung
  • organisatorische Rahmenbedingungen

Sowohl die Teilnehmer als auch die Dozenten waren sich einig: Wiederholung ist möglich, bei entsprechender Nachfrage sehr gewünscht! Interessierte wenden sich bitte an petrabreitenbach@t-online.de.

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Vivaldi Orchester feiert Geburtstag im Bürgerhaus

[29.04.2010 • Dr. Andrea Deininger]  Eine musikalische Geburtstagsfeier der besonderen Art bot am 24. April das Vivaldi Orchester zum 40-jährigen Bestehen.

Bereits vor Beginn des eigentlichen Konzertes konnten sich die Besucher bei einem Gläschen Sekt einen Überblick über die abwechslungsreiche Geschichte des Ensembles verschaffen. Das Vivaldi-Orchester ist unter Leitung von Monika Fuchs-Warmhold mehrfacher Preisträger verschiedener Wettbewerbe und konzertierte u.a. in Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien, Italien und Russland. Von 1981 bis heute nahm es an vielen Festivals und Wettbewerben teil. Höhepunkte waren diverse Preise beim deutschen Orchesterwettbewerb sowie eine Reise nach Voronesh, Russland 1993.

Den musikalischen Teil des Abends begann der talentierte Nachwuchs, die Vivaldi-Tiger mit Capriccio Microna, einem gemäßigt modernen Werk des Hamburger Komponisten Ralph Paulsen-Bahnsen sowie einem temperamentvollen Ausflug in die argentinische Folklore. Die jungen Musiker spielten gewohnt schwungvoll und konzentriert, verstärkt wurden sie durch einige Neuzugänge von den Vivaldi-Mäusen.

Das Vivaldi-Orchester startete mit Tabulaturen, Melodiefragmente aus alten Tänzen des 16. Jahrhunderts, von Gunther Erdmann. Danach gab es ein Konzert für Blockflöte und Orchester vom englischen Barockkomponisten John Baston, der selbst Flötist war und hauptsächlich für Blockflöte komponiert hat. An der Flöte überzeugt Ulrike Pobel, die die schwierigen und teils schnellen Sätze mit Bravour meisterte, stets in schönem Zusammenspiel mit dem engagierten Orchester.

Höhepunkt des ersten Programmteils war das Concerto h-moll für 4 Sologitarren und Zupforchester von Antonio Vivaldi. Das Werk stammt aus dem im Jahr 1711 im Druck erschienenen Konzert Zyklus »L’estro Armonico« (die harmonische Eingebung). Die anfänglich leicht nervösen Solisten Andreas Froschmayer, Colin Lang, Anna Pobel und Angelika Riepl fanden schön in das Werk und zeigten dem Publikum die Vielseitigkeit des Gitarrenspiels. Hervorzuheben ist die erst 16-jährige Anna Pobel, deren erster Soloauftritt im Vivaldi-Orchester bestens gelang.

Der zweite Teil des Programms war der neueren Musik gewidmet. »The Typewriter« von Leroy Anderson für Schreibmaschine und Gitarre gefiel dem Publikum, der Gitarrenchor des Orchesters spielte souverän und rhythmisch unterstützt von Jürgen Schieber an der Schreibmaschine. Julia Warmhold sang anschließend mit schöner klarer Mezzosopranstimme zwei Stücke, vor allem Gabriellas Sang aus dem Film »Wie im Himmel« riss die Zuhörer zu Bravo-Rufen hin. Mit dem »Elefantenpfad« des spanischen Komponisten Eduardo Maestre, der das Leben und Treiben in einer Kneipengasse in einem spanischen Weinort beschreibt, kam Geburtstagsstimmung im Bürgerhaussaal auf. Zum Schluss gab es noch drei Tänze zu hören, einen schrillen Hexentanz von Civitareale, einen Walzer von Khatchaturian sowie Filmmusik von Mikis Theodorakis. Bei der Zugabe, einem Boogie, ließen sich manche Zuhörer zum Tanzen verleiten.

Vivaldi Orchester Karlsfeld

Als Gratulanten erschienen Stefan Kolbe, der Bürgermeister von Karlsfeld sowie Holger Linde als Vorsitzender des Musikvereins. Beide stellten die herausragende Stellung des Vivaldi-Orchesters im kulturellen Leben Karlsfelds dar und wiesen auf die sehr gute Jugendarbeit hin. Beide dankten den Musikern und deren Dirigentin mit einem Scheck. Peter Kaiser vom Bund Deutscher Zupfmusiker würdigte die hervorragende Leistung Monika Fuchs-Warmholds mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel. Peter Nozicka, Vorsitzender des Fördervereins spendierte ebenfalls einen Scheck zum Jubiläum.

Auch der Radiosender Bayern-4-Klassik ist bereits auf das Vivaldi-Orchester aufmerksam geworden. So gab es zum Jubiläum einen Beitrag in der Sendung Allegro, der auf der Webseite des Senders abgehört werden kann.

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Vivaldi Orchester auf Probenwochenende

[04.04.2010 • Dr. Andrea Deininger]  Das große Orchester sowie die beiden Jugendgruppen des Vivaldi-Orchesters Karlsfeld, die Vivaldi-Mäuse und die Vivaldi-Tiger waren wie jedes Jahr mit ihrer Leiterin Monika Fuchs-Warmhold auf Probenwochenende.

Die Jüngsten waren in Kienberg im Allgäu. Mit dabei waren dieses Jahr auch zwei Väter als Betreuer. Bei viel Schnee stand neben dem gemeinsamen Musizieren auch Schlittenfahren auf dem Programm. Trotzdem kam das Üben nicht zu kurz, denn die kleinen Musiker haben sich auf ein gemeinsames Konzert mit der Zupferklasse der Verbandsgrundschule am 18. Mai vorbereitet. Zum Abschluss des Wochenendes gab es für die angereisten Eltern eines schönes kleines Konzert mit dem Beatles-Hit »When I’m sixty-four«.

Die etwas älteren Jugendlichen fuhren nach Josefstal am Schliersee. Bei gutem Essen und schöner Unterkunft fühlten sich die Jugendlichen mit ihren Betreuerinnen Monika Fuchs-Warmhold und Claudia Faiss wohl und die Stimmung war sehr harmonisch. Geprobt wurde vor allem für das gemeinsame Konzert mit einem Gastorchester aus Montabaur, das am 15. Mai im Forum der MAN stattfindet. Auch hier gab es für die Eltern am Sonntag ein kleines Konzert mit Boogie und Folklore.

Vivaldi Orchester Karlsfeld

Das große Vivaldi-Orchester fuhr zur Musikakademie im Schloss Alteglofsheim. Geprobt wurde im großen Konzertsaal des imposanten Gebäudes. Sowohl der Gitarrenchor als auch das Zupforchester übten hauptsächlich das Programm für das Jubiläumskonzert am 24. April im Bürgerhaus. Während tagsüber die Musik im Vordergrund stand, gab es abends Spielrunden und gemeinsames Singen, auch mit anderen Gästen des Hauses. Am Sonntag wurden dann noch neue Fotos zum Jubiläum gemacht, die sicher bald in der Presse zu sehen werden sein.

Die nächsten Termine der drei Vivaldi Orchester sind:

  • 8. Mai: Vivaldi Tiger in der Halle der Firma Bunk zum 25 jährigen Jubiläum.
  • 15. Mai: Gemeinschaftskonzert Vivaldi Tiger mit Gastorchester aus Montabaur im MAN Forum, Dachauer Straße 667
  • 18. Mai: Vivaldi Mäuse mit der Zupferklasse in der Verbandsgrundschule Karlsfeld

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Bejubelter Flug über die Steppe

Zupf-Ensemble Lohr begeisterte 200 Zuhörer in der Realschulaula

[22.03.2010 • Gisela Büdel / Mainpost]  Italien, Spanien, Mexiko, Afrika – auf vielfach gewundenen musikalischen Pfaden erschloss das Lohrer Zupf-Ensemble Klangwelten von Barock bis Folklore. 200 Zuhörer genossen am Samstagabend in der Aula der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule das Frühlingskonzert als ein Fest der Sinne.

Mit Einflüssen unterschiedlicher Kulturen überschritt das zweistündige Konzert nicht nur geografische, sondern auch Musik- und Genregrenzen. Musikalisches Neuland betrat das Ensemble in der Besetzung mit Holzbläsern, Streichern und Percussionisten der Sing- und Musikschule und Stadtkapelle Lohr.

Zupf-Ensemble Lohr

Zur Uraufführung kam Oshiwambo, komponiert und dem Zupf-Ensemble gewidmet vom 17-jährigen Lohrer Gymnasiasten Robin Becker. Das Werk – benannt nach einer Bantusprache aus Namibia – beschreibt einen Morgenflug über die Steppe Afrikas. Gemeinsam mit Sonja Dietrich überzeugte der Komponist selbst am Marimbaphon.

Unter den dunklen Klängen wurde so mancher Zuhörer vom Fernweh gepackt – allen voran Realschulrektor Georg Strobel, den bekennenden Liebhaber von Afrikas Land und Leuten. Stehender Applaus bewertete die Komposition als Höhepunkt des Abends; die von den Musikern angekündigte Herausforderung wurde mit Bravour gemeistert. Im Tanz für Violine und Zupforchester von Werner Lemberg glänzte Solistin Katja Ebel. Die 17-jährige Violinistin aus Rechtenbach musizierte auf hohem Niveau. Gleichermaßen verzaubern ließ sich das Publikum vom Zupfensemble in gewohnter Besetzung. Schnelle präzise Wechsel der Stimmen erforderte Palladio von Karl Jenkins, arrangiert von Musikstudentin Jaqueline Stürmer (Partenstein).

Es erklang die Sinfonia G-Dur von Franz Xaver Richter, bearbeitet von Detlef Tewes. Kirchentonal gefärbte Melodien von Gustav Gunsenheimer machen das Konzert Nr. 1 für Cembalo und ZO aus. Gefühlvoll musizierten die Solisten Susanne Nickel am Klavier und Robin Becker an den Pauken, dynamisch begleitet vom Zupf-Ensemble. Ein schwungvoller süditalienischer Volkstanz geleitete in die Pause: Die Tarantella von Gino del Vescovo, bearbeitet von Elke Tober-Vogt.

Granada und Sevilla, zwei Sätze aus der Suite Español von Isaac Albeniz arrangiert von Detlef Tewes, ließen Spaniens Sonne aufgehen. Leidenschaft pur verströmten fünf Sätze aus der Suite Mexicana Op. 16 von Eduardo Angulo. Extreme Stimmungen von fröhlich und festlich wechselten mit Melancholie und tiefer Bewegtheit. Hohe Musikalität, ausgereifte Technik und Freude am Spiel machten das Hören und Verstehen der Klangwelten zu einem Erlebnis. Gitarrist Sébastien Schmitt führte zu den Musikstücken hin und unterstrich mit humorvollen Kommentaren den heiteren Charakter des Frühlingskonzertes.

Kurzum: Dirigentin Petra Breitenbach und ihr Ensemble begeisterten das Puplikum nachhaltig. Herzlicher Applaus wurde von Herzen belohnt: Sincerely vom Estländer Valdo Preema. Und zu guter letzt hob man noch einmal ab zu Robin Beckers Flug über die Steppe – Oshiwambo.

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Eigener Sendeplatz für Laienmusik im Bayerischen Rundfunk

[07.02.10]  Neuerdings sendet Bayern Plus – das digitale Radio der Zukunft – jeden Sonntag von 14 bis 15 Uhr im »Musiksalon« Laienmusik aus Bayern. Der »Musiksalon« möchte in der Kombination aus Moderation und Musik alle Sparten der Laienmusik sowie musikalische Beiträge aus den Musikschulen präsentieren.

»Bayern plus« ist das jüngste Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks und sendet rund um die Uhr Musik und Information. Bayernweit ist »Bayern plus« über Antenne mit Digital-Radio DAB auf Kanal 12 D zu hören. Ebenso ist es als Livestream über das Internet verfügbar, sowie europaweit über Satellit via DVB-S Radio.

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Übungswochenende des Zupfensemble Lohr in Hammelburg

[25.01.10]  Zur Vorbereitung auf das Jahreskonzert am 20.03.2010 haben wir 18 Musikerinnen und Musiker des Zupfensemble Lohr uns bei einem Übungswochenende gemeinsam mit unserer Dirigentin Petra Breitenbach intensiv mit teils neuer, teils älterer Spielliteratur beschäftigt.

Nach intensiven Stimmproben, die bei den Gitarren von Andreas Kantenwein geleitet wurden, und in denen Petra Breitenbach mit den Mandolinen/Mandola den »Fehlervermeidungsfingersatz« trainiert hat, trafen wir uns zu abwechslungsreichen Tuttiproben. Hier ging es u.a. um die Interpretation von »Bindebögenabschlüssen«, »Stierkampf mit Igel« und um einen quasi »fließenden Richter-Barock«. Hierbei hatten wir alle viel Spaß und Andreas sorgte teilweise für ein völlig neues Spielgefühl bei altbekannten Werken, so z.B. »kein bella Napoli bei spanischem Granada«! Vielen Dank Andreas – es gefällt uns sehr gut so!

Zupfensemble Lohr

Natürlich kam neben dem fleißigen Proben+Üben auch das Vergnügen nicht zu kurz. Bei Sekt und Chips (u.a. neue Variante in grün: Wasabi-Geschmack, hmm) im Keller oder bei einem Besuch im Kissalis in Bad Kissingen. Und bei unseren Youngsters ging es mit Ligretto und Halli Galli reaktionsschnell zur Sache!

So erfolgreich proben und dabei so viel Spaß haben konnten wir u.a. nur, weil wir in der Musikakademie in Hammelburg bestens untergebracht waren und von der Küche hervorragend bekocht wurden. Vielen Dank hierfür.

Und trotz kleiner Blasen an den Fingern und schmerzendem Sitzfleisch war es ein tolles, gemeinsames, musikalisches Wochenende mit dem Wunsch nach mehr …

Vielen Dank an Petra und Andreas!
Und bis zum nächsten Jahr …!?

Gute Sprüche des Wochenendes:

  • »Ein Orchestersamstag ist wie ein Sonntag!!«
  • »Fehlervermeidungsfingersatz: das ist ein Glücks-Griff!«
  • »Man kann auch mit normalen Mitteln schöne Musik machen.« (ohne Tremolo??)
  • »Spielt doch einfach was da steht!« (eine Gitarristin zu den Mandolinisten)
  • »Oh, ein Igel! – Das ist ein Stier, Du Schlumpf!« (unterschiedliche Deutung einer Eintragung in die Noten)
  • »In zu langsamem Tempo ist es unangenehm …«
  • »So – jetzt funktionierts aber!« (Gitarrist zu den Mandolinen nach mehrmaligem Wiederholen einer Stelle)

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Der Weihnachtsbrief des Präsidenten

Liebe Mitglieder,

Zum Ende dieses Jahres danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihr Engagement innerhalb der Zupfmusik in Bayern. Mit Ihrem Willen zur Weiterbildung an Ihrem Instrument und in der Theorie, sowie Ihrem Einsatz in der Vorbereitung und Durchführung musikalischer Darbietungen gelingt die positive Weiterentwicklung der Zupfmusik in Bayern und darüber hinaus.

Allerdings gibt es massive Bestrebungen von Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, bei der Verteilung der Mittel zur Förderung der Laienmusik die Zuschüsse für den BDZ um ein Viertel zu kürzen. Hintergrund hierfür ist die Regelung, nicht nach qualitäts- bzw. leistungsbezogenen Kriterien, sondern fast ausschließlich aufgrund der Zahl der Verbandsmitglieder über die Mittelverteilung zu entscheiden. Dadurch wird, da wir im Vergleich zu Bläsern und Sängern deutlich weniger Mitglieder haben, der BDZ in seinem hochwertigen (Kurs-)Angebot äußerst negativ beeinträchtigt. Sollte sich, was zu befürchten ist, diese Regelung durchsetzen, wird es den Landesverband Bayern im BDZ zumindest in der zur Zeit existierenden Form nicht mehr geben, denn mit einer solch einschneidenden Kürzung der Mittel wird eine wie seit Jahren durchgeführte qualifizierte und trotzdem kostengünstige Fort- und Weiterbildung der Zupfmusiker in Bayern durch den BDZ nicht mehr möglich sein.

Bisher führen wir jedes Jahr mindestens acht reine Fortbildungslehrgänge plus die Probenphasen der beiden Auswahlorchester BLZO und BLJZO durch. Von den Gesamtausgaben des BDZ Bayern betragen dabei die Geschäftskosten nur 5%. Insbesondere in der Jugendarbeit setzt der Landesverband seit Jahren Maßstäbe: Unter den ersten Preisträgern beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2009 im Fach Gitarre sind 7 von 23 Teilnehmern aus Bayern, das sind über 30% aller 1. Preise in ganz Deutschland! Aus diesem Grunde ist es im Interesse aller jetzigen Mitglieder äußerst wichtig, neue BDZ-Mitglieder zu werben. Und dass dies auch in deren Interesse ist, zeigen die Vorteile einer solchen Mitgliedschaft:

  • Kostenlose Fachzeitschrift Concertino
  • BDZ-Fortbildungsangebot sowie Gebührenermäßigung bei der Teilnahme an Lehrgängen des BDZ
  • Qualifikationsnachweise nach erfolgreicher Teilnahme in Form von Abschlusszertifikaten
  • preiswerter Versicherungsschutz für Unfall-, Haftpflicht- und Instrumentenversicherung
  • GEMA-Vergünstigungen
  • Zuschüsse für vereinseigene Instrumente und Noten
  • Förderung begabter Nachwuchsspieler/innen durch Vermittlung von Konzertmitwirkungen und Einladungen zu Kammermusik- und Meisterkursen
  • Vermittlung von Lehrkräften für vereinseigene Fortbildungsmaßnahmen
  • Arbeitshilfen für Spieler/innen und Ensembleleiter/innen in Form von Literaturverzeichnissen, Schallplattenverzeichnissen, Bücherlisten, Seminarskripten und Tonträgern
  • kostenlose Homepage für Mitgliedsensembles sowie weitere Dienstleistungen

Bitte engagieren Sie sich deshalb intensiv, um neue Mitglieder zu werben. Ein entsprechendes Formular und die ausführlichen Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier. Zum Ende des nächsten Jahres wird dann das Orchester mit den meisten Neumitgliedern ein Notenpräsent als »Dankeschön« erhalten.

Um unsere intensive Seminararbeit und das reichhaltige Kursangebot weiterhin realisieren zu können und in den Genuss von Zuschüssen zu kommen, ist neben der massiven Mitgliederwerbung auch in diesem Jahr wieder Ihr »Rechenschaftsbericht« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) von großer Bedeutung. Auch möchte ich den bereits im Vorjahr vorgetragenen Wunsch wiederholen und darum bitten, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o. ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Vielen Dank!

An dieser Stelle gratuliere ich nochmals dem Mandolinen- und Gitarrenverein Noris Süd zu seiner hohen Auszeichnung mit der Pro-Musica-Plakette durch den Bundespräsidenten und zum 100sten Geburtstag des Vereins. Herzlichen Glückwunsch nach Nürnberg! Erst kürzlich konnten das Zeiler Zupforchester sein 20-jähriges und das Ensemble Roggenstein sein 30-jähriges Jubiläum feiern: auch wenn sie im Vergleich zu Noris Süd noch sehr »jung« sind, leisten doch beide Orchester eine beachtliche und niveauvolle Arbeit und dienen somit der Verbreitung und Anerkennung unserer gemeinsamen Sache. Auch Ihnen herzliche Glückwünsche!

Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen des gesamten Vorstands, neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familien, einen schönen Advent, friedliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und hoffentlich mitgliederreiches neues Jahr 2010.

Ihr Joachim Kaiser  [Dezember 2009]

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100-jähriges Jubiläumskonzert beim MGV »Noris Süd«

[23.10.09 • Petra Wiedemann]  Ein ¾ Jahr intensivste Vorbereitungen fanden am 10. Oktober 2009 um 20 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus in Nürnberg ihren Höhepunkt.

Minuziös wurde der Jubiläumstag vorbereitet. Ab 10 Uhr hieß es Aufbauen und Vorbereiten sowie den Saal schmücken. Auch eine Pinwand mit alten Fotos über 100 Jahre MGV wurde aufgebaut. Alles war gut im Zeitplan, so dass wir pünktlich um 18:30 Uhr die Türen öffnen konnten.

Unsere Gäste wurden von Mitgliedern des 1. Formationsclubs Fürth stilecht und passend zum Jubiläum in Kleidung um die Jahrhundertwende empfangen und auf Ihre Plätze geleitet. Auch eine Festbroschüre wurde anlässlich des außergewöhnlichen Jubiläums gestaltet und an die Gäste verteilt.

Unter den Zuhörern waren hochrangige Vertreter vom BDZ – so Herr Frank Brandt und Herr Joachim Kaiser. Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg hatte die Schirmherrschaft übernommen und schickte die ehrenamtliche Stadträtin, Frau Alesik, als seine Vertretung.

100 Jahre MGV »Noris-Süd«Pünktlich um 19:30 Uhr eröffnete das Orchester unter Leitung von Horst Schiller mit der »Armonie Alpine« das Festkonzert.

Norbert Wiedemann führte als Moderator durch das Programm. Auch er begann seine Moderation mit Kleidung im Stil der Jahrhundertwende, also in Gehrock und Gamaschen, der Kleidung im Gründungsjahr des MGV. Die Gäste waren begeistert!

Mit kurzweiligen Rückblicken in jedes Jahrzehnt begleitete er das Orchester durch 100 Jahre. Jeweils den Epochen angepasst moderierte er danach in Kleidung der Goldenen Zwanziger-Jahre, in Uniform eines amerikanischen Soldaten, im Frack (wobei er sich auch kurzzeitig als »Saaldiener« betätigte) und zuletzt im schwarzen Anzug.

Das Orchester spielte Stücke aus 100 Jahren – nach der Eröffnung zunächst »Torna a surriento« (begleitet von einem Tenor), danach einen Ragtime aus dem Film »Der Clou« – »The Entertainer«. Hierbei gab es eine Premiere beim MGV: Birgit Schiller dirigierte zum ersten Mal bei einem Konzert und unterstützte so unseren Dirigenten Horst Schiller.

Anschließend gab es einen Augenschmaus für die Anwesenden: Der 1. Formationsclub Fürth bot »Tänze der 20er Jahre« – will heißen Black Bottom und Charleston wurden aufgeführt!

Weiter repräsentierte jedes Lied ein Jahrzehnt im »Leben« des MGV »Noris Süd«. So ging es weiter mit den »Prominenten der Vergangenheit«, welche die 20er Jahre repräsentierten. Dieses Potpourri wurde von einem früheren Dirigenten unseres Orchesters arrangiert. Es folgte »It’s Swingtime« – anschließend das Chianti-Lied für die 40er. Hierbei wurden wir wieder von einem Tenor begleitet. Der »Zupfboogie« war das letzte Stück vor der Pause und sollte die Zeit von 1950 bis 1959 vertreten.

Nach der Pause gut gestärkt ging die kleine Zeitreise des MGV weiter. Begonnen wurde in den 60er Jahren mit einem Ausschnitt aus dem Medley »Schön war die Zeit« mit »Yesterday«. Weiter ging’s mit dem wunderschönen Thema zum Film »Der Pate« – die »Godfather-Suite«.

100 Jahre MGV »Noris-Süd«Birgit Schiller und Elena Romanova-Nöller brachten zwei Gitarrenspecials zu Gehör: »Milonga« von Jorge Cardoso und »Sons de Cariloes« von Joao Pernambuco.

Drei amerikanische Volkslieder wurden – unter Begleitung von Herbert Wolf an der Fiddle – vorgetragen.

Und danach kam der Höhepunkt des Konzerts: Unterstützt von Eva Schiller am Keybord, Julia Reichel an der Querflöte und Rita Bavanati als Sängerin wurde das Titellied der »Titanic«, der Song »My heart will go on« aufgeführt – und war ein voller Erfolg. Der Saal tobte!

Als Erinnerung an die Kongress-Schlussfeier vom 14. September 1913 wurde der »Karl-Boss-Marsch« als Abschlussstück aufgeführt.

Nachdem vom Publikum noch eine Zugabe gefordert wurde, moderierte Norbert Wiedemann das letzte Stück so an: »Ich sage nur noch: ein bisschen Strauß – und dann ist es aus!« Mit dem »Radetzky-Marsch« fand dann das Konzert seinen krönenden Abschluss.

100 Jahre MGV »Noris-Süd«

Alles in allem waren es drei kurzweilige Stunden, die bei Gästen und Orchester sehr gut ankamen. Wir sind sehr stolz, ein solches Jubiläum begehen zu können und auch ein Konzert organisiert zu haben, bei dem wirklich alles stimmte!

Wir bedanken uns bei all denjenigen ganz herzlich, die uns auch von Seiten des BDZ bei der Organisation der Veranstaltung mit unterstützt haben. DANKE!

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Konzertreise des Bayerischen Landeszupforchesters nach Bottrop

[17.11..2009 • Dr. Thomas Hammer]  Das BLZO unter künstlerischer Leitung seines Dirigenten Dominik Hackner hatte am Allerheiligen-Wochenende Gelegenheit, die angenehmen Seiten des Ruhrgebiets auf einer Konzertreise nach Bottrop kennen zu lernen. Unser Ziel, das von außen leicht futuristisch anmutende Ruhrstadt Hostel in Bottrop, erreichten wir so zeitig, dass wir noch eine spontane Probe unter kollektiver Leitung bewährter Spieler des BLZO durchführen konnten.

Ingo Brzoska, Präsident des BDZ-NRW e.V. und Leiter des gastgebenden Zupforchesters Kirchhellen, setzte dem mit der Einladung zu einem gemütlichen Abendessen im Hotelrestaurant Charisma ein Ende. Dort war nicht nur für das leibliche Wohl, sondern auch für einen herzlichen Empfang durch Mitspieler des ZO Kirchhellen und für unterhaltsame dargebotene Bildung von Bayern und Franken in Sachen Ruhrgebiet gesorgt.

Am Samstagvormittag probte das BLZO im Konzertsaal des August Everding Kulturzentrums seine Beiträge zum Matinee-Konzert. Danach hatten die Kirchhellener bei einer Gesamtprobe des »Song of Japanese Autumn« von Yasuo Kuwahara Gelegenheit, sich auf Dominiks Interpretation dieses gemeinsam unter seiner Leitung aufgeführten Werkes einzustellen.

Das BLZO am Tetraeder

Es folgte der sportlich-touristische Teil der Reise: 12 Uhr bis 12:30 Uhr Essen fassen in Eigenregie, Fahrt zum Hotel, Instrumente verstauen und einmal kurz durchschnaufen, Anfahrt zur Halde Beckstraße, Aufstieg auf die rund 80 m hohe Halde (über 350 Stufen waren zu bewältigen), für Schwindelfreie weiterer Aufstieg auf die noch einmal 42 m darüber gelegene Aussichtsplattform des Tetraeders (das Wahrzeichen von Bottrop), und dann … erst einmal einen fantastischen Rundblick genießen – vom Alpincenter Bottrop mit der längsten Indoor-Skipiste der Welt im Vordergrund bis weit über die Arena auf Schalke hinaus. Mit der Besichtigung der Kohlenwäsche der Zeche Zollverein im Norden Essens stand um 15 Uhr bereits der nächste Punkt auf unserem Besichtigungsprogramm. Die hervorragende, gut zweistündige Führung vermittelte uns dabei ein sehr eindrückliches Bild der Arbeitsbedingungen in dieser 1932 eröffneten Anlage. Mit einem völlig neuen architektonischen Konzept erreichte man damals eine Förderleistung von bis zu 12.000 Tonnen Kohle täglich,was Maßstäbe für die nächsten Jahrzehnte setzte. Seit der Stilllegung im Jahr 1986 ist die Zeche ein anschauliches Zeichen für den Strukturwandel im Ruhrgebiet: Sie wurde UNESCO Weltkulturerbe sowie Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen – und ein Ort, an dem Franken und Bayern eine für sie bis dahin weitgehend fremde Welt kennen lernen konnten. Wer danach noch Energie übrig hatte, begab sich mit dem Bus zum CentrO in Oberhausen, Europas größtem Einkaufs- und Freizeitzentrum. Seinen gemütlichen Ausklang fand dieser Tag im »Exil«, einem türkischen Restaurant in Bottrop mit einem exzellenten Buffet, das dazu den Vorteil hatte, Halloween-freie Zone zu sein.

Konzert in Bottrop

Am Sonntagmorgen schließlich kamen wir nach einer kurzen Anspielprobe und Ablaufplanung zum Höhepunkt und eigentlichen Zweck unserer Reise – dem Matinee-Konzert im August Everding Saal, das mit einem Publikum von rund 200 Personen erfreulich gut besucht war. Der erste Teil des abwechslungsreichen Konzerts wurde vom Zupforchester Kirchhellen unter Leitung von Ingo Brzoska gestaltet mit »Al Andalus« für vier Gitarren und Zupforchester von Peter Brekau, »Veevalvaja« (Aquarius) für zwei Gitarren und Zupforchester von dem estnischen Komponisten und Astronomieliebhaber Urmas Sisask, und dem 1. Satz aus Fried Walters »Ein kleines Violinkonzert« mit Begleitung von Zupforchester und Blockflötengruppe. Die jugendlichen Solisten standen hier klar im Vordergrund und wurden für ihr musikalisches Spiel mit viel Applaus belohnt. An Ansprachen durfte es bei diesem Anlass natürlich auch nicht fehlen: Zu Wort kamen unter anderem der Kulturdezernent der Stadt Bottrop und die Präsidenten der BDZ Landesverbände Nordrheinwestfalen und Bayern. Der zweite Teil des Konzertes wurde vom BLZO mit Johann Sebastian Bachs »Concerto e-moll« (nach BWV 1062) für 2 Mandolinen (Gertrud Weyhofen, Sabine Spath), 2 Gitarren (Jürgen Thiergärtner, Daniel Ambarjan) und Zupforchester in der Bearbeitung von Olaf van Gonnissen barock eröffnet (Dominik Hackner hier als Continuo-Spieler am Cembalo) und ging über die Romantik (Ugo Bottachiaris »Preludio Sinfonico«) zu zeitgenössischen Kompositionen des estnischen Komponisten Valdo Preema über (»Sincerely« und »Epigonics 2«). Den stimmungsvollen Abschluss des mit viel Applaus bedachten Konzertes bildete dann Yasuo Kuwaharas inzwischen zu den Zupfmusikklassikern zählende Komposition »The Song of Japanese Autumn« in der gemeinsamen, von Dominik Hackner geleiteten Aufführung des Zupforchesters Kirchhellen und des BLZO. Von den Kirchheller Spielern bewirtet mit Pizza »satt« und voll angenehmer Erinnerungen fuhren wir zurück nach Würzburg.

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An alle Jugendlichen der Mitgliedsorchester im BDZ LV Bayern

[01.10..2009]  Liebe Jugendliche im Bund Deutscher Zupfmusiker, Landesverband Bayern!

Hiermit ergeht an Euch die herzliche

Einladung zur Wahl eines Landesjugendleiters

am 04.11.2009, 13:30 Uhr
auf Burg Feuerstein
Jugendhaus Burg Feuerstein
91320 Ebermannstadt.

Der Landesjugendleiter ist Mitglied im Vorstand des Landesverbands Bayern und vertritt in diesem Gremium Eure Interessen. Daneben ist er Euer Ansprechpartner und die Kontaktperson zur Bundesjugendversammlung des BDZ.

Vorschläge zur Wahl können bis zum 16.10.2009 per Mail oder Post bei der Geschäftsstelle des BDZ LV Bayern eingereicht werden.

Mit musikalischen Grüßen
gez. i.A. Karla Jenuwein
BDZ LV Bayern, Geschäftsstelle

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Vivaldi Orchester auf Schloss Amerang

Vivaldi Orchester auf Schloss Amerang[16.07.2009 • Dr. Andrea Deininger]  Ein fester Bestandteil des Ameranger Konzertsommers ist seit vielen Jahren das Vivaldi Orchester Karlsfeld. Und so boten vor fast ausverkauftem Haus die Laienmusiker auch dieses Jahr wieder Kostproben aus dem aktuellen Programm. Ralf Hanrieder und Angelika Füssl nahmen mit einer spritzigen, lockeren Moderation das Publikum mit auf eine Tanzreise um die Welt.

Ein Höhepunkt des ersten Teils war das Stück »Gabriellas Song« mit Julia Warmhold als Gesangssolistin. Das Konzert für vier Mandolinen von Vivaldi gelang mit feiner Virtuosität und schöner Abstimmung. Gänsehaut-Feeling beim Publikum verursachte auch die erste Zugabe, das Magnificat, mit zusätzlichem Chorgesang des Orchesters. Nachdem es am Nachmittag noch sehr heftig geregnet hatte, blieben die Zuhörer während des Konzerts vom Regen verschont. Und so gelang ein würdiger Abschluss der Musiksaison.

Wer die einzigartige Atmosphäre in Schloss Amerang erleben möchte, kann das Vivaldi Orchester noch einmal hören. Am 3. Oktober gibt es eine italienische Nacht mit Canzone aus Neapel, gesungen vom italienischen Tenor Giuseppe Del Duca. Dies wird kein Konzert im üblichen Sinn, sondern man sitzt im beheizten Schlosshof an Tischen und kann sich ein italienisches Menü gönnen und bei einem Glas Wein der Musik lauschen. Der Kartenvorverkauf hat schon begonnen, Karten gibt es unter der Telefonnummer 08075 919299.

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Musikstudio Karlsfeld feiert Geburtstag mit Jubiläumskonzert

[20.05.2009 • Dr. Andrea Deininger]  Seit 40 Jahren engagiert sich Monika Fuchs-Warmhold mit ihrem Musikstudio Karlsfeld für die musikalische Erziehung von Kindern. Sie hat in ihrem Heimatort eine wichtige Hochburg für die Zupfmusik in Bayern aufgebaut. Dieses Jubiläum wurde jetzt in einem großen Konzert gefeiert, in dessen Rahmen auch der Bürgermeister dankende Worte sprach.

Das Jubiläumskonzert gab einen Einblick in die künstlerische Arbeit von Monika Fuchs-Warmhold. Das Publikum hörte eine bunte musikalische Mischung, präsentiert von kleinen Anfängern bis hin zu preisgekrönten älteren Schülern. Es begannen die Musikgartenkinder mit ihren Eltern mit einem fröhlichen Kreistanz zu einer Gavotte von Händel. Danach stellten etliche Preisträger des Wettbewerbs »Jugend musiziert« ihr musikalisches Können unter Beweis. Während Benedict Wienecke auf der Mandoline mit einem virtuos gespielten Stück der Engländerin Alison Stephens überzeugte, interpretierte Markus Full ebenso gekonnt auf der Gitarre ganz klassisch eine Bourrée von Bach. Martin Achtner brachte auf der Mandoline mit einem Stück von Goshi Yoshida sehr gekonnt fernöstliche Stimmung in den Bürgersaal. Isabell Böswald gab ein wunderschönes Gitarrenduo mit ihrer Lehrerin zum Besten. Eine Gruppe junger Musiker um Raphael Boll sangen ein entzückendes Hexenlied. Den Abschluss des ersten Teils bildeten sechs junge Gitarristen mit einer Rumba und der romantischen Rockballade Samba Pa Ti; auffallend waren hier die beiden nahezu perfekt gespielten E-Gitarren.

In der Pause hatten die vielen Gäste und ehemaligen Schüler Gelegenheit, eine Reise in die Vergangenheit anzutreten. Liebevoll gestaltete Fototafeln, nach Jahren geordnet, ließen so manchen in Erinnerungen schwelgen. Den zweiten Teil begannen drei Bundesfinalistinnen von »Jugend musiziert«, verstärkt durch ihre Lehrerin, mit einer technisch anspruchsvollen Rumba, schön auf einander abgestimmt und sehr rhythmisch. Ein Mädchen-Sextett sang den bekannten Pop-Song I’m a big big girl von Emilia, nicht nur optisch nett anzuschauen sondern auch durchaus mit einem professionellen Anspruch. Mit drei Sätzen von Leopold Mozart sowie der Passacaglia Piccola vom Helmut Fackler begeisterte ein Zupfquartett das Publikum.

Und natürlich zeigten auch die Lehrer des Musikstudios, auf welch hohem Niveau hier musiziert wird. Regina Frank an der Zither, Michael Sternbacher und Alexander Stör auf der Gitarre sowie Monika Fuchs-Warmhold mit der Mandoline brillierten mit einer Suite aus dem 17. Jahrhundert. Sehr schön gelang auch ein zeitgenössisches Stück von Oliver Kälberer. Die anschließenden Volkstänze aus Osteuropa vollendeten das weite Spektrum der Zupfmusik.

Foto: Beate Boll

Zum Abschluss hieß es noch einmal »auf die Bühne« für alle Schüler. Ca. 100 Mitwirkende präsentierten chilenische Folklore mit dem Stück Mi Caballo Blanco. Erstaunlich, wie gespannt und konzentriert alle Spieler bei der Sache waren. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Beifall und die Gemeinde Karlsfeld sowie alle Eltern und Schüler dürfen stolz und froh sein, ein solch engagiertes Musikstudio am Ort zu haben.

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Begegnung schafft Nähe – Eurofestival 2010

[17.04.2009]  Vom 3. bis 6. Juni 2010 findet in Bruchsal das nächste Europäische Zupfmusikfest des BDZ statt. Anmeldeschluss ist der 1. Mai 2009 unter rauch@bdz-online.de.

Bundesmusikleiter Dieter Kreidler ruft noch einmal zur regen Teilnahme an diesem außergewöhnlichen und nur alle vier Jahre statt findenden Event auf:

Liebe Zupfmusikfreunde,

die Vorbereitungen für Bruchsal laufen auf vollen Touren und trotzdem gibt es noch einen markanten Impuls für die Gesamtkonzeption – gewissermaßen im Nachhinein. Ausgehend von der bemerkenswerten und überaus kreativen Zu- und Mitarbeit der Stadt Bruchsal, wurde uns Planern erst jetzt richtig bewusst, in welchem Maße die Stadt und die Bevölkerung bereit sind, sich mit dem Musikfest zu identifizieren. Dies gibt uns Gelegenheit, die Vereinsbasis ganz besonders in die Musikkonzeption des Festivals mit ein zu beziehen.

Mit »dabei sein« war und ist für viele ja ein wichtiger Aspekt. Es bietet Gelegenheiten, mal ein sogenanntes Leistungsorchester, die Jugend, die Hochtalentierten zu hören, die Ausstellung und die Instrumentenbauer zu besuchen, mal hier und da in einen fachlichen Dialog zu treten und und und … – das macht doch unser größtes Musikspektakel alle vier Jahre aus.

Bruchsal will aber mehr!

Eingebettet in die Gesamtkonzeption des »eurofestivals 2010 im Musikland Baden-Württemberg« soll die Bevölkerung regen und aktiven Anteil am Gesamtgeschehen nehmen. Hinzu kommt die besondere Situation, dass das Musikfest in 2010 auch das »Musikland Baden-Württemberg« repräsentiert. Dies gibt uns programmatisch und nahezu zwingend inhaltliche Gründe für die Begegnung aller Musiktreibenden bei dieser besonderen Gelegenheit im Ländle. Deshalb laden wir die Vereinsorchester des BDZ herzlich zur Teilnahme in Bruchsal ein.

Die Orchester erhalten eine Auftrittsmöglichkeit auf einer Open-Air-Bühne auf dem Marktplatz bzw. in weiteren fußläufig erreichbaren Sälen unmittelbar in Nähe des Bürgerhauses. Die Bühne soll Donnerstag bis Samstag in den Mittagsstunden bespielt werden. Die Problematik von Zupfmusik im Freien ist hinlänglich bekannt und so wollen wir mit der Bereitstellung einer professionellen Musikanlage und Moderation für einen guten Sound und Stimmung sorgen.

Die Bühne ist damit freigegeben für alles, was die Zupfmusik so hergibt. Hier können die Vereinsorchester (20 min. Auftritt) nach Herzenslust spielen, was sie wollen. Der bunte Mix wird viele erfreuen und manche Besucher werden von der Vielfalt überrascht sein.

Machen Sie aus Bruchsal durch ihre Bereitschaft, einen musikalischen und gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, ein Musikfest der besonderen Art für alle und entschließen Sie sich zu einer großen Vereinsfahrt mit tollen Erlebnissen und Begegnungen.

Begegnung schafft Nähe – Nähe schafft Vertrauen – Vertrauen ist die Grundlage jedes Vereins. Wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

Herzlichst,
Dieter Kreidler

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Verleihung der Pro-Musica-Plakette an den MGV Noris-Süd

Verleihung der Pro-Musica-Plakette[07.04.2009 • Petra Wiedemann]  Am 29.03.2009 war es soweit: Eine kleine Gruppe von acht Personen des MGV Noris-Süd reiste zur Verleihung der Pro-Musica-Plakette von Nürnberg ins Kulturzentrum nach Vöhringen. Die Abordnung von drei Verantwortlichen des MGV – Willi Wiedemann (1. Vorstand), Gerlinde Schönleben (2. Vorstand) und Horst Schiller (Dirigent) – erhielten aus den Händen von Dr. Thomas Goppel (Staatsminister a.D. und Präsident des Bayerischen Musikrats) und Dr. Friedrich Wilhelm Rothenpieler (Amtschef des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst) die Pro-Musica-Plakette sowie die dazugehörige Urkunde – unterzeichnet von Bundespräsident Horst Köhler.

Pro-Musica-PlaketteDie Pro-Musica-Plakette wird Vereinigungen von Musikliebhabern verliehen, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens, und damit um die Förderung des kulturellen Lebens, erworben haben. Die Plakette zeigt auf der Vorderseite eine Musizierende mit Lyra und die Inschrift »FÜR VERDIENSTE UM INSTRUMENTALES MUSIZIEREN – PRO MUSICA«. Die Rückseite zeigt den Bundesadler. Die Plakette wird durch den Bundespräsidenten aus Anlass des 100-jährigen Bestehens einer Musikvereinigung auf deren Antrag verliehen. Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich die Musikvereinigung in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Pflege der instrumentalen Musik gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische oder volksbildende Verdienste erworben hat.

Zur Überreichung der Urkunde und der Ehrenplakette waren auch BDZ-Präsident Joachim Kaiser und Vizepräsident Michael Nitzl nach Vöhringen gereist und gratulierten den Ausgezeichneten herzlich. Besten Dank hierfür!

Der MGV ist sehr stolz auf diese Auszeichnung.

Unser Dank gilt auch all denjenigen, die uns bei der Zusammentragung der erforderlichen Unterlagen sowie der Beantragung der Pro-Musica-Plakette tatkräftig unterstützt haben!

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Jetzt anmelden: »Europa-Tage der Musik 2009«

[07.04.2009]  Vom 19. Juni bis 5. Juli steht Bayern bereits zum 24. Mal ganz im Zeichen der Europa-Tage der Musik, laut Kunstminister und Schirmherr Dr. Wolfgang Heubisch »ein Fixpunkt im reichen Musik- und Kulturleben des Freistaats Bayern«. Ausgerichtet vom Bayerischen Musikrat sind Laien und Profis eingeladen, nach dem Motto »Musik schafft Freunde« ihrer Verbundenheit zu Europa und seiner Bevölkerung durch unterschiedliche Musikprogramme und Konzertformen in der Öffentlichkeit Ausdruck zu verleihen. Zentraler Abschluss und Höhepunkt bildet ein dreitägiges Musikfest in Aschaffenburg mit einem Rock-Pop-Festival, sinfonischer Blasmusik, schottischer Volksmusik, deutsch-französischer Vokalkunst und einer Operngala.

An den Europatagen mitmachen können alle Verbände und Institutionen des Musiklebens in Bayern, sowie Schulen und freie Gruppen. Alle Veranstaltungen werden über einen zentralen Veranstaltungskalender bayernweit veröffentlicht. Zur Werbung vor Ort gibt es Plakate. Medienpartner ist der Bayerische Rundfunk.

Anmeldeschluss zur Teilnahme: 1. Juni 2009

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Ehrenamtspauschale

Info des Bayerischen Musikrats

[07.04.2009]  Seit Oktober 2007 ist es möglich, für »begünstigte Tätigkeiten« eine Ehrenamtspauschale in Höhe von bis zu 500 Euro pro Jahr auszubezahlen.

Neben Personen, die im Verein eine besondere Aufgabe (Vorstandsmitglieder, Reinigungskräfte, Bürokräfte, Notenwart) wahrnehmen, können auch Amateurmusiker mit der Ehrenamtspauschale bedacht werden. Hier sind jedoch zwei Punkte zu beachten:

  1. Die Höhe der Ehrenamtspauschale darf nicht unangemessen hoch sein und muss einer evtl. Überprüfung der Finanzämter Stand halten.
  2. Der Verein muss auch ohne die gebräuchliche Form der »Rück-Spende« in der Lage sein, die Ausgaben für die Ehrenamtspauschale zu finanzieren.

Beispiel: Ein Verein hat Rücklagen i.H.v. 4.500 Euro und will an 12 Mitglieder jeweils 500 Euro Ehrenamtspauschale ausbezahlen, da mit den Mitgliedern besprochen ist, dass diese einen Großteil wieder an den Verein zurück spenden. Das wäre steuerlich problematisch, da die Auszahlung ohne die Rück-Spenden nicht möglich gewesen wäre.

Auch wenn die Anwendung der Ehrenamtspauschale durch das »Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements« frei gegeben wurde, muss jedoch auch im Hinblick auf die Vereinssatzung noch etwas beachtet werden:

Wenn der Vorstand einer gemeinnützigen Körperschaft (Verein) nach der Satzung ehrenamtlich (unentgeltlich) tätig sein muss, verstößt die Körperschaft mit der Zahlung von Vergütungen (auch der Ehrenamtspauschale) an Vorstandsmitglieder gegen das Gebot, sämtliche Mittel für steuerbegünstigte satzungsmäßige Zwecke zu verwenden (sog. »Gemeinnützigkeitsparagraph«).

Grundsätzlich empfiehlt es sich, in die Satzung einen Passus aufzunehmen, der die pauschalen Aufwandsentschädigungen ermöglicht. Der Passus könnte folgendermaßen lauten:

»Tätigkeiten im Dienst des Vereins dürfen nach Maßgabe eines Vorstandsbeschlusses im Rahmen der Ehrenamtspauschale vergütet werden.«

Falls ein gemeinnütziger Verein aufgrund der Einführung des neuen Freibetrags (Ehrenamtspauschale) bis zum 9. Dezember 2008 bereits pauschale Zahlungen im Rahmen der Ehrenamtspauschale an Vorstandsmitglieder bezahlt hat, obwohl die Satzung eine ehrenamtliche oder unentgeltliche Tätigkeit des Vorstandes vorschreibt, sind daraus unter den folgenden Voraussetzungen keine für die Gemeinnützigkeit schädlichen Folgerungen zu ziehen:

  1. Die Zahlungen dürfen nicht unangemessen hoch gewesen sein.
  2. Die Mitgliederversammlung beschließt bis zum 31. März 2009 eine Satzungsänderung, die eine Bezahlung der Vorstandsmitglieder zulässt.

Schreibt die Satzung keine ehrenamtliche oder unentgeltliche Tätigkeit des Vorstandes vor, ist die Zahlung von pauschalem Aufwandersatz und von Vergütungen an Vorstandsmitglieder grundsätzlich unschädlich für die Gemeinnützigkeit. Die Zahlungen dürfen allerdings auch hier nicht unangemessen hoch sein.

Der Ersatz tatsächlich entstandener Aufwendungen (z.B. Telefon- oder Fahrtkosten) wäre ohne betragliche Limitierung zulässig.

Ein Einzelnachweis von Aufwendungen ist dann nicht erforderlich, wenn pauschale Zahlungen den tatsächlichen Aufwand offensichtlich nicht übersteigen. Dies gilt jedoch nicht, wenn durch die pauschalen Zahlungen auch Zeitaufwand abgedeckt werden soll.

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Konzert zu Fastenzeit

[18.03.2009]  Das Ensemble musica a corda konzertiert am Freitag, den 27. März 2009 in der ev.-lutherischen Heilandskirche Hemhofen, Heppstädter Weg. Es stehen dieses Mal festliche und besinnliche Werke barocker und romantischer Komponisten auf dem Programm:

Der Venezianer Antonio Vivaldi ist bekannt als der Meister der barocken Solokonzerte. Sie hören sein einziges Doppelkonzert für 2 Querflöten und Orchester – an den Flöten Barbara Trabold und Magdalene Eisfeld, beides fortgeschrittene Schülerinnen der Musikschule Hemhofen. Wie Antonio Vivaldi war auch Placidus von Camerloher gleichermaßen Komponist, virtuoser Musiker und Priester, allerdings in München und Freising und gut eine Generation später. Mit der Sinfonia C-Dur möchten wir zeigen, dass er zu Unrecht heute fast vergessen ist. Wie man in der Renaissance die Tugenden des weiblichen Geschlechts sah, möchten wir mit Ihnen mit den Tänzen und Galliarden »Musicalischer Tugendtspiegel gantz neuer Gesäng« von Erasmus Widmann erkunden, der übrigens lange in Mittelfranken lebte. Betont romantische Werke von Edvard Grieg (Drei Lyrische Stücke), Konrad Wölki (Lieder ohne Worte) und Hermann Ambrosius runden den Abend ab.

Wir laden Sie ein zu einer guten Stunde besinnlicher Musik auf Mandolinen, Gitarren und Kontrabass. Das Konzert beginnt um 19:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

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Vivaldi Orchester tanzt

[09.03.2009 • Dr. Andrea Deininger]  Einen Tanzabend der besonderen Art bot das Vivaldi Orchester Karlsfeld beim diesjährigen Jahreskonzert im Bürgerhaus. Aus verschiedenen Epochen wurden Tänze präsentiert, vom Säbeltanz von Aram Khatchaturian über eine Tanz-Suite bis hin zur Samba.

Die Vivaldi Tiger, die jugendlichen Nachwuchszupfer, begannen beschwingt mit einem kurzen festlichen Auftakt von Bernhard Scholz. Beim langsam, bedächtigen Stück »Ama Gochoa« von Francis Goudard verzichteten sie weitgehend auf das Dirigat der musikalischen Leitung, eine bemerkenswerte Leistung der jungen Musiker. Nach einigen Umbauarbeiten auf der Bühne spielten die Tiger zusammen mit dem großen Orchester »Eyn gut Dantzerey«. Über vierzig Zupfmusiker, begleitet von Flöte und Schlagzeug, harmonierten wunderbar auf der Bühne und die fünf Tänze aus verschiedenen Ländern gelangen rhythmisch und präzise.

Vivaldi Orchester KarlsfeldDas große Orchester fuhr mit einem Werk von Evaristo Felice dall’Abaco fort, einem Komponisten, der Anfang des 18. Jahrhunderts als Kammerkonzertmeister in München gelebt und gearbeitet hat. Ein Höhepunkt des ersten Teils bildete das Konzert für vier Mandolinen von Vivaldi. Die Solistinnen Brigitte Rost, Sonja Klein, Katrin Nozicka und Isabell Böswald überzeugten mit feiner Virtuosität und schöner Abstimmung.

Nach der Pause bot der Gitarrenchor eine Allemande sowie Musik der bekannten Gipsy Kings. Die dreizehn Gitarristen begeisterten mit diesem, an die Südsee erinnernden Stück, das aus zehn Gitarrenstimmen besteht. Julia Warmhold rührte anschließend die Zuhörer im fast ausverkauften Bürgerhaus mit einem gefühlvollen schwedischen Lied aus dem Film »Wie im Himmel«. Ihre klare Stimme sang von Sehnsucht, liebevoll begleitet vom Orchester. Der Abend klang mit einer Samba und einem Latin Groove von Kreidler aus, als Zugabe gab es das schon bekannte Magnificat und einen Foxtrott.

Monika Fuchs-Warmhold bot mit ihrem Orchester wie immer eine Abwechslung aus lebhaften Rhythmen und gefühlvollen Klängen. Alle Musiker überzeugten mit Harmonie und Engagement. Karlsfeld kann stolz auf sein Vivaldi Orchester sein. Durch den Abend führten unterhaltsam Angelika Füssl und Ralf Hanrieder.

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Kinderkurse waren wieder ein großer Erfolg

[28.02.2009 • Petra Breitenbach]  »Ni-Hao – eine musikalische Reise in den fernen Osten« – unter diesem Motto trafen sich über 70 Gitarren- und Mandolinenschüler aus Unterfranken zu den alljährlichen Musikwochenenden in den Schullandheimen Schaippach und Reichmannshausen.

Kinderkurs in ReichmannshausenDie sieben bis elfjährigen Musikschüler erhielten Einzelunterricht auf ihrem Instrument, machten aber auch die ersten Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble. Viel Spaß hatten die Teilnehmer auch am Liedbegleiten, beim Notenquiz erlebten sie, dass Notenlesen und Tonleitern eigentlich ganz einfach sind und bei »Rhythm and groove« studierten sie einen Essstäbchen-Rap ein, der sich zum Ohrwurm entwickelte. Zwischendurch wurden Tiere in Origamitechnik gebastelt, gespielt und geübt.

Am Sonntag im Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten Bianca Brand, Petra Breitenbach, Roland Eckert, Petra Fröhlen, André Herteux, Barbara Hennerfeind, Andreas Kantenwein, Hannes Wagner und John Walkowiak erarbeitet hatten. Besonderer Höhepunkt war der Auftritt des großen Orchesters mit asiatischen Klängen und dem Lied »Ni-Hao, so grüßt man sich in China«, bei dem alle Kinder mitwirkten und so schwungvoll musizierten, das eine Zugabe verlangt wurde!

Alle Teilnehmer sind schon neugierig auf das Motto im nächsten Jahr, wenn sie wieder zu »Musik, Spiel und Spaß für Kinder« nach Schaippach bzw. Reichmannshausen kommen.

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Tänzerische Impressionen des Vivaldi Orchesters

[18.02.2009 • Dr. Andrea Deininger]  Das Jahreskonzert des Vivaldi Orchesters findet am Samstag, 7. März im Bürgerhaus Karlsfeld statt. Diesmal bieten die Musiker Tanzmusik aus verschiedenen Epochen.

Den Beginn machen wie gewohnt die Vivaldi-Tiger, die Älteren der beiden Jugendgruppen. Sie spielen einen Tanz aus dem Baskenland und den Säbeltanz von Aram Katchaturian. Danach gibt es für die Zuhörer ein Novum. Die Tiger und das große Orchester führen zusammen ein Tanzstück aus dem 16. Jahrhundert, begleitet mit Perkussion, auf. Das große Orchester beginnt mit einem Stück von Evaristo dall’Abaco, einem Komponisten, der Anfang des 18. Jahrhunderts als Kammerkonzertmeister in München gelebt und gearbeitet hat. Anschließend folgen das Konzert in e-moll für Mandolinen und Orchester von Antonio Vivaldi und ein zeitgenössisches japanisches Werk.

Nach der Pause spielt der Gitarrenchor verschiedene Tänze, z.B. eine Gagliarda und eine Allemande des Komponisten Johann Hermann Schein. Den Schluss bilden temperamentvolle Filmmusik und ein Latin Groove aus Südamerika.

Beginn ist um 19:30 Uhr, Karten gibt es für 12 Euro und 8 Euro ermäßigt im Vorverkauf bei Schreibwaren Diepold, Ostenstraße 2a und im Reisebüro Bunk, Allacherstraße 6.

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Vivaldi Tiger auf Probenwochenende am Schliersee

[21.01.2009 • Dr. Andrea Deininger]  Die Vivaldi Tiger – die Älteren der beiden Nachwuchsgruppen des Vivaldi Orchesters Karlsfeld – waren auf Probenwochenende in Josefstal am Schliersee.

Am Freitagnachmittag fuhren die 16 jungen Musiker im Alter von 13 bis 16 Jahren zum Zielort. Mit von der Partie waren die drei Betreuer Monika Fuchs-Warmhold, Alex Stöhr und Claudia Faiss. Man kannte das schöne Jugendhaus bereits von früheren Aufenthalten. Nach dem Bezug der Zimmer wurde gleich das erste Mal geprobt, schließlich wollten sich die Tiger für das Konzert am 7. März im Bürgerhaus vorbereiten. Der Abend klang mit Spielen aus.

Vivaldi Tiger beim ProbenAuch am Samstag stand das gemeinsame Musizieren im Vordergrund. Dabei wurden nicht nur gemeinsam die aktuellen Stücke geprobt, sondern es wurden auch kleine Ensembles von 2 bis 4 Spielern gebildet. Die jungen Musiker gestalteten zum Teil eigenverantwortlich ihre Proben, was gut gelang. Zwischen den Proben gab es diesmal mehr Pausen, die die Jugendlichen zum Lernen nutzten, da viele in der darauffolgenden Woche Schulaufgaben schreiben mussten. Der Abend war dem Entwurf der eigenen Webseite vorbehalten. In drei Gruppen entwarfen die Schüler verschiedene Layouts und die Betreuer staunten nicht schlecht über die vielen kreativen Ideen. Man konnte sich zwar noch nicht auf einen Entwurf einigen, jedoch soll die Homepage in Kürze fertiggestellt werden.

Am Sonntag reisten wie immer die Eltern an und überzeugten sich vom musikalischen Talent ihrer Sprösslinge. Neben dem bekannten Werk »Säbeltanz« von Aram Katchaturian wählten die Tiger ein musikalisch anspruchsvolles Stück von Helmut Fackler, die »Passacaglia Piccola«, für ihr Programm aus. Gut gelaunt und voller neuer musikalischer Ideen fuhren alle am Nachmittag nach Hause. Der Dank gilt Monika Fuchs-Warmhold mit ihren Helfern für ihre engagierte Nachwuchsarbeit.

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Europäische Musikbörse ist gestartet

[21.01.2009]  Der Deutsche Musikrat hat ein Internetportal »Europäische Musikbörse« eingerichtet. Ziel der Musikbörse ist es, in den nächsten Jahren möglichst viele europäische Regionen miteinander zu vernetzen und damit den musikkulturellen Austausch und die Zusammenarbeit in Europa zu fördern. Das Portal dient als Medium der Information und zugleich als lebendiger Platz des Austausches.

Schwerpunkt der Europäischen Musikbörse ist derzeit die Vernetzung mit Osteuropa. Wer zum Beispiel einmal gern eine Konzertreise nach Lettland oder Litauen machen würde oder ein Austauschprojekt mit einem Orchester aus Tschechien organisieren möchte, findet hier Ideen, Veranstaltungen, Institutionen, Ansprechpartner und vieles mehr. (Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch die mögliche finanzielle Förderung eines solchen Austausches durch das Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.)

Unter www.europaeische-musikboerse.eu können Musiker, Ensembles, Musikvereinigungen und Veranstalter ab Januar 2009 das eigene musikkulturelle Profil weit über regionale Grenzen hinweg präsentieren, aktuelle Veranstaltungen kommunizieren, Institutionen vorstellen, Kooperationsangebote oder -gesuche veröffentlichen und miteinander in Kontakt treten.

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Anträge auf Begabtenförderung bis 1. Mai stellen!

[21.01.2009 • Anne Roth]  Ein gute musikalische Ausbildung kostet Geld … die Familien junger Musikerinnen und Musiker wissen das nur zu gut! Um diese Familien zu unterstützen, wurden im Rahmen des Bayerischen Musikplans Gelder zur individuellen Förderung musikalisch besonders begabter Jugendlicher aus Landesmitteln bestimmt. Die Anträge für die Begabtenförderung 2009 sind jetzt zu stellen. Bis zum 1. Mai 2009 haben junge Musiker aus Bayern noch die Möglichkeit, über das Projekt Begabtenförderung des Bayerischen Musikrats finanzielle Unterstützung zu bekommen.

Weitere Informationen erhalten Sie im Projektbüro des Bayerischen Musikrats, Kurfürstenstraße 19 in 87616 Marktoberdorf, Telefon 08342 9618-60 oder per eMail.

Bewerben können sich Musiker aller Art, die seit mindestens einem Jahr in Bayern wohnen. Die Altershöchstgrenze liegt bei 20 Jahren. Fördermittel sind sowohl Unterrichtsbeihilfen als auch Instrumentenzuschüsse. Über die Vergabe der Mittel entscheidet ein Ausschuss, der jeden eingegangenen Antrag gewissenhaft überprüft. Anträge können ab sofort im Projektbüro des Bayerischen Musikrat angefordert werden oder hier unter Downloads ausgedruckt werden. Unter den Downloads sind auch die neuen Richtlinien zur Vergabe der Begabtenförderung zu finden.

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Kultureller Austausch wird gefördert

[21.01.2009]  Bayerische Laienensembles können über den Bayerischen Musikrat beim Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst finanzielle Unterstützung für ihren kulturellen Austausch beantragen. Gefördert werden Konzertreisen von bayerischen Gruppen ins Ausland und die Betreuung von Gastensembles in Bayern. Der Förderschwerpunkt liegt insbesondere auf Konzertreisen in osteuropäische Länder sowie in diejenigen westlichen Länder, zu denen noch kein hinreichender musikkultureller Austausch besteht.

Die Antragsformulare stehen im Internet zum Download bereit oder können im Projektbüro des Bayerischen Musikrats unter der Telefonnummer 08342 961860 oder per eMail angefordert werden.

Der Antrag ist beim BDZ Landesverband Bayern einzureichen, wird dort begutachtet und dann an den Bayerischen Musikrat weitergereicht. Einsendeschluss für die Antragstellung ist der 31. März 2009.

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Weihnachtsbrief des Präsidenten

[12.12.2008]  Liebe Mitglieder,

Mitte November wurde ich von den Delegierten der Mitgliederversammlung zum Präsidenten des Landesverbandes Bayern gewählt. Als dieser nutze ich gerne die Gelegenheit, mich zum ersten Mal an Sie zu wenden und mich kurz vorzustellen. Ich bin seit 1990 in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg als Verwaltungsdirektor tätig und der Zupfmusik schon seit längerem verbunden. Aufgrund meiner Tätigkeit in der Akademie verfüge ich über gute Kontakte im bayerischen Musikleben, die ich sehr gerne für den BDZ einbringen will. Der Jugendarbeit fühle ich mich neben meiner beruflichen Arbeit unter anderem durch meine langjährige Tätigkeit als Jugendleiter und mein Mitwirken im Kreisjugendring verpflichtet.

Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihr Engagement innerhalb der Zupfmusik in Bayern. Ohne Ihren Einsatz in der Vorbereitung und Durchführung musikalischer Darbietungen und somit für die Verbreitung und damit die Heranführung vor allem junger Menschen an die Zupfmusik, ohne Ihre technische und inhaltliche Weiterentwicklung und ohne Ihre Arbeit mit Ihrem Instrument wäre die Bayerische Musikszene nicht so reich, wie sie ist. Haben Sie für dieses Engagement für die Zukunft der Zupfmusik in Bayern herzlichen Dank und bleiben Sie ihr weiterhin verbunden!

An dieser Stelle gratuliere ich uns allen dazu, in den Reihen des Landesverbandes einen mehrfachen Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbes zu haben, denn das Ensemble Roggenstein (Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck e.V.) hat in diesem Jahr unter der Leitung von Oliver Kälberer erneut einen 1. Preis für seine Darbietungen erhalten. Ich denke, dies ist Grund zur Freude und zum Ansporn für alle Ensembles unseres Verbandes. Herzlichen Glückwunsch nach Fürstenfeldbruck!

Um unsere intensive Seminararbeit und das reichhaltige Kursangebot weiterhin realisieren zu können und in den Genuss von Zuschüssen zu kommen, ist auch in diesem Jahr wieder Ihr »Infobogen« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) von großer Bedeutung. Außerdem ist es uns wichtig, Konzert- und Veranstaltungstermine frühzeitig zu kennen, um die geknüpften Kontakte weiter vertiefen zu können.

Ich möchte auch den bereits im Vorjahr vorgetragenen Wunsch wiederholen und darum bitten, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o. ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Außerdem ist gewünscht, den Zupfboten auch wieder in Papierform zu versenden, was nur mit Ihrer Mitarbeit und Hilfe in Form von Informationen und Berichten möglich ist. Vielen Dank!

Ich wünsche Ihnen, auch im Namen des Vorstands, neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familien, einen schönen Advent, friedliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr 2009.

Ihr
Joachim Kaiser

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Neuwahlen beim Landesverband Bayern

[25.11.2008]  Mitte November fand in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg die Mitgliederversammlung des Landesverbands Bayern im Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) mit Neuwahlen statt.

Nach Abhandlung der üblichen Versammlungsregularien und Abgabe der einzelnen Rechenschaftsberichte konnte der Schatzmeister Thomas Zapf erfreut mitteilen, dass die finanzielle Lage des Landesverbandes Bayern zur Zeit ausgeglichen ist. Vor diesem Hintergrund fiel es den zahlreich erschienenen Mitgliedern leicht, den Landesvorstand zu entlasten. Vizepräsident Michael Nitzl bedankte sich herzlich beim Präsidium für die geleistete Arbeit und das gute Miteinander in der vergangenen Zeit, vor allem unter dem Aspekt, dass das Amt des Präsidenten längere Zeit vakant war.

Im Bericht der Musikleiterin Petra Breitenbach wurde die rege Tätigkeit des LV abgebildet, er hat 14 Kurse mit ca. 530 Teilnehmern im Alter von sieben bis 70 Jahren veranstaltet. Bei den Heimatorchestern gab es in diesem Jahr neben den üblichen Veranstaltungen keine nennenswerten Jubiläen, jedoch ist man sehr stolz darauf, einen mehrfachen Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbes in seinen Reihen zu haben. Im vergangenen Mai hat beim diesjährigen Deutschen Orchesterwettbewerb in Wuppertal das Ensemble Roggenstein (Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck e.V.) unter der Leitung von Oliver Kälberer erneut einen 1. Preis (mit 24,8 Punkte von 25!) für seine Darbietungen erhalten.

Die anstehenden Neuwahlen sind durch die Geschäftsführerin Karla Jenuwein gut vorbereitet worden, sodass diese reibungslos erfolgen konnten. Vizepräsident Michael Nitzl ging in seiner Vorstellung des Kandidaten für das Präsidentenamt kurz darauf ein, dass es in der heutigen Zeit schwierig sei, engagierte Menschen für das Ehrenamt zu finden. Besonders erfreulich sei unter diesem Gesichtspunkt, dass mit dem Verwaltungsdirektor der Bayerischen Musikakademie Hammelburg (BMH) Joachim Kaiser ein kompetenter Kandidat zur Wahl steht. An dieser Stelle erhielt Joachim Kaiser die Gelegenheit, sich den Verbandsmitgliedern vorzustellen. Er ist seit 1990 in der BMH tätig und der Zupfmusik schon seit längerem verbunden. Aufgrund seiner Führungsposition in der BMH verfügt er über gute Kontakte im gesamten bayerischen Musikleben, die er sehr gerne für den BDZ einbringen will. Der Jugendarbeit fühlt er sich unter anderem durch seine langjährige eigene Tätigkeit als Jugendleiter und sein Mitwirken im Kreisjugendring verpflichtet. Häufiger und gern gesehener Gast ist er bei Veranstaltungen des BDZ, Landesverband Bayern und des Zupf-Ensembles Lohr, mit dessen Leiterin Petra Breitenbach ihn ein freundschaftliches Verhältnis verbindet. Aus diesen Gründen war er über die Anfrage, für das Präsidentenamt zu kandidieren, sehr erfreut und stellt sich nach Rücksprache mit seiner Familie zur Wahl.

von links nach rechts: Joachim Kaiser (Präsident), Thomas Zapf (Schatzmeister), Karla Jenuwein (Geschäftsführerin), Michael Nitzl (Vizepräsident)

Die anschließend durchgeführten Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis:

  • Präsident: Joachim Kaiser (Hammelburg)
  • Vizepräsident: Michael Nitzl (Thüngersheim)
  • Schatzmeister: Thomas Zapf (Ingolstadt)
  • Geschäftsführerin: Karla Jenuwein (Lohr a. Main)
  • Musikleiterin: Petra Breitenbach (Lohr a. Main)
  • Beisitzer: Daniel Ambarjan (Würzburg), Bianca Brand (Forst), Heiko Holzknecht (München)

Die Wahlleitung gratulierte dem neuen Präsidenten und seinem Team zu seiner Wahl und wünschte viel Schwung, gute Ideen und erfolgreiches Wirken im Interesse aller Mitglieder.

Das Protokoll der Mitgliederversammlung kann von Mitgliedern des Landesverbandes per eMail bei der Geschäftsstelle angefordert werden!

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Karlsfelder Mandolinen bei ECHO-Klassik

[27.10.2008 • Dr. Andrea Deininger]  Ein ganz besonderes Musikerlebnis hatten drei Mitglieder des Karlsfelder Vivaldi-Orchesters am vergangen Sonntag: Sie spielten mit den Münchner Philharmonikern bei der Preisverleihung Echo-Klassik im Münchner Gasteig. Andrea Bocelli trat als Gaststar auf und sang eine italienische Canzone mit Mandolinenbegleitung. Da die Münchner Philharmoniker keine eigenen Mandolinisten haben, wurden diese vom Vivaldi-Orchester-Karlsfeld »ausgeliehen«: Monika Fuchs-Warmhold, Mandolinenlehrerin und Leiterin des VOK, Brigitte Rost und Katrin Nozicka konnten so die Preisverleihung unter anderen an David Garrett, Annette Dasch und insbesondere Cecilia Bartoli und José Carreras aus nächster Nähe mit erleben.

Monika Fuchs-Warmhold, Brigitte Rost, Katrin NozickaFür die drei Spielerinnen war es nicht nur ein Erlebnis, mit den Münchner Philharmonikern unter Leitung von Andrey Boreynko aufzutreten, sondern auch, im Backstage auf ihren Auftritt zu warten und so im Zentrum des Geschehens zu sein. Da waren die Fotografen, die um die besten Plätze für ein gutes Foto rangelten, da waren die Leute vom ZDF, die penibel darauf achteten, dass die Künstler rechtzeitig zur Verfügung standen und nicht zuletzt konnte man alle Stars kurz vor und nach ihrem Auftritt aus nächster Nähe erleben und feststellen, dass auch sie vom Lampenfieber geplagt sein können. Götz Alsmann, einer der beiden Moderatoren des Abends, zeigte sich begeistert, dass Mandolinen dabei waren. Hatte er doch als Kind lange in einem Zupforchester Mandoline gespielt. Er erbat sich von Monika Fuchs-Warmhold eine Mandoline, um spontan ein paar Takte aus seinem alten Repertoire zu probieren.

Monika Fuchs-Warmhold, die mit José Carreras im Aufzug zusammentraf und mit ihm gemeinsam den Gasteig verließ, erlebte den Ansturm der Autogrammjäger auf Carreras aus nächster Nähe: »Ich war leicht erschrocken, als die Leute auf uns zu stürmten. Es war bewundernswert, mit welcher Ruhe und Gelassenheit so ein Weltstar reagiert. Ich denke, wir waren alle vor dem Konzert schon aufgeregt und angespannt, aber mit den Philharmonikern und Bocelli gemeinsam vor erlesenem Publikum aufzutreten, das ist schon ein wenig Aufregung wert.«

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Zupf-Ensemble Lohr beim 31. Bayerischen Musikschultag in Hof

Zupf-Ensemble Lohr mit Percussionsverstärkung durch Jakob Walz und Stephanie Hübner[24.10.2008]  Das Zupf-Ensemble Lohr vertrat die Sing- und Musikschule der Stadt Lohr beim Festkonzert bayerischer Musikschulen in der Hofer Freiheitshalle. Alljährlich veranstaltet der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) eine mehrtägige Veranstaltungsreihe mit Konzerten, Fachvorträgen, Seminaren und einem Festakt, bei dem heuer der Präsident des Bayerischen Blasmusikverbandes, Manfred Ach mit der Carl-Orff-Medaille ausgezeichnet wurde.

Die Wahl des Veranstaltungsortes fiel auf Hof, dessen Musikschule (den Hofer Sinfonikern angeschlossen) in diesem Jahr ihr 30jähriges Bestehen feiert. Für das Festkonzert wurden diesmal 14 bayerische Ensembles/Orchester ausgewählt, die mit über 240 Musikern den Festsaal der Hofer Freiheitshalle zum Klingen brachten. Das Programm bot einen Querschnitt von Georg Friedrich Händel bis Leonard Bernstein, von Klavier bis Bigband, von Kammerorchester bis Folkband. Das Zupf-Ensemble Lohr unter der Leitung von Petra Breitenbach brachte südamerikanisches Flair mit dem Latin groove von Dieter Kreidler.

Der Bayerische Rundfunk zeichnete das Konzert auf und sendet es am 01.11.2008 ab 15:05 Uhr auf Bayern 4 Klassik.

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Zupf-Ensemble Lohr meets Mozart

Erfolgreicher Austausch zwischen der Sing- und Musikschule Lohr und dem musikum salzburg

Zupf-Ensemble Lohr mit seinen Fans und der Salzburger Kontaktperson Elke Krahm[24.10.2008]  Am vergangenen Freitag, brach das Zupf-Ensemble Lohr mit einer kleinen Fangemeinde zu einer dreitägigen Konzertreise nach Salzburg auf. Gleich nach der Ankunft stand die erste Probe mit den Musikern der Musikschule aus dem Salzburger Land auf dem Programm. Alle waren sehr gespannt auf diese erste musikalische Begegnung, denn sie war gleichzeitig die Generalprobe für das gemeinsame Konzert am Samstag. Dank der guten musikalischen Vorbereitung auf beiden Seiten klappte das Zusammenspiel der Musiker prächtig und so konnte der Kontakt im Augustiner Bräu weitergepflegt werden. Bei leckerem Augustinerbier und Salzburger Köstlichkeiten ließen die Musiker samt Fans den schönen, aber auch anstrengenden ersten Tag ausklingen.

Am Samstag ging es bei strahlendem Sonnenschein mit einer Stadtführung durch Salzburg weiter, bevor am Nachmittag die zweite Probe, diesmal mit Gemeinschaftsorchester »Österreich-Deutschland« in der Berndorfer Volksschule den letzten Schliff brachte. Das gemeinsame Konzert von Zupf-Ensemble Lohr (Leitung Petra Breitenbach) und dem musikum salzburg brachte dann auch die verdiente Belohnung für die intensive Arbeit im Vorfeld – ein vollbesetztes Haus mit begeistertem Publikum und ein kurzweiliges Programm mit Trompeten-, Flöten- und Zupf-Ensemble, Volksmusikgruppe und einer Jazzband, die nahtlos vom Konzert zum gemütlichen Beisammensein überleitete. Das österreichische Publikum war besonders angetan vom Klang des Zupforchesters und nahm den Lohrer Zupfmusikern das Versprechen ab, bald wieder nach Salzburg zu kommen. Den kulinarischen Rahmen boten die »Berndorfer Bäuerinnen« (Landfrauenbund) mit Köstlichkeiten und Erfrischungen für diesen stimmungsvollen Abend.

Nach einem gemeinsamen Besuch des Salzbergwerks Berchtesgaden am Sonntag trat die Reisetruppe zufrieden den Heimweg an. Auch den mitreisenden Fans hat das Konzertwochenende sehr gut gefallen. Sie hatten Spaß an der geschnupperten »Ensembleluft« und wollen beim nächsten Projekt wieder dabei sein!

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Vivaldi Tiger gewinnen Preis bei internationalem Wettbewerb

[06.10.2008 • Dr. Andrea Deininger]  Den mit 300 Euro dotierten Preis für das beste Jugendorchester beim Gitarren Orchester Festival International GOFI in Bad Nauheim räumten die Vivaldi Tiger ab. Das GOFI Festival wird alle zwei Jahre von der Musikschule der Gitarrenstadt Bad Nauheim durchgeführt und bietet Gitarrenorchestern eine Plattform, sich kennen zu lernen und gegenseitig zu inspirieren. Für zusätzliche Spannung sorgt der ausgetragene Wettbewerb. Die Jury besteht aus erfahrenen Professoren und Komponisten.

In diesem Jahr waren 13, zum Teil hochkarätige Ensembles aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Italien und England gemeldet. Nach einem Eröffnungskonzert am Freitagabend begann der Wettbewerb im wunderschönen Jugendstiltheater für die Karlsfelder Spieler am Samstag um 12:45 Uhr. Die jungen Gitarristen, Mandolinisten und ein Schlagzeuger gaben unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold ein 20-minütiges Programm zum Besten. Sie begannen mit französischen Tänzen, gefolgt von einem modernen Stück von Hartog. Die Vorträge gelangen gut mit schönem Einfühlungsvermögen und feiner Abstimmung. Die mitgereisten Betreuer Claudia Faiss und Alex Stöhr waren sehr zufrieden, Rhythmusgefühl und Dynamik prägten den Vortrag.

Vivaldi TigerAm Abend galt es dann, das Publikum zu überzeugen. Mit einer schwungvollen Rumba und der Easy Pop Suite von Stratford sprang der Funke über und Spieler und Publikum waren gleichermaßen begeistert. Die Zuhörer klatschten voller Enthusiasmus mit. »Das war eine coole Erfahrung, ich habe zum ersten Mal bemerkt, wie wir die Leute im Saal so richtig mitgerissen haben«, so Anna Pobel, eine Spielerin der Tiger. Der Abend klang mit einer Party aller Teilnehmer aus.

Am Sonntag wurde dann mit Spannung die Wertung erwartet. Mit 20,6 Punkten lag der Vivaldi Nachwuchs auf einem sehr guten 7. Platz und ließ etliche Erwachsenenorchester hinter sich. Die Jury lobte das Orchester für eine spannende und lebendige Darbietung und eine überzeugende musikalische Leitung. In der Kategorie Jugend gewannen die jungen Musiker den ersten Preis. »Aber nicht nur die Platzierung ist für uns ein großer Erfolg«, erklärte die Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold, »wir sind auch musikalisch zusammengewachsen und für uns alle war es eine tolle Erfahrung, so viele andere Musiker zu hören und kennen zu lernen. Wir hatten ganz interessante Begegnungen mit anderen Gitarristen.«

Der Wettbewerb war liebevoll organisiert, die Organisatoren standen den Vivaldi Tigern bei den verschiedensten Wünschen immer helfend zur Stelle. Egal ob Hunger oder Transportprobleme, sofort wurde eine Lösung gefunden. Und so fuhr man am Sonntagabend beschwingt und stolz nach Hause. Wir können nur sagen: Gratulation und weiter so!

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Einladung zur Mitgliederversammlung des BDZ LV Bayern e.V.

am Sonntag, den 16.11.2008 um 16:30 Uhr
in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg

Tagesordnung:

  • Begrüßung
  • Feststellen von Anwesenheit und Stimmkraft
  • Tätigkeitsbericht des Präsidiums mit Kassenbericht
  • Bericht der Landesmusikleiterin
  • Neuwahl des Präsidiums
  • Vorschau auf 2009
  • Sonstiges

[15.09.2008]  Diese Einladung zur Mitgliederversammlung entspricht Art. 8 der Satzung des Landesverbands Bayern und ist somit rechtsgültig. Anträge zur Landesmitgliederversammlung sind schriftlich, spätestens 3 Wochen vor der Versammlung, beim stellvertretenden Präsidenten einzureichen.

Die Versammlung findet im Anschluss an das Konzert des BLZO (15 Uhr, großer Saal) statt.

Michael Nitzl
Vizepräsident

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Vivaldi Orchester auf Schloss Amerang

[14.07.2008 • Dr. Andrea Deininger]  Bereits zum 11. Mal konzertierte am 12. Juli das Vivaldi Orchesters Karlsfeld im malerischen Innenhof des Schlosses Amerang bei Wasserburg. Wie immer wurden die Musiker vom Schlossherrn Freiherr von Crailsheim aufs freundlichste vor ausverkauftem Haus begrüßt.

Vivaldi OrchesterDie Musiker unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold begannen schwungvoll mit Tänzen von Wilhelm Mohr. Die verschiedenen Tempi wurden dabei fein herausgearbeitet, von lyrisch ruhigen bis zu temperamentvollen Rhythmen, begleitet von Percussion. Der erste Höhepunkt war das Magnificat von Michel Pepe, einem Komponisten, der sich auf Entspannungsmusik spezialisiert hat. Das Werk versetzte die Zuhörer in ein gotisches Gotteshaus in Frankreich. Die Zupfmusiker begannen mit Tremolo, leise schwebend und steigerten sich zum lauten Choral, herrlich stimmlich untermalt vom Orchester. Mit dem Konzert in C-Dur von Antonio Vivaldi für Flautino und Orchester bewies der Solist Sven Schwannberger einmal mehr seine Virtuosität auf der Flöte. Vor allem der zweite Satz gelang auf einfühlsame und innige Weise in schönstem Zusammenspiel mit dem Ensemble.

Nach der Pause bot der Gitarrenchor zwei Stücke. Das Palladio von Karls Jenkins, aus der Werbung bekannt, mit schnellen präzisen Wechseln der Stimmen sowie ein Stück von Ralph Paulsen-Bahnsen, das auf eindrucksvolle Weise den Berufsverkehr in Hamburg beschreibt. Eine Komposition von Jürgen Schieber erzählt von einem geselligen Abend in der Toskana. Mit Freude und Kraft intonierte das Orchester dieses schöne Stück, der Komponist selbst überzeugte an der Marimba.

Bereits zum 3. Mal spielten die Musiker das Lieblingsstück des Schlossherrn, den »Song of Japanese Autumn« von Yasuo Kuwahara. Musikalisch wurde ein beginnender Herbststurm intoniert, man begann sachte und steigerte sich kraftvoll bis zum Orkan. Den Abschluss bildete ein Foxtrott aus dem Berlin der Zwanziger Jahre, rhythmisch und heiter. Durch das Programm führte gewohnt abwechslungsreich Ralph Hanrieder. Die begeistern Zuhörer forderten zwei Zugaben.

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14.–16.11.2008
Wochenendlehrgang für Gitarristen
Bayerische Musikakademie Hammelburg

Veranstalter: BDZ / LV Bayern
Der Kurs richtet sich an (E-)Gitarristen ab 14 Jahren, die in Workshop-Atmosphäre ihre Spielmöglichkeiten erweitern möchten. Folgende Inhalte werden angeboten:

  • Liedbegleitung (strumming, picking, Volkslieder)
  • Open Tunings und DADGAD-Sound
  • Erstellen eines eigenen Arrangements
  • Spieltechniken der E-Gitarre
  • Ensemblearbeit mit einem Rock/Pop-Klassiker

Die Schwerpunkte werden nach den Teilnehmerwünschen ausgerichtet.
Voraussetzungen:

  • Noten und/oder TABs lesen
  • flüssiges Akkordspiel (inkl. einfacher Barrégriffe)

Dozent: André Herteux, Würzburg
Kursgebühr incl. Unterkunft/Verpflegung:
95,– (Jugendl.) / 115,– (Erw.) für BDZ-Mitglieder
130,– (Jugendl.) / 160,– (Erw.) Nichtmitglieder

Infos und Anmeldung: Geschäftsstelle des BDZ LV Bayern, Sterngasse 8, 97816 Lohr a. Main
Telefon 09352 2356, Fax 09352 6000876, eMail: bdz-bayern@web.de

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Der Pfingstkurs 2008 war ein schönes Erlebnis

[26.05.2008 • Petra Breitenbach]  Hervorragend besucht war der diesjährige Pfingstkurs des BDZ-LV Bayern in der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg. In diesem Jahr legten von den insgesamt 30 Teilnehmern (Jugendliche und Erwachsene) 18 erfolgreich die D-Prüfung ab. Erfreulich war, dass die Anforderungen im praktischen Teil fast immer überschritten wurden, die Prüfung also auf hohem Niveau stattfand.

Als besondere Highlights gab es heuer drei Konzerte für die Teilnehmer: Der Rechtenbacher Gitarrist André Herteux und das Duo Opus 1 mit Elena Olenchyk und Valerij Kisseljow (Preisträger internationaler Wettbewerbe) auf Mandolinen und Liuto gestalteten zu Beginn des Kurses ein stimmungsvolles Eröffnungskonzert.

Außerdem hatten die Zupfer als Gäste des parallel in der Akademie probenden Bayerischen Landes-Jugendjazzorchester die Gelegenheit, eine Premiere der besonderen Art: »Jazz meets Hip Hop« zu erleben. Alle Zuhörer waren überwältigt von der Klangfülle der Bigbands und der Lockerheit, mit der die jungen Jazzer ihre Soli präsentierten.

Pfingstkurs 2008Das letzte Konzert der Woche bestritten die Teilnehmer selbst und boten einen Querschnitt der geleisteten Arbeit mit verschiedenen Ensemblebeiträgen Obwohl die Teilnehmer in diesem Jahr deutlich jünger waren, als in den vergangenen Jahren und demzufolge weniger Erfahrung im Ensemblespiel hatten, zeigten sie im Abschlusskonzert beachtliche Leistungen. Es war sehr erstaunlich, was vor Publikum alles möglich war! Daneben bewiesen vier Nachwuchsdirigentinnen den Mut, frisch Erlerntes vor Publikum zu präsentieren. Filmisch dokumentiert ist das Konzert bei YouTube.

Ensemblespiel, Vorträge, Theorie, Instrumentaltechnik, Forumsunterricht, Liedbegleitung, »Body percussion«, Dirigieren und die Möglichkeit, die Laienmusikprüfung (D-Kurs) abzulegen, rundeten das Angebot ab. Beim D-Kurs müssen die Teilnehmer eine Theorieprüfung bestehen und je nach Prüfungsstufe ein bis zwei Werke und div. Tonleitern/Dreiklänge vorspielen.

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Erfolg für Ensemble Roggenstein und Vivaldi Orchester Karlsfeld beim Deutschen Orchesterwettbewerb

[09.05.2008 • Claudia Mangels / Dr. Andrea Deininger]  Als strahlender Sieger kehrte das Ensemble Roggenstein – Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck – am vergangenen Sonntag vom Deutschen Orchesterwettbewerb in Wuppertal zurück. Mit 24,8 von zu erreichenden 25 Punkten ließ das renommierte Ensemble seine Konkurrenten aus dem gesamten Bundesgebiet deutlich hinter sich.

Zum fünften Mal in Folge ist das Ensemble Roggenstein damit Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs. Mit seinem Wettbewerbsprogramm beeindruckten die 18 Spielerinnen und Spieler unter der Leitung von Oliver Kälberer sowohl die international besetzte Fachjury als auch das Publikum. Neben der Klaviersonate Nr. 17 von Wolfgang Amadeus Mozart sorgte vor allem Kälberers eigene Komposition »Udawálawe – and the elephants keep rocking …« für Aufsehen, das dem Ensemble nicht nur eine Sonderwertung für Zeitgenössische Musik, sondern auch einen medienwirksamen Auftritt vor dem Elefantengehege des Wuppertaler Zoos einbrachte.

Grundlage des Erfolgs ist einmal mehr die hervorragende Arbeit von Oliver Kälberer. Seit 24 Jahren fördert er die musikalische Entwicklung des Orchesters, indem er das gängige Zupforchester-Repertoire durch eigene Kompositionen und sorgfältige Bearbeitungen von Musik aller Epochen erweitert. Dass es ihm gelingt, jedes einzelne Ensemblemitglied zu Höchstleistungen zu motivieren, wurde von den Wertungsrichtern einhellig bestätigt. Die Jurymitglieder Marga Wilden-Hüsgen und Caterina Lichtenberg – weltweit führende Professorinnen für Mandoline – lobten besonders die hohe Professionalität und tadellose Mannschaftsleistung der Gruppe.

Ensemble Roggenstein im ZooInsgesamt war der Deutsche Orchesterwettbewerb für das Ensemble Roggenstein ein beeindruckendes Erlebnis mit einer Vielzahl von musikalischen Eindrücken. Am spielfreien Donnerstag ging es mit der Schwebebahn quer durch die Stadt zu den Wertungen von Jazz-, Sinfonie-, Blas- und natürlich Zupforchestern. Der Freitag war hauptsächlich vom eigenen Wertungsspiel geprägt. Als am späten Abend die Nachricht eintraf, dass das Ensemble die Zupfer in der Sonderwertung für Zeitgenössische Musik vertreten soll, war den Spielern bereits klar, dass sie am folgenden Tag gut beschäftigt sein würden. Schon früh machte man sich am Samstag auf den Weg von der Unterkunft in Ratingen nach Wuppertal, um unter den kritischen Ohren einer interdisziplinären Jury noch einmal »Udawálawe« vorzutragen. Nach einer kurzen Essenspause standen am Nachmittag die Auftritte im Wuppertaler Zoo auf dem Programm und am späten Abend das Preisträgerkonzert, das über drei Stunden hinweg einen grandiosen Abschluss dieser ereignisreichen Tage bildete. Auf der Orgelempore des wunderschönen Konzertsaals der Wuppertaler Stadthalle konnten die Spieler das gesamte Konzert verfolgen, das noch einmal auf höchstem Niveau die ganze Bandbreite des Orchesterwettbewerbs mit seinen 16 Kategorien darbot. Dem Ensemble Roggenstein selbst gelang es mit seiner Klaviersonate von Mozart, die 1500 Zuhörer völlig in seinen Bann zu ziehen.

Nach diesem Erfolg geht das Ensemble hoch motiviert seine nächsten Projekte an. Am 28. Juni 2008 wird es im Münchner Gasteig Teile aus seinem Wettbewerbsprogramm sowie Werke von Johann Sebastian Bach und John Dowland präsentieren. Karten sind bei München Ticket und an der Abendkasse erhältlich.

Prädikat für schwungvollen Auftritt des Vivaldi Orchesters aus Karlsfeld

Nicht ohne Hindernisse verlief der Deutsche Orchesterwettbewerb in Wuppertal für das Vivaldi Orchester aus Karlsfeld. Nachdem sich die Karlsfelder Zupfmusiker als zweitplatziertes Ensemble aus Bayern bereits im November 2007 qualifiziert hatten, fuhr man gut gelaunt und bestens vorbereitet mit dem Bus ins Bergische Land.

Leider war das Hotel 45 km vom Spielort entfernt, und die Musiker mussten Fahrzeiten bis zu einer Stunde in Kauf nehmen. Auch sonst war die Organisation des Wettbewerbs durch den Deutschen Musikrat in einigen Fällen mangelhaft. Trotz Vorbestellung erhielten die Karlsfelder Zupfer keine Karten für das Preisträgerkonzert. Am Wettbewerbsort, einem Universitätsgelände außerhalb des Wuppertaler Stadtkerns, bestand keine Möglichkeit der Verpflegung und auch Orchester anderer Kategorien konnten nicht angehört werden.

Trotzdem gaben die Spieler mit dem Pflichtstück »Tänzerische Impressionen« von Kurt Schwaen ihr Bestes. Das Werk gelang mit einer überzeugenden musikalischen Interpretation. Beim zeitgenössischen Stück »Novemberfest« von Yasuo Kuwahara zeigten die Musiker ein kraftvolles Spiel. Wie immer wurde auf Rhythmik und Schwung Wert gelegt und den Musikern gelang ein lebendiger, temperamentvoller Vortrag. Mit dem Werk »Danza delle Streghe« von Francesco Civitareale bewarb sich das Vivaldi Orchester um die Sonderwertung »Zeitgenössische Musik«. Auch hier war die kreative Auffassung sehr überzeugend und die musikalischen Bögen wurden schön zu Ende gedacht.

Das Orchester wurde für seinen Vortrag mit 22 Punkten von 25 möglichen und dem Prädikat »mit sehr gutem Erfolg teilgenommen« belohnt. Mit dieser Wertung landete es im Mittelfeld des sehr stark besetzten Teilnehmerfelds. Mitgenommen hat das Karlsfelder Ensemble mit seiner Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold viele Eindrücke aus Wuppertal und auch neue Anregungen für die weitere musikalische Arbeit. Wir dürfen gespannt sein.

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Konzerte des Vivaldi Orchesters

Vivaldi Orchester Karlsfeld konzertiert in Baldham

Vivaldi Orchester Karlsfeld[07.05.2008 • Dr. Andrea Deininger]  Ein stimmungsvolles Konzert des Vivaldi Orchesters Karlsfeld erlebten die Zuhörer am 26. April in der Petrikirche in Baldham. Bei bester Akustik begannen die Musiker mit einem Stück von Wilhelm Mohr und Tänzen aus der Renaissance. Höhepunkt vor der Pause war eine Eigenkomposition des Percussionisten Jürgen Schieber mit dem Titel »Toskanana«, das einen Ferienabend einiger Musiker in der Toskana beschreibt. Der Komponist überzeugte dabei an der Marimba, einem großen Xylophon mit Holzklangstäben. Ralf Hanrieder, ein Gitarrist des Orchesters, führte gewohnt kurzweilig und unterhaltsam durchs Programm.

Nach der Pause entführte der Gitarrenchor des Orchesters die Zuhörer in die Rush-Hour in Hamburg, einem temperamentvollen zeitgenössischen Stück von Ralph Paulsen-Bahnsen. Mit dem »Song of Japanese Autumn« von Yasuo Kuwahara bewiesen die Zupfmusiker unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold großes Einfühlungsvermögen und höchste Virtuosität. Die Zuhörer waren begeistert und forderten zwei Zugaben

Vivaldi Mäuse in Schönbrunn

Vivaldi Orchester KarlsfeldIhr erstes eigenes Konzert gaben die Jüngeren der beiden Jugend-Orchester-Gruppen am 27. April im Theatersaal in Schönbrunn. Nach einer Cowboymusik, vorgetragen mit viel Elan und Begeisterung von den Kleinsten gab es Märchenhaftes mit musikalischer Begleitung. Annemarie Eckardt las das Märchen von der Schüssel und dem Löffel nach Michael Ende vor. Die Mäuse kommentierten das Ganze musikalisch und führten eine kleine Theaterpantomime mit Kostümen auf. Die Zuhörer waren begeistert und es gab Szenenapplaus.

Im weiteren Programm wurden eine lustige Zirkusmusik mit drei Mandolinen und ein Satz von Vivaldi für Mandoline und Gitarre geboten. Am Ende des Konzertes animierten schön vorgetragene Folklore aus Chile und eine feurige Rumba das Publikum zum Mitklatschen.

Die Leitung hatte Monika Fuchs-Warmhold inne. Nach dem Konzert traf man sich noch zum Ausklang mit Eltern und Spielern in froher Runde im Biergarten der Gaststätte Schönbrunn.

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Dirigierkurs des Bayerischen Musikrats 2008

[07.05.2008]  Die renommierten Dirigierkurse des Bayerischen Musikrats beginnen 2008 wieder. Die Termine der drei Kursphasen sind:

  • Phase I 18. Juli bis 20. Juli 2008
  • Phase II 17. Oktober bis 19. Oktober 2008
  • Phase III 28. Februar bis 03. März 2009
    (Praxisphase mit den Hofer Symphonikern)

Zielgruppe sind Musiklehrer aus dem Musikschulbereich, Privatmusiklehrer, Dirigierstudenten in den Eingangssemestern der Hochschule, Schulmusiker, Kirchenmusiker, Absolventen der Berufsfachschulen für Musik und staatlich anerkannte Dirigenten aus dem Chor- und Orchesterbereich.

Geleitet wird der praxisnahe Kurs von Prof. Karl-Heinz Bloemeke. Der erfahrene Dirigent arbeitete schon mit vielen deutschen Spitzenorchestern zusammen, ist Dozent an der Hochschule Detmold und widmet sich in seiner Arbeit besonders der Förderung des musikalischen Nachwuchses.

Anmeldeformulare im Internet oder unter Telefon 08342 961860. Anmeldeschluss ist der 01. Juli 2008.

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Musikalische Stimmungen des Vivaldi Orchesters

[15.04.2008 • Dr. Andrea Deininger]  Auf eine Reise durch verschiedene Stimmungen nahm das Vivaldi Orchester Karlsfeld seine zahlreichen Zuhörer beim diesjährigen Jahreskonzert ins Bürgerhaus mit.

Es begann der Nachwuchs, die Vivaldi Tiger, mit beschwingten Tänzen von Siegfried Behrend, gefolgt von einer Rumba und poppigen modernen Klängen. Die jungen Musiker zeigten unter der Leitung von Monika Furchs-Warmhold ein schönes Zusammenspiel mit lebhaften Interpretationen.

Vivaldi Orchester KarlsfeldDas große Orchester setzte auf bereits früher aufgeführte Stücke. Alte englische Tänze mit unterschiedlichen Tempi gefolgt von tänzerischen Impressionen von Kurt Schwaen machten den Anfang. Beim Magnificat, stimmlich untermalt vom Orchester, kam es zu Begeisterungsstürmen der Zuhörer.

Ralf Hanrieder führte unterhaltsam und kurzweilig durchs Programm. So erzählte er den Gästen vom erfolgreichen Abschneiden beim bayerischen Orchesterwettbewerb. Nun dürfe man am 1. Mai Bayern beim deutschen Orchesterwettbewerb in Wuppertal vertreten, darauf freue sich das Orchester sehr. Anschließend wurde die »Toskanana« aufgeführt, ein Stück für Zupforchester und Marimba, das von einem spontanen Fest von Musikern in der Toskana erzählt. Der Komponist des Stückes, Jürgen Schieber, überzeugte gefühlvoll an der Marimba.

Nach der Pause verstärkten einige jungen Spieler der Tiger den Gitarrenchor des Orchesters. Das Stück Rush Hour von Ralph Paulsen-Bahnsen beschrieb die Hektik im Hamburger Feierabendverkehr. Ein zeitgenössisches Werk von Yasuo Kuwahara, temperamentvoll vorgetragen, bildete den Höhepunkt des zweiten Teils. Verabschiedet wurden die Zuhörer mit einem Foxtrott und mit Filmmusik.

Einmal mehr hat das Vivaldi Orchester Karlsfeld samt seiner Dirigentin Monika-Fuchs Warmhold sowohl hohes musikalisches Niveau als auch Leidenschaft und Spaß am Musizieren gezeigt. Die Zuhörer dankten mit lang anhaltenden Applaus.

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Vivaldis proben in den Frühling

[31.03.2008 • Dr. Andrea Deininger]  Alle drei Gruppen des Vivaldi Orchesters Karlsfeld waren wie jedes Jahr im Frühling auf Probenwochenende. Begonnen hat das große Orchester bereits im Januar mit einem Wochenende in Kienberg im Allgäu. Hier wurde mit 26 Musikern unter der musikalischen Leitung von Monika Fuchs-Warmhold nicht nur intensiv für das Konzert am 12. April geprobt, sondern auch die vergangene Saison besprochen und bereits nach Ideen für das 40-jährige Jubiläum im nächsten Jahr gesucht. Die Abende vertrieb man sich mit Spielen und Diskussionen.

Vivaldi-Tiger

Die Vivaldi-Tiger, die etwas Älteren der beiden Jugendorchester waren mit insgesamt 16 Teilnehmern im Alter von 13 bis 17 Jahren in Josefstal am Schliersee. Am ersten Abend wurde ein alkoholfreier Cocktail-Wettbewerb durchgeführt. Die Betreuer Monika Fuchs-Warmhold und Alex Stör hatten dafür extra verschiedene exotische Zutaten wie Früchte und Säfte mitgebracht. Tagsüber gab es Proben im Ensemble, aber auch in kleinen Gruppen als Duo, Quintett oder Trio. Geprobt wurde Musik aus der Renaissance ebenso wie Popmusik mit Schlagzeugverstärkung und E-Bass. Am zweiten Abend mussten verschiedene Gruppenaufgaben bewältigt werden. Diese Aufgaben sind bei den Tigern sehr beliebt und wurden auch mit großem Einsatz, Spaß und Engagement durchgeführt. Den Abschluss des Probenwochenendes bildete ein kleines Konzert für die Eltern. Bei einem Konzert am 12. April werden die Tiger erneut ihr musikalisches Können zeigen.

Vivaldi-MäuseDie Mäuse waren ebenfalls in Josefstal am Schliersee. Betreuer waren diesmal Sabrina Till, Steffi Klein und Monika Fuchs-Warmhold. Am ersten Tag begannen zunächst die älteren Mäuse mit einer Probe, danach waren Spiele angesagt. Am zweiten Tag hatten sich dann auch die neuen jüngeren Mäuse (9 Kinder zwischen 6 und 8 Jahren) mit Ihren Eltern durch den Orkan, der an diesem Tag herrschte, durchgekämpft und waren zum ersten Mal bei einem Probenwochenende dabei. Tagsüber spielten alle Kinder mit Feuereifer bei den Proben, abends wurden erneut altersgemäße Gruppenspiele durchgeführt, z.B. ein Märchen als Pantomime einstudiert und dann vorgetragen. Die große Altersspanne zwischen 6 und 15 Jahren war kein Problem. Die Großen halfen den Kleinen, die Jüngeren haben gelernt, sich in einer Gruppe zu behaupten und einzufinden. Das Selbstbewusstsein ist gewachsen und alle jungen Musiker haben sich auch spielerisch weiterentwickelt. Die Gruppe ist sehr schön zusammen gewachsen. Zum Abschluss dann gab es ebenfalls ein sehr gut besuchtes Konzert für die Eltern. Insgesamt waren 25 Kinder und Jugendliche auf diesem Wochenende. Wieder mal hat Monika Fuchs-Warmhold mit ihren Helfern gezeigt, dass ihr neben dem großen Orchester auch die Nachwuchsarbeit sehr am Herzen liegt.

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Europatage der Musik 2008

[11.03.2008]  Der Bayerische Musikrat ruft wieder zu den EUROPA-TAGEN DER MUSIK auf, die im Zeitraum von Freitag, 13. Juni bis einschließlich Sonntag, 29. Juni 2008 stattfinden. Schirmherr ist Kunstminister Dr. Thomas Goppel.

Die Europa-Tage der Musik haben zum Ziel, durch musikalische Veranstaltungen die Musizierfreude und mitmenschliche Verbundenheit zu beleben und das europäische Gedankengut zu pflegen und zu vertiefen.

Veranstaltungen im Rahmen der Europa-Tage können beim Bayerischen Musikrat angemeldet werden.

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Musikwochenenden in Schaippach und Reichmannshausen

Von Hexen, Magiern und Musik

[02.03.2008]  Musik und Geschichten von Hexenspuk und Zauberern war das Motto der diesjährigen Kinderkurse des Bund Deutscher Zupfmusiker / Landesverband Bayern. 38 Gitarren- und Mandolinenschüler trafen sich am 16./17. Februar im Schullandheim Schaippach, 37 junge Musiker und ihre Eltern trotzten dem Sturmtief Emma am ersten Märzwochenende und fanden den Weg ins Schullandheim Reichmannshausen.

Beide Kurse waren außerordentlich erfolgreich. Der Zupfmusik-Nachwuchs erhielt Einzelunterricht auf dem Instrument, machte aber auch die ersten Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble.

Viel Spaß hatten die Kinder auch am Lieder begleiten, Zaubertricks vorführen und bei »Rhythmus und Bewegung«. Zwischendurch wurde gebastelt, gespielt und geübt. Am Sonntag im Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten erarbeitet hatten.

Musikwochenende im Schullandheim Reichmannshausen

Reichmannshausen: die Teilnehmer mit ihren Dozenten Roland Eckert (Mitte), Angela Weber, Hannes Wagner
und Iris Hammer (hinten von links nach rechts). Auf dem Bild fehlt André Herteux.

Musikwochenende im Schullandheim Reichmannshausen

Schaippach: die Teilnehmer bei der Probe des Kursorchesters auf der Bühne mit seinem Dirigenten Andreas Kantenwein
und den Dozenten Petra Fröhlen (links), John Walkowiak (hinten) und Bianca Brand (rechts).

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Zupf-Ensemble Lohr mit dem Hasen Felix auf Weltreise

[31.12.2007]  Großen Zuspruch fand die Kinderveranstaltung, mit der das Zupf-Ensemble Lohr sein Jubiläumsjahr anlässlich des 25jährigen Bestehens im November ausklingen ließ. Das musikalische Abenteuer um Sophie und den Kuschelhasen Felix, der im Sommerurlaub verloren ging und nun von einem fremden Land ins andere reist, zog Klein und Groß in seinen Bann.

Zupf-Ensemble Lohr mit FelixIm alten Rathaussaal in Lohr am Main blieb kein Platz mehr frei, so viele Zuhörer waren gekommen. Rund 200 Kinder und Erwachsene lauschten auf dem Teppich oder weiter hinten auf Stühlen sitzend Friedel Liedhegener von der Lohrer Puppenbühne, der mit einfühlsamer Stimme die Rahmenhandlung der Geschichte vortrug. Unterstützung erhielt er dabei von sechs Grundschülern, die die Briefe vorlasen, die Felix aus den verschiedensten Ländern an seine Freundin Sophie geschrieben hatte, sowie Darstellungen seiner Reisestationen zeigten.

Dazwischen spielte das Zupf- Ensemble unter der Leitung von Petra Breitenbach landestypische Folklore bzw. Kinderlieder, die das Publikum mitsingen konnte. Briefe von Felix ist ein erfolgreiches Kinderbuch aus der Feder von Annette Langen mit Illustrationen von Constanze Droop. »Leider habe ich dich im Flughafen verloren«, schreibt Felix in seinem ersten Brief aus London, der ans Herz geht und die traurige Sophie hoffen lässt, ihren Hasen wieder zu sehen. Weitere Briefe aus der ganzen Welt folgen, bis Felix rechtzeitig vor Weihnachten mit seinem karierten Köfferchen wieder vor der Haustür steht. Ein Happy End gab es auch für die Kinder- und Jugendarbeit der evangelisch-lutherischen Kirche, der die Spendenerlöse der Veranstaltung zugute kamen.

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Offener Brief zum Rücktritt von Joachim Salzmann

[10.12.2007]  Liebe Musikfreunde, mit diesem Schreiben möchte ich mich als Vizepräsident unseres Verbandes an Euch richten.

Vielleicht haben es noch nicht alle mitbekommen, so sei es noch mal offiziell mitgeteilt: Leider musste Joachim Salzmann vor Kurzem aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als Präsident des BDZ LV Bayern e.V. zurücktreten. Somit vertrete ich ihn als Vizepräsident, bis wir einen neuen Vorsitzenden gefunden haben. Das Vorstandsteam bedankt sich bei ihm ganz herzlich für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit und wünscht ihm alles Gute und gute Besserung!

Das Jahr 2007 war in Hinsicht auf die Zupfmusik nicht von Großereignissen geprägt. Umso mehr halte ich es für sinnvoll, auf das Geleistete zurückzublicken. Denn gerade in den Vereinen, Orchestern und Ensembles und im scheinbar Verbogenen wurde auch dieses Jahr wieder viel im Sinne der Zupfmusik geleistet. Viele Konzerte haben den Mitwirkenden und den Zuhörern Freude bereitet. Viele Lehrgänge trugen zur Motivation und Weiterbildung bei. Viele Unterrichtsstunden wurden gehalten und haben Schüler und Lehrer vorangebracht.

Für Euer Engagement bedanke ich mich ganz herzlich.

Ich wünsche Euch und Euren Familien und Freunden im Namen des ganzen Vorstandsteams eine schöne Weihnachtszeit und, wie man in Unterfranken sagt, einen guten Beschluss des Jahres 2007!

Michael Nitzl
Vizepräsident

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Hervorragende Ergebnisse beim Bayerischen Orchesterwettbewerb

[07.12.2007]  Hohe Punktzahlen und viel Lob von der Fachjury gab es bei der bayerischen Ausscheidung zum Deutschen Orchesterwettbewerb am 24. November in Unterhaching.

Ensemble RoggensteinSieger wurde das Ensemble Roggenstein (Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck e.V.). Die 17 Ensemblemitglieder unter der Leitung von Oliver Kälberer erreichten mit 24,5 von 25 möglichen Punkten das Prädikat »mit hervorragendem Erfolg« und damit den ersten Platz.

Die Jury unter dem Vorsitz von Harald Oberlechner, Lehrbeauftragter am Tiroler Landeskonservatorium und am Mozarteum Salzburg, zeigte sich beeindruckt von der hohen Musikalität und der perfekten Klangkunst des Ensemble Roggenstein, das sein Wertungsspiel mit dem Pflichtstück »Nacht- und Tagstücke« von Lutz-Werner Hesse einleitete. Besonders gelobt wurde die Interpretation der Sonate Nr. 17 B-Dur KV 570 von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Klaviersonate wurde von Oliver Kälberer mit viel Raffinesse für Zupfinstrumente bearbeitet. Der neue Klang und die perfekte Interpretation machten die Struktur des bekannten Werkes besonders transparent und kurzweilig. Mit »Udawálawe – and the elephants keep rocking« von Oliver Kälberer setzte das Ensemble einen fulminanten Schlusspunkt unter sein Wertungsprogramm. Kraftvolle Gitarrenklänge – verstärkt durch einen E-Bass – und hochkomplexe Rhythmen unterstrichen einmal mehr die Weitläufigkeit des Leiters des Ensemble Roggenstein, der Eindrücke einer Reise nach Sri Lanka musikalisch umsetzte. Mit der Werkauswahl boten die Musiker ein breites Spektrum ihres Könnens. Für die hohe Wertung weiterhin ausschlaggebend waren die Homogenität und die Präzision des Spiels, die ohne Dirigenten ausschließlich über den Kontakt der einzelnen Spieler untereinander erreicht wurden. Mit dem Sieg bei der Bayerischen Ausscheidung hat sich das Ensemble Roggenstein gleichzeitig souverän für den Deutschen Orchesterwettbewerb qualifiziert, der Anfang Mai in Wuppertal stattfinden wird. Die Aussichten sind gut. In der Vergangenheit hat das Ensemble auf Bundesebene regelmäßig 1. Preise erzielt.

Mit 23,3 Punkten – und damit einem ebenfalls »hervorragenden Erfolg« hat das Vivaldi Orchester Karlsfeld abgeschnitten. Das renommierte Ensemble unter der Leitung von Monika Fuchs- Warmhold bot ein vielseitiges Programm, darunter ein Pflichtstück. »Tänzerische Impressionen« von Kurt Schwaen und das »Novemberfest« von Yasuo Kuwahara kamen bei der Jury ebenso gut an wie eine Paduana und eine Gagliarda von Posch sowie ein Hexentanz von Felice Civitareale. Die Spielzeit war 25 Minuten. Die Jury lobte das Orchester für seine Spielfreude, die anspruchsvolle Programmauswahl und den gehobenen Schwierigkeitsgrad. Das Vivaldi Orchester Karlsfeld hat eventuell die Möglichkeit, als Optionsorchester zum Deutschen Orchesterwettbewerb zu fahren. Wir drücken die Daumen!

Auch das Gitarren- und Mandolinenorchester der Städtischen Musikschule Bayreuth, das seit vielen Jahren zu den Stammteilnehmern des Orchesterwettbewerbs gehört, überzeugte die Jury durch hohe Musikalität. Die Spielerinnen und Spieler unter der Leitung von Günter Münch boten ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Wettbewerbsprogramm mit der Sonata VI von Valentin Roeser und einem Tango von Isaac Albéniz. Aus den beiden zur Wahl stehenden Pflichtstücken hatten sich die Bayreuther ebenfalls die Tänzerischen Impressionen ausgesucht. Die Beständigkeit des Orchesters ist ein beeindruckendes Zeugnis für die hervorragende Jugendarbeit, die Günter Münch seit Jahrzehnten in Bayreuth leistet. Insgesamt erreichte das Orchester einen »guten Erfolg«.

Neben den Zupforchestern bewarben sich in Unterhaching auch zwei Gitarrenensembles um die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb. Hier erreichte die Gruppe El Polifemo unter der Leitung von Johannes Stickroth das Prädikat »mit hervorragendem Erfolg« und wird den Freistaat in Wuppertal vertreten. Das Jugendgitarrenensemble der Städtischen Musikschule Bayreuth erspielte sich einen achtbaren »guten Erfolg«.

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30. Sing- und Musikschultag in Garmisch-Partenkirchen

Goppel: »Musikschulen sind ein starkes Fundament unseres Musiklebens«

[12.10.2007 • Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst]  Die Bedeutung der Musikschulen für das Kulturleben in Bayern hat Kunstminister Thomas Goppel anlässlich des 30. Sing- und Musikschultages am Freitag in Garmisch-Partenkirchen unterstrichen. Goppel: »Musikschulen sind kulturelle Kristallisationspunkte von Gemeinden und Landkreisen.« Auch für die persönliche Entwicklung sei die musische Bildung von besonderer Bedeutung: »Musische Bildung kann gerade die jungen Menschen aus ihrer oft passiven Rolle als Medien-Konsumenten herausführen«, unterstrich der Minister. Sie fördere Solidarität ebenso wie die soziale Einbindung: »Das Zusammenspiel mit anderen auf ›gleicher Wellenlänge‹ verbindet die Mitglieder eines Ensembles und lässt den Gemeinschaftssinn wachsen. Das fördert die Persönlichkeitsentwicklung und stärkt das Selbstwertgefühl«, so Goppel. Im gemeinsamen Musizieren lernten die jungen Menschen neben sozialem Verhalten aber auch Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, so Goppel weiter.

Mit 9,7 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Bayern in diesem Jahr seine Sing- und Musikschulen. Gegenwärtig werden rund 220 Sing- und Musikschulen mit über 132.000 Schülern gefördert. Damit hat sich in den letzten dreißig Jahren die Zahl der Musikschulen mehr als verdreifacht, die Zahl der Musikschüler sogar fast vervierfacht.

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Vivaldi Orchester Karlsfeld bei internationalem Wettbewerb in Prag

[09.10.2007 • Dr. Andrea Deininger]  Zum ersten Mal in der langjährigen Geschichte der Vivaldis fuhren das große Orchester und die Vivaldi Tiger gemeinsam auf einen internationalen Wettbewerb. Prag in Tschechien war das Ziel der Musiker.

Bereits am Freitag Nachmittag gab das Jugendorchester zusammen mit anderen Wettbewerbsteilnehmern ein kleines Konzert in der Salvatorkirche in der Prager Altstadt. Dabei zeigte der Vivaldi Nachwuchs ein schönes Zusammenspiel und gefühlvolle Klänge bei zeitgenössischen Werken und Renaissancemusik. Leider hatten die Prager Organisatoren vergessen, die Anfahrt zur Kirche zu regeln, so dass die jungen Musiker bei strömendem Regen zu Fuß gehen mussten und völlig durchnässt in der Kirche auftraten.

Am Samstag stellten sich die Karlsfelder Zupfer beim Wettbewerb den tschechischen Juroren. Da keine anderen Jugendorchester angemeldet waren, mussten die Tiger in der gleichen Kategorie wie die Großen starten. Dies schafften sie mit Bravour und erhielten für ihr Vorspiel mit 20,3 Punkten die Note »ausgezeichnet« und einen vierten Platz.

Das große Orchester brillierte unter anderem mit einem zeitgenössischen Stück von Kuwahara und erhielt für die perfekten Interpretationen unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold die zweitbeste Wertung des Tages und somit einen zweiten Preis.

Vivaldi Orchester Karlsfeld in Prag

Leider hatten kurzfristig zwei Orchester abgesagt, so dass nur 4 Gruppen bewertet werden konnten. Sieger wurde das Orchester mit dem leichtesten Programm aus Zagreb, Kroatien. Es war hier vorauszusehen, dass das Vivaldi Orchester mit seinem zeitgenössischen Programm nicht unbedingt Gefallen bei der traditionell eingestellten Jury, bestehend aus drei tschechischen Gitarristen, findet. Den dritten Preis erhielt ein Orchester aus Remiremont, Frankreich. Die Orchester lagen in der Punktewertung, die der von »Jugend musiziert« entsprach, sehr nahe beieinander, was den Schluss zulässt, dass hier mehr nach Sympathien als nach tatsächlicher Musikalität entschieden wurde. Negativ aufgefallen ist auch, dass in der Ausschreibung zum Wettbewerb eine reine Spielzeit pro Orchester von 20 Minuten angekündigt war. Im Programm vor Ort stand jedoch, dass wenn eine Spielzeit von 15 Minuten überschritten wird, eine Disqualifikation erfolgen kann.

Neben den Wertungen wurde von den Organisatoren auch ein gesellschaftliches Programm geboten, eine Moldaufahrt, Stadt und Burgbesichtigungen, sowie einen Abschlussabend mit Musik und Tanz, bei dem zwischen den Orchestern aus Karlsfeld und Remiremont in Frankreich freundschaftliche Kontakte geknüpft wurden. Auch hier hätten die Organisatoren etwas besser auf die örtlichen Rahmenbedingungen, wie z.B. das Wetter, Rücksicht nehmen können. Die Stadtbesichtigung wurde ebenfalls bei strömendem Regen ohne Rücksicht auf die Wünsche der deutschen Gäste durchgeführt. Das gebuchte Essen am Donnerstag Abend im Hotel wurde komplett vergessen.

Neben den Musikern waren auch einige Fördervereinsmitglieder aus Karlsfeld mitgereist. Trotz der großen Altersspanne von 13 bis 88 Jahren war die Gruppe stets bestens gelaunt und die Reise verlief sehr harmonisch. Am Samstag Abend wurde auf einer schnell improvisierten Hotelparty bis spät in die Nacht gefeiert auch wenn zuvor die Verabschiedung durch die tschechischen Wettbewerbsveranstalter nur sehr kurz ausgefallen war.

Die Tiger absolvierten ihren ersten Auslandswettbewerb mit großen Erfolg, was sich sicher für ihre weitere Probenarbeit positiv auswirken wird. Das große Orchester musste gegen seinen eigenen Nachwuchs konkurrieren, auch dies spornte die Musiker zu Höchstleistungen an.

Trotzdem muss in Zukunft sorgfältig abgewogen werden, zu welchen Wettbewerben im Ausland man antritt. Die Vorbereitungen und Ausgaben der Orchester sind doch erheblich und so bleibt bei nachlässiger Wettbewerbsorganisation und nicht nachvollziehbaren Bewertungen eine leise Enttäuschung.

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Mitgliederversammlung

[10.09.2007]  Einladung pdfzur Mitgliederversammlung des BDZ LV Bayern e.V. am Freitag, 02.11.2007 um 14:30 Uhr in der Bayerischen Musikakademie Alteglofsheim.

Eine gesonderte schriftliche Einladung an die Einzelmitglieder erfolgt nicht.

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Erfolgreicher C3-Abschluss

[09.09.2007]  Zufrieden zurückblicken können die sechs Teilnehmer des C3 Kurses (Orchesterleitung), die nach knapp zwei Jahren Ausbildung ihre Abschlussprüfungen bestanden haben und für die nun der Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) / Landesverband Bayern die staatliche Anerkennung beantragt.

In Kooperation mit dem Kinderchorleiterlehrgang der Bayerischen Musikakademie in Hammelburg absolvierten die Teilnehmer an sechs Wochenendphasen und in zwei Prüfungswochen ein umfangreiches Stundenpensum und schrieben zahlreiche Hausarbeiten. Die Fachdozenten Oliver Kälberer (Bruck) und Gertrud Weyhofen (Kassel) unterrichteten praktische Fächer wie Dirigieren/Schlagtechnik und Instrumentalspiel sowie den musiktheoretischen und didaktischen Bereich wie zum Beispiel Harmonielehre oder Probenplanung. Mit Videoaufnahmen des eigenen Dirigierens sowie Filmmaterial über bekannte Dirigenten schloss man neue Medien in den Kursablauf mit ein. Bei einigen Phasen standen Zupfensembles für die praktische Dirigierarbeit zur Verfügung. Den allgemeinen musiktheoretischen Stundenblock (Musikgeschichte, Gehörbildung etc.) besuchten die Zupfmusiker gemeinsam mit den Teilnehmern des Kinderchorleiterlehrgangs.

Für die Abschlussprüfungen Ende August fand sich ein Zupforchester mit Orchesterspielern aus der Region in der Musikakademie Hammelburg zusammen und musizierte konzentriert, was die verschiedenen Dirigierprüflinge von ihm verlangten. Die Prüfungskommission aus Lehrgangsleitung (Petra Breitenbach) und den Fachdozenten wurde kompetent erweitert durch Sofia Kaltchev (Musikhochschule Stuttgart) und Erich Schneider (Berufsfachschule für Musik Dinkelsbühl). Trotz großer Nervosität bei den Prüflingen konnte viermal die Bewertung »mit Auszeichnung« vergeben werden – ein Zeichen für die qualitativ hochwertige Ausbildung.

Den Abschlussabend des Kurses bestritten die Teilnehmer selbst und boten einem begeisterten Publikum einen Querschnitt der geleisteten Arbeit mit verschiedenen Ensemblebeiträgen.

C3-Abschluss

Auf dem Bild von links nach rechts: Oliver Kälberer, Nikolaj Reck (Pleidelsheim), Gertrud Weyhofen, Erich Schneider, Sofia Kaltchev, Andrea Fuchs (Haibach), Iris Hammer (Hemhofen), Heiko Holzknecht (Geretsried), Sylvia Dietrich (Haibach) und Matthias Gold (Heimbuchenthal).

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Rund 2,4 Mio. Euro für die Förderung der Laienmusik im Jahr 2007

[04.09.2007 • Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst]  Mit rund 2,4 Millionen Euro fördert der Freistaat in diesem Jahr die Arbeit der Laienmusikensembles in Bayern. Kunstminister Thomas Goppel hob am Dienstag die kulturelle und soziale Bedeutung der Laienmusik hervor. Sie sei zentraler und vitaler Bestandteil der bayerischen Kultur und gleichzeitig wesentlicher Ort des gesellschaftlichen Austausches. »Musiker erleben in ihren Ensembles, Orchestern und Chören die große verbindende Kraft der Musik. Musik hebt die Unterschiede in Beruf, Religion, Herkunft oder Lebensform auf. Man begeistert sich gemeinsam für die gleiche Sache«, so der Minister. Die Bandbreite des musikalischen Engagements reiche von historischen Aufführungen aus allen Epochen bis hin zur zeitgenössischen Musik.

Die Blasmusikverbände, Chorverbände und sonstigen Laienmusikverbände verwenden die Fördermittel u.a. für Fortbildungsmaßnahmen, Musikwettbewerbe, Konzertveranstaltungen und Konzertreisen sowie für den Erwerb von Noten und Instrumenten. Über eine halbe Million Musizierende engagieren sich in über 11.000 Ensembles unter dem Dach des Landesverbandes Singen und Musizieren in Bayern. Zusammen mit den nicht vereinsmäßig organisierten Laienmusikern liegt die Zahl der Musikerinnen und Musiker in Bayern bei mehr als einer Million.

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Kleine Nachmittagsmusik der Vivaldi Mäuse und Tiger

[18.07.2007 • Dr. Andrea Deininger]  Mal wieder hat der Vivaldi-Nachwuchs gezeigt, auf welch hohem Niveau in Karlsfeld musiziert wird. Am vergangenen Sonntag konnten sich die Zuhörer bei einem Nachmittagskonzert in der Grundschule an der Krenmoosstraße von der Professionalität der jungen Musiker überzeugen.

Vivaldi Mäuse und TigerDie kleinen Mäuse, 16 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren, begannen unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold mit einem temperamentvollen lateinamerikanischen Stück, gefolgt von einem zeitgenössischen Ragtime. Anschließend bot ein Mandolinenduo mit Katharina Emmer und Johanna Latzel ein präzises Zusammenspiel, vier Tänze von Leone de Naples gefielen dem Publikum. Weiter ging’s mit Folklore und einem bekannten Pop-Stück von Pink. Eine heitere Gavotte von Johann Sebastian Bach und ein weiteres zeitgenössisches Werk bildeten den Abschluss der Mäuse.

Danach waren die Tiger dran, die etwas älteren Spieler. Getragene altdeutsche Hoftänze bildeten den Auftakt, irische Klänge folgten bei einer Capriccio Microna in dorischer Tonart. Die 15 Jugendlichen überzeugten auch hier mit Harmonie und sehr gutem Zusammenspiel. Ein weiteres Mandolinenduo, Benedikt Wienecke und Martin Achtner, gaben gefühlvoll die Klangfarben Blau und Rot von Marlo Strauß zum besten.

Was mit fleißigem Üben noch alles erreicht werden kann, zeigte ein Ensemble des großen Vivaldi-Orchesters seinem Nachwuchs und den Eltern. Das Konzert in C-Dur von Antonio Vivaldi erklang wunderbar klar, getragen durch das Mandolinensolo von Brigitte Rost, begleitet von Ulrike Pobel an der Gitarre. Zum Abschluss gab es von den Tigern passende Klänge zum heißen Wetter, »Es ist Sommer« und »Mambo« luden zum Mitsingen ein.

Monika Fuchs-Warmhold hat wie immer mit Engagement und Freude ihre beiden Jugendorchester auf das Konzert vorbereitet. Ein Teil der eingenommenen Spenden geht an den Förderverein für Kinder, Jugend und Familie Karlsfeld e.V. für den Abenteuerspielplatz »Robinsons Insel«.

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Pfingstkurs für Mandoline und Gitarre

[04.06.2007 • Petra Breitenbach]  Auch in diesem Jahr erfreute sich der Pfingstkurs in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg wieder großer Beliebtheit – er war ausgebucht!

Pfingstkurs 2007

Ein besonderes Highlight war zum zweiten Mal der workshop »powerchords«, bei dem die Hälfte der 43 Teilnehmer begeistert die mitgebrachte E-Gitarre auspackte und Hits von Greenday und Carlos Santana einstudierte, inklusive verschiedener Soli und Rhythmusbegleitung (gedämpftes Hihat!). Kein Wunder, dass das Publikum im Abschlusskonzert nach Zugaben verlangte.

Pfingstkurs 2007

Pfingstkurs 2007

Auch bei den Laienmusikprüfungen zeigten sich die Teilnehmer sehr ergeizig und 24 legten eine der drei D-Prüfungen ab. Hier war sehr erfreulich, dass im praktischen Teil die Anforderungen fast immer weit überschritten wurden, die Prüfungen also auf hohem Niveau stattfanden. Am Ende blickten zufriedene Teilnehmer und Dozenten auf eine anstrengende, aber besonders schöne Woche zurück mit viel Spaß und tollen musikalischen Eindrücken …

Pfingstkurs 2007

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Schlusskonzert des 44. Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert«

Goppel würdigt große Bedeutung des Wettbewerbs für die Talentförderung

[30.05.2007 • Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst]  Die große Bedeutung des Wettbewerbs Jugend musiziert für die Talentförderung im Musikbereich hat Bayerns Kunstminister Thomas Goppel anlässlich des von den diesjährigen Bundespreisträgern gestalteten Schlusskonzerts am Mittwoch in Nürnberg hervorgehoben. Goppel: »Der Wettbewerb ›Jugend musiziert‹ hat sich im Laufe seines Bestehens zu einer der erfolgreichsten Begabtenförderungsmaßnahmen auf musikalischem Gebiet nicht nur in Deutschland, sondern europaweit entwickelt. Von ihm gehen Inspiration und Impulse für die musikalische Ausbildung und das Musikleben im ganzen Land aus.«

Seit mehr als vier Jahrzehnten unterstütze »Jugend musiziert« junge Musiker bereits: Die Bestätigung des eigenen Könnens im Vergleich mit anderen und der Auftritt vor Publikum gäben Motivation, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Der Wettbewerb bringe Jahr für Jahr erstaunliche Spitzenleistungen hervor, denn nur wer gefordert werde, könne seine Anlagen auch entwickeln, unterstrich der Minister. Bundesweit nahmen in diesem Jahr rund 16.000 junge Musikerinnen und Musiker am Wettbewerb teil. Rund 2.100 Kinder und Jugendliche konnten sich davon für das Bundesfinale qualifizieren, darunter 235 aus Bayern.

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Italienische Sänger begeistern Karlsfelder Publikum

[21.05.2007 • Dr. Andrea Deininger]  »Corale Polifonica Cellese«, solch klingende Namen haben italienische Chöre. Am 18. Mai trat auf Einladung des Vivaldi-Orchesters ein italienischer Chor aus der Nähe von Genua im Karlsfelder Bürgerhaus auf. Die musikalische Freundschaft der beiden Ensembles begann vor zwei Jahren, als die bayerischen Musiker zum 20-jährigen Bestehen des Chores eingeladen waren. Nun erfolgte der Gegenbesuch.

Das Bürgerhaus war trotz des schönen Biergartenwetters passabel besucht. Zur Einstimmung spielte das Vivaldi Orchester unter Leitung von Monika Fuchs-Warmhold ein fröhliches italienisches Stück und ein rhythmisches zeitgenössisches Werk von Takashi Kubota, wie gewohnt präzise und voller Schwung. Die Gäste aus Italien begannen zu Ehren ihrer Gastgeber mit einem deutschen Lied aus dem 15. Jahrhundert »In dulci jubilo, nun singet und seid froh«. Anschließend folgten zwei kirchliche Motetten aus der Renaissance, schön vorgetragen und fein abgestimmt. Weiter ging es mit Kirchenliedern und liturgischen Werken, stets voller Innigkeit dargeboten und mit Präsenz in allen Stimmlagen. Eleonora Molinari, die junge Chorleiterin, verstand es mit viel Temperament, ihre Sänger und Sängerinnen harmonisch zu formieren. Die schwierigen Werke wurden mit ausgefeilter Dynamik und sicheren Pianissimi perfekt präsentiert. Zum Abschluss erklangen einige Volkslieder aus Irland und England.

Corale Polifonica CelleseNach der Pause gehörte die Bühne den Jüngeren. Sechs A-Capella-Sänger, z.T. auch Mitglieder des Chores, brillierten mit Swing- und Pop-Melodien. Bei Evergreens wie »Moon-River« oder »Route 66« sprang der Funke gleich aufs Publikum über und es wurde begeistert mitgeklatscht und auf den Stühlen geswingt. Die vier Frauen und zwei Männer zeigten Sangeskunst auf höchstem Niveau, sechs unterschiedliche Stimmlagen und passende rhythmische stimmliche Begleitung. An Professionalität und Passion waren die Sänger kaum zu überbieten. So mancher Zuhörer suchte vergebens ein Schlagzeug auf der Bühne, so perfekt wurde dies rein vokal imitiert. Die Zuhörer dankten mit Standing Ovations und forderten mehrere Zugaben.

Gemeinsam klang der Abend mit den beiden Musikgruppen im angrenzenden Wirtshaus aus. Am nächsten Tag gab es für die italienischen Gäste eine Stadtführung durch München und einen liebevoll gestalteten bayerischen Abend für alle Mitwirkenden. Dabei durften die beiden Nachwuchs-Gruppen des Vivaldi-Orchesters Kostproben ihres Könnens abliefern. Verschiedene Bandformationen luden zum Mitsingen und Tanzen ein. Und auch hier hieß es natürlich: Nun singet und seid froh!

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Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit von Jugendlichen in Schulzeugnissen

[08.05.2007 • Pressemitteilung Bayerischer Musikrat]  Der Bayerische Musikrat weist darauf hin, dass die ehrenamtliche Tätigkeit von Jugendlichen (z.B. in einem Musikverein) im Schulzeugnis mit einem Formblatt gewürdigt werden kann. Diese Formblätter »Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit« sind über die Schulen erhältlich und können den jeweiligen Vereinen und Verbänden zum Ausfüllen vorgelegt werden. Diese Würdigung kann auf Wunsch jedem Schulzeugnis beigelegt werden.

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Klassenmusizieren für Zupfinstrumente erstmals in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg

[02.05.2007 • Petra Breitenbach]  Bayerische Premiere hatte die Fortbildung zum Thema Klassenmusizieren für Zupfinstrumente. Initiiert vom LV Bayern in Kooperation mit der Musikakademie konnten mit Ingo Brzoska und Michael Diedrich zwei erfahrene Dozenten auf diesem Gebiet gewonnen werden. Aus dem ganzen Bundesgebiet reisten die knapp 30 Teilnehmer an – gestandene Instrumentallehrer, die sich neugierig und aufgeschlossen der Frage stellten: »Wie pack ich’s an in der Großgruppe?«

Ausgehend von den Erfahrungen der Musikschulen Mosbach (Michael Diedrich) und Bottrop (Ingo Brzoska) standen die Vorstellung funktionierender Konzepte und deren praktische Umsetzung im Mittelpunkt der Fortbildung. Methodenvielfalt und Spielideen aus der Elementaren Musik (Diedrich), die sich auf die Gitarrenklassen im Grundschulbereich übertragen lassen, wurden ebenso besprochen, wie die solide Vermittlung von grundlegenden Spieltechniken, kammermusikalischen Erfahrungen von Anfang an und einer musiktheoretischen Basis (Brzoska).

In Diskussionsrunden und Vorträgen ging es um die Möglichkeiten und Grenzen des Klassenmusizierens und verwirklichbare Zielvorstellungen in großen Gruppen. Organisatorische Rahmenbedingungen, mögliche Formen der Kooperationen zwischen Musikschule / allgemeinbildender Schule / Musikvereinen waren theoretische Themen, bevor man sich in Gruppeneinheiten ganz praktisch um inhaltliche Beispiele, Unterrichtssequenzen und die Planung von Unterrichtseinheiten kümmerte. Die Teilnehmer waren begeistert von der unterschiedlichen Herangehensweise der Dozenten (die sich aber in grundsätzlichen Ansätzen einig sind) und den persönlichen Schwerpunkten in Grund- bzw. weiterführenden Schulen.

Wegen der großen Interesses am Thema und der langen Warteliste gibt es eine Wiederholung des Seminars von 30. November bis 2. Dezember wieder in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg.

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Musikalische Rückschau auf 25 kurzweilige Jahre

Jubiläumskonzert des Zupf-Ensembles Lohr

[23.04.2007 • Petra Breitenbach]  Beim Jubiläumskonzert anlässlich seines 25-jährigen Bestehens beschränkt sich das Zupf-Ensemble Lohr (ZEL) auf wenige Zusatzinstrumente; die Farbigkeit der reinen Zupfmusik steht im Vordergrund am Samstag, 5. Mai 2007, ab 20 Uhr. Konzert- und anschließend auch Festsaal für eine Geburtstagsfeier mit treuen Anhängern ist einmal mehr die stimmungsvolle Aula der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule Lohr a. Main.

Eintrittskarten für den besonderen Kunstgenuss gibt es für 8 € (Erwachsene) und 6 € (Schüler) im Vorverkauf bei den Ensemble-Mitgliedern und in der Stadtbibliothek Lohr oder mit jeweils 1 € Aufschlag an der Abendkasse. Dafür bieten über 20 Spielerinnen und Spieler unter der Leitung von Petra Breitenbach eine musikalische Rückschau auf 25 kurzweilige Jahre mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten – zuletzt Rock- und Popmedleys. Die meisten der diesjährigen Stücke sind schon lange im Repertoire, sind gewissermaßen Evergreens des ZEL.

Auf dem Programm stehen »Die Trompete« von Georg Philipp Telemann (1681–1767), das »Konzert d-moll für Gitarre und Zupforchester« (Gitarrensolist: Daniel Ambarjan) von Silvius Leopold Weiss (1685–1750), die »Münchner Residenzmusik« von Evaristo Felice dall’Abaco (1675–1742), das »Concertino d-moll für Flöte und Zupforchester« (Flötensolistin: Isabell Hepp) von Konrad Wölki (1904–1983), »Drei lyrische Stücke« von Edvard Grieg (1843–1907), die »Scandia Suite« von Paul Walthers (geb. 1923), »Slawische Rhythmen« von Klaus Wüsthoff (geb. 1922) und der »Maple Leaf Rag« von Scott Joplin. Das letzte Stück ist neben dem »Entertainer« Joplins berühmtester Ragtime und seit Mitte der 1980er-Jahre schon beim ZEL zu hören.

Zupf-Ensemble LohrErläutert sei ferner das »Concertino d-moll«: Der Komponist Konrad Wölki zählt zu den Pionieren der modernen Zupfmusik. Er bemühte sich um originale Spieltechniken und Literatur, womit er die Zupforchester wieder aus der »Wandervogel«-Schublade herausholte.

Schon des öfteren hat das ZEL eine Bearbeitung von Oliver Kälberer gespielt. An den lyrischen Stücken (Lieder und Tänze) des norwegischen Folkloristen Edvard Grieg reizten Kälberer die schnell wechselnden Tempi und Dynamik zur Einrichtung speziell für Zupforchester.

»Slawische Rhythmen« hat das ZEL ganz neu einstudiert. Sie bilden gewissermaßen den Höhepunkt des Konzerts. Wüsthoff, der unter anderem Film- und Werbemusik produziert, lehnt sich hier in der Harmonik an osteuropäische Musik an. Nach einem festlich-plakativen ersten und einem zarten, wiegenliedartigen zweiten Satz folgt ein stark synkopierter, rockiger Schlusssatz, bei dem auch die beiden Percussionisten Stefan Schmitt und Martin Schneider voll gefordert sind.

Insgesamt also wieder viel Abwechslung in rund 75 Minuten Spielzeit – unter dem Motto: 25 Jahre und kein bisschen leise!

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Temperamentvolle Klänge bei tropischen Temperaturen

Besucheransturm im Karlsfelder Hallenbad

[14.02.2007 • Dr. Andrea Deininger]  Ein Musikerlebnis der besonderen Art boten die Vivaldi Tiger am 11. Februar im Karlsfelder Hallenbad. Wo sonst Kleinkinder planschen, saßen junge Musiker umringt von zahlreichen Zuhörern in Sommerkleidung und gaben Kostproben ihres Könnens.

Mit dem Namenspatron Vivaldi begann der erste Teil des Wettbewerbskonzerts zum Deutschen Jugend-Orchester-Preis von Jeunesses Musicales, lebhaft vorgetragen unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold. Altdeutsche Hoftänze folgten und anschließend interpretierte ein Gitarrenquintett ein empfindsames zeitgenössisches Stück von Alfonso Montes, harmonisch abgestimmt und virtuos gemeistert. In der Pause konnten die vielen Besucher die liebevoll gestaltete Dekoration bewundern und selbstgemachte Häppchen und Cocktails genießen. Die Vivaldi Mäuse halfen kräftig bei der Bewirtung der Gäste mit.

Vivaldi Jugend Orchester Karlsfeld im HallenbadDer zweite Teil des Konzerts war den bekannten Charts-Hits gewidmet. »Jetzt ist Sommer« von den Wise Guys traf das Motto des Konzerts perfekt. Unterstützt von E-Gitarre, Schlagzeug und Geige überzeugte das Jugendorchester mit Musikalität und Elan.

Alle jungen Musiker haben sich viele Monate lang zusammen mit ihrer Leiterin vorbereitet. Zu tun gab es viel, Orchesterproben standen genauso auf dem Plan wie die Vorbereitung der Plakate, die Abstimmung des Programmheftes, die Erstellung der Dekoration und die Organisation der Bewirtung. Die Zuhörer waren begeistert und forderten zwei Zugaben. Mal wieder hat das Vivaldi Jugend Orchester Karlsfeld sein musikalisches und organisatorisches Talent und seine Fantasie unter Beweis gestellt. Ob es einen Preis beim Orchesterwettbewerb gibt, bleibt abzuwarten. Dank gilt der Gemeinde Karlsfeld für die Ermöglichung des Vorhabens, den vielen Helfern und der Belegschaft des Hallenbads für Ihren Einsatz.

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Der MGV »Noris-Süd« on tour

[07.12.2006 • Willi Wiedemann]  Das III. Internationale Gitarren- und Zupforchester-Festival in Prag war Ziel einer ereignisreichen Konzertreise des Mandolinen- und Gitarrenvereins »Noris-Süd«. In der »Goldenen Stadt« wurden die 35 Musikerinnen und Musiker im Hotel Arlington sehr nett vom Veranstalter, Herrn Svarc empfangen. Nach dem Einchecken erfolgte eine Stadtrundfahrt durch Prag mit anschließendem Konzert im Schloss Liben, wo man die ersten »Konkurrenten«, das spanische und das norwegische Mandolinenorchester sowie das Prager Jugendorchester hören konnte.

Nach einer Probe in der Hotelhalle bestritt man das erste Konzert in der Salvatorkirche – gemeinsam mit dem Landesjugendorchester aus Nordrheinwestfahlen Wuppertal, dem Orchesta de Pulso y Pua de la Universidad Complutense Madrid und dem Mandolin-Orchestra Youth Cultural Centre Skopje. Die gelungene Aufführung war sehr schön anzuhören in dieser wunderbaren Kirche. Super Akustik! Hier konnte auch der erste Kontakt zu den anderen Spielern geknüpft werden.

MGV Noris-Süd in PragAllerdings gab es auch einen Wermutstropfen, denn die Notentasche des 1. Vorstandes wurde aus dem Bus entwendet. Damit waren nicht nur seine Noten für die 1. Stimme und die Bassnoten weg – auch zwei Stimmgeräte waren gestohlen worden! Hoffnung kam auf, als die Reiseleitung telefonisch in Erfahrung bringen konnte, dass eine Tasche gefunden worden sei und diese am Samstag zum Wertungsauftritt mitgebracht werde. Der Abend stand zur freien Verfügung, so dass auf eigene Faust Prag bei Nacht erkundet werden konnte.

Am nächsten Tag stand der große Auftritt bevor! Vormittags war eine Stellprobe anberaumt worden. Voller Erwartung fuhr das Orchester zum Kulturzentrum Ladvi – aber die Ernüchterung folgte auf dem Fuße: Die Notentasche war nicht da! Bei dem Fund am Vortag hatte es sich lediglich um ein leeres Mandolinenetui gehandelt. Nun waren sowohl Dirigent als auch Ehrendirigent gefordert: Es hieß nun, auf die Schnelle Bassnoten für ein Stück zu schreiben, von welchem keine Partitur vorhanden war. Die beiden anderen Stücke wurden als Partitur kopiert und die Bass-Stimme wurde von drei Orchestermitgliedern ausgeschnitten und aufgeklebt. Nun konnte endlich auch die Stellprobe für den MGV stattfinden!

Um 13:40 Uhr war es dann soweit – der Wertungsauftritt stand an. Ziemlich angespannt spielten die Nürnberger ihre drei Wertungsstücke. Aber trotz der Aufregung um die entwendete Notentasche und den schnell geschriebenen und geklebten Noten hatte alles gut geklappt.

Am Nachmittag fand die Verleihung der Urkunden und Preise statt. Voller Erwartung, aber doch mit sehr gemischten Gefühlen nahm der MGV sein Ergebnis entgegen. Punktgleich mit zwei weiteren Orchestern und mit nur 0,6 Punkten Rückstand auf die Sieger vom Zupforchester der Naturfreunde Friedrichsthal war man doch sehr zufrieden mit der Bewertung.

Am Abend fand die Gala-Abschiedsparty im Hotel Olympik statt. Eine sehr gelungene Veranstaltung mit super Gesangs- und Musikeinlagen der Spanier sowie Tanz. Bei einer Stadtrundfahrt und Besichtigungen des Hradschins klang die Reise am nächsten Tag aus. Alles in allem waren dies ganz neue Erfahrungen für den Verein, die ihn letztendlich weiter zusammenwachsen lassen und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt haben. Es war mit Sicherheit nicht die letzte Veranstaltung dieser Art, an welcher der MGV Noris-Süd teilgenommen hat.

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Liebe Mitglieder!

[05.12.2006]  Wieder geht ein tolles Zupferjahr zu Ende!!

Mit dem Eurofestival in Bamberg und dem Landesmusikfest in Hammelburg erlebten wir in diesem Jahr zwei herausragende musikalische Ereignisse mit gegenseitigem Kennenlernen und der Möglichkeit zum Miteinander.

Als Präsident des Landesverbandes Bayern möchte ich mich auf diesem Wege nochmals bei allen Beteiligten, Organisatoren, Mitwirkenden und »guten Geistern« bedanken, ohne die solche Veranstaltungen nicht möglich wären.

Und auch in diesem Jahr war es möglich, das Kurs- und Veranstaltungsprogramm in gewohntem Umfang zu erhalten. Die großen Teilnehmerzahlen und die raschen Anmeldungen zeugen von der hohen Qualität der geleisteten Arbeit!!!

Vielen Dank für Euer Engagement!!

Um dies weiterhin realisieren zu können und in den Genuss von Zuschüssen zu kommen, ist auch in diesem Jahr wieder euer »Rechenschaftsbericht« (v.a. die Angabe der Gemeinnützigkeit!) von großer Bedeutung. Außerdem ist es uns wichtig, Konzert- und Veranstaltungstermine frühzeitig zu kennen, um die geknüpften Kontakte weiter vertiefen zu können.

Auch möchte ich nochmals darum bitten, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o.ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein regerer Austausch und Kontakt untereinander möglich. Vielen Dank!

In diesem Sinne wünscht der Vorstand des LV Bayern Euch allen, Euren Familien und Angehörigen einen besinnlichen Advent, ein frohes Weihnachtsfest und für das Neue Jahr 2007 viel Glück und Erfolg!!!!

Joachim Salzmann, Präsident

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Bericht vom Landesmusikfest Bayern

[23.11.2006 • Petra Breitenbach]  Vom 10.–12. November veranstaltete der Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) LV Bayern in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg ein Landesmusikfest, an dem zahlreiche Ensembles und Orchester teilnahmen.

Von Freitagabend bis Sonntagvormittag war mit drei Orchesterkonzerten, Ausstellungen, Workshops und dem Festkonzert »25 Jahre Bayerisches Landeszupforchester« eine geballte Ladung Zupfmusik in der Akademie zu erleben. Der Anlass für dieses Fest war das 25-jährige Jubiläum des Bayerischen Landeszupforchesters (BLZO), das schon seit seiner Gründung eine besondere Beziehung zur Musikakademie hat. Doch außer dem BLZO kamen noch elf Zupforchester mit über 180 Mitwirkenden nach Hammelburg, um sich und ihre Musik zu präsentieren.

Landesmusikfest 2006 - BLZO

Ein besonderer Höhepunkt des Eröffnungskonzert am Freitag im Großen Saal der Akademie war sicher der Auftritt des Duos mit den Ausnahmekünstlern Gertrud Weyhofen und Olaf van Gonnissen. Beide beeindruckten das anwesende Publikum mit außergewöhnlichen und höchst musikalischen Beiträgen. Am Samstag bestand die Möglichkeit, die ganztägige Ausstellung von Instrumentenbauern, Verlagen und Musikalienhändlern im Kammermusiksaal und zwei Workshops im Großen Saal zu besuchen – sogar das Lokalfernsehen war vor Ort und filmte die ad hoc Band beim Let’s-fetz-Workshop: Popsongs neu aufgelegt mit den Dozenten Rainer Vollmann (Gitarre) und Petra Breitenbach (Mandoline).

Landesmusikfest 2006 - Let's-Fetz-Workshop

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch das Festkonzert des BLZO: der Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel hatte ebenso wie örtliche Politprominenz sein Kommen zugesagt und die Vorreiterrolle der Zupfmusiker unter den Laienmusikverbänden in seiner Festansprache betont (siehe unten). Danach folgte (bei Gulaschsuppe und Kreuzbergbier) ein sehr stimmungsvoller zweiter come-together-Teil des Wochenendes mit der Zupferfete im Felsenkeller, wo zu vorgerückter Stunde die Gitarren ausgepackt wurden und mehrere Generationen bis in den frühen Morgen die Hitparaden der letzten 30 Jahre auferstehen ließen …

Dass Zupfer über eine starke Kondition verfügen, konnte man am Sonntagvormittag bei der Orchestermatinee sehen, bei der auch die nächtlichen »Chartsänger« ihren Part (ob im Publikum oder auf der Bühne) erstaunlich erfüllten. Insgesamt war es ein Festival, bei dem sehr lebendig und facettenreich musiziert wurde und sich sowohl die Musiker als auch das Publikum sehr wohl fühlten. Letzteres drückten auch viele anerkennende Worte und Lob für die gute Organisation der Festivalleitung Bianca und Bastian Brand, Petra Breitenbach und der vielen helfenden Hände im Hintergrund aus.

Artikel in der Mainpost vom 13.11.2006.

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Rede des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, beim Landesmusikfest der Zupfmusiker

[Hammelburg 20.11.2006]  Mit einem Instrument unter den Fingern begannen schon viele atemberaubende Karrieren. Manch einer geriet dabei auch auf Abwege: Tony Blair z.B. wollte eigentlich Gitarrist werden – wurde dann aber doch immerhin Premierminister. Den heute hier anwesenden Gitarristen wünsche ich einen ähnlichen Erfolg!

Im Ernst: Die Liebe zum Zupf-Instrument – sei es die Gitarre, Zither, Mandoline oder der Kontrabass – eint alle, die heute hierher gekommen sind. Zusammen feiern wir ein wichtiges Jubiläum für die »Zunft der Zupfer«: das Landesmusikfest der Bayerischen Zupfmusiker aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Bayerischen Landeszupforchesters. Sehr gerne bin auch ich zu Ihnen nach Hammelburg gekommen und habe die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen. Dem Bayerischen Landeszupforchester gratuliere ich zu seinem »silbernen« Jubiläum sehr herzlich!

Seinen Ursprung hatte das BLZO bereits vor mehr als 25 Jahren: Denn es ist aus dem Landesjugend-Zupforchester hervorgegangen, das im Jahr 1970 gegründet wurde. Auch die Jugendlichen von damals wurden schließlich erwachsen. Aber das hat ihrer Spielfreude und Begeisterung für die Musik keinen Abbruch getan. Sie setzten ihre Aktivitäten seit 1981 einfach unter dem neuen Namen »Landeszupforchester« fort. Nur zwei Jahre später, 1983, haben sie dankenswerterweise ein neues Jugendzupforchester auf die Beine gestellt. Seither ist somit für einen fließenden Wechsel vom Jugend- zum Erwachsenenensemble gesorgt!

Die beiden Orchester haben eine Vorreiterfunktion für die Musiklandschaft in Bayern. Sie sind wichtige Multiplikatoren – in doppelter Hinsicht:

  • In ihrem Gefolge haben zum einen zahlreiche andere Laienmusikverbände ihrerseits überregionale Orchester und Chöre gegründet.
  • Zum anderen können die Mitglieder viel von dem, was sie im überregionalen Ensemble gelernt haben, in ihren heimatlichen Orchestern und Chören einbringen.

Der Staat weiß die Arbeit der Zupforchester zu schätzen: Neben der allgemeinen Pauschalförderung für die Laienmusikverbände gibt es dafür eine spezielle Fördermöglichkeit. Zwar plädierte der Bayerische Oberste Rechnungshof kürzlich dafür, diesen Sonderzuschuss in die Pauschalförderung mit einzubauen. Dem werde ich aber nicht folgen, wenn die Verbände das nicht selber wünschen. Denn es macht meines Erachtens Sinn, an der Sonderförderung festzuhalten. Schließlich vertreten diese qualitativ herausragenden Ensembles die bayerischen Farben deutschland- und weltweit in beeindruckender Art.

Das gilt ganz besonders auch für die beiden überregionalen Ensembles des Zupforchesterverbands. Sie spielen seit jeher eine wichtige Rolle in unserem Musikleben – mit großem Erfolg:

  • Das zeigen zum Beispiel die vielen Rundfunkaufnahmen und Platteneinspielungen.
  • Außerdem räumen die Mitglieder des Bayerischen Landesjugend-Zupforchesters Jahr für Jahr in eindrucksvoller Weise Preise beim Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« ab – auch heuer wieder.
  • Und für die Qualität der Orchester spricht auch, dass viele ehemalige Mitglieder die Musik als ihren Beruf gewählt haben. Sie sind mittlerweile als konzertierende Künstler oder als Lehrer an Musikschulen, Berufsfachschulen für Musik, Konservatorien und Hochschulen tätig.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Begriff Zupfmusik weckt bei manchen vielleicht immer noch das eine oder andere Vorurteil. Zu Unrecht! Denn der Zupforchesterverband und seine Ensembles sind wichtige Protagonisten zeitgenössischer Musik. Es ist kein leichtes Unterfangen, den Hörgewohnheiten der heutigen Zeit etwas entgegenzusetzen, das neu ist und nicht dem Mainstream entspricht. Doch nur so bleibt unsere Musikkultur lebendig. Gerade die Zupforchester sind dafür bekannt, dass sie bei ihren Konzerten eine große Bandbreite der Musik bieten: Das reicht von Werken aus der Renaissancezeit über die Klassik bis hin zu zeitgenössischer Musik. So kommen die Orchester einerseits den Hörgewohnheiten vieler Menschen entgegen, führen diese andererseits aber auch an ungewohnte Klänge und moderne Komponisten heran. Das ist ganz im Interesse einer lebendigen und blühenden Musikszene in Bayern!

Das Bayerische Landeszupforchester besticht dabei stets durch Präzision und hohe Qualität sowie durch Spielfreude und Begeisterung, die ansteckt! Diese Aspekte schließen sich keineswegs aus: Zwar ist auch in der Laienmusik das Leistungsprinzip ein wichtiger Anreiz. Doch der Spaß und die Gemeinschaft stehen bei vielen immer noch im Vordergrund – und das ist gut so.

Auch bei diesem Landesmusikfest steht die Freude an der Musik im Mittelpunkt. Es wird allerhand geboten: Konzerte, Ausstellungen und Workshops. Dem Bund Deutscher Zupfmusiker / Landesverband Bayern danke ich herzlich für die Organisation dieses Musikfestes – allen voran der Musikleiterin Frau Petra Breitenbach. Danken möchte ich auch der Musikakademie Hammelburg, die ihre Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellt. Erst im letzten Jahr hat die Akademie ihrerseits das 25-jährige Jubiläum feiern dürfen. So sind heute Gleichaltrige unter sich!

Meine Damen und Herren, der Satiriker Christoph Lichtenberg hat vor über 200 Jahren gesagt: »So angenehm die Musik dem Ohre ist, wenn es sie hört, so unangenehm ist sie ihm, wenn man davon spricht.« Deshalb will ich mich kurz fassen, damit Sie, meine lieben Musiker, wieder die Saiten ihrer Instrumente zum Klingen bringen können, statt »seiten«-lange Reden zu hören.

Abschließend wünsche ich daher dem Landesverband für die Zukunft alles Gute und dem Bayerischen Landeszupforchester für das nächste Vierteljahrhundert ebenso viel Erfolg wie bisher. Allen teilnehmenden Musikerinnen und Musikern an diesem Fest wünsche ich viel Freude beim Musizieren!

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Vivaldi und Bewegung

[20.10.2006 • Dr. Andrea Deininger]  Zu einem Experiment trafen am 14. Oktober das Vivaldi Orchester Karlsfeld und die Bewegungswerkstatt des ASV Dachau aufeinander.

Die Zuschauer wurden bereits im Foyer auf das Motto »In südlichen Gärten« eingestimmt. Liebevoll war eine Sitzgruppe mit Pflanzen errichtet worden und Kinder mit venezianischen Masken empfingen die Gäste. Die Künstlerin Christiane Demenat zeigte eindrucksvolle Alabasterfiguren, die das Bild ergänzten.

Zu alter und neuer Musik, gespielt vom Vivaldi Orchester unter der Leitung von Monika Fuchs-Warmhold, verzauberten vier Damen der Bewegungswerkstatt das Publikum durch ein Schattenspiel. In schöner Symbiose mit Klängen von Vivaldi und einem zeitgenössischen Stück von Jürgen Schieber wurden verschiedene Tanzformen präsentiert. Gefühlvoller Ausdruckstanz und improvisierte Schrittformen standen dabei im Vordergrund.

Musikalisch bot das Vivaldi-Orchester-Karlsfeld wieder ein breites Spektrum. Neu im aktuellen Programm waren Henry Purcells The Fairy Queen sowie eine Sonata a Grand Orchestre von Valentin Röser. Mit der Rumba Catalan von Siegfried Behrend zeigten die Musiker nach der Pause ein gefühlvolles zeitgenössisches Stück. Viel Beifall erntete auch Christine Hupfauf, eine Spielerin des Orchesters, als Mezzosopranistin für ihren hervorragenden Vortrag von drei Titeln aus der Folklore Andalusia. Bei der Jazz-Pop-Rock-Suite von Claudio Mandonico wurde temperamentvoll gesummt und gestampft. Höhepunkt des zweiten Teils waren drei neapolitanische Canzone, gesungen vom gebürtigen Neapolitaner Giuseppe del Duca.

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Offener Brief der Landesmusikleiterin

[26.09.2006]  Liebe Bayernzupfer,

was haben wir in diesem Jahr für einen gigantischen Sommer erlebt:

  • Fußball-WM mit eindrucksvollen Fanpartys.
  • Eurozupfmusikfestival in Bamberg mit Rekordbeteiligung
  • Bundeswettbewerb »Jugend musiziert« mit beachtenswerten Ergebnissen der bayerischenTeilnehmer
  • der Papstbesuch und, und …

Das Eurofestival, das vom BDZ Bundesverband organisiert wurde, sprengte alle bisherigen Maßstäbe. Mit über 1500 Teilnehmern war es ein Festival, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Die bayerischen Orchester haben sich hervorragend präsentiert und uns als gastgebendes Bundesland würdig vertreten! Allen beteiligten Orchestern und ihren Verantwortlichen möchte ich sehr herzlich dafür danken.

Auch der Bundeswettbewerb Jugend musiziert war ein voller Erfolg. Die Fahrt nach Freiburg hat sich für die bayerischen Zupfmusiker gelohnt: alle gewannen Bundespreise (Bericht siehe unten). Den Teilnehmern, ihren unterstützenden Lehrern und mitfiebernden Eltern gratuliere ich an dieser Stelle zu ihrem großartigen Erfolg. Diese erfolgreichen jungen Musiker verbindet die regelmäßige Teilnahme an den Lehrgängen unseres LV. Da ist es doch besonders erfreulich, dass auch heuer wieder alle Kurse (von den Kinderkursen bis zum Schweinfurter Seminar) vorzeitig ausgebucht waren.

Teilnehmer & Dozenten des C3-LehrgangsDer C3 Lehrgang »Orchesterleitung Zupfinstrumente« (mit staatlicher Anerkennung) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Musikakademie Hammelburg konnte im August sein »Bergfest« feiern. Die ersten Prüfungen wurden erfolgreich absolviert, die Dozenten Gertrud Weyhofen und Oliver Kälberer sind recht zufrieden mit der Leistungsentwicklung der Teilnehmer und die Stimmung in der Truppe ist super!

Doch auch der Blick nach vorn stimmt optimistisch:

Das BLJZO hat soeben die Aufnahmen seiner neuen CD abgeschlossen. Wir dürfen auf das Ergebnis sehr gespannt sein! Außerdem vertreten die jugendlichen Zupfmusiker um Oliver Strömsdörfer unser Bundesland beim Wettbewerb der Auswahlorchester im November in Trossingen.

Zeitgleich findet in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg wieder ein Landesmusikfest statt, zu dem sich zahlreiche Ensembles und Orchester angemeldet haben. Vom 10.–12. November wird mit drei Orchesterkonzerten, Ausstellungen, Workshops und dem Festkonzert »25 Jahre BLZO« wieder eine geballte Ladung Zupfmusik zu erleben sein.

Wir freuen uns auf den nächsten Wettbewerb »Jugend musiziert« 2007, bei dem wieder Zupfinstrumente in der Gruppenwertung ausgeschrieben sind. Ich möchte alle jugendlichen Bayernzupfer zur Teilnahme ermuntern. Ob als Zupfquartett oder Gitarrenensemble – das gemeinsame Musizieren macht einfach sehr viel Spaß.

Innovativ ist der BDZ LV Bayern im nächsten Jahr: vom 13.–15. April 2007 findet die erste bayerische Fortbildung für Musiklehrer und Studenten zum Thema »Klassenmusizieren mit Gitarre« statt. Dozenten sind hierbei Ideengeber der ersten Stunde: Ingo Brzoska (Musikschulleiter aus Bottrop und von BDZ-Seite mit dem Thema vertraut) und Michael Diedrich (stv. Musikschulleiter und Lehrer für Gitarre und Elementarfächer aus Mosbach und Herausgeber zahlreicher Hefte u.a. »Klassenmusizieren«).

Viele Grüße aus Lohr!

Petra Breitenbach
Musikleiterin

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Wettbewerb Jugend musiziert 2006: Bayern mischt auf

[25.09.2006 • Florian Salzmann]  Der diesjährige Wettbewerb Jugend musiziert, der nun schon zum 43. Mal ausgetragen wurde, war für die jungen bayerischen Talente in der Solowertung für Mandoline und Gitarre wieder ein voller Erfolg.

Im Fach Mandoline traten bei den Regionalwettbewerben in Bayern 27 Teilnehmer an, von denen es sieben zur Landesausscheidung schafften. Damit war Bayern nach Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit der zweitstärksten Mandolinenwertung. Vier Mandolinisten qualifizierten sich für den Bundeswettbewerb in Freiburg, das sind gute 57 Prozent! Ähnlich erfolgreich verlief auch die Gitarrenwertung. Von den 370 Teilnehmern der Regionalwettbewerbe durften insgesamt zehn ihr Können auf Bundesebene unter Beweis stellen. Damit bildeten die bayerischen Gitarristen in Freiburg die viertstärkste Fraktion. Allein schon diese Zahlen zeigen, dass die bayerische Jugendförderung bei den Zupfinstrumenten definitiv auf dem richtigen Weg ist.

Bei den Wettbewerben selbst erlebte man die Teilnehmenden als sehr aufgeschlossene junge Menschen. Mehrmals durfte man einen sehr herzlichen Umgang untereinander beobachten, der eine Art Konkurrenzdenken gar nicht zuließ. Schließlich kannten sich viele von den verschiedenen vom BDZ angebotenen Kursen und/oder aus dem BLJZO. Man freute sich, die anderen zu sehen und wünschte ihnen Glück für ihr Wertungsspiel. Auch verschiedene Elternteile oder Lehrern bestätigten, dass es bei Jugend musiziert fast nie böses Blut gebe, sondern eigentlich nur pure Freude und Freundschaft.

Doch nicht nur die gute Stimmung bei den Wettbewerben, sondern auch die fundierte Ausbildung durch die Instrumentallehrer ist dafür verantwortlich, dass viele diesjährige Landes- und Bundespreisträger aus Bayern kommen. Gerade über die 1. Landespreisträger aus der Altersgruppe II, für die der Landeswettbewerb in Bobingen das höchste zu erreichende Ziel war, freuen wir uns besonders. Bei den Mandolinen waren dies Corinna Worch mit ihrer Gitarrenbegleitung Alexandra Stefan. Bei den Gitarren wurden Maja Kant, Maximilian Erath und Robin Stoinski sogar mit der Höchstpunktzahl von 25 Punkten ausgezeichnet.

Bundespreisträger wurden:
1. Preis: Matthias Strößner (Gitarre, AG III), Juliane Bergemann (Gitarre, AG IV), Carolin Schneider (Gitarre, AG IV), Isabella Selder (Gitarre, AG IV), Eva Irmgard Enders (Gitarre, AG V), Martin Zimny (Gitarre, AG V)
2. Preis: Benjamin Doß (Gitarre, AG V), Stefan Rossner (Gitarre, AGV), Sebastian Pointner (AG VI), Christine Heinz (Mandoline, AG IV)
3. Preis: Peter Kroiß (Gitarre, AG VI), Florian Salzmann (Mandoline, AG VI)

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Neues vom Vivaldi-Orchester

[18.07.2006 • Dr. Andrea Deininger]

Neue Leitung der Vivaldi Mäuse

Vivaldi-MäuseAlex Stöhr ist neuer Leiter der Vivaldi Mäuse, des gemessen am Alter der Spieler jüngsten Ensembles der Vivaldi-Nachwuchsarbeit. Der im Karlsfelder Musikstudio als Lehrer beschäftigte und im Vivaldi-Orchester etablierte Gitarrist übernahm das Dirigat anlässlich eines Konzertes der Vivaldi-Jugend im Juli von der langjährigen Leiterin Monika Fuchs-Warmhold.

Stöhr bedankte sich gerührt für das Vertrauen und zeigte sogleich, dass die musikalische Tradition auch unter seinen Händen weitergeführt wird. Die Vivaldi Mäuse begeisterten ihre Zuhörer mit einer Interpretation von Pinocchio mit Zupf- und Schlaginstrumenten sowie Flöte ebenso wie mit einem zeitgenössischen Stück von Konrad Wölki. Aber das Konzert hatte noch einiges mehr zu bieten:

Benedict Wienecke, Preisträger des Wettbewerbs »Jugend musiziert«, gab einfühlsam und präzise ein Klagelied sowie eine zeitgenössische Danza zum Besten. Nach der Pause präsentierten die älteren Spieler, die Tiger, mit Themen aus den Vier Jahreszeiten von Vivaldi ihr Können. Ein irisches Volkslied sowie flotte rhythmische Musik aus Jamaika folgten. Der derzeitige Radiohit La Camisa Negra von Juanes sorgte für kolumbianische Stimmung unter den Zuhörern. Südamerikanisch weiter ging es auch mit dem Schluss-Stück, das Mäuse und Tiger gemeinsam gestalteten und bei dem auch das Publikum mit verschiedenen Schlaginstrumenten mitwirken durfte. Die jungen Spieler und ihre beiden Dirigenten haben mit viel Fleiß und Engagement ein kurzweiliges und anspruchvolles Programm erarbeitet und wurden dafür mit stürmischem Beifall belohnt.

Unermüdliches Vivaldi Orchester

Gleich dreimal war das Vivaldi Orchester Karlsfeld mit unterschiedlichen Programmen im Juli zu hören: Vom Kulturkreis Hadern wurde am 15. Juli ein Sommerfest veranstaltet. Bei schönstem Wetter verzauberte das Vivaldi Orchester die Zuhörer, die an Tischen im Freien saßen, mit italienischen und neapolitanischen Liedern. Giuseppe del Duca sang und Bruno Diazzi führte durch den Abend. Zum Abschluss stimmten Zuhörer und Tenor zusammen den Gefangenenchor aus Nabucco an.

In Krailling gaben die Vivaldis am 21. Juli ein Konzert an einem romantisch gelegenen Seitenarm der Würm. Hier stand Musik aus Italien und Spanien, u.a. von Vivaldi, Sammartini und Albeniz auf dem Programm. Begonnen wurde mit Musik aus Italien, der Wiege der Mandoline. Der Höhepunkt des ersten Teils war eine Carmen-Fantasie von Wolfgang Bast. Johanna Keupp brillierte an der Querflöte, gefühlvoll unterstützt vom Zupforchester. Im zweiten Teil musste das Programm aufgrund des Wetters verkürzt werden. Ein Sturmwind warf Notenständer um und der Bühnenhintergrund schwankte gefährlich. Das herannahende Gewitter ließ Zuhörer und Musiker schnell das Gelände verlassen.

Vivaldi-Orchester

Bereits seit 41 Jahren finden auf Schloss Amerang bei Wasserburg im malerischen Innenhof Schlosskonzerte statt. Und auch diesmal, am 22. Juli, war wieder ein Ensemble des Vivaldi Orchesters Karlsfeld dabei. Im ausverkauften Arkadenhof gab es italienische Musik aus dem 17. Jahrhundert zu hören. Christine Hupfauf sang makellos und empfindsam folkloristische Lieder aus Andalusien. Von Jürgen Schieber, dem Perkussionisten des Vivaldi-Orchesters stammte die Komposition Toskanana für Marimba und Zupforchester. Nach der Pause trumpften die Musiker mit einer rhythmischen Rumba von Behrend und einer Jazz-Pop-Rock-Suite von Mandonico auf. Monika Fuchs-Warmhold leitete ihr Orchester engagiert und sicher durch die verschiedenen musikalischen Epochen. Durch das Programm führten informativ und unterhaltsam Angelika Füssl und Ralf Hanrieder.

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Oster- und Pfingstkurs lassen keine Wünsche offen

[26.07.2006]  Die Wochenkurse des BDZ-Bayern hatten in diesem Jahr wieder einmal großen Zulauf. Innerhalb kürzester Zeit waren sowohl Oster- als auch Pfingstkurs komplett ausgebucht. Das hohe musikalische Niveau und das ansprechende Rahmenprogramm kam bei allen Teilnehmern gut an. Hier die Erfahrungsberichte:

Welcher Dozent hat in den Käse gebissen?

[Julian Herold, Kursteilnehmer]  Von 17.04 bis 22.04.2006 fand der diesjährige Osterkurs des BDZ LV Bayern für Mandoline und Gitarre unter der Leitung von Bianca Brand im Schloss Fürstenried in München statt.

Osterkurs 2006Am Ostermontag wurden die rund 40 Teilnehmer von den sechs Dozenten Oliver Kälberer, Oliver Strömsdörfer, Antje Wolff, Clemer Andreotti, Heiko Holzknecht und Bianca Brand begrüßt. In der Eröffnungsrunde wurden alle wichtigen Dinge wie die Hausordnung, der Stundenplan, Essenszeiten und die Freizeitgestaltung geklärt.

Am Abend erlebten die Teilnehmer den ersten Höhepunkt des Kurses. Die beiden Gitarristen Oliver Kälberer und Clemer Andreotti gestalteten sowohl solistisch als auch im Duo das Eröffnungskonzert. Barocke Duo-Werke von John Dowland, Thomas Ford und John Johnson standen dabei zu Beginn auf dem Programm, ehe Oliver Kälberer mit der Lautensuite Nr. III von J. S. Bach unter Beweis stellte, wie schön diese Musik auf der Gitarre klingt. Nach L’encouragement von Fernando Sor zeigte Clemer Andreotti mit Tarantos von Leo Brouwer und der Suite Venezuelana von Antonio Lauro sein brasilianisches Temperament. Zum Abschluss spielte das perfekt harmonisierende Duo Imagens do Nordeste von Celso Machado und musste anschließend noch zwei Zugaben spielen. Alle Teilnehmer waren begeistert von der Fingerfertigkeit und dem musikalischen Ausdruck der beiden Gitarristen.

Am nächsten Tag folgte für die Teilnehmer der tägliche Unterricht: Es begann mit der Technik, in der man am Morgen seine Finger einspielen konnte. Außerdem hatte jeder Schüler Theorie- und Einzelunterricht. Nach dem Mittagessen ging es mit Ensemblespiel bzw. Zupforchester weiter, was für den ein oder anderen, der vorher noch nie in einem Orchester gespielt hatte, ein neues Erlebnis war. Ferner gab es täglich freiwillige Angebote wie Liedbegleitung, brasilianische Popularmusik und Dirigieren. Daneben konnte man am Forumsunterricht teilnehmen, bei dem jeder ein Stück vorspielen konnte und danach eine Bewertung der Musiklehrer bekam. Außerdem lernte man in der Instrumentenpflege das richtige Aufziehen der Saiten, Feilen von Mandolinenplektren, das Ölen der Mechaniken und das Säubern des Griffbretts. Trotz intensiver Übungsstunden blieb erfreulicherweise immer noch Zeit, um Kicker oder Tischtennis zu spielen.

Welcher Dozent hat in den Käse gebissen?Am Freitag war dann Prüfungstag, an dem die D1-, D2- oder D3-Musikprüfungen abgelegt werden konnten; vormittags zunächst die praktische Prüfung, nach dem Mittagessen die Theorie. Zur Auflockerung gab es am Nachmittag eine Rallye, ein weiterer Höhepunkt des Kurses. Spiele, wie das Erraten von Gegenständen oder das Erkennen des Liedes Hänsel und Gretel anhand eines Puzzles, welches man zusammensetzen und anschließend erkennen musste, machten allen sehr viel Spaß. Auch galt es, einen Tischtennisball auf einem Schläger geschickt durch einen Parcours aus Tischen, Stühlen und Bänken zu balancieren oder zu erraten, welche Dozenten welchen Bissabdruck ihrer Zähne in einem Stück Käse hinterließen. Am »Bunten Abend«, an dem u. a. Teilnahme- und Prüfungsurkunden verteilt wurden, bekam außerdem jede Gruppe die Aufgabe, eine von den Dozenten erstellte graphische Partitur mit Gesten und akustisch mit beliebigen Instrumenten darzustellen. Ein lustiger und sehr schöner Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird.

Am letzten Tag fand das Abschlusskonzert statt, zu dem die Eltern und sonstige Verwandte und Bekannte gekommen waren. Alle Ensembles, die Liedbegleitungsgruppe und natürlich die Gruppe »Body Percussion« trugen ihre während der Woche erarbeiteten Stücke vor. Dies war der Abschluss einer interessanten und schönen Kurswoche. Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Zupfer treffen Jazzer

[Petra Breitenbach]  Über ein international besetztes Dozententeam konnten sich die Teilnehmer des Pfingstkurses freuen. Der Einzelunterricht bei namhaften Dozenten wie Clemer Andreotti (Würzburg), Petra Breitenbach (Lohr), Petra Fröhlen (Würzburg), Oliver Kälberer (München), Elena Olenchyk (Offenbach) und Johannes Wagner (Schweinfurt) sorgte für viel Motivation während des Kurses und sicherlich auch darüber hinaus.

Als besondere Highlights gab es heuer nicht weniger als vier Konzerte für die Teilnehmer: Das sehr gut besuchte und stimmungsvolle Eröffnungskonzert gestaltete diesmal der Rechtenbacher Gitarrist André Herteux, der sein Musikstudium an der Würzburger Musikhochschule bei Clemer Andreotti in Kürze abschließen wird. Bei einem internen Vorspiel boten Elena Olenchyk und Valerij Kisseljow, beide Preisträger internationaler Wettbewerbe, den Teilnehmern virtuose und sehr beeindruckende Spielmöglichkeiten auf Mandolinen und Liuto dar.

Als Gäste des parallel in der Akademie probenden Bayerischen Landes-Jugendjazzorchesters erlebten die Zupfer darüber hinaus eine Premiere der besonderen Art: »Jazz meets Hip Hop«. Alle Zuhörer waren überwältigt von der Klangfülle der Bigbands und der Lockerheit, mit der die jungen Jazzer ihre Soli präsentierten. Sofort entstanden Kontakte zwischen den unterschiedlichen Instrumentalisten. Spontan verabredete man sich zum gemeinsamen Anschauen des WM-Eröffnungsspiels und zauberte mit Trommeln, Pfeifen und reichlich fließenden Getränken »Arena-Stimmung« in den großen Saal der Musikakademie. Das letzte Konzert der Woche bestritten die Teilnehmer selbst und boten einem begeisterten und zahlreichen Publikum einen Querschnitt der geleisteten Arbeit mit Solo- und Ensemblebeiträgen.

Pfingstkurs 2006

Ensemblespiel, Vorträge, Theorie, Instrumentaltechnik, Forumsunterricht, Liedbegleitung, »Rhythm and Groove« und die Möglichkeit, die Laienmusikprüfung (D-Kurs) abzulegen, rundeten das Angebot ab. In diesem Jahr legten von den insgesamt 41 Teilnehmern (Jugendliche und Erwachsene) 26 erfolgreich die D-Prüfung ab. Erfreulich war, dass die Anforderungen im praktischen Teil fast immer weit überschritten wurden, die Prüfung also auf besonders hohem Niveau stattfand.

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Standing Ovations für Zupf-Ensemble Lohr

[02.07.2006 • Manuel Roth in der Main-Post]  Über 200 Musikinteressierte waren zum Jahreskonzert des Zupf-Ensembles Lohr gekommen. Unter dem Titel »Mozart meets Miles« verwöhnten die Musiker das Publikum durch einen erstklassigen Auftritt. Mit ihrer voluminösen Stimme zog Eva-Maria Michaelis beim Singen von Arien die Besucher in ihren Bann. Auch Nachwuchstalent Florian Salzmann führte wieder einmal vor, wie man gefühlvoll die Mandoline zupft.

In einer Gemeinschaftsaktion von Zupf-Ensemble, Frauenstimmen-Ensemble, Violingruppe und Schulband hat die Sing-und Musikschule Lohr (SMS) auch in diesem Jahr das Jahreskonzert des Zupf-Ensembles um Petra Breitenbach in der Aula der Lohrer Realschule gemeistert. Das Konzert gliederte sich in zwei Teile, in denen beliebte und bekannte Werke aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen zu Gehör kamen. Die erste Hälfte war vorwiegend der Klassik gewidmet. Eva-Maria Michaelis, die derzeit am Konservatorium in Nürnberg studiert, sang dabei mit einer bezaubernden Stimme zwei Arien von Georg Friedrich Händel und ließ mit der Habanera aus der Oper Carmen von Georg Bizet spanisches Flair in die Aula einziehen. Unterstützt wurde sie dabei durch die Flötistin Corina Nastoll aus Zeil und das Frauenstimmen-Ensemble der Städtischen Musikschule.

»Ich bin sehr froh, dass wir ihnen in diesem Jahr einen besonders talentierten Nachwuchsmusiker aus eigenen Reihen präsentieren können«, sagte Musiklehrerin Petra Breitenbach vor Florian Salzmanns Soloauftritt. Der angehende Musikstudent hat bereits sein Abitur und die praktischen Aufnahmeprüfungen hinter sich und wird in naher Zukunft in Wuppertal Mandoline und Instrumentalpädagogik studieren. Sein solistisches Können stellte er beim Konzert D-Dur für Mandoline und Zupforchester von Antonio Vivaldi unter Beweis. Wie kommt eigentlich ein junger Mensch auf die Mandoline? »Als Kind war ich bei Petra in der musikalischen Früherziehung, manchmal hat sie Mandoline gespielt und das hat mich sehr beeindruckt«, erklärte der junge Musiker gegenüber der MAIN-POST.

Der zweite Teil des Konzerts war vorwiegend der Unterhaltungsmusik gewidmet. Besonders eindrucksvoll war dabei der Song Music (was my first love) von John Miles … den natürlich kein anderer solo sang als Peter Häring, Leiter der Sing- und Musikschule Lohr. Dieser anfangs sehr ruhige Pop-Song hat einen fetzigen Zwischenteil, der es in sich hat. Für diesen rockigen Abschnitt des Songs war die Schulband der Sing- und Musikschule unentbehrlich. Seine Freude über den Sieg der Nationalelf über Argentinien spielte sich dabei der kultige Musiklehrer Hans-Jürgen Zezula aus den Fingern. Gekleidet in schwarzen Hosen, gelbem T-Shirt und mit einer roten Gitarre hatte sich der beliebte Gitarrenlehrer auf elegante Weise als Fan verkleidet. Seine kurzen, fetzigen und rockigen Soli sind wohl keinem Musik-Spezialisten entgangen. Jazzig ging es zu, als Gerhard Kunkel bei einer Studie von Fred Witt, einem altbewährten Arrangeur für Zupfinstrumente, ins Saxophon bließ. Das Frauenstimmen-Ensemble bewies sein Können mit From a Distance von Julie Gold. Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Zuhörer, als sie am Ende des Konzerts die Musik-Künstler mit stehenden Ovationen würdigten.

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Mandolinen mit Niveau

Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs im KOM Olching

[01.06.2006 • Oliver Strömsdörfer]  Selten erlebt man ein Freundschaftskonzert, das seinen Namen so verdient wie das Konzert des Ensemble Roggenstein mit dem hessischen Mandolinenorchester aus Neuenhain am vergangenen Samstag in Olching. Die herzliche Atmosphäre zwischen den Spielern und den zahlreichen Freunden im Publikum sprach Bände.

Sehr sensibel begann das Ensemble Roggenstein – vom ersten Pult aus geleitet von Oliver Kälberer – mit Präludium und Fuge von Bach, absolut souverän in der Gestaltung und im Bewusstsein der Steigerungen, die in der hochchromatischen Fuge gefordert werden. Das Partnerorchester aus Neuenhain eröffnete seine Konzerthälfte ebenfalls mit Barockmusik: ein stürmisches Concerto von Abaco, gestisch lebhaft befeuert vom Dirigenten Helmut Oesterreich.

Interessant auch die Gewichtung der Romantik: Die Neuenhainer mit diabolischem Impetus, im berühmten Czardas von Monti Seelenzustände klanglich auslotend und im italienisch-romantischen Schmelz schwelgend. Die Roggensteiner mit einer dunklen Ballade von Brahms, die in dieser Bearbeitung auch für klaviergewohnte Ohren aufregend frisch klang. Sehr überzeugend nutzten die Ensemblemitglieder die spontanen agogischen Freiheiten, welche Kälberer ihnen gewährte. Diese konstante Kombination von wissendem Verständnis und Augenkontakt unter den Spielern hielt jedem professionellen Anspruch stand.

Ein Streichquartett des Puchheimer Jugendkammerorchesters verstärkte das Ensemble Roggenstein bei Oliver Kälberers Komposition »Kali — Closing the Circle«. Der Kontrast der statischen Klangflächen der Streicher mit den asymmetrisch gegliederten Tonkaskaden der Zupfinstrumente ergab einen faszinierenden Mischklang, der vor allem in den meditativen Passagen von Kali für atemlose Aufmerksamkeit sorgte. Eine andere Art von Mischung komponierte Christopher Grafschmidt mit Cut: Sequenzen von unterschiedlichen, leider auch teilweise banalen Stilen werden in bunter Weise, wie beim TV-Zappen, übergangslos aneinandergereiht, fesselnd interpretiert vom Orchester aus Neuenhain.

Ensemble Roggenstein & Mandolinenorchester Neuenhain in Olching

Am Ende durfte der Zusammenschluss zu einem großen Orchester nicht fehlen. Dass die Orchesterleiter dafür populäre Musik von Astor Piazzolla unter Verwendung von E-Mandoline und E-Gitarre auswählten, bewies, dass diese Zupforchester beispielgebend auf der Höhe der Zeit sind.

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Verdienstmedaille in Bronze für Rainer Vollmann

Petra Breitenbach & Rainer Vollmann[29.05.2006 • Petra Breitenbach]  Für seine herausragenden Verdienste um die Zupfmusik in Bayern wurde Rainer Vollmann mit der Verdienstmedaille in Bronze des Bund Deutscher Zupfmusiker ausgezeichnet. Beim Abschlusskonzert des 25. Unterfrankenkurses für Mandoline und Gitarre überbrachte Landesmusikleiterin Petra Breitenbach dem gebürtigen Gerolzhofener die Glückwünsche des Landesvorstandes und würdigte sein langjähriges Engagement.

Im Jahr 1981 gründete Rainer Vollmann den Wochenendlehrgang Unterfranken, leitete ihn 25 Jahre lang und machte den Kurs in dieser Zeit weit über die regionalen Grenzen bekannt. Wer einmal hinter die Kulissen einer solchen Organisation geschaut hat, weiß um die zahlreichen Hürden, die damit verbunden sind. Vollmann ist es immer auf eine sehr sympathische Art gelungen, die unterschiedlichsten Wünsche und Forderungen der Teilnehmer mit dem Profil des Kurses und den Ansprüchen der Dozenten in Einklang zu bringen. Kein einziges Mal war der Lehrgang wegen geringer Teilnehmerzahlen oder Motivationsschwächen gefährdet.

Daneben leistete Vollmann als Dozent auf allen nordbayerischen Lehrgängen der letzten 25 Jahre durch seine aufgeschlossene und offene Art großartige musikpädagogische und jugendpflegerische Arbeit. Dabei griff er zahlreiche Strömungen aus der elementaren Musikerziehung auf und gab viele Impulse, die die Stundenpläne und Kursangebote im ganzen Freistaat beeinflussten und lebendig-modern gestalteten. Sein Name ist untrennbar mit einer erfolgreichen Lehrgangsarbeit des BDZ in Bayern verbunden. Um den Nachwuchs so früh wie möglich für die Zupfmusik zu begeistern, entwickelte er gemeinsam mit anderen Musiklehrern vor einigen Jahren neuartige Konzepte für Kinderkurse. Schon bei ihrer Premiere stellten sich diese Kurse als Feuerwerk aus Musik, Spiel und Spaß dar und sind heute in Rekordtempo ausgebucht.

Als Leiter des Zupforchesters Gerolzhofen und Konzertveranstalter bei den »Gerolzhofener Kulturtagen« sorgt Vollmann darüber hinaus seit vielen Jahren für eine große regionale Präsenz der Zupfmusik in Unterfranken und fördert mit instrumenten- und stilübergreifenden Gemeinschaftsveranstaltungen zahlreiche Begegnungen. Die Nachwuchssorgen vieler Zupforchester sind in Gerolzhofen unbekannt, weil es Rainer Vollmann gelingt, seine Schüler – von denen viele beim Wettbewerb »Jugend musiziert« erfolgreich waren und sind – frühzeitig in die Orchesterarbeit zu integrieren und an den Erfolgen teilhaben zu lassen. Seine Begeisterungsfähigkeit und Betreuung motivierte zahlreiche junge Musiker, ein Musikstudium aufzunehmen und sich Tätigkeitsfelder in Musikschulen im Landesverband des BDZ zu erschließen.

Abschließend sei noch erwähnt, dass Rainer Vollmann als Bearbeiter, Komponist und Musikverleger das Repertoire an Spielliteratur für Gitarre in hohem Maße bereichert.

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Vivaldi Mäuse auf Orchesterfreizeit

[12.05.2006 • Dr. Andrea Deininger]  Nach den Tigern im Februar fuhren kürzlich die Vivaldi Mäuse, die Jüngsten des Vivaldi-Orchester-Nachwuchses zum Probenwochenende nach Kienberg im Allgäu.

Mäuse des Vivaldi-Orchesters KarlsfeldBereits kurz nach der Ankunft am Freitag Abend wurde fleißig geübt, danach gab es Teamspiele zum besseren Kennenlernen und Verstehen. Am Samstag waren verschiedene Proben angesetzt. Alex Stöhr, der die Vivaldi Mäuse in Kürze von der langjährigen Leiterin Monika Fuchs-Warmhold übernehmen wird, studierte bereits einige Stücke ein. Die musikalische Auswahl war vielseitig, so spielte man Musik zum Kinderbuch Pinocchio, ein Stück aus dem Film Harry Potter und Folklore aus Südamerika. Die Kinder musizierten auch in kleinen Gruppen und übten in Eigenregie kleine Werke ein.

Wie immer kamen auch Spaß und Spiel nicht zu kurz. Es wurden Kleiderketten geknotet und eine improvisierte Modenschau mit Papier und Kleber auf die Beine gestellt. Die Kinder zeigten viel Kreativität und Fantasie und es wurde viel gelacht. Unterkunft, Essen und Räumlichkeiten waren wie gewohnt gut. Mit einer anderen ebenfalls anwesenden Gruppe hat man sich gut arrangiert. Am Sonntag hieß es dann Abschlussprobe, Zimmer aufräumen und Konzertsaal herrichten, denn am Nachmittag kamen die Eltern ins Allgäu und bekamen die eingeübten Werke dargeboten. Sie staunten nicht schlecht über die Musikalität ihrer Sprösslinge.

Monika Fuchs-Warmhold und das Betreuerteam Steffi Klein und Alex Stöhr haben sich mit dem musikalischen Nachwuchs viel Mühe gegeben, ihnen gebührt der Dank der Eltern.

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Schwungvolle Matinee des Bayerischen Landeszupforchesters in Alteglofsheim

[11.05.2006 • Bianca Brand]  Rund 150 Zuhörer fanden den Weg in die Bayerische Musikakademie Alteglofsheim, wo das Bayerische Landeszupforchester unter der Leitung von Dominik Hackner am 9. April ein niveauvolles Programm mit Ausschnitten der erst kürzlich auf CD eingespielten Werke darbot. Der Dirigent hatte sein Orchester innerhalb eines Wochenendes für dieses Konzert gut vorbereitet und zeigte von Beginn an Engagement und großen Einsatz. Mit genauen Angaben, aber auch musikalischem Feingefühl konnte er seine Musiker jederzeit zur Höchstform motivieren.

Mit dem bekannten Konzert in G-Dur von Antonio Vivaldi eröffnete das Orchester das Matinée-Konzert äußert schwungvoll. Die beiden Solistinnen an der Barockmandoline, Gertrud Weyhofen und Bianca Brand waren bestens aufgelegt und wurden einfühlsam vom Orchester begleitet. Beim darauf folgenden Sug Al-Safafir in Fall konnten die Zuhörer einen musikalischen Rundgang auf dem orientalischen Markt der Kupferschmiede miterleben. Rami Al-Regeb – gebürtiger Iraker – hat in seinem Werk arabische Elemente mit westlicher klassischer Musik kombiniert. Beim Lärm des Marktgeschehens entstehen harmonische Klänge, die von den arbeitenden Schmieden erzeugt werden. Nicht selten entsteht eine rhythmische Folge von Klangelementen, die wie das Zusammenspiel eines Orchesters wirkt. Mit der Canzona e burletta aus den Tre pezzi concertante von Antonius Streichardt konnte das Publikum die sonoren und schönen Klangeigenschaften der Mandola, gespielt von Bianca Brand, genießen.

BLZO in Alteglofsheim

Sabine Spath vergrößerte anschließend den Farbenreichtum des Zupforchesters. In den vier Modi für Klavier und Zupforchester von Raimo Kangro zeigte die Solistin am Flügel große Fingerfertigkeit und wusste auch mit percussiven Anschlagstechniken geschickt umzugehen. Ein homogener Klang zwischen Klavier und Zupforchesterpart – geprägt von urtümlicher Volksmelodik und ostinaten Rhythmen. Auch die Gitarre konnte noch als Soloinstrument, in Verbindung mit Zupforchester gehört werden. Der junge Gitarrist Heiko Holzknecht beschrieb im ersten Satz des Werkes Il sogno del pesciolino von Eduardo Angulo mit viel Gefühl die Geburt des Fisches Alevin und Millionen seiner Artgenossen. Dabei konnte er, bestens unterstützt vom Orchester, auch den tänzerischen Charakter des Werkes hervorholen und verstand es mit viel Spielfreude, den Funken zum Publikum überspringen zu lassen. Engagiert und perfekt einstudiert begeisterten die Stücke die Zuhörer. Zum Schluss spielte das Orchester Epigonics 2 von Valdo Preema, ein Werk, das Einflüsse aus der Popularmusik erkennen lässt. Großer Beifall belohnte die Musiker und ihren Dirigenten für die tolle Leistung. Als Zugabe erklang Sincerely von Valdo Preema.

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Eine Seefahrt, die ist lustig – Kinderkurse kommen an

[07.05.2006 • Petra Breitenbach]  Die Kinderkurse des BDZ (Landesverband Bayern) standen in diesem Jahr ganz im Zeichen der Seefahrt. Musik und Geschichten von Piraten und tapferen Seeleuten lockten im Februar und März über 60 Gitarren- und Mandolinenschüler aus Unterfranken zu abenteuerlichen Musikwochenenden in die Schullandheime Schaippach und Reichmannshausen.

KinderkurseDie sieben- bis elfjährigen Musikschüler erhielten Einzelunterricht auf ihrem Instrument, machten aber auch die ersten Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble. Beim Liedbegleiten hatten die jungen Musiker viel Spaß, beim Notenquiz erlebten sie, dass Notenlesen und Tonleitern eigentlich ganz einfach sind und bei »Rhythm’ and groove« studierten sie einen Seefahrer-Rap ein, der sich zum Ohrwurm entwickelte. Zwischendurch wurden Piratenzubehör gebastelt, T-Shirts bemalt, gespielt und geübt.

Am Sonntag im Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert von dem, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten Bianca Brand, Petra Breitenbach, Petra Fröhlen, Andreas Kantenwein, Robin McBride und Angela Weber erarbeitet hatten. Besonderer Höhepunkt war der Auftritt des großen Orchesters mit dem Lied »Eine Insel mit zwei Bergen«, bei dem alle Kinder mitwirkten und so schwungvoll musizierten, dass eine Zugabe verlangt wurde.

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Vivaldi Orchester entführt Zuhörer in südliche Gärten

[07.04.2006 • Dr. Andrea Deininger]  Mit einem abwechslungsreichen Konzert hat das Vivaldi Orchester Karlsfeld wieder einmal vor heimischer Kulisse geglänzt und seine Zuhörer im vollbesetzten Bürgerhaus Karlsfeld begeistert.

Zu Anfang bewiesen die Tiger, die Älteren der beiden Jugendorchester, dass sie zu Recht ein Aushängeschild der Nachwuchsarbeit von Monika Fuchs-Warmhold sind. Spaß an Vivaldi – das erste Stück – wurde gefühlvoll und eindringlich vorgetragen. Mit Rasta Basta und La Camisa Negra gab es einen Ausflug in die Pop-Musik. Schönes Zusammenspiel und sauberer Klang entzückten hier die Zuhörer und setzten sogar die Spieler des großen Orchesters in Erstaunen. Die begannen im ersten Teil mit großen Komponisten: Das Konzert für zwei Mandolinen von Antonio Vivaldi mit Reinhard Pobel und Katrin Nozicka war ein Höhepunkt.

Mit Spannung erwartet wurde die Uraufführung Toskanana von Jürgen Schieber, ein Stück für Marimba und Zupforchester. Jürgen Schieber wurde 1961 in Nürnberg geboren und studierte Schlagzeug bei Professor Hermann Gschwendtner. Schon während des Studiums entdeckte er die Liebe zur Marimba und begann bald Arrangements für klassische Stücke und später auch eigene Kompositionen zu schreiben. Mit dem Vivaldi Orchester Karlsfeld verbindet ihn eine langjährige Freundschaft und musikalische Verbundenheit. Er begleitete das Orchester auf zwei Konzertreisen in die Toskana. Und genau wie an manchen Abenden in der Toskana sitzt man zusammen, einer fängt an zu spielen und nach und nach musizieren alle mit, bis später, kurz vor Morgengrauen, auch die letzten ihre Instrumente einpacken und die Marimba mit der Mandoline schlafen geht. Dieser Gedanke wurde wunderbar vom Solisten und vom Orchester umgesetzt und die Zuhörer fühlten sich tatsächlich in südliche Gärten versetzt.

Vivaldi Orchester im Bürgerhaus Karlsfeld

Nach der Pause gab es Bekanntes zu hören. Bei Sevilla von Isaac Albeniz klang die Rhythmik spanischer und andalusischer Volksmusik an. Monika Fuchs-Warmhold dirigierte mit leichter Hand. Folkloristische Elemente folgten auch, als Christine Hupfauf fabelhaft klar und rein spanische Lieder sang. Die Mezzosopranistin erhielt etliche Bravo-Rufe.

Nach einer Jazz-Pop-Rock-Suite von Claudio Mandonico, bei der das Orchester temperamentvoll summte und stampfte, ging die italienische Reise weiter. Giuseppe del Duca, ein waschechter Neapolitaner gab italienische Canzone zum Besten, stets perfekt begleitet vom Orchester. Die Zuhörer klatschten mit und forderten drei Zugaben, die vom sympathischen Sänger gern gegeben wurden.

Durch das Programm führte kurzweilig Angelika Füssl. Die Dekoration wurde von Gabi Till angefertigt.

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Neue Geschäftsführerin des BDZ-Bayern offiziell gewählt

[15.02.2006]  Nachdem Sie ihr Amt schon seit einiger Zeit kommissarisch ausgeübt hatte, wurde Karla Jenuwein auf der letzten Landesmitgliederversammlung des BDZ – Landesverband Bayern offiziell als Geschäftsführerin und damit zur Nachfolgerin von Claudia Ströhlein gekürt. Da die Geschäftsstelle Dreh- und Angelpunkt des Landesverbandes und in den meisten Fällen erster Ansprechpartner für Orchester und Einzelmitglieder ist, wollen wir Ihnen die neue Frau im Herzen des Landesvorstandes vorstellen:

Karla JenuweinKarla Jenuwein lebt in dem schönen Städtchen Lohr a. Main am Rande des Spessarts. Sie ist seit 24 Jahren Mitglied des Zupf-Ensembles Lohr und damit eines der Gründungsmitglieder. Bis vor zwei Jahren spielte sie 1. Mandoline, hat aber dann auf die Gitarre gewechselt. Während ihrer bisherigen Zupferkarriere spielte sie im Bayerischen LandesJugendZupfOrchester, nahm an Jugend-musiziert-Wettbewerben teil und erlebte mit dem Lohrer Quartett camerata musica viele musikalische Highlights.

Im »richtigen Leben« arbeitet Karla Jenuwein als Krankenschwester auf der Intensivstation am Gesundheitszentrum Lohr. Nach ihrem Schulabschluss war sie zunächst einige Jahre in der Verwaltung tätig. Damit hat sie sich im Laufe ihrer beruflichen Tätigkeiten hervorragende Kompetenzen sowohl im organisatorischen als auch im sozialen Bereich erworben und bringt damit sehr gute Voraussetzungen für die vielfältigen Aufgaben einer Geschäftsführung mit. Sie ist offen für Anregungen und Kontakte jeglicher Art und freut sich auf eine gute weitere Zusammenarbeit.

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Osterkurs ausgebucht

[10.02.2006]  So schnell ging’s noch nie – knapp vier Wochen vor dem offiziellen Anmeldeschluss ist der Osterkurs des Bund Deutscher Zupfmusiker LV Bayern vom 17. bis 22. April 2006 bereits ausgebucht. Organisationsleiterin Bianca Brand freute sich über die schnellen Anmeldungen: »Der Kurs ist einfach ein Top-Angebot für Gitarren- und Mandolinenspieler/innen in Bayern. Hohes musikalisches Niveau und jede Menge Spiel und Spaß sind eine Kombination, die die Kursplätze weg gehen lässt wie warme Semmeln.«

Die rund 35 Teilnehmer können sich auch in diesem Jahr wieder auf ein breites Lehrangebot im Einzelunterricht und Ensemblespiel, bei der Vermittlung von Musiktheorie, im Forumsunterricht und bei weiteren musikalischen Zusatzveranstaltungen mit engagierten Dozenten freuen. Das Eröffnungskonzert werden diesmal Oliver Kälberer und Clemer Andreotti gestalten.

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Einladung zum Bayerischen Landesmusikfest 2006

[02.02.2006]  Liebe Musikfreunde,

das Bayerische Landeszupforchester besteht seit 25 Jahren. Ein Vierteljahrhundert Zupfmusik auf hohem Niveau, mit viel Freude, legendären Konzerten und grandiosen Auslandsreisen – dies möchten wir auf einem Landesmusikfest mit allen Zupfmusikbegeisterten ordentlich feiern.

Alle unsere Orchester und Ensembles wurden bereits aufgerufen, an der Gestaltung des Festes vom 10.–12. November 2006 in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg mitzuwirken. Geplant sind mehrere Konzerte, diverse Ausstellungen und Workshops. Die Veranstaltung beginnt am Freitag mit dem Eröffnungskonzert um 20 Uhr und wird mit einem Abschlusskonzert am Sonntag um 10.30 Uhr enden.

Um die Vielseitigkeit und Lebendigkeit des Landesverbandes zu präsentieren, sollen die Darbietungen vor allem neue oder selten gespielte Werken umfassen. Die bei Landesmusikfesten aufgeführten Werke geben sowohl den Besuchern als auch den teilnehmenden Spielern und Dirigenten die Möglichkeit, sich über Neuerscheinungen zu informieren. Wir sind deshalb bestrebt, das breite Spektrum der Zupfmusik möglichst vollständig aufzuzeigen. Wir freuen uns auf ereignisreiche Zupfertage in Hammelburg.

Herzlichst Ihr
Joachim Salzmann
Präsident des BDZ – Landesverband Bayern

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Neue CD des Bayerischen Landeszupforchesters: »Marktklänge«

Ausführlichen Bericht lesen …

[02.02.2006]  Die zahlreichen musikalischen Bausteine, die der Komponist Rami Al-Regeb in seinem dem BLZO gewidmeten Werk Sug Al-Safafir in Fall verarbeitet, um einen orientalischen Basar zu beschreiben, lassen sich gut mit der breiten Angebotspalette der neuen CD des Bayerischen Landeszupforchesters vergleichen.

Das von Al-Regeb sehr farben- und klangreich inszenierte Stück, das das Hämmern, Schmieden und viele andere Handwerkstätigkeiten musikalisch in Szene setzt, besteht sicherlich aus ebenso zahlreichen Klangquellen, wie die von den Akteuren des Orchesters, sowie den Solisten Michael Tröster (Gitarre), Sabina Spath (Klavier) und Bastian Brand (Perkussion) eingebrachten musikalischen Kreationen. Unter der Leitung von Dominik Hackner erlebte das Orchester bei der Einspielung im Herbst hinsichtlich Teamgeist und Präzision ein Highlight in der nun 4-jährigen Zusammenarbeit mit dem jungen Dirigenten. Mit viel Geschick, Engagement aber auch viel Humor kitzelte er aus jedem Beteiligten ein Höchstmaß an Konzentration und schönen Tönen hervor.

Mit der aktuellen CD »Marktklänge« präsentiert sich das Bayerische Landeszupforchester aber nicht nur in einer beeindruckenden Spiellaune und Harmonie, sondern auch auf hohem musikalischem Niveau. Eingespielt wurde ein bunter Reigen aktueller und neuerschienener Zupfmusikliteratur:

  • Dominik Hackner: »Sketch-Book«
  • Rami Al-Regeb: »Sug Al-Safafir in Fall«
  • Marcel Wengler: »Konstellationen«
  • Valdo Preema: »Epigonics«
  • Raimo Kangro: »Modus« für Klavier & Zupforchester
  • Eduardo Angulo: »Il sogno del pesciolino« für Gitarre & ZO
  • Valdo Preema: »Sincerely«

Die CD erscheint unter dem Label Vogt & Fritz Sound und ist zum Preis von € 16,50 erhältlich.

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Tag der Zupfmusik in Heimbuchenthal

Bezirksmusikfest Unterfranken glänzt auf hohem Niveau

[07.12.2005 • Salzmann/Mangels]  Zu ihrem 10-jährigen Bestehen haben die Mandolinenfreunde Spessartzupfer Heimbuchenthal in November gleich ein ganzes Bezirksmusikfest ausgerichtet. Insgesamt 180 Musikerinnen und Musiker aus Unterfranken präsentierten Zupfmusik vom Feinsten und machten das Fest zu einer stimmungsvollen Begegnung. Neben den Gastgebern sorgten Orchester aus Arnstein, Haibach, Lohr, Mömlingen, Schweinfurt und Zeil sowie der Gitarrist André Herteux aus Rechtenbach für eine breite Palette unterschiedlicher Stilrichtungen im Rahmen von zwei Konzerten. Als ein Erlebnis auf hohem Niveau bezeichnete Joachim Salzmann, Präsident des BDZ Landesverband Bayern, die Veranstaltung, auf der von Bartók bis Beatles alles zu hören war. Ob klassisch oder traditionell folkloristisch: die örtliche Presse war von den beiden Konzerten begeistert und verglich die Veranstaltung mit einem phantastisch bunt schillernden Bild.

Den Anfang im Nachmittagskonzert machten die Gastgeber des Festivals. Unter Dirigentin Sabine Geis spielten sie Drei heitere Epigramme, nach Johann Wolfgang von Goethe von Richard Rudolf Klein. Die Texte wurden vom örtlichen Pfarrer rezitiert. Danach begeisterten sie ihre Zuhörer mit traditioneller osteuropäischer Musik. Das Zupforchester Arnstein unter der Leitung von Bianca Brand zeigte sein Können mit einer Irischen Suite von Bruno Szordikowski sowie der Suite Latina von Klaus Schindler. Ein ganz besonderes Highlight war sowohl für die jungen Spieler als auch das Publikum die Uraufführung der Toccata von Elke Tober-Vogt. Mit Vito Ugolinos Sinfonia G-Dur begrüßte das Zeiler Zupforchester mit seinem Dirigenten Gerhard Vogt den Saal und setzte dann einen Glanzpunkt des ersten Festivalkonzertes, denn das Concerto Nr. 2 von Olof Näslund mit der Gitarristin Bianca Brand als Solistin versetzte das Publikum in die wunderschöne Landschaft des fernen Norwegens. Den Abschluss des Konzertes machte das Zupf-Ensemble Lohr, das an diesem Tag zwar ohne seine Leiterin Petra Breitenbach spielen musste, aber mit Musik von Leopold Mozart und heiteren Klängen von Mirko Schrader und Danielle de Rover das Publikum dennoch begeisterte.

Zu Beginn des Abendkonzertes betrat das traditionelle Orchester Mandolinenfreude Haibach von Manfred Hock die Bühne und brachte nach der Konzert-Ouverture von Otto Schanno, das Concertino A-Dur von Ferdinando Carulli zu Gehör, dessen Solopart Roland Trautsch übernahm. Den Abschluss dieses Auftritts bildete das traditionelle Immer lustig. Es folgte der Beitrag des Mandolinen- und Gitarrenorchesters der Naturfreunde Schweinfurt unter der Leitung von Jürgen Klose. Die Spieler zauberten mit dem Klassiker What a wonderful world, Melancholia – Herbstimpressionen einer Eigenkomposition des Dirigenten und der wundervollen Maria Elena von Lorenzo Barvelata eine träumerische Atmosphäre. Diese nutzte André Herteux, um seine Drei Spessart-Impressionen der Fachwelt vorzustellen. Man konnte während seines Spiels förmlich die berühmte Stecknadel fallen hören, so sehr zog er das Publikum in seinen Bann. Das Quartetto con fuoco von und mit Sabine Geis weckte danach mit spritzigen Werken von Raffaele Calace, Bela Bartók und Paul Simon den Saal und machte somit seinem Namen alle Ehre. Den krönenden Abschluss des Tages boten das Zupforchester Stringendo und der junge Chor Butterfly unter der Leitung von Sabine Geis und Miriam Görl. Sie zeigten den Zuhörern, dass Zupfmusik nicht nur Klassik, Folklore und Moderne ist, sondern durchaus auch mit viel Witz und Spaß ihr Publikum mit Popmusik begeistern kann. Vor allem das Arrangement des Beatles-Songs Yellow Submarine riss die Zuhörer von den Sitzen: Eine eigens hierfür engagierte Gruppe aus Bläsern und Paukern zog als The Band durch die Stuhlreihen, aus einer Wasserflasche wurde das Signalhorn eines Dampfers, Regenmacher erzeugten Meeresrauschen und Orff’sche Instrumente sorgten für zusätzlichen Rhythmus-Kick.

Zwischen den Konzerten konnten sich alle Beteiligten mit Speis und Trank stärken, die Notenausstellung des Musikversands Thiergärtner nach neuen Stücken durchforsten und sich mit alten und neuen Bekannten austauschen. Insgesamt war der »Tag der Zupfmusik in Unterfranken« dank der Orchester, aber auch dank der großartigen Organisation in Heimbuchenthal ein voller Erfolg für jeden Teilnehmer und eine Glanzveranstaltung des BDZ-Landesverbandes.

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Kooperation Zupforchester–Ganztagsschule

[07.12.2005]  Durch gesellschaftliche Veränderungen hat sich das Bild der Familie gewandelt. Eltern setzen nicht einseitig auf Familie oder Beruf, sie wünschen sich die Vereinbarkeit beider Lebensbereiche. Dies wirkt sich auch unmittelbar auf Erziehung und Unterricht in der Schule aus. Darauf hat sich die Schule einzustellen und die entsprechenden Antworten – auch über den Unterricht hinaus – zu geben.

Zur familiengerechten Förderung und Betreuung gehören neben der Mittagsverpflegung und der Hausaufgabenbetreuung auch sportliche, gestalterische und musische Aktivitäten. Kinder und Jugendliche sollen zum Beispiel die Möglichkeit erhalten, nach dem planmäßigen Unterricht zu singen und zu musizieren.

Im Rahmen der Ganztagsangebote an allgemein bildenden Schulen werden deshalb auch Musikschulen, Musikvereine und private Musiklehrer dazu eingeladen, sich an der Gestaltung der Tagesangebote als Kooperationspartner zu beteiligen.

Vor diesem Hintergrund hat sich eine Arbeitsgruppe des Bund Deutscher Zupfmusiker e.V. mit dem Thema Ganztagsangebote an Schulen beschäftigt und Handreichungen (pdf, 500 KB) zur Beteiligung von Zupforchestervereinen an der »offenen Ganztagsschule« entwickelt, die beim Aufbau einer solchen Kooperation helfen sollen.

Weitere Informationen zum Thema erteilen das Kultusministerium, die Musikschulen in Bayern und der Landesverband Bayerischer Tonkünstler.

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Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Zupfmusik,

[07.12.2005 • Joachim Salzmann]  Ihnen ist sicherlich nicht entgangen, dass im Laufe der letzten Jahre die staatliche Unterstützung unserer Arbeit immer knapper geworden ist. Nur durch massive Einsparungen in der laufenden Arbeit unserer beiden Auswahlorchester und durch Kürzung der Fördermittel unsererseits, konnten wir als Verband unseren Standard bei Seminarangeboten und Fortbildungen sowie in den Auswahlorchestern bisher halten. Aus der politischen Großwetterlage lässt sich erahnen, dass die Mittel in den nächsten Jahren noch weiter gekürzt werden. Wir mussten uns deshalb schweren Herzens dazu entschließen, die Teilnahmegebühren dem aktuellen Bedarf anzupassen. Da dies nur maßvoll geschehen kann, sind wir darüber hinaus auf die Erschließung neuer Geldquellen angewiesen und sehen Chancen, Werbepartnerschaften aus der Wirtschaft und vielleicht auch Gönner aus anderen Bereichen zu finden.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Zupfmusikern selbst. Über die Jahre haben wir leider feststellen müssen, dass viele ehemalige Musikerinnen und Musiker den Kontakt zur Zupfmusik verloren haben. Die Altersstruktur unseres Verbandes zeigt einen deutlichen Abbruch der Mitgliederzahlen zu dem Alter, in dem Beruf und die eigene Familie in den Vordergrund rücken und zumindest für einige Zeit nicht mehr genug Raum und Muße zum Musizieren besteht. Dennoch bleibt die Jugend in den Vereinen und den Musikschulen unsere größte Chance, weiter erfolgreich zu bestehen und die Zupfmusik hoch zu halten.

Wir haben uns aus diesen Gründen dazu entschlossen, erneut einen Verein der Freunde und Förderer der Zupfmusik in Bayern zu gründen, der die rechtliche und organisatorische Basis bildet, Gelder zu erwirtschaften, die der Jugendarbeit zufließen sollen.

Wir wollen alle aktiven Musikerinnen und Musiker, deren eigene »Sponsoren« (Eltern und Großeltern etc.) und auch alle »Ehemaligen« für diese Sache gewinnen. Mit einem bescheidenen Jahresbeitrag (der dann auch steuerlich absetzbar ist) und mit der Solidarität dieser Personen wäre ein Anfang gemacht. Der Verein soll eigene Aktivitäten entfalten, z.B. Vermittlung von Konzerten oder Auftritten zu Firmenjubiläen oder Kongressen etc. So können wir sicher neue »potente« Mitglieder oder Spender gewinnen.

Um den Stellenwert dieses Vereins entsprechend darstellen zu können, haben wir schon einige Prominente aus der Zupferszene gewinnen können: so steht Michael Tröster als Präsident zur Verfügung. Wir haben bereits einen Satzungsentwurf und suchen momentan Personen, die sich in die Vorstandsarbeit einbringen wollen. Im Jahr 2006 soll – wenn alles vorbereitet ist – die Gründungsversammlung stattfinden.

Sie alle bitte ich herzlich darum, schon im Vorfeld für den neuen Förderverein zu werben. Sie selbst laden wir schon heute ein, Mitglied zu werden und so Ihre Verbundenheit mit der Zupfmusik und unserer Jugendarbeit zu zeigen.

Also unsere Bitte zum Schluss:
Schicken Sie uns Namen und Adressen aller potentiellen Mitglieder, erklären Sie persönlich Ihre Bereitschaft, mitzumachen und helfen Sie, den Förderverein zum Erfolg zu führen.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen für die Advents- und Weihnachtszeit
Ihr Joachim Salzmann

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Neapolitanischer Abend mit dem Vivaldi Orchester Karlsfeld

[30.11.2005 • Dr. Andrea Deininger]  Aus Anlass des 5-jährigen Bestehens der Deutsch-Italienischen Gemeinschaft Germering (DIG) wurde am 18.11.2005 im vollbesetzten Orlando-Saal der Stadthalle ein neapolitanischer Abend gefeiert. Es sang Giuseppe del Duca (Tenor), begleitet vom Vivaldi-Orchester Karlsfeld und dem Chor des italienischen Kulturinstituts München. Die musikalische Gesamtleitung hatte Monika Fuchs-Warmhold, Chorleiter war Matthias Utz.

Dem Thema entsprechend gab es für die 850 Gäste italienische Canzone in unterschiedlichen Besetzungen zu hören. Mal sang der Tenor, begleitet vom Orchester, dann traten Tenor, Orchester und Chor gemeinsam auf, schließlich brillierte der Tenor mit einem kleinen Zupfensemble.

Bruno Diazzi, der Vorsitzende der Deutsch-Italienischen Gemeinschaft führte charmant durch den Abend. Das perfekte Zusammenspiel aller Musiker und die gefühlvollen, teils bekannten Lieder begeisterten das Publikum. Stürmischer Applaus war der Lohn, es wurden zwei Zugaben gesungen.

Am 02.12.2005 tritt das Vivaldi Orchester Karlsfeld bei einem weihnachtlichen Lichterabend im Gartencenter Kiefl in Gauting auf, der Beginn ist um 19 Uhr.

Zum Festakt »25 Jahre Bürgerhaus Karlsfeld« am 13.12.2005 sorgen das Vivaldi Orchester Karlsfeld und das Karlsfelder Symphonie-Orchester für die musikalische Unterhaltung der geladenen Gäste.

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Neuer Link: Tonträger etc. unserer Mitglieder

[21.11.2005]  Um die Produktivität unserer Mitglieder einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, wird der Bayerische Zupfbote ab heute mit einem neuen Link auf diverse Veröffentlichungen unserer Mitglieder hinweisen. Ob Tonträger, Noten, Bücher oder Aufsätze – es ist alles willkommen. Selbstverständlich sind wir auch hier auf Hinweise unserer Leser angewiesen und bitten um möglichst viele Anregungen.

Den Anfang macht die CD Musik aus dem Spessart von André Herteux.

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Bayerische Lehrgangsarbeit vorbildlich

[13.10.2005]  Die musikalischen Lehrgänge des BDZ LV Bayern stehen im Bundesvergleich auf höchstem Niveau. Dies wurde dem Landesverband jetzt auch auf der Tagung der Landesmusikleiter in Rudolstadt bescheinigt.

Eine von der Universität Marburg betreute Umfrage über die Fortbildungsangebote aller BDZ-Landesverbände ergab, dass in Bayern sowohl in der Breitenwirkung mit den regionalen Wochenendlehrgängen, Kinderkursen und den Laienmusikprüfungen D1–D3 auf den Oster- und Pfingstkursen als auch im professionellen Bereich mit dem Schweinfurter Seminar eine kontinuierliche und sehr gute Arbeit geleistet wird.

Derzeit gibt es beispielsweise nur fünf Bundesländer in denen spezielle Kinderkurse angeboten werden. Flächendeckende regionale Wochenendlehrgänge bieten außer uns nur noch Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen an. Auch die Möglichkeit, zweimal pro Jahr eine D-Prüfung ablegen zu können, wurde lobend hervorgehoben.

Besonders erfreulich ist, dass im November 2005 wieder ein C3 Lehrgang »Orchesterleitung Zupfinstrumente« (mit staatlicher Anerkennung) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Musikakademie Hammelburg starten wird und so die Qualifikation unserer Dirigenten gesichert bleibt.

Der Dank gilt an dieser Stelle einmal mehr allen Organisatoren und Dozenten der Lehrgänge, die sich alljährlich mit großem Engagement für die musikalische Jugend- und Weiterbildung einsetzten. Ohne sie wäre eine solche hervorragende Position auf Bundesebene nicht zu erreichen.

Weiteres Ergebnis der Umfrage war ein Wunsch nach »Specials«, die in allen Bundesländern noch mehr angeboten werden sollten. Obschon es auch hier bereits ein reichhaltiges Angebot auf bayerischen Lehrgängen gibt, ist die Musikleitung bestrebt, weitere Innovationen in die Arbeit einzuführen. Ideen sind jederzeit erwünscht, Ansprechpartner ist Landesmusikleiterin Petra Breitenbach.

Außerdem soll eine bundesweite Dozentenbörse eingerichtet werden, um den Austausch über die Ländergrenzen hinweg zu fördern und mehr Vernetzung in die deutsche Kurslandschaft zu bringen.

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Flotte Zupfer kommen ins Guinness Buch der Rekorde

[12.10.2005]  Ein Weltrekord der besonderen Art gelang Ende September beim Spessart-Bundesfest in Bürgstadt: Das größte Mandolinenorchester der Welt »Die Flotten Zupfer« wurde ins Guiness Buch der Rekorde eingetragen. Mit dabei waren Spielerinnen und Spieler des Zupforchesters der Sing- und Musikschule Lohr und der Mandolinenfreunde Haibach.

»Die Flotten Zupfer« in BürgstadtInsgesamt 392 Zupfmusiker zwischen 7 und 81 Jahren aus Bayern und Hessen waren anlässlich des Spessart-Festivals an der Mainhölle angetreten und spielten unter der Leitung von Helmut Arnold den Marsch »Gut Klang«, »When I’m Sixty Four« von den Beatles, und unterstützt durch den Gesang des Publikums das Frankenlied und das Spessartlied. Zeugen des Weltrekordversuchs waren der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Zöller, die Landräte von Miltenberg und Aschaffenburg, der Bürgermeister von Bürgstadt. Über 600 mitgereiste Fans, sowie zahlreiche Wandergruppen des Spessartvereins sorgten für ausgelassene Stimmung bei diesem einmalige Unternehmen.

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Vivaldi Orchester Karlsfeld in der Toskana

[28.09.2005 – Dr. Andrea Deininger, Ulrike Pobel]  Ein schönes landwirtschaftliches Gut bei Riparbella, ca. 30 km westlich von Volterra war das Ziel der diesjährigen Konzertreise des Vivaldi Orchesters Karlsfeld. Hier waren die Vivaldis bereits 2002 als Feriengäste untergebracht gewesen und so begeistert, dass aufgrund der Erzählungen dieses Jahr viele Freunde und Familienangehörige mit dabei sein wollten. So kam eine stattliche Gruppe mit insgesamt 62 Personen im Alter zwischen 4 und 80 Jahren zusammen. Im Landgut Riparbella gab es Wohnungen unterschiedlicher Größe, ideal für Familien oder auch bunt gemischte Wohngemeinschaften, 2 Pools, Grill- und Tennisplatz sowie ein Restaurant.

Die ersten Angekommenen hatten bereits einen Begrüßungsrotwein beim nahegelegenen Weinbauern besorgt, und so wurde der erste Abend gleich sehr gemütlich. Am zentralen, großen Steintisch reichte der Platz nicht für alle, so dass jeden Abend Tische dazugebaut werden mussten. Die gemeinsamen Aktionen wie Grillen, Weintrinken, Singen und natürlich Gitarrespielen waren dann immer sehr unterhaltsam, die Stimmung in der relativ großen Gruppe war prima.

Die Tagesabläufe wurden, mit Ausnahme der fixen Probentermine, je nach Lust und Laune gestaltet. Ob Besichtigungstour, Baden im nur 10 km entfernten Meer, Relaxen in der Anlage oder Action am Pool, jeder fand hier die passende Betätigung. Musiziert wurde natürlich auch kräftig, und abends saßen dann alle aktiven und passiven Vivaldis wieder zusammen.

Als Ehrengäste des Kulturvereins Volterra besuchten das Orchester und seine Begleitung zunächst das historische Stadtfest mit Fahnenschwingerwettbewerb. Auf dem Rathausplatz, einem der schönsten Italiens, durfte die Gruppe auf der Tribüne Platz nehmen und wurde vom Veranstalter besonders herzlich begrüßt. Gleichzeitig rührte er auch noch kräftig die Werbetrommel für das Konzert des Vivaldi Orchesters, das wenige Tage nach dem Stadtfest stattfinden sollte.

Das Vivaldi Orchester Karlsfeld in VolterraInsgesamt wurde dreimal geprobt und zur Freude von Monika Fuchs-Warmhold, der musikalischen Leiterin des Orchesters, klappte das Programm trotz vierwöchiger Sommerpause sehr gut. Beschwingt und voller Vorfreude fuhren Spieler und Begleiter zum Konzert nach Volterra. Zunächst waren alle überwältigt vom wunderschönen Konzertsaal, dem Teatro Persio Flacco. Hier gab es Platz für ca. 300 Zuhörer und so viele besuchten dann tatsächlich auch das Konzert.

Zuerst hörten die Zuhörer Tabulaturen aus der Renaissance, Tänze und Trinklieder. Christine Hupfauf, eine Spielerin des Orchesters, sang anschließend mit schöner klarer Mezzosopranstimme drei englische Lautenlieder von John Dowland aus dem 17. Jahrhundert. Den Höhepunkt des ersten Teils bildete ein Konzert für zwei Mandolinen und Orchester von Antonio Vivaldi. Katrin Nozicka und Reinhard Pobel gelang nach dem ersten Satz ein gefühlvolles Largo gefolgt von einem schwungvollen Allegro. Der Gitarrenchor spielte nach der Pause eine zeitgenössische Kalimba von Jürg Kindle. Mit italienischen Canzones klang der Abend aus. Monika Fuchs Warmhold leitete engagiert und routiniert das Orchester. Die Zuhörer waren begeistert und zeigten dies mit langanhaltendem Applaus, so dass drei Zugaben gespielt wurden.

Anschließend waren alle Spieler mit ihren Familien und den Kulturverantwortlichen der Stadt Volterra zum gemeinsamen 4-Gänge-Menu eingeladen. Ein unvergesslicher Abend für alle! Für das Jahr 2006 wurde die Karlsfelder bereits wieder eingeladen, in Volterra ein Konzert zu geben.

Am letzten Urlaubstag in Riparbella wurde mit einem Brunch ein 100jähriger Geburtstag gefeiert: Mandolinenspielerin Carola wurde 20 und die älteste Teilnehmerin, Irmi Blechschmidt, 80 Jahre. Irmi war 1986 Gründungsmitglied des Fördervereins des Vivaldi Orchesters. Seither begleitet sie die Musiker auf vielen Reisen und Konzerten.

Die Woche – hier waren sich alle einig – ist viel zu schnell vergangen. Die Stimmung war trotz diverser Regengüsse zwischendurch immer bestens. Nun freuen sich alle auf einen Riparbella-Abend, an dem mit vielen Fotos und Filmen die schönen Erinnerungen wieder aufgefrischt werden.

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Feiner Klangzauber, delikat instrumentiert

Bayerisches Landes-Jugend-Zupforchester in Stadtbergen

[Augsburger Allgemeine Zeitung vom 13.09.2005. Von Erna Aumann.]

Mandoline ist in unseren Breiten nicht unbedingt ein gebräuchliches Instrument. Dass es aber durchaus hörenswerte Konzertmusik dafür gibt, bewies das Bayerische Landes-Jugend-Zupforchester bei einem mitreißenden Konzert im Stadtberger Bürgersaal.

»Zauber der Klänge« trugen die besten Mandolinenspieler Bayerns ins Augsburger Land. Zwar hatten sich nur rund 60 Zuhörer eingefunden – diese wurden aber durch das musikalische Können und die künstlerische Qualität der dargebotenen Stücke bestens unterhalten. Eindrucksvoll geleitet wurden die 35 jungen Musiker von ihrem Dirigenten Oliver Strömsdörfer. Das Bayerische Landes-Jugend-Zupforchester spielt in der traditionellen Besetzung der romantischen Mandolinenorchester. 16 Mandolinen, drei Mandolen, 15 Gitarren und eine Bassgitarre. Die Musiker haben sich für alle musikalischen Richtungen geöffnet, sowie für alle Epochen und Stile. Dass das Ensemble zu Recht als Preisträger aus dem Wettbewerb »Jugend musiziert« hervorging, bewies das eineinhalbstündige Konzert.

Sie eröffneten mit »Ein gut Dantzerei« von Elke Tober-Vogt (geboren 1957), einer Tanzfolge mit Melodien aus Polen, Schottland, England, Ungarn und Deutschland. So wurden, dank des grandios aufspielenden Ensembles, vergessene mittelalterliche und Renaissance-zeitliche Tanzsätze zu neuem, modern angehauchtem Leben erweckt. Wunderschön erklang das Concerto Nr. 3 des schwedischen Komponisten Olof Näslund (1952). Dieses Werk bot unter anderem ein wuchtiges und Temperament geladenes Allegro molto und Larghetto, das sich aus chromatischen Akkorden aufbaute. Das Finale schließlich bestand aus einem synkopierten Allegro assai. Einen begeisterten Sonderapplaus erntete dabei der Sologitarrist Felix Mack.

Musik aus verschiedenen Stilepochen spielte das Bayerische Landes-Jugend-Zupforchester unter Leitung von Oliver Strömsdörfer im Stadtberger Bürgersaal. Bild: Erna AumannAuf einen arabischen Markt entführte der Dirigent Musiker und Zuhörer mit »Sug Al-Safafir in Fall« des in Bagdad geborenen zeitgenössischen Komponisten Rami Al-Re. Das Werk ist eine glutvolle Schilderung der bunten, exotischen orientalischen Welt in raffinierter Kombination arabischer mit westlich-klassischer Musik. Hier glänzte der hervorragende Percussionist Silvan Wagner. Von Letzterem stammte auch eine »Suite Medieval« – ein tief melancholisches Trauerlied des Tristan, gefolgt von einem rasant überschäumenden Trotto. Das Stück klang aus in La Manfredina, einem zärtlichen Liebeslied, eingeleitet von den Mandolinen und übernommen von den Gitarren in lodernder Fröhlichkeit und ausgelassenem Tanzrhythmus.

Nach der Pause erschien das »Aramis Quartett«. Anna Torge und Antje Wolff (Mandolinen) sowie Silvan Wagner und Oliver Strömsdörfer (Gitarren) zelebrierten in spürbarer Achtung vor Johann Sebastian Bach, Präludium und Fuge BWV 859 mit berührender Vornehmheit. Im Anschluss daran gab’s einen virtuos flirrenden »Luftwirbel«, den Dorothea Hofmann musikalisch mit allen instrumentalen Raffinessen gespickt hatte. Zum Endspurt hatte der Chef »Tres Piezas de Sudamérica« von Markus Kugler ausgesucht. Sein Kammerensemble spielte zunächst einen heißblütigen Tango infernal und eine edle Milonga. Bei der Samba schließlich prasselte das südliche Feuer so stark, dass es das Publikum beinahe von den Stühlen riss.

Auf die »grüne Insel« führte dann eine »Irish Folk Suite«, bestehend aus mitreißenden Jigs und Reels – ein überzeugendes Beispiel, wie ansteckend irisches Temperament sein kann. Das Publikum zeigte sich derart begeistert, dass es als Zugabe noch ein italienisches Amore e dolore geboten bekam.

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Kunstminister Thomas Goppel genehmigt rund 426.000 Euro für die Bayerische Musikakademie Hammelburg

[Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 20.09.2005]

Rund 426.000 Euro hat Kunstminister Thomas Goppel für die Bayerische Musikakademie Hammelburg genehmigt. »Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert leistet die Musikakademie Hammelburg wertvolle Arbeit als zentrale Stätte der Weiterbildung und der Begegnung für alle Bereiche der Musik«, erklärte Goppel am 20. September in München. »In den bayerischen Musikakademien laufen viele Fäden des Musiklebens zusammen und werden zu neuen Mustern verwoben«, so der Minister weiter. Die Musiker, die mit ihren neuen und besser ausgebildeten Fähigkeiten aus den Akademien wieder ins Land hinausgingen, seien Impulsgeber für die knapp eine Million Laienmusiker in Bayern.

Die Musikakademien verbinden musikalische Bildung und Ausbildung und sind Kristallisationspunkte des Musiklebens in ihrem jeweiligen Einzugsbereich. Sie dienen vor allem der musikalischen Bildung im Rahmen der Schulungsarbeit der Laienmusikverbände, stehen aber auch den Vereinigungen und Verbänden professioneller Musiker und Musiklehrer für Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Als bundesweit erste Musikakademie wurde im Jahre 1980 die Musikakademie Hammelburg von der Bayerischen Staatsregierung gegründet. In den Jahren 1984 und 1999 folgten die bayerischen Musikakademien in Marktoberdorf und in Alteglofsheim. Rund 10.000 Menschen begegnen sich jährlich an den bayerischen Musikakademien in musikalischen Kursen und Projekten, hierunter auch viele junge Menschen, deren Entwicklung nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen durch musikalische Erziehung positiv beeinflusst wird.

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Einladung zur Mitgliederversammlung des BDZ LV Bayern e.V.

am Dienstag, 01.11.2005 um 15 Uhr
in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg

Tagesordnung

  1. Begrüßung
  2. Feststellen von Anwesenheit und Stimmkraft
  3. Tätigkeitsbericht des Präsidiums mit Kassenbericht
  4. Entlastung des Präsidiums
  5. Neuwahl der Geschäftsführung
  6. Bericht von der Bundesdelegiertenversammlung im September (Neuigkeiten, Änderungen)
  7. Vorschau Eurofestival Mai 2006 und Landesmusikfest November 2006
  8. Vorbereitung zur Gründung eines Vereins der Freunde und Förderer der Jugendarbeit im BDZ Bayern
  9. Verschiedenes

Diese Einladung zur Mitgliederversammlung entspricht Art. 8 der Satzung des Landesverbands Bayern und ist somit rechtsgültig. Anträge zur Landesmitgliederversammlung sind schriftlich spätestens 3 Wochen vor der Versammlung beim Präsidenten einzureichen.

Lohr am Main, 11. September 2005

gez.
Joachim Salzmann
Präsident des BDZ – Landesverband Bayern

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Rund 3,1 Mio. Euro für Laien- und Volksmusik in Bayern

[Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 26.08.2005]

Mit rund 3,1 Mio. Euro fördert der Freistaat Bayern in diesem Jahr die Laien- und Volksmusik. Die staatliche Förderung trägt laut Kunstminister Thomas Goppel dazu bei, dass die Laien- und Volksmusik vor allem im ländlichen Raum das kulturelle und gesellschaftliche Leben in den Kommunen weiter mitgestalten und bereichern kann.

Von den rund 2,5 Mio. Euro, die für die Laienmusik zur Verfügung stehen, erhalten 23 bayerische Blasmusik-, Chor- und sonstige Instrumentalverbände einen Zuschuss von über 1,5 Mio. Euro. Die Mittel dienen beispielsweise der finanziellen Unterstützung von Fortbildungsmaßnahmen, Musikwettbewerben, bedeutsamen Konzertveranstaltungen oder Konzertreisen bayerischer Laienmusikensembles ins Ausland und dem Erwerb von Noten und Instrumenten.

In Bayern engagieren sich eine halbe Million Musizierende in über 11.000 Ensembles unter dem Dach des Landesverbandes Singen und Musizieren in Bayern. Zusammen mit den nicht vereinsmäßig organisierten Laienmusikern liegt die Zahl der Musikerinnen und Musiker in Bayern bei mehr als einer Million.

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»Kleine« und »Große« mischten sich

BLJZO und BLZO bei gemeinsamer Arbeitstagung erfolgreich

[28.07.2005]  Nach zweijähriger Vorbereitung konnte endlich ein lang geplantes Vorhaben in die Tat umgesetzt werden: Eine gemeinsame Arbeitstagung der beiden Auswahlorchester des BDZ-Landesverbandes Bayern.

So trafen sich in den Pfingstferien das Bayerische LandesJugendZupfOrchester und das Bayerische LandesZupfOrchester in Kastell Windsor nahe Regensburg zum gemeinsamen Proben. Das BLJZO reiste bereits zwei Tage früher an und bereitete sich mit seinem künstlerischen Leiter Oliver Strömsdörfer auf das gemeinsame Konzert am 28. Mai vor, bei dem beide Orchester sowohl getrennt als auch zusammen auftreten sollten. Als das BLZO unter der Leitung von Dominik Hackner hinzu kam, wurden vorrangig die von den beiden Dirigenten ausgewählten gemeinsamen Stücke geprobt.

Das BLJZO hatte die »Suite Medieval« von Silvan Wagner ausgewählt, was den Musikern die Möglichkeit gab, ein Werk gemeinsam mit dem Komponisten einzustudieren. Wagner, Dozent des BLJZO, verstand es in einer lehrreichen Einführung, sowohl den höfischen als auch den theologischen Charakter mittelalterlicher Musik zu verdeutlichen. Oliver Strömsdörfer konnte die nun knapp 60 Musiker in kürzester Zeit zu einer Einheit formen, so dass die Melodien aus der Entstehungszeit mehrstimmiger Musik im Konzert hervorragend vorgetragen wurden.

Dominik Hackner studierte mit den beiden Orchestern das Werk »Sug Al-Safafir in Fall« des irakischen Komponisten Rami Al-Regeb ein. Es beschreibt mit westlichen Ausdrucksformen den Lärm der Kupferschmiede im Markt von Bagdad. Ergänzt mit wesentlichen Schlagwerkeinwürfen präsentierten sich die Musiker dabei spielfreudig und bestens vorbereitet. Das Konzert wurde damit zu einem wahrem Ohren- und Augenschmaus und es war schön zu sehen (und zu hören), dass es keine »Kleinen« und »Großen« gibt, sondern einfach Musizierende in verschiedenem Alter, die unter hervorragender Leitung der zwei Dirigenten praktisch verschmolzen.

BLZO & BLJZO

Auch abseits von Konzert und Proben verstand man sich gut und bewies Kondition. Nur beim Fußballspielen ging dem BLZO gegen Ende »die Luft aus«. Zur Pause noch 2:0 führend, mussten sich die Erwachsenen den Jugendlichen am Ende mit 2:3 geschlagen geben (der Fairness halber muss zugegeben werden, dass die Jugendlichen mit 14 Personen auf dem Platz standen, die Erwachsenen aber mit nur 9 Personen …). An den anderen Abenden wurden – dank des Wetters draußen im Gras sitzend – zusammen Lieder gesungen (natürlich mit Gitarrenbegleitung) oder über frühere Zeiten geplaudert; immerhin spielten viele der heute im BLZO Mitwirkenden vor einigen Jahren selbst im Jugendorchester. Eine gelungene Arbeitsphase, die Lust auf mehr macht und bestimmt eine Fortsetzung finden wird.

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Mandolinenartistinnen und Gitarrendompteure

Kinderkurs im Schullandheim Reichmannshausen[07.03.2005]  »Im Zirkus tönt so allerlei: Ohren auf – Manege frei!« – Unter diesem Motto trafen sich Anfang März über 30 Gitarren- und Mandolinenschüler der Sing- und Musikschulen Schweinfurt, Gerolzhofen und Volkach im Schullandheim Reichmannshausen.

Die sieben- bis elfjährigen Musikschüler erhielten Einzelunterricht auf ihrem Instrument und machten erste Erfahrungen im Orchesterspiel und in einem kleineren Ensemble. Viel Spaß hatten die Kinder auch beim Liederbegleiten, beim Notenquiz und am Programmpunkt »Rhythmus und Bewegung«. Zwischendurch wurde gebastelt, gespielt und an Zirkusvorträgen geübt. Am Sonntag im Abschlussvorspiel waren die Eltern ganz begeistert über das, was ihre Sprösslinge gemeinsam mit den Dozenten Petra Breitenbach, Roland Eckert, Rainer Vollmann und Johannes Wagner erarbeitet hatten. Alle Teilnehmer sind schon neugierig auf das Motto im nächsten Jahr, wenn sie wieder zu »Musik, Spiel und Spaß für Kinder« nach Schaippach kommen.

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BLJZOler erreichen Ersten Preis mit Neuer Musik

[01.02.2005]  Der Wettbewerb Jugend musiziert motiviert Jahr für Jahr viele junge Musikerinnen und Musiker zu besonderen künstlerischen Leistungen. So haben in der Vergangenheit auch viele Gitarren- und Mandolinenspieler aus Bayern am Wettbewerb teilgenommen und in den Regional-, Landes- und Bundesausscheidungen regelmäßig hervorragende Platzierungen erreicht. Dass dies nicht nur in der Kategorie Zupfmusik möglich ist, sondern Zupfinstrumente auch in anderen Wertungen groß heraus kommen können, haben jetzt zwei Spieler des Bayerischen LandesJugendZupfOrchesters bewiesen.

Monika Väth, Clemer Andreotti, Bianca Brand, Florian SalzmannDer 18-jährige Florian Salzmann aus Lohr (Mandoline) und die 20-jährige Monika Väth aus Würzburg (Gitarre) präsentierten sich beim diesjährigen Regionalwettbewerb als Duo in der Wertung »Neue Musik«. In dieser Kategorie sollen neueste Kompositionen vorgestellt werden und anspruchsvolle Werke in unkonventioneller Tonsprache auf hohem künstlerischem Niveau dargeboten werden. Die beiden meisterten dies mit Bravour und erspielten sich mit 24 Punkten und dem Prädikat »hervorragend« einen 1. Preis.

Florian Salzmann wird an der Sing- und Musikschule Arnstein von Bianca Brand unterrichtet, nachdem er lange Zeit Schüler von Petra Breitenbach an der Musikschule Lohr war. Schon mehrmals nahm er an verschiedenen Wettbewerben teil und konnte dort erstklassige Preise erzielen. Seine Duo-Partnerin Monika Väth wird an der Musikschule Würzburg von Clemer Andreotti ausgebildet. Brand und Andreotti bereiteten die beiden Schüler auf den Wettbewerb vor und schulten ihr technisch-musikalisches Können ebenso, wie die Qualität des Zusammenspiels und die Bühnenwirksamkeit.

Auf dem Landeswettbewerb in Hof wird das Duo erneut die Werke präsentieren, mit denen es auf der Regionalebene erfolgreich war. Dabei ist das Werk des jungen Komponisten Silvan Wagner hervorzuheben, das die beiden Musiker mit großer Ausdruckskraft und Virtuosität präsentierten. Einmal fröhlich, zum anderen melancholisch gestalteten sie einzelne Phrasen und ließen ihrer Begeisterung am Spiel freien Lauf. Bei den anderen beiden Werken der Komponisten Otto Jezek und Oliver Kälberer zeigten die Zupfmusiker vor allem ihr rhythmisches Können, immer wieder mussten sie »aus einem scheinbaren Chaos von Motiven« Melodien herausarbeiten und dem Zuhörer näher bringen. Teilen höchster Spannung folgten Phasen völliger Ruhe, in der beide Stimmen homogen erklangen.

Gespannt darf nun die Ausscheidung in Hof erwartet werden, bei der sich Mandoline und Gitarre gegen teils ungewöhnliche Instrumentenkombinationen oder den Einsatz von Klangverstärkern und Klangveränderungen (vom Tonband über Klangverzerrer bis hin zu computergesteuerten elektronischen Klangeffekten) durchzusetzen haben.

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95 Jahre Mandolinen- und Gitarrenverein Noris Süd

Ältestes Zupforchester Bayerns feiert großes Festkonzert mit 250 Gästen

[23.11.2004]  Unter dem Motto »Eine musikalische Weltreise« präsentierte sich der Mandolinen- und Gitarrenverein Noris Süd Ende Oktober in seinem großen Jahreskonzert. Die Nürnberger haben seit Ihrer Entstehung schon viele Jubiläen feiern können, die Zahl indes wird immer imposanter: Mit 95 Jahren ist der MGV das älteste aktive Zupfensemble in Bayern.

Gratulanten
Thomas Hammer, Claudia Ströhlein, Roland Stützinger, Willi Wiedemann, Hildegard Löffler, Horst Schiller, Joachim Salzmann

Das von der langen erfolgreichen Tradition und vielen persönlichen Freundschaften getragene Orchester erreichte wieder ein großes und treues Publikum – das Jubiläumskonzert war mit 250 Besuchern bis auf den letzten Platz ausverkauft. Zu den Gästen zählten unter anderem der Präsident des Bundes Deutscher Zupfmusiker Joachim Salzmann, Geschäftsführerin Claudia Ströhlein und der Bezirksvorsitzende des BDZ für Mittelfranken Dr. Thomas Hammer. Sie gratulierten dem Orchester – allen voran dem Vorsitzenden Willi Wiedemann – zum eindrucksvollen Jubiläum und ehrten Hildegard Löffler und Roland Stützinger für 25 Jahre aktives Spielen im Orchester. Viele Aktive gehören dem Ensemble schon seit Jahrzehnten an. Ein besonderer Dank galt Horst Schiller, der nach über 21jähriger musikalischer Leitung des Orchesters seinen Dirigentenstab zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen niederlegen muss.

Orientalischer TanzDas Konzert wurde – wie in den vergangenen Jahren – ein großer Erfolg. Moderiert von Heinz Kelber begab sich das Orchester in gewohnter Leidenschaft auf die »Weltreise«, eindrucksvoll unterstützt von Petra Wiedemann (Solo-Mandoline), Hildegard Löffler (Solo-Mandola), Reinhard Burg (Solo-Mandola), Birgit Schiller (Solo-Gitarre), Eva Schiller (Violine) und Julia Wiedemann (Violine). Mut zum Besonderen zeigte die Noris mit dem Auftritt von Monika Jenning. Zu den Klängen der Komposition »Arabien« von Gustav Lüttgers bot sie mit ihrem orientalischen Tanz eine gelungene optische Überraschung.

Wir wünschen der Noris Süd auch weiterhin alles Gute und frohes Schaffen und freuen uns auf die 100ste! Das Ensemble ist mit jährlich zehn Auftritten, darunter regelmäßig auf dem Nürnberger Altstadtfest, aus dem Kulturleben der Frankenmetropole nicht weg zu denken.

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Yasuo-Kuwahara-Mandolinenwettbewerb ausgeschrieben

[18.10.2004]  Das Musikforum Schweinfurt veranstaltet vom 4. bis 7. Mai 2005 wieder einen internationalen Mandolinenwettbewerb. Als Hommage an den vor einiger Zeit verstorbenen japanischen Komponisten und guten Freund zahlreicher bayerischer Zupfmusiker Yasuo Kuwahara trägt der Wettbewerb dessen Namen. Die Ausschreibung mit allen Informationen ist beim Veranstalter erhältlich: Musikforum Schweinfurt, Friedrich-Stein-Str. 10, 97421 Schweinfurt/Deutschland. Anmeldeschluss ist der 1. Februar 2005.

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Betörend sanfte Klangwelt

Das Bayerische LandesJugendZupforchester in Langweid

[30.09.2004]  Im Rahmen seiner 25. Arbeitstagung unter Dirigent Oliver Strömsdörfer gab das Bayerische LandesJugendZupfOrchester im September ein überragendes Konzert in Langweid. Dass dieser Auftritt wieder einmal viele Zuhörern zu neuen Fans der Mandolinen- und Gitarrenmusik machte, stellt der folgende Konzertbericht der Augsburger Allgemeinen Zeitung eindrucksvoll unter Beweis:

»Musik geht vielfältige Wege. Oder wer hatte schon vom Bayerischen LandesJugendZupfOrchester gehört? Nun, das ist die Elite unter den jugendlichen Gitarren- und Mandolinenspielern aus ganz Bayern, zusammengefasst unter der Leitung von Oliver Strömsdörfer (Fürstenfeldbruck), selbst mit höchsten Preisen ausgezeichneter Instrumentalist und Kammermusiker.

BLJZO in Langweid

Preludio e Fuga von Claudio Mandonico, im neobarocken Stil komponiert, ließ zu Beginn sofort ahnen, dass bei diesem Auftritt gute, ernste Musik angesagt war. Was 12 Gitarren, 12 Mandolinen und ein Bass an Klang erzeugen können, geht weit über das hinaus, was man sich unter solcher Musik gern vorstellt. Das klingt mal hart, mal weich, wird mal kurz und heftig angerissen, dann aber liegt im gesamten Raum ein Zauber von betörenden Klängen, ohne dass man die Finger hört. Ein einziges Instrumentarium meint man vor sich zu haben.

In der Suite Medieval erklangen vier mittelalterliche Melodien aus dem Italien des 14. Jahrhunderts, eigens arrangiert für das Orchester. Die Weise Lamento di Tristano zählt zu den bekanntesten Melodien aus der Zeit, nicht zuletzt aufgrund ihres durchgehenden Einsatzes für Film- und Fernsehproduktionen seit Beginn des Tonfilms. Die überaus lehrreiche kurze Einführung in das Werk durch den selbst im Orchester mitwirkenden Arrangeur der Suite, Silvan Wagner, half bei der Vorstellung sowohl des höfischen, als auch des theologischen Charakters von mittelalterlicher Musik.

Einen wahren Glanzpunkt vor der Pause setzte die Suite mexicana des 1954 geborenen Mexikaners Eduardo Angulo. Einmal entschieden fröhlich, festlich, von sprühendem Witz, zum anderen tief bewegt und melancholisch, versprühte das Orchester eine Leidenschaft und Süße, die vom Publikum mit frenetischem Beifall aufgenommen wurde.

Mit Antonio Vivaldi kehrten die Musiker in europäische Klangstrukturen zurück. Das Konzert G-Dur RV 532, eine Originalkomposition für zwei Solomandolinen und Orchester, bestach durch Heiterkeit, ja Ausgelassenheit im besten Sinne. Hier wurde lebendig phrasiert, dynamisch fein gestaltet, eine schwungvolle, lebendig vorwärts drängende Interpretation, hörbar am Vorbild der beispielgebenden Einspielungen von i Musici orientiert. Die Solistinnen Anna Torge und Antje Wolff verliehen dazu ihrem Part einen geradezu freudig springenden Rhythmus, der die Begeisterung und das Vergnügen am Spiel ausstrahlte.

Die folgende fünfteilige Roscommon Suite des legendären irischen Harfenisten Turlough O’Carolan aus dem 18. Jahrhundert zeigte die Wandlungsfähigkeit des LandesJugendZupfOrchesters: trotz des barocken Flairs der Folk-Tunes – O’Carolan orientierte sich an den Größen seiner Zeit, Vivaldi und Corelli – strömte plötzlich Wärme, Verträumtheit und heitere Festlichkeit.

Zum Abschluss ehrte das Orchester den renommiertesten und kürzlich verstorbenen japanischen Komponisten für Mandoline, Yasuo Kuwahara mit der Aufführung seines Song of Japanese Autumn. Als eine Art szenische Darstellung des Frühherbstes in Japan mit Regen und Wind in allen Stärken und Facetten zeichnete Oliver Strömsdörfer ein imposantes Tongemälde mit grandiosen Steigerungen und Stimmungsumschwüngen. Nach einer in sich gekehrten Solomandolinenkadenz verklang die Coda im entschwindenden pianissimo eines feinen japanischen Nieselregens.«

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Kompositionspreis für Oliver Kälberer

[27.09.2004]  Udawálawe – die neueste Komposition von Oliver Kälberer ist beim Kompositionswettbewerb des Logroño-Festivals 2004 mit einem zweiten Preis ausgezeichnet worden.

So ungewöhnlich wie der Name ist auch die Entstehungsgeschichte des Werkes:

Oliver Kälberer in Sri LankaAnfang des Jahres, als Oliver Kälberer in Madras/Südindien weilte, erreichte ihn dort eine eMail von Carlos Blanco, dem Leiter des spanischen Bandurria-Orchesters La Orden de la Terraza aus Nájera/Rioja. Blanco bat ihn, ein Stück für sein Orchester zu schreiben, das beim Kompositionswettbewerb des Logroño-Festivals 2004 uraufgeführt werden sollte. Er hatte das Ensemble Roggenstein im vergangenen Jahr in Logroño gehört und war insbesondere von den dort dargebotenen Kälberer-Stücken begeistert. Obwohl Oliver Kälberer seit vier Jahren nicht komponiert hatte, sagte er zu – frisch inspiriert durch einen Aufenthalt in Sri Lanka über den Jahreswechsel und hier vor allem durch die Elefanten im Nationalpark Udawálawe im Süden des Landes. Nach der Rückkehr aus Indien wurde das Stück schnell fertig und trat seine Reise nach Spanien an. Das Bandurria-Orchester, das sich über die Komposition überaus gefreut hatte, war auf dem Wettbewerb natürlich hoch motiviert und holte den mit 1800 Euro dotierten 2. Platz.

Freuen kann sich auch Oliver Kälberer: Nachdem das Ensemble Roggenstein mit seinen Werken bereits dreimal mit dem Sonderpreis des Deutschen Orchesterwettbewerbs für die Interpretation eines zeitgenössischen Werkes ausgezeichnet worden ist, hat er jetzt seinen allerersten Kompositionspreis erhalten.

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Talentschmiede Eichenau–Olching–Roggenstein

[15.09.2004]  Ihren hervorragenden Ruf als Talentschmiede für Zupfmusiker haben im Juli die Orchester aus Eichenau und Olching in drei denkwürdigen Konzerten wieder einmal eindrucksvoll bestätigt.

In ihrem traditionellen Zupforchesterkonzert begingen die Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck den 30. Jahrestag ihrer Gründung durch Inge Kälberer. Drei Generationen mit Spielern im Alter von sieben bis siebzig präsentierten die ganze Vielfalt orchestralen Zusammenspiels. Besonders erfreulich war, dass mit dem Kinderzupforchester Olching unter der Leitung von Antje Wolff, dem Jugendzupforchester Olching und dem Jugendzupforchester Eichenau (beide unter der Leitung von Anna Torge) gleich drei Nachwuchsorchester in einem Konzert zu hören waren. Sie trafen hier auf die etwas reiferen Damen des Cantabile-Spielkreises unter der Leitung von Inge Kälberer und das Ensemble Roggenstein unter Oliver Kälberer, das gleichzeitig sein 25. Jubiläum feiern konnte.

Zupforchesterkonzert in OlchingIm ersten Teil des Konzertes konnten alle Formationen ihre altersgemäß hohe musikalische Qualität unter Beweis stellen. Dabei entzückten vor allem die Kleinsten mit Werken von Wolfgang Lorch und Elke Tober-Vogt. Auf dem Programm der Jugendorchester standen sowohl romantische Mandolinenmusik von Raffaele Calace als auch große Namen wie Ludwig van Beethoven, die von den »Teenies« offensichtlich gut verstanden und ausdrucksvoll interpretiert wurden. Der Cantabile-Spielkreis und das Ensemble Roggenstein rundeten das Konzert mit Werken von Valentin Rathgeber und Hans Leo Haßler bzw. Johann Sebastian Bach und Oliver Kälberer gelungen ab.

Grandioser Schlusspunkt aber war der gemeinsame Auftritt aller Orchester mit traditionellen Liedern aus Israel und Rumänien, die von Belisa Mang wunderschön arrangiert und von Anna Torge musikalisch anmutig in Szene gesetzt wurden.

Das zweite Konzert war eigentlich aus einer Sektlaune auf dem Rathausplatz in Osnabrück entstanden, als sich die aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck stammenden Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbs 2004 – das Jugendkammerorchester Puchheim, das Akkordeonorchester Eichenau und das Ensemble Roggenstein – gegenseitig zu ihrem Erfolg gratulierten. In Rekordzeit war ein gemeinsames Preisträgerkonzert im stilvollen Kleinen Saal des Veranstaltungsforums Fürstenfeldbruck geplant, bei dem alle drei Orchester dem begeisterten Fürstenfeldbrucker Publikum nochmals ihr Wettbewerbsprogramm präsentierten.

Mit dem dritten Konzert ging für das Ensemble Roggenstein ein Traum in Erfüllung: Ein Auftritt im traditionsreichen und renommierten Prinzregententheater in München. Eingeladen von der Alfons-Goppel-Stiftung präsentierte sich das Ensemble im Rahmen einer Gala-Benefizveranstaltung gemeinsam mit Preisträgern diverser Musikwettbewerbe und dem weltberühmten Tenor René Kollo der Münchner High Society. Das wohl eher an Oper und Sinfonie-Konzert gewöhnte Publikum zeigte sich angenehm überrascht von den Klängen der Mandolinen, Mandolen und Gitarren. Margret Kopp, Geschäftsführerin der Alfons-Goppel-Stiftung, bestätigte diesen Eindruck in einem Dankesbrief: Es sei eindrucksvoll gewesen zu erleben, welche wunderbare Musik mit ausschließlich Zupfinstrumenten dargeboten werden könne. Der Abend habe zu den absoluten Höhepunkten der Konzertreihe gehört. Maßgeblichen Anteil daran habe das Ensemble Roggenstein.

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Bayern gratuliert Erhard Fietz

[10.09.2004]  Mit einer Doppelspitze würdigte kürzlich der BDZ-Landesverband Bayern ein Multitalent der deutschen Zupfmusikszene: Zum 70. Geburtstag des Komponisten, Wissenschaftlers und Musikpädagogen Erhard Fietz waren Präsident Joachim Salzmann und Ehrenpräsident Gerhard Vogt nach Zwickau gereist, um dem Jubilar ihre besten Wünsche persönlich zu überbringen. Gerhard Vogt und Elke Tober-Vogt, die seit vielen Jahren freundschaftlich mit Erhard Fietz verbunden sind und die enge Beziehung zwischen den Zupfmusikern in Sachsen und Bayern aufgebaut haben, würdigten den Ehrenpräsidenten des Landesverbandes Sachsen als bedeutende Figur der Szene. Der stets humorvolle Jubilar hat sein Lebenswerk der Mandoline verschrieben und das Instrument zu DDR-Zeiten stets hoch gehalten. Er gilt als Motor für die Gründung des Bundes der Zupfmusiker der DDR, war langjähriger Präsident des Landesverbandes Sachsen und Mitinitiator des Roland-Zimmer-Wettbewerbs in Glauchau.

Neben vielen Ehrengästen nahm an dem Festakt auch Kurt Schwaen teil. Der bekannte Komponist hatte natürlich ein besonderes Geschenk mitgebracht: Zwei neue Stücke, die Erhard Fietz gewidmet sind und an seinem Geburtstag zur Uraufführung kamen.

Dr. Kurt Schwaen, Erhard Fietz, Gerhard Vogt, Joachim Salzmann
Dr. Kurt Schwaen, Erhard Fietz, Gerhard Vogt, Joachim Salzmann

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Förderung für musikalisch besonders begabte Jugendliche

[17.08.2004]  Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst stellt zur finanziellen Unterstützung musikalisch besonders begabter und sozial bedürftiger Jugendlicher Fördermittel zur Verfügung.

Voraussetzungen sind:

  • Höchstalter 20 Jahre
  • Wohnsitz seit mindestens einem Jahr in Bayern
  • Wettbewerbserfolg bei »Jugend musiziert« (mindestens 21 Punkte auf Landesebene)

Alternativ kann die musikalische Begabung durch das Gutachten einer musikalischen Berufsausübungsstätte oder durch den Leiter bzw. Fachdozenten eines Bayern weit tätigen Jugendorchesters nachgewiesen werden. Darüber hinaus muss ein Einkommensnachweis belegen, dass ohne die Bewilligung staatlicher Beihilfen die musikalische Begabung nicht weiter entwickelt werden könnte.

Gefördert werden Unterrichts- oder Fahrtkosten bis maximal 75 € monatlich oder die Anschaffung eines neuen Musikinstrumentes bis zu 20 Prozent der Kosten.

Antragsformulare sind erhältlich beim Bayerischen Musikrat: Maria-Theresia-Straße 20, 81675 München, Telefon 089 520464-0

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Würzburg–Erfurt via München

BLJZO-Quintett beim Tag der Zupfmusik in Thüringen

[27.07.2004]  Auf Einladung des Landesverbandes Thüringen spielte im Juni ein Quintett aus Spielerinnen und Spielern des Bayerischen LandesJugendZupfOrchesters beim Tag der Zupfmusik in Erfurt. Der Zupfer-Event findet traditionell anlässlich des Krämerbrückenfestes in der Thüringischen Landeshauptstadt im idyllischen Hof der Musikschule statt. Joachim Salzmann, Präsident des BDZ-Bayern, lobte das hohe Niveau der musikalischen Beiträge und bezeichnete die Veranstaltung als vorbildhaftes Beispiel für einen regen musikalischen Austausch zwischen den Nachbarländern.

Hier der Bericht von Florian Salzmann:

BLJZO-Quintett»Als wir drei Franken, Julia Kern (Gitarre), Monika Väth (Gitarre) und Florian Salzmann (Mandola), am 19. Juni in München aus dem Zug stiegen, dachten wir uns insgeheim: ›Schon seltsam, dass man von Würzburg über München nach Erfurt fährt!‹ Wir wurden am Bahnhof schon von den zwei ›Münchnerinnen‹ Marita Kuhn und Sonja Kennerknecht (beide Mandoline) erwartet und begannen nach einem kurzen Imbiss für uns fünf Mitglieder des BLJZO die Proben. Zum Glück musste nicht viel geklärt werden, denn viel Zeit hatten wir zur intensiven Beschäftigung mit unserem Programm nicht, da wir uns gleich wieder auf den Weg machen mussten.
Doch nicht etwa nach Erfurt! Nein! Wir fuhren an diesem Abend erst mal nach Wasserburg, da unsere Mandolinistinnen dort mit dem Ensemble Roggenstein ein Konzert gaben. Also hieß es: ›Ab ins Auto!‹ und ›Los nach Wasserburg!‹
Nach einem hervorragenden Konzert, das die Herzen der anwesenden Zupfmusikliebhaber – und so auch unsere – höher schlagen ließ, fuhren wir fünf wieder zurück, da es am nächsten Morgen schon um 5 Uhr mit dem Schönheitsschlaf wieder vorbei sein sollte. So nahmen wir nach einer äußerst kurzen Nacht Kurs auf unser eigentliches Ziel und sprangen auf den Zug nach Erfurt auf. Sechs Stunden später standen wir auch schon auf dem Erfurter Bahnhof. Wir waren durch das viele hin und her an diesem Wochenende sichtlich desorientiert, da keiner wirklich das Gefühl hatte, München je wieder verlassen zu haben.
Als wir in der Musikschule ankamen, wurden wir herzlichst von Herbert Dietze begrüßt, der sich über unser Erscheinen sichtlich freute. Wir fühlten uns nach diesem warmherzigen Empfang wieder etwas wacher und erkundeten nach einer kleinen Probe die wunderschöne Innenstadt Erfurts. Kurz bevor wir auftreten sollten, fing es an zu regnen, was für eine Veranstaltung, die im Freien stattfindet, nicht gerade förderlich ist und so wurde beschlossen, ins trockene Innere der Musikschule umzuziehen. Nach dem Tumult, den ein solcher Umzug nun einmal mit sich bringt, gelang es uns dennoch, die Herzen des Publikums mit Sätzen aus den Werken
Fresken von Antonius Streichart, Summertrip von Jürgen Klose und Divertimento von Eduardo Angulo eine halbe Stunde für uns zu erobern. Leider mussten wir uns kurz nach unserem Auftritt auch schon wieder verabschieden, da Verpflichtungen wie Universität, Schule oder Abiturscherz für den nächsten Tag auf dem Plan standen.
Alles in Allem war es für uns ein sehr ereignisreiches Wochenende mit sehr wenig Schlaf aber wunderschönen neuen Eindrücken! Wir würden uns einem solchen Mammutwochenende jederzeit wieder unterziehen, wenn der Grund ein solch schöner ist wie der ›Tag der Zupfmusik‹ in Erfurt.«

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Insaiter erobern Salzburg

Insaiter[20.07.2004]  Im Rahmen einer Konzertreise nach Österreich begeisterte das Zupfensemble Insaiter der Musikschule Gerolzhofen im Juni zahlreiche Musikliebhaber der Alpenrepublik. Im Saal des Schlosses Mattsee sowie im romantischen Saal des Stiftes St. Peter in Salzburg lauschten den Musikern unter der Leitung von Rainer Vollmann auch so bedeutende Zuhörer der »Salzburger Szene« wie der Direktor des Musikum Salzburg, Musikförderkreisvorsitzende sowie eine Abordnung des Salzburger Zupforchesters einschließlich dessen Dirigenten. Bei herrlichem Sonnenschein kam auch das Rahmenprogramm mit Besichtigung der Feste Hohensalzburg, des Domplatzes und des zauberhaften Mattsees nicht zu kurz. Zum Schluss waren sich alle Insaiter einig: Es war ein unvergessliches Erlebnis.

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Pfingstkurs 2004 – Klassik, Spaß und Latin Groove

[Petra Breitenbach, 12.07.2004]  Überwiegend zehn- bis vierzehnjährige Teilnehmer trafen im Juni neugierig in der Bildungsstätte Benediktushöhe in Retzbach zum diesjährigen Pfingstkurs des BDZ-Landesverbandes Bayern ein. Kursinhalte waren wie immer: Einzelunterricht bei namhaften Dozenten (Clemer Andreotti, Petra Breitenbach, Petra Fröhlen, Oliver Kälberer, Anna Torge und Rainer Vollmann), Ensemblespiel, Konzerte, Vorträge, Theorie, Instrumentaltechnik, Forumsunterricht, Liedbegleitung und die Möglichkeit, die Laienmusikprüfung (D-Kurs) abzulegen. Für viele Teilnehmer war es der erste »längere« Kurs und sie staunten nicht schlecht über ihre eigene Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit.

Eröffnet wurde der Kurs mit einem beeindruckenden Konzert des Dozentenquartetts des Bayerischen Landesjugendzupforchesters mit Anna Torge, Antje Wolff, Silvan Wagner und Oliver Strömsdörfer in der Wallfahrtskirche Maria im Grünen Tal, zu dem sich außer den Kursteilnehmern auch eine kleine Schar Publikum einfand.

PfingstkursBesonderes Highlight des Stundenplans war heuer die Brasilianische Popularmusik mit Clemer Andreotti, die soviel interessierte Teilnehmer lockte, dass der Tagungsraum fast aus allen Nähten platzte. Die schwierigen Akkorde schreckten nur wenige ab (sie waren ständig auf den Gängen zu hören) und Clemer hatte mit den »Nachlieferungen« gut zu tun …

Insgesamt gab es viele lateinamerikanische und »swingende« Klänge auf dem Kurs und im Abschlusskonzert zu hören – wo es neben dem Dank an die Dozenten für ihren unermüdlichen Einsatz (viele Extraproben) auch ein dickes Lob für die Teilnehmer gab: Sie waren nicht nur besonders fleißig gewesen, sondern zeigten auch ein vorbildliches und auffallend positives Sozialverhalten, sodass der Pfingstkurs sehr harmonisch verlaufen ist.

In diesem Jahr nahmen von den insgesamt 34 Teilnehmern (Jugendliche und Erwachsene) 22 erfolgreich an der D1- bzw. D3-Prüfung teil. Erfreulich war, dass die Anforderungen im praktischen Teil fast immer weit überschritten wurden, die Prüfung also auf besonders hohem Niveau stattfand. Die Absolventen waren:

D1: Pauline Bechold, Sieglinde Dotterweich, Julian Full, Rebecca Gehrsitz, Christopher Gold, Antonia Heitmann-Gordon, Christina Hübner, Thomas Krause, Danielle Lohmann, Julian Plener, Simon Plener, Christian Römer, Lisa Scheuring, Sophie Scheuring, Jannik Schilling, Henrika Schlenker, Fabian Schmitt, Mona Schwenk, Xenia Trendel, Theresa Weis, Eva Wohlfahrt, Hedwig Ziegler.

D3: Matthias Gold

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Musikfreundschaft und Fußballrivalität

Mit dem Bayerischen Landeszupforchester durch BeNeLux

[21.06.2004]  Seine erste Auslandsreise unter Dirigent Dominik Hackner unternahm das Bayerische Landeszupforchester Anfang Juni. Ziel waren unsere westlichen Nachbarländer Luxemburg und die Niederlande. Nachdem von München bis in die Pfalz Spieler und Dirigent eingesammelt waren, fuhr der Tour-Bus zunächst nach Luxemburg-Stadt. Dort hatte man ein paar Stunden Gelegenheit, sich die Beine zu vertreten und die Stadt zu besichtigen. Besonders sehenswert war der Stadtteil Grund, der in einer tiefen Senke liegt und den man über unzählige Treppenstufen oder auch per Aufzug erreicht.

Nach diesem Ausflug ging es weiter zur Unterkunft nach Larochette, wo eine mittelalterliche Doppelburg gleich alle Blicke auf sich zog. Das dortige Jugendgästehaus kann wärmstens empfohlen werden, da es ruhige und helle Zimmer bietet und man im Freien essen kann. Ein großer Spielplatz lädt auch mitreisende Kinder ein. So genoss man den Abend in entspannter Atmosphäre und bei (noch) schönem Wetter.

Am nächsten Morgen ging es aber erst einmal an die Arbeit. Das anspruchsvolle Programm mit Werken von Stamitz, Hansen, Erdmann, Gluck, Wengler, de Falla und Hackner erhielt im Kaminzimmer inmitten von Designermöbeln seinen letzten Schliff. Als man sich nach dem Mittagessen auf den Weg zum Schwimmbad von Larochette machen wollte, kam der große Wetterumschwung. Innerhalb von Minuten bezog sich der Himmel mit dunklen Wolken und es prasselten Regen und Hagel herunter. Leider begleitete diese Wetterlage das Orchester auch während der nächsten Tage.

Zunächst bleiben wir aber in Luxemburg, wo es am Abend nach Esch-sur-Alzette, eine Stadt im Südwesten des Landes, ging. Hier, fast an der Grenze zu Frankreich, war das BLZO einer Einladung von Juan Carlos Muñoz und des Ensemble à Plectre Municipal d’Esch-sur-Alzette gefolgt und gab ein gelungenes Konzert in einer hellen, festlich anmutenden Kirche. Das zahlreich erschienene Publikum bedankte sich beim Orchester mit warmem, herzlichem Applaus. Ehrengast war Marcel Wengler, der sich die Interpretation seiner Konstellationen persönlich anhörte. Nach dem Konzert wurde das BLZO in die Probenräume des Gastgeberorchesters zu Speis und Trank mit luxemburgischen Spezialitäten eingeladen. Besonders die Pflaumen-Tarte und das Erdbeer-Tiramisù blieben lange Zeit im Geschmacksgedächtnis.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus durch Belgien in die Niederlande, wo man zunächst in Maastricht Station machte. Bei einer 90-minütigen Stadtführung erfuhr man Einiges zur Geschichte und zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vorherrschende Farbe – wie überall in Holland – war orange. Die beginnende Fußball-EM warf ihren farbenfrohen Schatten voraus. So war es nicht verwunderlich, dass der bayerische Bus mit dem deutschen Nummernschild immer wieder Zielscheibe verschiedener „Deutschland – Deutschland – alles ist vorbei“-Rufe in holländischem Akzent war. Abgesehen davon konnte man sich in Maastricht gut aufhalten. Hübsche Geschäfte luden zum Bummeln ein und sogar der Regen machte während der Besichtigung eine Pause.

Am Abend kam das Orchester in Kerkrade an, wo es seine Unterkunft für die nächsten zwei Tage bezog. Besonders erstaunt war man über die Neue Straße bzw. Nieuwstraat, die genau auf der Grenze zu Deutschland liegt. Auf der einen Straßenseite war man in Holland, mit niederländischen Hausnummern und Autokennzeichen, direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite in Aachen, mit den entsprechenden deutschen Schildern. Hier dürfte das Fußballspiel Deutschland:Holland besonderes Flair gehabt haben. Die Unterkunft in Kerkrade war so hellhörig, dass einige Spieler des BLZO eine Orchesterprobe der besonderen Art abhielten: Jeder blieb in seinem Zimmer, machte die Tür zu und spielte La Vida Breve von de Falla. Und tatsächlich kam beinahe ein guter Orchesterklang dabei heraus. Dominik Hackner beschloss dann aber trotzdem, die nächste Probe im dafür vorgesehenen Gemeinschaftsraum abzuhalten.

Entsprechend gut vorbereitet begab man sich zunächst nach Valkenberg, wo das holländische Gastgeberorchester um Annemie Hermans eine interessante Höhlenführung organisiert hatte. Danach fuhr man nach Stein, wo man mit dem Orchester The Strings ein gemeinsames Konzert bestritt. Da Aachen nicht weit weg war, konnte man sich auch hier über prominenten Besuch in der Person von Marga Wilden-Hüsgen freuen. Auch Verleger Theo Hüsgen fand den Weg nach Stein, um die bayerischen Zupfer zu hören. Nach dem Auftritt waren sich alle einig, dass man eine ganz besondere Leistung vollbracht hatte. Die Stimmung war hervorragend, die Akustik perfekt und das BLZO hatte das Beste aus sich heraus geholt. (Wie man gesehen hat, nahm sich die Deutsche Nationalelf daran ein Beispiel und machte gegen Holland ebenfalls eine gute Figur.)

Der Abend klang bei vielen, wenn auch kleinen, Gläschen Gerstensaft und netten Gesprächen mit den Gastgebern aus. Zurück in Kerkrade wurde dann nochmals kräftig mit Sekt angestoßen. Zum einen, weil Mirko Schrader seinen Ausstand als Gitarrendozent im BLZO gab und zum Anderen, weil es insgesamt eine schöne Reise war.

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Musikalisches Bayern

Über 10 Millionen Euro für Bayerische Sing- und Musikschulen

Presse-Erklärung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 15. Juni 2004

Mit über 10 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Bayern in diesem Jahr seine Sing- und Musikschulen. Musikalische Bildung und gemeinsames Musizieren seien vor allem für junge Menschen in hohem Maße persönlichkeitsbildend, betonte Kunstminister Thomas Goppel am Dienstag. Deshalb habe der Freistaat Bayern die Förderung der Sing- und Musikschulen im Jahr 2004 trotz der knappen Haushaltslage nicht gekürzt, sondern gegenüber 2003 sogar um 500.000 Euro erhöht, hob der Minister hervor. Die Musikerziehung in den Musikschulen bilde eine wertvolle Ergänzung zum regulären schulischen Musikunterricht, so Goppel. Gegenwärtig werden 219 Sing- und Musikschulen mit über 135.000 Schülern gefördert. Damit hat sich in den letzten dreißig Jahren die Zahl der Musikschulen mehr als verdreifacht, die Zahl der Musikschüler sogar fast vervierfacht. Die Verteilung der zur Förderung der Sing- und Musikschulen zur Verfügung stehenden Mittel erfolgt über den Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen in Weilheim.

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Bayerische Ensembles beim Deutschen Orchesterwettbewerb erfolgreich

[24.05.2004]  Gleich zwei Orchester des Bayerischen Landesverbandes des BDZ hatten sich im November für den Deutschen Orchesterwettbewerb qualifiziert, der vom 15. bis 23. Mai in Osnabrück stattfand. Mit dem Zupfensemble Lohr und dem Ensemble Roggenstein war sowohl Nord- als auch Südbayern auf dem Bundeswettbewerb vertreten.

Die Zupforchesterwertung fand am 20. und 21. Mai in der Mehrzweckhalle der Ursulaschule in Osnabrück statt, die zwar nicht die allerbeste Akustik aber dennoch ein relativ gutes Ambiente aufweisen konnte. Insgesamt traten 13 Zupforchester aus ganz Deutschland an, deren Präsentationen von vier Fachjuroren und einer Teilnehmerjury mit je einem Spieler aus jedem Orchester sowie dem zahlreich erschienenen Publikum aufmerksam verfolgt wurden.

Die Ergebnisse wurden am Samstagmittag auf dem Osnabrücker Rathausplatz verkündet:

Das Zupfensemble Lohr erreichte mit 20,8 Punkten das Prädikat »mit gutem Erfolg teilgenommen« und war mit seiner Leistung insgesamt sehr zufrieden. Wie die Leiterin Petra Breitenbach später berichtete, hatte man sich bewusst für Werke entschieden, die vielleicht nicht unbedingt viele Punkte garantierten, aber den Musikerinnen und Musikern dafür riesige Spielfreude. Neben dem Pflichtstück »Danza de Saudade« von Dieter Kreidler spielten die Lohrer drei Sätze aus den Fresken von Antonius Streichardt und »Sevilla« von Isaac Albéniz.

Mit 24,1 von insgesamt 25 Punkten – und damit nur mit einer Winzigkeit von einem Zehntelpunkt Rückstand auf den Sieger – belegte das Ensemble Roggenstein (Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck) den 2. Platz. Bereits das Beratungsgespräch mit der Jury im direkten Anschluss an den Auftritt ließ ein gutes Ergebnis erwarten. Mit Werken von Claude Debussy, Dieter Kreidler und Oliver Kälberer hatten die 16 Musikerinnen und Musiker um Oliver Kälberer die Fachjuroren tief beeindruckt. Glanzstück des Auftritts aber zwar zweifellos der erste Satz des Brandenburgischen Konzertes Nr. 3 von Johann Sebastian Bach, dessen Interpretation von allen Juroren als einzigartiges musikalisches Erlebnis bezeichnet wurde.

Das Ensemble Roggenstein ist mit insgesamt zwei ersten und zwei zweiten Plätzen innerhalb von 12 Jahren und als dreimaliger Träger des Sonderpreises für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes das erfolgreichste Zupforchester des Deutschen Orchesterwettbewerbs. Zum vierten Mal in Folge erreichte es das höchste zu vergebende Prädikat »mit hervorragendem Erfolg« (1. Preis).

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DOW: Erlebnisbericht des Zupf-Ensemble Lohr

[Elke Breitenbach]  Am Donnerstag, 20.05.2004 um 9.30 ging es für das Zupf-Ensemble Lohr zum 6. Deutschen Orchesterwettbewerb nach Osnabrück. Das Ensemble nahm zum 2. Mal am Wettbewerb teil.

In drei Kleinbussen reisten wir nach Bramsche, in unser idyllisch gelegenes Hotel. Die erste Probe fand in der hoteleigenen Tennishalle statt, in der vor allem die Plättchenspieler mit ihrem »Aufschlag« glänzten. Rechtzeitig zur Probe traf auch unsere »Kleingruppe« ein, die auf das Gruppenerlebnis in den Bussen freiwillig verzichtet hatte und quer durch Deutschland sowie beinahe über Holland nach Bramsche gefunden hatte …

Am Freitag ging es nach einer kurzen Probe nach Osnabrück in die Ursula-Schule zum Wertungsspiel. Es wurde langsam Ernst. Nach einem kurzen Blick in den Wertungsraum trafen wir die letzten Vorbereitungen im Aufenthalts- und Einspielraum. Auf der Bühne ein kurzer Sound-Check, dann war es soweit. Unser Wertungsspiel verlief (bis auf die sich ständig verstimmenden Instrumente) super, es störte den angenehmen Verlauf der Orchesterreise nicht weiter. Da wir erst Freitagnachmittag spielten und nicht in Osnabrück wohnten, haben wir von den anderen Orchestern ganz wenig gehört, was sehr schade war und wir so kaum einen Eindruck vom Wettbewerb gewinnen konnten.

Leider mussten einige unserer MitspielerInnen sofort wieder abreisen. Ein schneller Sekt am Bus, Fotos und schon waren fünf Ensemble-Mitglieder wieder auf der Rückreise. Die Trauer bei den in Osnabrück gebliebenen währte nur kurz und wurde mit einem leckeren Essen beim Italiener gemildert.

An diesem Abend besuchten wir das Nachtkonzert am alten Schacht, wo uns neben einem Querflötenorchester, den Köpenicker Zupfern, einem Saxophon-Ensemble vor allem ein Perkussionsorchester tief beeindruckte. Zurück im Hotel stieg die tägliche Pyjama-Party, in der unzählige Gummibärchen ihr Leben verloren. Über den Rest wird geschwiegen.

Am Samstag vor dem Frühstück war Sport angesagt. Es wurde gewalkt, geschlafen und geschwommen. Es war nicht leicht, das Schwimmbad aus der Hand der einheimischen Rentner zu befreien, aber wir haben es geschafft. Es zeigten sich jedoch bei den Mädels blaue Flecken und die Gitarristen wiesen Kratzer auf.

Nach der Ergebnisbekanntgabe auf dem Rathausplatz war »Geschichte« bei der Varus-Schlacht angesagt. Die Führung war toll, wir lernten, dass niemand 1,50 m hohe germanische Erdwälle so leicht überrennt, was Karla (Höhe 1,54 m) schon vorher wusste. Am Abend besuchten wir den Festakt und waren mit dem auf der Bühne stehenden Teilnehmer einer Meinung: »Die Nächte waren das Beste …« beim Orchesterwettbewerb. Es folgte erneut die obligatorische Party im Hotel. Auf der Rückfahrt am Sonntag besuchten noch einige das Nixdorf-Museum (größtes Computer-Museum der Welt) in Paderborn, so dass wir am frühen Nachmittag wieder in Lohr ankamen.

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